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Katharina von Medici

Honoré de Balzac: Katharina von Medici - Kapitel 11
Quellenangabe
typenovelette
authorHonoré de Balzac
titleKatharina von Medici
publisherDiogenes
yearo.J.
isbn3257204809
translatorPaul Hansmann
correctorreuters@abc.de
secondcorrectorgerd.bouillon@t-online.de
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Als die beiden lothringischen Fürsten den Hof in das Schloß von Amboise brachten, rechneten sie nicht damit, dort das Haupt der reformierten Partei, den Prinzen von Condé, zu sehen, den sie den König dorthin hatten entbieten lassen, um ihm eine Falle zu stellen. Als Vasall der Krone und als Prinz von Geblüt mußte Condé des Königs Befehlen Folge leisten. Wenn er nicht nach Amboise kam, war das ein Lehnsfrevel. Wenn er sich aber dorthin verfügte, lieferte er sich der Krone aus. In diesem Momente nun waren Krone, Conseil, Hof, alle Mächte in des Herzogs von Guise und in des Kardinals von Lothringen Händen vereinigt. Der Prinz von Condé zeigte bei dieser so kitzligen Konjunktur jenen listigen und entschlossenen Geist, der ihn zu Johanna d'Albrets würdigem Dolmetscher und zum herzhaften General der Reformierten machte. Er reiste im Nachtrabe der Verschworenen nach Vendôme, um sie im Falle eines Erfolges zu unterstützen. Als dies erste zu den Waffen Greifen durch das kurze Scharmützel beendigt ward, wobei die Blüte des von Calvin verwirrten Adels umkam, langte der Prinz im Gefolge von fünfzig Edelleuten am nämlichen Morgen nach dieser Affäre, welche die kluge Politik der Lothringer den Tumult von Amboise nannte, im Schlosse von Amboise an. Sowie die Lothringer von des Prinzen Ankunft hörten, sandten sie ihm den Marschall von Saint-André in Begleitung von hundert Mann entgegen. Als der Béarnaiser und seine Schar am Schloßtor anlangten, verweigerte der Marschall des Prinzen Edelleuten den Eintritt.

»Ihr dürft nur allein eintreten, gnädiger Herr«, sagten der Kanzler Olivier, der Kardinal von Tournon und Birago, die sich vor dem Fallgatter befanden, zum Prinzen.

»Und warum?«

»Ihr seid des Lehnfrevels verdächtig«, antwortete ihm der Kanzler.

In diesem Augenblick sah der Prinz sein Gefolge von dem Herzog von Nemours eingekreist. Ruhig entgegnete er:

»Wenn es sich so verhält, werd' ich allein zu meinem Vetter hineingehen und ihm meine Unschuld beweisen.«

Er saß ab, plauderte mit vollkommener geistiger Freiheit mit Birago, dem Kardinal von Tournon, dem Kanzler Olivier und dem Herzoge von Nemours, die er nach den Einzelheiten des Tumultes fragte.

»Gnädiger Herr,« sagte der Herzog von Nemours, »die Rebellen unterhielten geheime Verbindungen in Amboise. Der Hauptmann Lanoue hatte bewaffnete Männer hineingebracht, die ihnen dies Tor öffneten. Sie sind eingedrungen und hier die Herren gewesen . . .«

»Das heißt, Ihr habt ihnen einen Sack aufgemacht«, antwortete der Prinz, Birago anblickend.

»Wenn sie durch den Angriff unterstützt worden wären, den Hauptmann Chaudieu, des Pariser Predigers Bruder, auf das Tor Bons-Hommes machen sollte, würde der Erfolg auf ihrer Seite gewesen sein«, antwortete der Herzog von Nemours; »aber der Stellung nach, die der Herzog von Guise mich einnehmen ließ, mußte Hauptmann Chaudieu, um Kampf zu vermeiden, mich umgehen. Statt wie die anderen um Mitternacht anzukommen, langte der Rebell erst mit der Morgendämmerung in dem Momente an, wo des Königs Truppen den in die Stadt gedrungenen Rebellen den Garaus machten.«

»Und Ihr hattet ein Reservekorps, um das Tor zu gewinnen, welches ihnen überlassen worden war?«

»Der Herr Marschall von Saint-André befand sich dort mit fünftausend Bewaffneten.«

Der Prinz spendete diesen militärischen Maßnahmen das größte Lob.

