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Kleinstadt

Claude Anet: Kleinstadt - Kapitel 5
Quellenangabe
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typenarrative
authorClaude Anet
titleKleinstadt
publisherC. Weller u. CO. Verlag
illustratorA. W. Dressler
year1927
firstpub
translatorGeorg Schwarz
correctorreuters@abc.de
senderwww.gaga.net
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Frau Duret, geborene von Barthes.

Die Gesellschaft von Valleyres bestand aus einigen alten bürgerlichen Familien und zwei oder drei adeligen Geschlechtern, die der Geldmangel daran hinderte, ihre Güter zu verlassen.

Alle diese hatte es einst wenig Mühe gekostet, zu einer tonangebenden Stellung im Städtchen zu gelangen, und so meinten sie, daß es immer so bleiben müsse, daß es ihnen von Rechts wegen zukäme, die Angelegenheiten der Bevölkerung von Valleyres zu verwalten und die Einwohnerschaft nach ihren Ansichten zu lenken.

Indessen aber erfolgte der Bau der Eisenbahn, neue Vermögen entstanden, ein Herr Marcel, mit dem man nicht verkehrte, errichtete am Fluß eine große Gerberei. Aus Maigny, der Provinzhauptstadt, und aus Paris kamen hetzende Zeitungen, ja, man mußte es erleben, daß in Valleyres selbst ein radikales Blatt »Der Vorwärts« gedruckt wurde. Und es dauerte nicht lange, da schickten die Wähler – Krethi und Plethi konnten wählen, welche Schmach – eine radikale Majorität in die Stadtverwaltung. Herr Julius Maigret, der durch so viele Jahre Bürgermeister gewesen war, vermochte nicht einmal mehr, ein Stadtverordnetenmandat zu retten. Tief bestürzt standen die angesehenen Bürger von Valleyres vor dieser Niederlage. Schon seit langem hatten sie darauf verzichtet, im Bezirk eine politische Rolle zu spielen: doch jetzt, da selbst ihre undankbare Heimatstadt sie zurückwies, war ihre Herrschaft endgültig dahingeschwunden. Man untergrub ihre Stellung – sie verzichteten in würdiger Haltung; denn sie gehörten nicht zu denen, die sich mit dem Pöbel in einen Kampf einlassen, und als wahrhafte Aristokraten, zu denen sie nun geworden waren, da sie ja keinerlei Daseinsberechtigung mehr hatten, lebten sie von nun ab in vollständiger Abgeschlossenheit. Sie verleugneten das Jahrhundert, in dem zu leben sie gezwungen waren, sie scharten sich um die Kirche und setzten ihren ganzen Stolz darein – nichts zu tun.

In der Einsamkeit, in die sie sich freiwillig verbannten, entwickelte sich ihr Stolz, der Halt jeder aristokratischen Gesellschaft, zu ungeahnter Größe. Alle Dinge betrachteten sie von oben herab mit dem engen Horizont der Voreingenommenheit. Nur die Mittelmäßigkeit, ihr eigenes Erbteil, entsprach nach ihrem Urteil dem guten Ton. Jeder, der es in dieser Welt zu Erfolgen brachte, machte sich dadurch allein schon verdächtig. Die Mehrzahl der großen Familien verdankte ihre Stellung bloß Intriguen, Gemeinheiten und unebenbürtigen Verbindungen. Sie betrachteten es als Zeichen schlechten Geschmackes, wenn jemand sich irgendwie, sei es durch Intelligenz oder durch Reichtum, hervortat. Daß Frau Duret einen Diener hielt, verzieh man ihr nur deshalb, weil ihr Mann wirklich einer der ältesten Familien der Stadt entstammte.

Mit staunenswerter christlicher Nachsicht verdeckten sie die Quellen, die ihre eigenen Vermögen gespeist hatten. Ihre linke Hand wußte nichts von dem, was ihre rechte verdient hatte. Der Vater des Herrn Carl Duret war in Marseille Getreidespekulant gewesen; der Reichtum der Lanterle stammte vom Großvater, einem Weinhändler in Bordeaux, und seine Nachkommen waren immer noch an der berühmten Firma Perrier, Lanterle & Cie. beteiligt; der Vater derer von Barbeau hatte in eine Weberei in Roubaix eingeheiratet – doch all dies waren Dinge, von denen man niemals sprach. Wenn solche Herren in ihre Heimat zurückkehrten, um für ihr gutes, klingendes Geld Landbesitz einzutauschen, so tat man, als ob sie nur von einer langen Vergnügungsreise heimgekehrt wären. Andere wieder, wie die Bourrat, die Vertot, die Maigret hatten während der Revolutionszeit ihre einträglichen Güter zu Schleuderpreisen erworben, was sie aber nicht davon abhielt, mit ungeheuchelter Entrüstung von dem schamlosen Schauspiel zu sprechen, das das damalige Frankreich der zivilisierten Welt geboten habe.

