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Kindergeschichten

Louise Anklam: Kindergeschichten - Kapitel 2
Quellenangabe
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typenarrative
authorLouise Anklam
titleKindergeschichten
publisherMeidinger's Jugendschriften Verlag
illustratorO. Gebhardt
correctorreuters@abc.de
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Was der Weihnachtsmann allen fleißigen und artigen Kindern verspricht

Hört, ihr lieben Kinder, recht aufmerksam zu! Ihr wißt alle, welch froher Zeit wir entgegensehen.

Nur wenig Wochen noch, und der herrliche Weihnachtsabend ist wieder da! Nicht wahr, das ist der schönste Abend im ganzen Jahr?

Wißt ihr kleinen Schelme aber auch, was der liebe, heilige Christ von euch verlangt, wenn er euch recht viele schöne Spielsachen bringen soll und alles, was euer kleines Herz erfreut?

Der liebe Gott will, daß ihr euch so vieler Güte wert macht, stets fleißig und folgsam euren lieben Eltern und Lehrern seid, und diese nie durch Unart und Trägheit erzürnt. Er verlangt ferner, daß ihr eure kleinen Herzen reinhaltet von jeder geheimen Sünde. Nie sollt ihr es vergessen, wenn ihr unrecht denkt oder handelt, daß der Vater im Himmel überall ist und alles weiß und sieht. Der liebe Gott kennt eure geheimsten Gedanken, ihn, der euch allezeit beschützt, werdet ihr auch gewiß nie erzürnen und betrüben wollen. Ihr werdet euch immer redlich Mühe geben, recht brav und fleißig zu Hause und in der Schule zu sein. Ihr wißt ja, wie gut eure Eltern und Lehrer zu euch sind, und wieviel Geduld diese mit euch haben. Ihr habt gewiß auch den besten Willen, ihnen recht viele Freude zu machen.

Wenn ihr gute Kinder seid, so hört denn nun auch, was euer aller Freund, der Weihnachtsmann, euch verspricht. Wenn der Schnee auch noch so hohe Berge zusammentreibt, so will er sich doch durcharbeiten, um euch einen prächtigen Weihnachtsbaum mit vielen Lichten, Marzipan und vergoldeten Äpfeln und Nüssen zu bringen. Er verspricht euch schöne Spielsachen und auch Bücher, aus denen ihr lernen sollt, damit ihr kluge und gute Menschen werdet. Alles will der liebe, heilige Christ euch bringen, was euch Freude macht. Von ferne will er dann hören, –denn sehen läßt er sich nun einmal nicht –ob ihr eure Weihnachtsgedichte recht schön gelernt habt: ob ihr Geschwister auch recht verträglich und gefällig miteinander seid; ob ihr alle Gaben recht in Ehren haltet und diese ordentlich verwahrt, oder es macht wie unartige Kinder, die alles umherwerfen und entzweimachen.

Ich kenne ein kleines Mädchen, welches einst eine Arche Noah bekam, und denkt euch, schon am Christabend drehte sie den kleinen Holzfrauen und -männchen die Köpfe ab!

Was meint ihr wohl, was da der Weihnachtsmann tat? –Alles hat er fortgeholt. Als das kleine Mädchen am anderen Morgen aufwachte, waren alle die schönen Sachen verschwunden. –Seht ihr, so geht es, wenn man die hübschen Geschenke zerstört. Später hat die Kleine so etwas nie wieder versucht, sie wurde sogar sehr ordentlich. Darum entging sie auch ferner solcher Strafe und hatte nie wieder einen so traurigen Weihnachtsmorgen zu erleben. –

So, meine lieben Kinderchen, nun habe ich euch genug von dem guten Weihnachtsmann erzählt. Empfangt ihn nun mit Jubel in eurem Hause und in eurem Herzen! Freut euch recht sehr und springt lustig und glücklich herum. Laßt euch alle Näschereien wohlschmecken und gut bekommen. Träumt die ganze Nacht von allen Herrlichkeiten und erwacht am Morgen zu neuer Wonne und frohem Spiel!

Lebt nun alle wohl und beherzigt, was ich euch gesagt habe, damit es immer nur frohe Weihnachtsabende bei euch gibt. –

Nehmt noch einen herzlichen Gruß; der liebe Gott schütze und leite euch auch im neuen Jahr mit seiner Gnade und seiner Vatertreue!

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