»Um also vorzugehen,« erklärte er endigend, »mußte der Reichsverweser die Geheimnisse der Reformierten kennen. Die Leute sind zweifelsohne verraten worden.«

Man ging immer härter gegen den Prinzen vor. Denn nachdem man ihn von den Seinigen getrennt hatte, als er ins Schloß einziehen wollte, versperrten der Kardinal und der Kanzler ihm den Weg, als er sich der Treppe zuwandte, die nach des Königs Gemächern führte.

»Vom Könige sind wir beauftragt worden, gnädiger Herr, Euch nach Euren Gemächern zu geleiten.«

»Gefangener bin ich also?«

»Wenn das des Königs Absicht wäre, würdet Ihr nicht von einem Kirchenfürsten und mir begleitet werden«, sagte der Kanzler.

Die beiden Herren führten den Prinzen in ein Gemach, wo ihm Wachen, angeblich eine Ehrenwache, gegeben wurde. Dort blieb er, ohne einige Stunden über jemanden bei sich zu sehen. Von seinem Fenster aus schaute er über die Loire und die Gefilde hinweg, die von Amboise bis Tour ein so schönes Becken bilden. Und er dachte über seine Lage nach und fragte sich, was die Lothringer wohl wagen möchten wider seine Person zu unternehmen, als er die Tür seines Zimmers sich öffnen hörte und Chicot, des Königs Narren, eintreten sah. Der hatte ihm einst angehört.

»Es heißt, du wärest in Ungnade«, sagte der Prinz zu ihm.

»Ihr könnt Euch nicht denken, wie vernünftig der Hof seit dem Tode König Heinrichs des Zweiten geworden ist.«

»Doch will der König ja sehr gern lachen.«

»Welcher? Franz der Zweite oder Franz von Lothringen?«

»Du fürchtest also den Herzog nicht, da du so redest?«

»Deswegen wird er mich nicht züchtigen, gnädiger Herr«, antwortete Chicot lächelnd.

»Und wem verdanke ich die Ehre deines Besuches?«

»He, kommt der Euch nicht von Rechts wegen nach Eurer Ankunft zu? Ich bringe Euch meine Schellenkappe und meine Pritsche.«

»Ich kann doch nicht ausgehen?«

»Versuchts!«

»Und wenn ich hinausgehe?«

»Werd ich sagen, daß Ihr das Spiel gewonnen habt, indem Ihr regelwidrig spieltet.«

»Chicot, du jagst mir Angst ein . . . Bist du denn von irgend jemandem geschickt worden, der Anteil an mir nimmt?«

»Ja«, nickte Chicot.

Er näherte sich dem Prinzen und machte ihm begreiflich, daß sie beobachtet und belauscht würden.

»Was hast du mir also zu sagen?« forschte der Prinz von Condé.

»Mut allein kann Euch aus der Affäre ziehen, und das läßt Euch die Königin-Mutter sagen«, erklärte der Narr, der dem Prinzen seine Worte unvermerkt ins Ohr flüsterte.

»Sag denen, die dich schicken«, antwortete der Prinz, »daß ich, wenn ich mir irgend etwas vorzuwerfen oder irgend etwas zu befürchten hätte, nicht ins Schloß gekommen wäre.«

»Diese wackre Antwort will ich schnell überbringen«, schrie der Narr.

Zwei Stunden später, um ein Uhr nachmittags, vor des Königs Mittagsmahle erschienen der Kanzler und der Kardinal von Tournon und holten den Prinzen ab, um ihn Franz dem Zweiten in der großen Galerie vorzustellen, wo man Conseil abgehalten hatte. Dort, vor versammeltem Hofe spielte der Prinz von Condé den Erstaunten. Er wunderte sich über die Kälte, welche ihm der kleine König bezeigte, und fragte ihn nach der Ursache.