Für alle aber war Valleyres der Mittelpunkt der Welt. Niemals verließen sie ihr Städtchen, und dies hatte seine guten Gründe; denn wenn sie nur drei Meilen weit gingen, so kannte sie kein Mensch mehr. Außerhalb ihrer heimatlichen Gemeinde fiel der Nimbus von ihnen, sie verwandelten sich wieder in das, was sie in Wahrheit bloß waren: Kleinbürger aus der Provinz, mittelmäßige Menschen ohne jede Bedeutung ...

So sah die Gesellschaft aus, über die Frau Carl Duret durch dreißig Jahre herrschte. Das Alter der Familie ihres Mannes und sein großes Vermögen hätten allein kaum genügt, jenen überragenden Einfluß, über den sie gebot, zu erklären. Es war auch wirklich eine seltsame Verknüpfung glücklicher Umstände, die ihr zu Hilfe gekommen waren und die ihren endgültigen Triumph zu einer interessanten Episode in der Geschichte des kleinen Städtchens machten.

Frau Duret war eine geborene von Barthes. Zur Zeit, da sie durch ihre Heirat nach Valleyres verschlagen wurde, spielte Frau Jules Maigret, die Frau des früheren Bürgermeisters, in der Gesellschaft die erste Rolle und gab in jeder Weise den Ton an. Frau Maigret war Präsidentin des Wohltätigkeitsvereins und mit besonderer Geschicklichkeit verstand es Frau Duret sich unter ihre Führung zu begeben und mit ihr die allerbesten Beziehungen zu unterhalten.

Frau Maigret wohnte in der Stadt selbst und ging wenig aus. Im Winter pflegte sie abends die vornehme Welt zu einer Tasse Tee zu empfangen. Frau Duret bewohnte einen herrlichen Besitz unweit der Stadt. Sie gab dort große Diners, ja sogar Bälle, und es dauerte nicht lange, so hatte sie einen beträchtlichen Einfluß auf die Gesellschaft von Valleyres gewonnen. Ihr Mann war sanft und hielt sich bescheiden im Hintergrunde; unfähig, sich selbst um die Bearbeitung von Grund und Boden zu kümmern, erschöpfte sich sein ganzer Ehrgeiz darin, die Rasenflächen seines Parkes stets frisch gemäht zu haben, mit seinen Blumenbeeten und seinen sorgsam gepflegten Alleen Bewunderung zu erwecken und sein ganzes Tagewerk bestand in der Aufsicht über seine Gärtner. Das Ehepaar hatte vier Kinder, zwei Töchter – die ältere war seit einem Jahre mit dem Grafen Perquer de Bonnenfant verheiratet – und zwei Söhne, deren jüngerer zwölf Jahre alt war. Obgleich Frau Duret ausgesprochen hübsch war und auch Wert darauf legte, daß man dies bemerke, hatte sie niemals Veranlassung zu irgendwelchem Klatsch gegeben. War doch die Ehe eine Angelegenheit, die man in der Gesellschaft von Valleyres noch ernst nahm; denn niemals wohl war es nötiger gewesen als zu eben dieser Zeit, da eine atheistische Welt Familien schuf, in denen Gott verleugnet wurde, mit einer Häuslichkeit beispielgebend zu wirken, die ein christliches Leben, Moral und frommen Glauben hochhielt.

Männer, von denen man wußte, daß sie sich gerne außer Hause vergnügten, wurden scharf getadelt, und Herr Anton Verlot, der Anlaß zu der Vermutung gegeben hatte, mit seiner reizenden Mieterin, Frau Louis Marthe, Beziehungen zu unterhalten, begegnete in manchem Salon, in den er eintrat, recht kühlen Mienen, was ihn im übrigen nicht weiter anfocht.

Frau Maigret war eine alte Frau. Wohl kam man ihr noch mit der ungeschmälerten Achtung und mit all den Aufmerksamkeiten entgegen, auf die sie Anspruch erheben durfte, sie präsidierte immer noch in den Sitzungen des Wohltätigkeitsvereins, aber in Wahrheit war Frau Duret die angesehenste Dame der Stadt geworden und die Bedeutung, die diese Fremde – war sie doch eine geborene von Barthes – gewonnen hatte, erregte bei manchen Familien, deren Ahnen väterlicherseits und mütterlicherseits seit mehr als hundert Jahren in Valleyres gelebt hatten, dumpfe, bittere Eifersucht.

Frau Duret war damals erst knappe vierzig, doch jung und frisch, und man hätte sie nicht einmal auf fünfunddreißig geschätzt, wenn ihre Gestalt nicht ein wenig allzu behäbig gewesen wäre, was übrigens eines gewissen Reizes nicht entbehrte.

