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Kinder- und Hausmärchen

Brüder Grimm: Kinder- und Hausmärchen - Kapitel 89
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authorJacob und Wilhelm Grimm
titleKinder- und Hausmärchen
publisherVerlag von Otto Hendel
firstpub1812
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86. Der Fuchs und die Gänse

Der Fuchs kam einmal auf eine Wiese, wo eine Herde schöner fetter Gänse saß, da lachte er und sprach: »Ich komme ja, wie gerufen, ihr sitzt hübsch beisammen, so kann ich eine nach der anderen auffressen.« Die Gänse gackerten vor Schrecken, sprangen auf, fingen an zu jammern und kläglich um ihr Leben zu bitten. Der Fuchs aber wollte auf nichts hören und sprach: »Da ist keine Gnade, ihr müßt sterben.« Endlich nahm sich eine das Herz und sagte: »Sollen wir armen Gänse doch einmal unser jung frisch Leben lassen, so erzeige uns die einzige Gnade und erlaub uns noch ein Gebet, damit wir nicht in unseren Sünden sterben; hernach wollen wir uns auch in eine Reihe stellen, damit du dir immer die fetteste aussuchen kannst.« »Ja,« sagte der Fuchs, »das ist billig und ist eine fromme, Bitte; betet, ich will solange warten.« Also fing die erste ein recht langes Gebet an, immer »ga! ga!« und weil sie gar nicht aufhören wollte, wartete die zweite nicht, bis die Reihe an sie kam, sondern fing auch an »ga! ga!« Die dritte und vierte folgten ihr, und bald gackerten sie alle zusammen. (Und wenn sie ausgebetet haben, soll das Märchen weiter erzählt werden, sie beten aber alleweil noch immer fort.)

* * *

 

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