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Kenelm Chillingly. Zweiter Band

Edward Bulwer-Lytton: Kenelm Chillingly. Zweiter Band - Kapitel 29
Quellenangabe
typefiction
authorEdward Bulwer-Lytton
year1873
firstpub1873
translatorEmil Lehmann
publisherErnst Julius Günther
addressLeipzig
titleKenelm Chillingly. Zweiter Band
created20110327
sendergerd.bouillon@t-online.de
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Fünftes Buch.

Erstes Kapitel.

Zwei Tage nach der im letzten Kapitel des vorigen Buches geschilderten Zusammenkunft zwischen Kenelm und Tom Bowles erfuhr Travers, der zufällig bei Kenelm in dessen Wohnung vorsprach, von seinem Diener, daß Herr Chillingly London allein verlassen und keine Ordre hinterlassen habe, wohin ihm Briefe nachzuschicken seien. Der Diener wußte weder, wohin er gegangen sei, noch wann er zurückkehren werde.

Travers erzählte das beiläufig Cecilia, und sie fühlte sich etwas verletzt, daß er ihr nicht ein Wort über Tom's Besuch geschrieben habe. Sie vermuthete jedoch, daß er gegangen sei, die Somers zu besuchen, und in ein paar Tagen zurückkehren würde. Aber Wochen verflossen, die Saison näherte sich ihrem Ende, 265 ohne daß sie von Kenelm Chillingly etwas gesehen oder gehört hätte. Er war ganz aus der Londoner Welt verschwunden. Er hatte nur seinem Diener eine Zeile geschrieben, worin er ihm befahl, nach Exmundham zu gehen und ihn dort zu erwarten, und hatte eine Anweisung eingelegt, um damit verschiedene Rechnungen zu bezahlen.

Wir müssen jetzt unserem Helden auf seinen sonderbaren Abwegen folgen. Er hatte seine Wohnung bei Tagesanbruch, lange ehe sein Diener aufgestanden war, mit seinem Ränzel und seinem kleinen Koffer verlassen. In diesen hatte er außer einigen Kleidungsstücken, von denen er glaubte, daß er ihrer möglicherweise bedürfen würde und für die in seinem Ränzel kein Platz war, einige Lieblingsbücher gelegt. Mit diesem Gepäck fuhr er in einem Miethwagen nach der Vauxhall Station, gab seinen Koffer zur Beförderung nach Moleswick auf und ging mit seinem Ränzel auf dem Rücken langsam durch die schläfrigen Vorstädte, die sich weit in die Landschaft hinauserstreckten, ehe er unter dem Eindruck einiger Spuren ländlicher Cultur auf beiden Seiten der Landstraße freier aufathmen konnte. Außerhalb des Bereichs der hauptstädtischen Einflüsse fühlte er sich aber erst, als er die Dächer und Bäume des anmuthigen Richmond schon weiter 266 hinter sich gelassen hatte. Als er in einem kleinen Wirthshause, wo er eingekehrt war, um zu frühstücken, fand, daß es einen Weg längs der Felder mit dem Blick auf den Fluß gebe, auf welchem er seinen Bestimmungsort erreichen könne, verließ er die Landstraße, durchwanderte einen der lieblichsten Districte in einer unserer lieblichsten Grafschaften und gelangte gegen Mittag nach Moleswick. 267

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