Damals begann nun ein Wispern, sie kokettiere in recht gewagter Weise mit dem Advokaten Lorety. Lorety entstammte einer angesehenen aber ahnenlosen Familie. Sein Vater – ein Niemand – war Legitimist gewesen und hatte sogar an dem unbedachten Abenteuer der Herzogin von Berry mitgewirkt. Lorety selbst hatte seine Studien in Livray vollendet und dann seine Kanzlei in Valleyres eröffnet. Die Gutsbesitzer aus der Umgebung bildeten seine bescheidenen Klientel. Er heiratete, bekam Kinder – was sonst sollte man in Valleyres tun? – und führte ein häusliches Leben. Fünfunddreißig Jahre war er alt, als das Gerücht sich zu verbreiten begann, daß er der Geliebte der schönen Frau Duret sei.

Die Kleinbürger und das Volk von Valleyres waren die ersten, unter denen sich die Sache herumsprach. Es fiel auf, wie häufig der Wagen von Frau Duret in der kleinen Seitengasse vor dem Hause hielt, in dem sich die Kanzlei des Advokaten befand. Kein Prozeß der Welt konnte so viele Konferenzen nötig machen! Eines Tages, als der Wagen ebenfalls vor der Türe stand, war Michaud, der Müller aus einem Nachbarorte, zu Doktor Lorety gekommen. Er läutete und klopfte lange an die Türe der Kanzlei, doch niemand öffnete. Michaud meinte, daß der Doktor fortgegangen sei und setzte sich in die Schenke, die zwei Häuser weiter lag, um ein Glas Wein zu trinken. Da er das Haus des Advokaten unausgesetzt im Auge behielt, um dessen Rückkehr nicht zu verpassen, sah er mit einem Male eine nicht allzu schlanke Dame herauskommen und den davorstehenden Wagen besteigen. Fünf Minuten später trat Lorety selbst aus dem Hause und schritt dem Rathaus zu. Das Staunen Michauds über diesen seltsamen Umstand war so gewaltig, daß er die zwei Gäste am Nebentisch einlud es mit ihm zu teilen. Der eine von ihnen war Langlois, Faktor der Druckerei, in der »Der Vorwärts« hergestellt wurde, der zweite Frappard, der Tagelöhner, die beide die bösesten Zungen in der ganzen Stadt besaßen. Zu dritt betrachteten sie die Angelegenheit von allen Seiten. – Es gab niemand in ganz Valleyres, der dank den beiden die schöne Entdeckung des Müllers nicht bald gekannt hätte. Jedesmal, wenn jetzt der Wagen Frau Durets durch das Gäßchen holperte und vor der Kanzlei des Advokaten anhielt, traten die Leute unter die Türen und zwinkerten einander aus listigen Äuglein zu. Nicht immer saß Frau Duret im Wagen. Manchmal langte er auch leer an und fuhr mit dem Advokaten davon.

Jene Kreise von Valleyres, aus der sich die »Gesellschaft« zusammensetzte, erfuhren aber all dies erst mit großer Verspätung. Wohl hatte man Lorety öfters bei Frau Duret gesehen, und es war gewiß nicht recht von ihr, daß sie mit ihm kokettierte, aber niemand wäre auf den Gedanken gekommen, daß Beziehungen zwischen den beiden bestehen könnten, die nicht ganz einwandfrei seien. Wie hätte man auch annehmen sollen, daß die schöne Frau Duret, die durch zwanzig Jahre ein musterhaftes Leben geführt hatte, mit einem Male der Mittelpunkt einer Skandalgeschichte werden könnte! Die allzuhäufigen Besuche Lorelys ließen sich indessen auf die Dauer nicht übersehen.

»Warum nutzlos den Anschein schlechter Absichten erwecken, wenn man entschlossen ist tugendhaft zu bleiben?«

Mit diesen sehr gemessenen Worten tadelte Frau Henri Lanterle Frau Durets Benehmen vor den Damen Bourrat aus Vermand und Anton Vertot. In den Adern dieser drei Damen floß das älteste, unverfälschteste Blut von Valleyres, und in ihnen glänzte auch die höchste Moral und Kultur des Städtchens. Man hatte ihnen den Beinamen »Die Tugendhaften« gegeben. Unbeugsam waren ihre Grundsätze. Von Kompromissen und Konzessionen wußten sie nichts und deshalb lebten sie in einer ununterbrochenen, dumpfen Opposition gegen den Kreis Duret, Barbot und Jacques Vertot, der verdächtig war, sich allzusehr den verdammenswerten Verlockungen eines luxuriösen Lebens zu überlassen und in allzu weltlicher Meise den Reichtum zu lieben.