»Man klagt Euch an, mein Vetter,« sagte die Königin-Mutter streng, »Euch an der Verschwörung der Reformierten beteiligt zu haben, und Ihr müßt Euch als einen treuen Untertanen und guten Katholiken bezeigen, wenn Ihr des Königs Zorn nicht auf Euer Haupt lenken wollt.«

Inmitten tiefsten Schweigens hatte Katharina diese Worte gesagt; dann reichte sie dem König, ihrem Sohn, den Arm. Der Herzog von Orleans stand ihr zur Linken. Als der Prinz diese Worte hörte, fuhr er drei Schritte zurück, legte mit einer Bewegung voller Kühnheit die Hand an seinen Degen und sah alle Personen, die um ihn herum standen, an.

»Die das gesagt haben, Madame,« schrie er mit erregter Stimme, »haben frech gelogen.«

Er schleuderte seinen Handschuh vor des Königs Füße und sagte:

»Wer solcher Verleumdung das Wort reden will, möge sich hervorwagen!«

Der ganze Hof bebte, als man den Herzog von Guise seinen Platz verlassen sah.

Doch statt, wie man meinte, den Handschuh aufzuraffen, trat er auf den unerschrockenen Buckligen zu.

»Wenn Ihr eines Sekundanten bedürft, mein Prinz, so erweist mir die Ehre und nehmt mich als solchen an«, sagte er; »ich stehe für Euch ein, und Ihr werdet den Reformierten beweisen, wie sehr sie sich täuschen, wenn sie Euch zum Führer nehmen wollen . . .«

Der Prinz war gezwungen, dem Reichsverweser die Hand hinzustrecken. Chicot hob den Handschuh auf und gab ihn Herrn von Condé zurück.

»Lieber Vetter,« erklärte der kleine König, »Euren Degen sollt Ihr nur zur Verteidigung der Krone ziehen; kommet zum Essen.«

Ganz überrascht über seines Bruders Tun führte der Kardinal von Lothringen Franz von Guise in ihre Gemächer.

Der Prinz von Condé war der schwersten Gefahr entronnen; er reichte der Königin Maria Stuart die Hand, um sich in den Speisesaal zu begeben; indem er der jungen Königin Schmeicheleien sagte, forschte er nach, welche Falle ihm in diesem Augenblicke des Balafré Politik stellte. Der Prinz mochte sich noch so sehr den Kopf darüber zerbrechen, des Lothringers Plan erriet er erst, als die Königin Maria ihn ihm entdeckte.

»Schade war es gewesen«, sagte sie lachend zu ihm, »einen so geistreichen Kopf fallen zu sehen. Gesteht, mein Oheim ist doch sehr edelmütig.«

»Ja, Madame, mein Kopf ist nur etwas wert, solange er auf meinen Schultern sitzt, wenn auch die eine merklich viel dicker ist als die andere. Edelmut bei Eurem Oheim? War das nicht ein allzu wohlfeil gekauftes Verdienst? Meint Ihr, es sei so leicht, einem Prinzen von Geblüt den Prozeß zu machen?«

»Es ist noch nicht alles zu Ende«, erwiderte sie. »Erst wollen wir sehen, wie Ihr Euch bei der Hinrichtung der mit Euch befreundeten Edelleute benehmen werdet. Der Conseil hat beschlossen, das größte Gepränge dabei zu entfalten.«

»Ich werde tun,« sagte der Prinz, »was der König tun wird.«

»Der König, die Königin-Mutter und ich selber werden ihr mit dem gesamten Hofe und den Gesandten allen beiwohnen . . .«

»Ein Fest also? . . .« sagte der Prinz ironisch.