Frau Henri Lanterle war von einer Gier nach Gelde besessen, doch sie vergötterte es nicht wegen der vergänglichen Freuden, die es geben konnte, sondern aus fast unpersönlicher Manie, um seiner selbst willen. Der Gedanke, daß es unvermeidlich blieb, einen Teil ihrer Einkünfte zu verbrauchen, brachte sie zur Verzweiflung. Sie zählte die Streichhölzer ab, die ihrem Haushalt für eine Woche genügen mußten; Zucker, Salz und Gewürze wog sie der Köchin eigenhändig zu; sie wußte genau, an welchen Tagen und in welchen Geschäften es möglich war, ganz außergewöhnliche Gelegenheitskäufe zu machen; sie erhandelte die Stoffe, in die sie ihre Töchter im kommenden Sommer kleiden wollte, schon im Herbst aus den zurückgebliebenen Partiewaren und sie feilschte jeden Montag mit den Fleischern um die Waren, die am Samstag unverkauft geblieben waren und die, aus Angst, daß sie nicht länger halten würden, um den halben Preis abgestoßen wurden. Frau Lanterle aber behauptete. Fleisch »warte gerne«.

Die »drei Tugendhaften« kamen häufig zusammen; Frau Durets Betragen fanden sie erstaunlich. Und an diesem Nachmittage, da Frau Lanterle mit den schon erwähnten Worten die Debatte eröffnet hatte, ergriff nun Frau Vertot ihrerseits das Wort. »Sollte man Frau Duret als das Opfer einer jener unerklärlichen Krisen betrachten, die, wie man sagt, bei Frauen in einem gewissen Alter vorkommen?«

Die gute Frau Vertot verbreitete sich über diese Hypothese mit einem gewaltigen Aufwand kleiner Seufzer und einer unerschöpflich scheinenden Flut von Worten. Sie war übermäßig dick und stand ganz nahe den Fünfzig. Plötzlich brach sie ihre Rede ab, als hätte sie der Gedanke erschreckt, daß auch sie dieses furchtbare Übel, das einen so verwandelt, befallen könnte.

Frau Lanterle beeilte sich nicht mit der Antwort. Wenn es das Unglück wollte, daß Frau Duret ihrer Pflichten als Gattin und Mutter vergaß, dann war ja Frau Lanterle, dank dem Sturz der Rivalin, der erste Platz in der Gesellschaft von Valleyres, wie er ihr gebührte, gesichert. Und während sie an diesen nahen Tag des Triumphes dachte, konnte Frau Lanterle sich nicht enthalten, ganz im geheimen sehnlichst zu wünschen, daß die Gerüchte, die durch die Stadt liefen, sich bewahrheiten möchten. Doch sie war diplomatisch und hielt es für klüger abzuwarten. Darum verteidigte sie jetzt die gemeinsame Freundin.

»Von ihrer Seite,« meinte sie, »ist es gewiß nur unbedachte Koketterie.«

Frau Bourrat aus Verwand, deren aufmerksame Haltung stets auszudrücken schien, wie sehr sie sich durch die Tatsache geschmeichelt fühle, der Besprechung so bedeutsamer Angelegenheiten beiwohnen zu dürfen, blieb schweigsam wie stets. Niemand in Valleyres konnte sich rühmen gleich ihr das Zuhören zu verstehen.


Schon fünf Wochen waren es, daß auch der letzte Tagedieb von Valleyres sich nicht mehr den geringsten Illusionen über die Tugendhaftigkeit der schönen Frau Duret hingab, als Charlot, der einzige Sohn von Frau Henri Lanterle, seiner Mutter wertvollsten Bericht von Beweiskraft brachte.

Er war ein ungezogener Junge, der jede freie Stunde benutzte, um querfeldein auf Abenteuer auszugehen; Gassenjungen von Valleyres bildeten sein Gefolge. – Eines Tages, beim Spiel »Räuber und Gendarm« durchquerte er eine unwegsame Schlucht, die die Nordgrenze des Besitzes von Frau Duret bildete. Kein Mensch wagte sich jemals dort hinein. Die dichten Zweige des Gebüsches zur Seite biegend, durch Dornen, die seine Beine stachen, bahnte er sich langsam einen Weg, um die Straße nach Vermand zu gewinnen, auf der er – kühnste Strategie – die Gendarmen irreführend in die Stadt zurückkehren wollte, als ihn ein überraschendes Schauspiel halten ließ. – Fünfzig Schritte vor sich gewahrte er in einer Lichtung eine Frau, die im Grase lag; ein Mann saß unweit vor ihr. Der Junge erkannte Frau Duret und den Advokat Lorety; angeregt sprachen sie miteinander. Frau Duret wollte sich erheben. Lorety kam näher zu ihr um zu helfen. Sie schlang ihre beiden Arme um Loretys Hals und während er sie aufhob, küßte sie ihn mitten auf den Mund.

Auf Charlot, der erst zwölf Jahre alt war, machte diese kleine Szene einen tiefen Eindruck und als seine Mutter abends wegen der zerrissenen Kleider schalt, erzählte er, um das Ungewitter abzulenken, von diesem Erlebnis. Frau Lanterle ließ ihn den ein wenig wirr hervorgesprudelten Bericht langsam wiederholen und dann trug sie ihm unter heftigen Drohungen auf, ja zu niemand ein Wort davon zu erwähnen.

Am nächsten Tage berichtete sie ihren Freundinnen von der traurigen Gewißheit, die sie erlangt hatte. Frau Vertot, die die Nachmittage der ganzen verflossenen Woche bei einer Base verbracht hatte, von deren Wohnung man das schräg gegenüberliegende Haus des Advokaten beobachten konnte, gab ihrerseits ganz genau die Tage und Stunden an, die die beiden gemeinsam verbracht hatten.

Im übrigen – und darüber staunten diese Damen am meisten – gaben sich weder Frau Duret noch Lorety Mühe, ihre Zusammenkünfte geheimzuhalten.

Frau Lanterle war über solchen Zynismus ungemein aufgebracht. Trotzdem empfand sie neben ihrer Empörung ein wenig Wonne; sie dachte an ihre baldige Herrschaft über die Gesellschaft von Valleyres. Doch man durfte nichts übereilen; es konnte nur ihr Vorteil sein, wenn sie abwartete, bis das Ärgernis öffentlich wurde.


Einige Monate vergingen. Herr Duret ging auf Reisen. Seine Frau deutete an, daß Geschäfte seine Anwesenheit in Marseille nötig machten. Man lächelte bloß, als man dies hörte. War es doch nur allzu bekannt, daß Herr Duret – im übrigen ein gutmütiger Mann – vollkommen unfähig war, sich mit irgendwelchen Geschäften zu befassen. Niemand zweifelte daran, daß er in Wahrheit seinen Besitz nur verlassen habe, weil die Zustände in seinem Hause ihn anwiderten. Lorety setzte seine Besuche fort.

Man male sich die Bemerkungen aus, mit denen die Neuigkeit, Frau Duret erwarte ein Baby, aufgenommen wurde. Fast zur gleichen Zeit war sie durch die Niederkunft ihrer ältesten Tochter zum ersten Male Großmutter geworden! –

Die »Tugendhaften« rechneten und verglichen eifrig die Daten, brachten den genauen Tag der Abreise Herrn Durets heraus, und kamen zu dem Ergebnis, daß das erwartete Kind schwerlich von dem legalen Vater stammen dürfte.

Diese Entdeckung trieb die Ungeduld von Frau Lanterle aufs Äußerste. Nein, wahrlich, sie konnte so ernsten Unzukömmlichkeiten nicht als untätige Zeugin zusehen. Hätte ihr Schweigen sie nicht zur Mitschuldigen gemacht?

Doch gerade, als sie entschlossen war, die Rolle der stummen Beobachterin aufzugeben, stieß sie auf zahllose Hindernisse.

In einem so engen Kreise, wie es die Gesellschaft von Valleyres war, hatte ein öffentlicher Bruch mit Frau Duret gewisse Schwierigkeiten.

Man mußte zunächst der Billigung aller anderen sicher sein. Nun waren aber die Duret eine Macht. Sie besaßen großes Vermögen und unterhielten im ganzen Lande die besten Beziehungen. Frau Duret betätigte sich für alle wohltätigen Zwecke, damit hatte sie sich Freunde gewonnen, ja, sich fast unentbehrlich gemacht. Darum hieß es vorsichtig verfahren, um sich nicht der öffentlichen Mißbilligung, die in einer kleinen Stadt so rasch zur Hand ist, auszusetzen.

Viele Nachmittage verbrachten die »drei Tugendhaften« in schwierigen Beratungen. Frau Lanterle zeigte die zwar weißen, aber allzulangen Zähne, über denen in aristokratischem Schwung ihre energische Nase drohte. Frau Vertot sprach und seufzte, seufzte und sprach und verstummte nur, um gleichzeitig aus ihren beiden Mundwinkeln ein seltsames Geräusch ertönen lassen, das ganz dem klagenden Heulen einer Gasleitung ähnelte, in die Wasser gedrungen ist. Frau Bourrat, aus Vermand, stumm wie immer, hörte nur zu.

Die Herzen dieser Damen bluteten bei dem Gedanken, daß eine ihrer Freundinnen schuldig geworden sei. Wer sie anderer Gefühle fähig gehalten hätte, würde sie arg mißkannt haben.