»Mehr als das,« erwiderte die junge Königin, »ein Glaubensakt, eine Handlung von hoher Politik. Es handelt sich darum, die Edelleute Frankreichs der Krone zu unterwerfen und ihnen ein für allemal den Geschmack an Aufruhr und Kabalen zu nehmen.«

»Indem Ihr ihnen solche Gefahren zeigt, werdet Ihr ihnen den kriegerischen Mut nicht rauben, Madame; bei solchem Spiele setzt Ihr die Krone selber aufs Spiel . . .« antwortete der Prinz.

Am Ende dieses ziemlich feierlichen Mittagmahles hatte die Königin Maria den traurigen Mut, öffentlich die Unterhaltung auf den Prozeß zu lenken, den man in diesem Momente den Edelleuten machte, die mit den Waffen in der Hand festgenommen worden waren. Sie sprach, wie nötig es wäre, ihre Hinrichtung mit größtem Gepränge vornehmen zu lassen.

»Genügt es dem Könige von Frankreich nicht, Madame,« äußerte Franz der Zweite, »zu wissen, daß so vieler tapferer Edelleute Blut dahinfließen wird? Muß man einen Triumph daraus machen?«

»Nein, Sire, aber ein Beispiel«, antwortete Katharina.

»Euer Großvater und Euer Vater hatten die Gewohnheit, der Verbrennung der Ketzer beizuwohnen«, erklärte Maria Stuart.

»Die Könige, die vor mir regierten, handelten nach ihrem Belieben, und ich will nach meinem handeln«, antwortete der König.

»Philipp der Zweite,« fuhr Katharina fort, »der gewißlich ein großer Monarch ist, ließ neulich, als er in den Niederlanden weilte, einen Glaubensakt bis auf seine Rückkehr nach Valladolid verschieben.«

»Was haltet Ihr davon, mein Vetter?« sagte der König zum Prinzen von Condé.

»Sire, Ihr werdet Euch nicht davon dispensieren können, der Nuntius des Papstes und die Gesandten sind zugegen. In dem Augenblicke, wo Damen dabei sind, werd' ich selber gern daran teilnehmen . . .« Auf Katharina von Medicis Blick hin hatte der Prinz von Condé tapfer seinen Entschluß gefaßt.

Während der Prinz von Condé ins Schloß von Amboise einritt, langte der Kürschner der beiden Königinnen dort ebenfalls aus Paris an; herbeigelockt hatte ihn die Unruhe, in welche die Ereignisse des Tumultes seine und Lalliers Familie versetzten. Als der Alte sich am Schloßtore zeigte, antwortete ihm der Hauptmann bei dem Worte: Kürschner der Königin:

»Wenn du gehängt werden willst, wackerer Mann, brauchst du nur den Fuß in den Hof zu setzen.«

Als er solche Worte hörte, ließ sich der verzweifelte Vater einige Schritte davon auf einer Schranke nieder und wartete, daß ein Diener einer der beiden Königinnen oder irgendeine Frau vorübergehen würde, um etwelche Nachricht über seinen Sohn zu erhaschen. Den ganzen langen Tag aber harrte er dort, ohne einen Bekannten zu erblicken; dann sah er sich genötigt, in die Stadt hinunterzugehen, wo er sich, nicht ohne Mühe, in einem Gasthofe an dem Platze einmietete, wo die Hinrichtungen vor sich gehen sollten. Er sah sich gezwungen täglich einen Taler zu bezahlen, um ein Zimmer zu bewohnen, dessen Fenster auf den Platz ging. Folgenden Tags besaß er den Mut, von seinem Fenster aus der Hinrichtung der Begünstiger der Rebellion beizuwohnen, welche als Leute geringen Standes verurteilt worden waren, gerädert oder gehängt zu werden. Der Syndikus der Kürschnerbruderschaft war sehr glücklich, seinen Sohn nicht unter den Delinquenten zu sehen. Als die Hinrichtung zu Ende war, stellte er sich dem Gerichtsschreiber in den Weg. Nachdem er seinen Namen genannt und ihm eine Börse voller Goldstücke in die Hand gedrückt hatte, bat er ihn, nachzuforschen, ob bei den drei vorhergehenden Hinrichtungen einer namens Christoph Lecamus dabeigewesen wäre. Gerührt durch das Gebaren und den Tonfall dieses verzweifelten Vaters nahm der Schreiber ihn mit sich in seine Behausung. Nach sorgfältiger Nachforschung gab er dem Greise die Versicherung, daß besagter Christoph sich weder unter den bisher vom Leben zum Tode Gebrachten, noch unter denen befände, die an den folgenden Tagen den Tod erleiden sollten.