Die einzige Frage, die sie beschäftigte, betraf die Art, wie man Frau Duret ihrer Sünde entreißen und sie auf den guten Weg zurückführen könnte. – An eine offene Aussprache war nicht zu denken. Doch sie einigten sich schließlich, nachdem sie allerlei Möglichkeiten ins Auge gefaßt und wieder verworfen hatten, auf den Ausweg, den Herrn Pfarrer in Bewegung zu setzen. Es war seltsam, daß er ihrem Eingreifen nicht zuvorgekommen war. Vielleicht wußte dieser Mann, der ganz in heiligen Gedanken aufging, gar nichts von der Affäre Duret–Lorety? Kein Zweifel, daß er, in Kenntnis des Ärgernisses, ihm schon längst ein Ende bereitet hätte. Frau Vertot, von der stummen Zustimmung Frau Bourrats angeeifert, wandte ihre ganze Beredsamkeit auf, Frau Lanterle davon zu überzeugen, daß es ihre Pflicht sei, mit dem Pfarrer, auf den sie Einfluß hatte, zu sprechen. Frau Lanterle ließ sich überzeugen und übernahm zur Ehre Gottes, der in ihrem Herzen las, die schwere Bürde. Am nächsten Morgen begab sie sich ins Pfarramt.

Der Herr Pfarrer machte es ihr nicht leicht. Er spielte den Tauben, er wollte auch die deutlichsten Anspielungen seiner Besucherin nicht verstehen und flüchtete sich in Gemeinplätze. Noch Frau Lanterle gehörte nicht zu jenen, die sich abspeisen lassen. Sie hatte eine Pflicht übernommen, und sie war entschlossen, sie zu erfüllen.

Mit Schrecken sah der Pfarrer, wie sie immer schonungsloser auf das heikle Thema zusteuerte. Er war ja ein kluger, überaus vorsichtiger Mann, der seine große Menschenkenntnis nur hinter Schwerfälligkeit verbarg. Die berühmten Worte: ›Quieta non movere‹ waren sein Wahlspruch. Seine Stellung in Valleyres war schwierig. Beim Volke und bei den kleinen Bürgern fand die Abkehr von der Kirche immer größere Verbreitung, in der radikalen Presse häuften sich die Angriffe gegen die Religion immer mehr, in gleichem Maße wie die gegen die Aristokratie. Was sollte aus seiner stark zusammengeschmolzenen Herde werden, wenn auch noch Zwietracht in sie eindrang? Bedauerliche Folgen müßte sowohl ein Bruch mit Frau Duret haben, wie auch ein solcher mit Frau Lanterle, falls er ihr nicht Gehör schenkte. Eben sprach man in Valleyres von der Gründung eines Erziehungsheimes der Jesuiten; eine Kapelle würde folgen, schwere Konkurrenz für die Kirche! Jedes seiner Beichtkinder, das er verletzte, würde zu den Jesuiten gehen, die nur einen Vorwand suchten, um sich in Valleyres festzusetzen; schon sah er sie triumphieren, seine Kirche leer. – Und würde andererseits eine schuldige Frau Duret nicht ein noch gefügigeres Instrument in seinen Händen sein? Würde sie ihre Schuld nicht durch reichliche Gaben an Gottes Ärmste sühnen wollen?

All dies hatte der Herr Pfarrer schon lange in seinem Geiste erwogen; denn die Beziehungen Duret – Lorety waren ihm nicht unbekannt geblieben. Frau Lanterles Schritt beunruhigte ihn. Diese Dame war von tiefer Frömmigkeit. Sie war berechtigt, besondere Rücksicht zu beanspruchen.

Er hielt ihr eine Rede, die drei Punkte umfaßte.

a) Man dürfe sich nicht auf Äußerlichkeiten verlassen und seinen Nächsten aburteilen. Gott allein vermöge, in den Herzen zu lesen.

b) Gott auch sei alleiniger Herr über die Seelen, die er auf seine erhabene, oft unerforschliche Weise zu ihrem Heil lenke.

c) Das große Wort, über das es nachzusinnen gelte, wäre dieses: »Wehe über den, der das Ärgernis verursacht.«

Und es war deutlich, daß nach der Ansicht des Herrn Pfarrers nicht Frau Duret, die alles mit dem nötigen Schleier bedeckte, es war, die das Ärgernis verursachte, sondern Frau Lanterle, deren übergroßer Eifer diese bedauerlichen Tatsachen in die Öffentlichkeit zu bringen drohte.

Er wurde beredt, er war gerührt, ihm ward das Glück, das Herz seines Beichtkindes zu überzeugen.

Von neuem prüften die »Tugendhaften« die Lage. Der Herr Pfarrer versagte, an wen sollte man sich wenden? – Von Herrn Duret war nichts zu erwarten. Seit einem Jahr war dieser Stubenhocker unausgesetzt auf Reisen. Das war seine Art des Protestes. – Doch Frau Lorety? – Sie war zart und hübsch, von schwankender Gesundheit und verschlossen. Sie stammte nicht aus Valleyres und hatte hier wenig Freundinnen gewonnen. Sie erzog ihre vier Söhne nach besten Kräften und bestritt, mit einer einzigen Magd, einen Haushalt, für den nur bescheidene Mittel verfügbar waren. Liebte sie ihn? War ihr bekannt, daß er sie betrog? – Man wußte es nicht. And andererseits war es unmöglich, sie zu warnen.