»Mein lieber Meister,« sagte der Gerichtsschreiber zum Syndikus, »das Parlament ist jetzt mit dem Prozesse der in die Angelegenheit verwickelten Edelleute und der hauptsächlichen Anführer beschäftigt. So wird Euer Sohn vielleicht in den Schloßgefängnissen festgehalten und für die glänzende Hinrichtung aufgespart, welche unsere gnädigen Herren, der Herzog von Guise und der Kardinal von Lothringen, vorbereiten. Siebenundzwanzig Baronen, elf Grafen und sieben Markgrafen, im ganzen fünfzig Edelleuten oder Häuptern der Reformation muß man den Kopf abschneiden. Da das Gericht der Grafschaft Tourraine nichts mit dem Pariser Parlamente zu schaffen hat, so sucht, wenn Ihr durchaus Nachrichten über Euren Sohn haben wollt, zu dem gnädigen Herrn Kanzler Olivier zu gelangen, der bei dem Prozesse auf des Reichsverwesers Geheiß in hervorragender Weise die Hand im Spiele hat.«

Dreimal ging der arme Greis zum Kanzler und stellte sich im Hofe mit einer Unzahl von Leuten an, die für ihre Verwandten ein gutes Wort einlegen wollten. Da aber die titulierten Herrschaften den Bürgerlichen vorgingen, mußte er notgedrungen darauf verzichten, den Kanzler zu sprechen. Er sah ihn aber mehrere Male, als er seine Behausung verließ, um sich zu der vom Parlament ernannten Kommission inmitten einer Gasse von Bittstellern, welche die Wachen zurückhielten, um ihm freie Bahn zu schaffen, ins Schloß zu begeben. Es war eine schrecklich verzweifelte Szene, denn es befanden sich unter den Bittstellern Frauen, Töchter oder Mütter, ja ganze in Tränen aufgelöste Familien. Der alte Lecamus verteilte viel Gold unter die Schloßdiener, indem er sie bat, Briefe zu übergeben, die er, sei es an die Dayelle, der Königin Maria Kammerfrau, sei es an die der Königin-Mutter schrieb; die Dienerschaft aber nahm wohl des Biedermanns Taler, lieferte aber dem Geheiß des Kardinals gemäß die Briefe an den Generalprofoß des Hofes aus.

Indem sie eine unerhörte Grausamkeit obwalten ließen, mußten die lothringischen Fürsten Racheakte befürchten; daher ließen sie niemals strengere Vorsichtsmaßregeln treffen als während des Aufenthalts des Hofes zu Amboise, so daß weder die tatkräftigste Bestechung, nämlich die mit Gold, noch die wirksamsten Schritte, die der Syndikus der Kürschnergilde tat, ihm Aufklärungen über seines Sohnes Schicksal zu verschaffen vermochten. Mit düsterer Miene irrte er durch die kleine Stadt und erblickte forschend die riesigen Vorbereitungen, welche der Kardinal für das furchtbare Schauspiel, dem der Prinz von Condé beiwohnen sollte, treffen ließ. Man stachelte damals die öffentliche Neugier von Nantes bis Paris durch Mittel auf, welche zu jenen Zeiten üblich waren. Die Hinrichtung ward von allen Predigern und Pfarrern von der Kanzel aus gleichzeitig mit dem Siege des Königs über die Ketzer verkündigt. Drei elegante Tribünen, wovon die mittlere noch prächtiger zu werden schien als die anderen, wurden an die Plattform des Amboiser Schlosses angebaut, zu dessen Füßen die Hinrichtung vollzogen werden sollte. Um diesen Platz herum führte man aus Planken Stufentritte auf, die von einer ungeheuren Menschenmenge eingenommen werden sollten, welche durch die Feierlichkeit, die man diesem Glaubensakte zu geben wußte, herbeigelockt ward. Etwa zehntausend Menschen kampierten im Freien in der Nacht vor dem Tage, an welchem dies schreckliche Schauspiel statthatte.

Die Dächer waren mit Menschen besät und für die Fenster zahlte man bis zu zehn Talern, eine für jene Zeit riesige Summe. Wie man sich wohl denken kann, hatte der arme Vater einen der besten Plätze, um das Theater zu überschauen, worauf soviele Edelleute endigen sollten und in dessen Mitte er ein mit schwarzem Tuch beschlagenes Blutgerüst aufgebaut werden sah. Am Morgen des verhängnisvollen Tages brachte man den Eselskopf dorthin – so nannte man den Klotz, auf den der Verurteilte kniend seinen Kopf legen mußte – und einen schwarzverhängten Sessel für den Parlamentsschreiber, der die Edelleute aufrufen und ihnen ihr Urteil vorlesen mußte. Der Umkreis ward seit frühstem Morgen von der Schottländerkompagnie und von den Gendarmen des königlichen Hauses bewacht, die verhüten sollten, daß die Menge den Platz vor der Hinrichtung überschwemmte.

Nach einer in den Stadtkirchen und im Schlosse gelesenen feierlichen Messe führte man die Edelleute herbei, die letzten, die von allen Verschworenen übriggeblieben waren. Einige davon hatten die Tortur erlitten. Man vereinigte sie am Fuße des Blutgerüsts; Mönche leisteten ihnen Beistand und versuchten sie den Calvinischen Lehren abwendig zu machen. Keiner der Edelleute aber hörte auf die Stimmen dieser Männer, die ihnen der Kardinal von Lothringen zugesellt hatte. Unter ihnen fürchteten die Edelleute zweifelsohne lothringische Spione zu finden. Um sich von den Verfolgungen ihrer Widersacher freizumachen, stimmten sie einen von Clemens Marot in französische Verse übertragenen Psalm an. Bekanntlich hatte Calvin angeordnet, in jeder Landessprache zu Gott zu beten; dies war ebensosehr eine Vernunftsmaßnahme als ein Angriff auf den römischen Kult. Ein rührendes Zusammentreffen war es für alle die, welche diese Edelleute in der Menschenmenge beklagten, als sie im Augenblicke, wo der Hof anlangte, von ihnen folgenden Vers intonieren hörten:

Gott des Himmels, Herr der Gnaden,
Schenk uns deines Segens Fülle,
Laß in deinem Glanz uns baden,
Uns mit Güte lind umhülle.

Alle Blicke der Reformierten richteten sich auf ihr Oberhaupt, den Prinzen von Condé, welchen man absichtlich zwischen die Königin Maria und den Herzog von Orleans gesetzt hatte. Die Königin Katharina befand sich bei ihrem Sohne und hatte den Kardinal zu ihrer Linken. Des Papstes Nuntius stand aufrecht hinter den Königinnen. Der Reichsverweser war hoch zu Rosse unter der Estrade mit den beiden Marschallen von Frankreich und seinen Hauptleuten.

Als der Prinz von Condé erschien, zogen alle Edelleute, die enthauptet werden sollten und ihn kannten, ihren Hut. Der unerschrockene Bucklige erwiderte ihren Gruß.

»Leuten gegenüber, die sterben sollen, nicht höflich sein, ist ein schwierig Ding«, sagte er zum Herzoge von Orleans.

Die beiden Tribünen füllten sich mit Eingeladenen, Höflingen und Personen des Hofdienstes. Es waren die Leute des Schlosses von Blois, die so von einem Feste zur Hinrichtung eilten, wie sie später von den Hofvergnügungen in die Gefahren des Krieges mit einer Leichtfertigkeit stürmten, die von Fremden stets für eine der Triebfedern der Politik in Frankreich gehalten werden wird.