Und doch erhielt Frau Lorety ein anonymes Schreiben auf schmutzigem Papier, von orthographischen Fehlern wimmelnd. Aber sie ließ von ihren Gefühlen nichts verlauten.

Frau Duret gebar ein Kind. Ihr Mann kehrte, zum großen Ärgernis der ganzen Stadt, auch an ihr Wochenbett nicht zurück. Man tadelte seinen Mangel an Takt. Erst zwei Monate später, zur Hochzeit seiner zweiten Tochter mit Herrn von Roussy, kam er heim.

Frau Lanterle wurde unruhig. Unter welchem Vorwande handeln, jetzt, da das Verhältnis gleichsam publik, selbst durch Herrn Duret und Frau Lorety geduldet war? Doch auf den Kampf verzichtete sie nicht; aus dem Schoße der Zeit würden Möglichkeiten erstehen, die sie schon nützen wollte.

Indessen wurden die Beziehungen der Frau Duret zu den Loretys immer inniger. Die vier Söhne des Advokaten verbrachten ihre Ferien auf dem Gut der Durets. Frau Lorety selbst kam sie alle zwei, drei Tage besuchen und speiste mittags und abends mit Frau Duret. Herr Duret erschien nur noch selten auf seinem Besitz. Den Frühling verbrachte er in Paris, in Nizza den Winter. Die Gesellschaft von Valleyres schien sich in diesen sonderbaren Zustand zu fügen.

Endlich kam die Gelegenheit, nach der Frau Lanterle so lange gespäht hatte. Frau Jules Maigret, von ihrer Gicht geplagt, entschloß sich, auf den weiteren Vorsitz im Wohltätigkeitsverein zu verzichten. Diese Stelle war von größter Wichtigkeit. Jene Dame, die sie innehatte, verteilte die Unterstützungen an die bedürftigen Bewohner des Städtchens und erfreute sich dadurch eines beträchtlichen Einflusses. Überdies fand sie sich zu fast täglicher gemeinsamer Arbeit mit dem Herrn Pfarrer, dem geistigen Führer der Gemeinde, berufen.

Erregung ergriff die Vorstandsdamen; Konventikel bildeten sich. Gesondert von den übrigen berieten die »Tugendhaften«. Ihre Kandidatin war Frau Lanterle; der Tag war gekommen, an dem mit ihr die Moral triumphieren sollte. Der andere Kreis scharte sich um Frau Duret. Jede der beiden Damen betonte natürlich ihre Gleichgültigkeit, flehend, sie mit einer so schweren Verantwortung nicht zu belasten. Und jede der beiden bereitete sich indes auf den Kampf vor und vernachlässigte nichts, was zum Erfolg beizutragen vermochte.

Neutral, wie es sich gehört, blieb der Herr Pfarrer. Unter vier Augen versicherte er, jeder der zwei Rivalinnen, daß seine glühenden Wünsche mit ihr seien. Doch in der Tiefe seiner Seele erhoffte er nur die Wahl Frau Durets. Der allzu bekannte Geiz und die unstillbare Herrschsucht von Frau Lanterle machten ihm Angst. Er würde für seine wohltätigen Zwecke die reichlichen Mittel einer freigiebigen, schuldigen Frau Duret verlieren und überdies Gefahr laufen, nicht mehr Herr im eigenen Hause zu sein; alle Angelegenheiten der Wohlfahrt und der Kirche würden der Überwachung durch eine Despotin unterworfen sein, die es bald dahin bringen würde, ihn mit der Hälfte seiner Gemeinde zu verfeinden. Dies waren die Gedanken des Herrn Pfarrers, der mit großer Besorgnis die unleugbaren Fortschritte sah, die die Kandidatur Frau Lanterles verzeichnete. Ihr Name schwebte auf allen Lippen; wie eine geheime Verschwörung, die Tugend zu rehabilitieren, schien ihre Wahl im Städtchen aufgefaßt zu werden.

Da nahm der Herr Pfarrer zu einer schlau eingefädelten Intrigue seine Zuflucht.