Der arme Syndikus der Pariser Kürschner verspürte die lebhafteste Freude, als er seinen Sohn nicht unter den fünfzig zum Tode verurteilten Edelleuten erblickte.

Auf des Herzogs von Guise Zeichen rief der auf dem Schafott sitzende Gerichtsschreiber sofort mit weithallender Stimme:

»Johann Ludwig Alberich, Baron von Raunay, Ihr seid schuldig der Ketzerei, des Verbrechens der Majestätsbeleidigung und des Angriffs mit bewaffneter Hand wider des Königs Person.«

Ein schöner hochgewachsener Mann stieg sicheren Fußes auf das Blutgerüst, grüßte Volk und Hof und sagte:

»Das Urteil lügt; bewaffnet hab ich mich, um den König von seinen Feinden, den Lothringern, zu befreien!«

Er legte seinen Kopf auf den Block. Der Kopf fiel. Die Reformierten sangen:

»Deine Blicke auf uns ruhten,
Prüfend unsres Glaubens Wahrheit,
Und wie Gold in Feuersgluten,
Läutertest du uns zur Klarheit.«

»Robert Johann Rainer Briquemaut, Graf von Villemongis, Ihr seid schuldig des Hochverrats und des Attentats wider die Person des Königs«, schrie der Schreiber.

Der Graf benetzte seine Hände mit des Barons von Raunay Blute und sagte:

»Möge dies Blut über die wirklichen Schuldigen kommen.«

Die Reformierten sangen:

»Ach, in unsrer Feinde Schlingen
Fielen wir und sind gefangen,
Deine Netze uns umringen
Und umschnüren uns viel Bangen.«

»Das müsset Ihr schon zugeben, Herr Nuntius,« sagte der Prinz von Condé, »wenn französische Edelleute zu konspirieren wissen, dann wissen sie auch zu sterben.«

»Welche Fülle des Hasses, mein Bruder,« äußerte die Herzogin von Guise dem Kardinal von Lothringen gegenüber, »lenkt Ihr auf unserer Kinder Haupt.«

»Von diesem Schauspiel wird mir übel«, erklärte der junge König, der angesichts des verspritzten Blutes erbleichte.

»Bah! Rebellen! . . .« sagte Katharina von Medici. Immerfort hörte man Gesänge und immerfort wütete das Beil.

Das erhabene Schauspiel von Leuten, die singend in den Tod gingen, und vor allem der Eindruck, welchen der immer dünner werdende Gesang auf die Menge machte, siegte über die Furcht, welche die Lothringer einflößten.

»Gnade!« schrie das Volk wie mit einer Stimme, als man nur mehr die schwachen Töne eines Edelmannes hörte. Es war der vornehmste von allen, den man für den letzten Hieb aufgespart hatte.

Er stand allein am Fuße der Treppe, auf der man zum Blutgerüst hinaufstieg und sang:

»Gott des Himmels, Herr der Gnaden,
Schenk uns deines Segens Fülle,
Laß in deinem Glanz uns baden,
Uns mit Güte lind umhülle.«

»Heda, Herzog von Nemours,« rief der Prinz von Condé, der seiner Rolle müde war, »haltet Ihr, dem man den guten Ausgang des Scharmützels verdankt und mit dessen Hilfe man all die Leute hier festnahm, Euch nicht für verpflichtet, für den da um Gnade zu bitten? Castelnau ist's, der, wie man mir sagte, Euer Wort empfing, höfisch behandelt zu werden, wenn er sich ergäbe . . .«

»Hab' ich denn mit seiner Rettung gewartet, bis er dort steht?« schrie der Herzog von Nemours, den dieser harte Vorwurf wie eine Ohrfeige traf. Langsam und zweifellos absichtlich langsam las der Schreiber:

»Michel Johann Ludwig Baron von Castelnau-Chalosse, angeklagt und überführt des Hochverrats und des Attentats gegen des Königs Person.«

»Nein,« sagte Castelnau stolz, »es kann kein Verbrechen sein, wenn man sich der Tyrannei und der von den Guisen geplanten Usurpation widersetzt!«

Der müde Scharfrichter, welcher einige Bewegung auf der Tribüne sah, machte sich an seinem Beile zu schaffen.