Der »Vorwärts« hatte in letzter Zeit die Kirche und die Konservativen in besonders heftiger Weise angegriffen. Die Mitglieder der »Gesellschaft« von Valleyres sahen erzitternd, wie dieses verabscheuungswürdige radikale Blatt mit Drohungen selbst an der bloßen Existenz der höheren Klassen zu rütteln begann und die Ausrottung der Aristokraten – Zierde, Schönheit, Duft der Welt – als sein Programm aufstellte. Der »Vorwärts« bildete für sie eine starre Richtschnur für die Bewertung aller Dinge; was er angriff, war gut, was er verteidigte, hassenswert. Nun, es erschien, eine Woche vor der Wahl, als der Sieg von Frau Lanterle schon so gut wie sicher schien, im »Vorwärts« ein anonymer Artikel, der sich mit der zukünftigen Präsidentin des Wohltätigkeitsvereins befaßte. Der Verfasser geißelte in den schärfsten Ausdrücken die Kandidatur einer nur allzu bekannten Frau, deren Leben eine ständige Herausforderung an die öffentliche Moral bilde und deren Wahl eine Zumutung für die armen Unterstützungsbedürftigen bedeuten würde. Er bezeichnete als einzig würdige Persönlichkeit Frau Rigotard, deren Mann ehrlich arbeite, um seiner Familie das Brot zu verdienen.

Der Artikel erregte Aufsehen. Jeder erkannte, daß Frau Duret gemeint sei. Sollte die Politik sich jetzt sogar in die Angelegenheiten der Wohltätigkeit mengen? Mit einem Schlage war die bevorstehende Wahl zu einer Parteisache geworden. Disziplin und Einigkeit wurden nötig. Und mit dem gleichen Schlage zerrannen die Aussichten für Frau Lanterle. Dieser infame Artikel mußte eine nachdrückliche Antwort finden, und um die Richtigkeit seiner Angriffe zu erweisen, wählten die Vorstandsdamen, als der Tag gekommen war, mit Stimmeneinhelligkeit Frau Duret, geborene von Barthes.

Der Plan war geglückt.

So wurde die große Affäre beigelegt. Die »Tugendhaften« senkten die Waffen. Sie hatten übrigens während der ganzen Zeit der Feindseligkeiten nicht aufgehört, die Einladungen zu Frau Duret anzunehmen; denn das Essen dort war wirklich gut. Nur erwidert hatten sie diese Einladungen nicht – es geht doch nichts über kleine Ersparnisse.

Die Loretys verbrachten jetzt schon das halbe Jahr auf dem Duret'schen Besitz. Sie vertraten hier den Hausherrn, der immer noch abwesend blieb. Nach anderthalb Jahren schenkte Frau Duret abermals einem Kinde das Leben, ihr Gatte war zu dieser Zeit in Nizza. Weder zu der Geburt noch zu der Taufe fand er sich ein, als wollte er betonen, daß er auf die Teilnahme an diesen öffentlichen Feierlichkeiten keinen Wert lege, wenn er nicht von Beginn an zugezogen war. Seine Handlungsweise wurde scharf getadelt. Und auch diesmal fand sich in der Gesellschaft von Valleyres die gleiche erhebende Einstimmigkeit, wie die historische Wahl der Präsidentin sie bewiesen hatte.

Nein, Herr Duret nahm sich wahrlich Dinge heraus, die man selbst einem Original, für das man ihn nachgerade hielt, nicht nachzusehen vermochte. Seine tückische Rachsucht war eines Weltmannes nicht würdig. In welche peinliche Situation brachte sein Verhalten bloß die arme Frau Duret? Konnte man bis zu einem solchen Grade die Pflichten vergessen, die eine bevorzugte Stellung einem auferlegte, den niederen Schichten billigeren Stoff zur Nachrede geben?

Groß war die Entrüstung. Man beklagte Frau Duret, daß sie ihr Leben an das eines so ungeleckten Bären gekettet habe. Die Sympathien aller strömten dieser Frau zu, die von ihrem Manne in so grausamer Weise dem öffentlichen Gerede überliefert wurde. Jeder hielt es für seine Pflicht, ihr in diesen Tagen schmerzlicher Prüfung zur Seite zu stehen, niemals vorher hatte ihr gesellschaftlicher Stern in hellerem Lichte gestrahlt. Dank ihrem Unglück wurde ihre führende Stellung jetzt von allen anerkannt, es begann der triumphierendste Abschnitt ihres Lebens. Als ihr Mann im Sommer nach Hause zurückkehrte, fand er bei seinen Nachbarn nur abweisende Mienen. Man ignorierte ihn, man lud seine Frau allein ein.

Herr Duret verbrachte seine Zeit mit weiten Spaziergängen, auf denen er die Gegend durchstreifte. Wirr standen seine weißgewordenen Haare auf seinem Kopf, sein langer, ungepflegter Bart flatterte im Winde.

So begegnete er mir oft, als ich noch ein kleiner Junge war. Die Buben von Valleyres wichen ihm aus, sobald sie seiner ansichtig wurden. »Das ist ein Wüstling« sprach man zueinander. »In der Fremde führt er ein ausschweifendes Leben, zu Hause aber prügelt er seine Frau, die durch ihn unglücklich ist.«

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