»Herr Baron,« flüsterte er, »ich möchte Euch nicht leiden lassen und ein Augenblick mehr kann Euch retten.«

Das ganze Volk schrie von neuem:

»Gnade!«

»Los denn,« sagte der König, »Gnade für den armen Castelnau, der den Herzog von Orleans rettete.«

Absichtlich mißverstand der Kardinal das Wort: los denn. Er gab dem Scharfrichter ein Zeichen, so daß Castelnaus Kopf in dem Augenblicke herunterflog, als der König ihn begnadigte.

»Der, Kardinal, geht auf Eure Rechnung«, sagte Katharina.

Am Morgen nach diesen schrecklichen Hinrichtungsszenen reiste der Prinz von Condé nach Navarra.

Diese Angelegenheit erregte größtes Aufsehen in Frankreich und an allen fremden Höfen. Die Ströme edlen Blutes aber, die damals vergossen wurden, verursachten dem Kanzler Olivier einen so großen Schmerz, daß dieser würdige Beamte, endlich das Ziel bemerkend, das sich die Guisen unter dem Vorwande, Thron und Religion zu verteidigen, gesteckt hatten, sich nicht mehr stark genug fühlte, ihnen die Wage zu halten. Wiewohl er ihre Kreatur war, wollte er ihnen nicht sowohl Pflicht wie Monarchie opfern; er zog sich von den öffentlichen Angelegenheiten zurück, indem er ihnen l'Hôpital als seinen Nachfolger bezeichnete. Als Katharina Oliviers Wahl hörte, schlug sie Birago als Kanzler vor und setzte sich mit größtem Eifer für seine Erwählung ein. Der Kardinal, dem der Umstand des von l'Hôpital an Katharina geschriebenen Billetts unbekannt war und ihn stets für treu dem Hause Lothringen ergeben hielt, machte ihn zu Biragos Konkurrenten und die Königin-Mutter ließ sich scheinbar imponieren. Sofort nach seinem Amtsantritt traf l'Hôpital Maßnahmen gegen die Inquisition, die der Kardinal von Lothringen in Frankreich einzuführen gedachte, und durchkreuzte alle antigallikanischen und politischen Bestrebungen der Guisen so gut, bewies sich als einen so guten Franzosen, daß man ihn, um ihn mit Gewalt zur Vernunft zu bringen, drei Monde nach seiner Ernennung auf seine Besitzung Vignay bei Estampes verbannen mußte.

Voller Ungeduld wartete der Biedermann Lecamus darauf, daß der Hof Amboise verließe, denn er hatte weder Gelegenheit finden können mit der Königin Maria noch mit der Königin Katharina zu sprechen. Er gedachte sich dem Hof in dem Augenblicke in den Weg zu stellen, wo er den Flußdamm entlang reisen würde, um nach Blois zurückzukehren. Der Syndikus verkleidete sich auf die Gefahr hin, als Spion festgenommen zu werden, als Bettler, und dank dieser Vermummung konnte er sich unter die Unglücklichen mischen, die sich längs des Weges hielten. Nach des Prinzen von Condé Abreise glaubten Herzog und Kardinal den Reformierten Schweigen auferlegt zu haben und ließen der Königin-Mutter ein bißchen mehr Freiheit. Lecamus wußte, daß Katharina, anstatt in einer Sänfte zu reisen, lieber auf einen Tritt zu Pferde stieg; das war der Name, den man damals einem von oder für Katharina von Medici erfundenen Steigbügel gab, die einer Beinverletzung wegen ihre Füße auf eine Art Packsattel von Sammet stützte, indem sie sich seitlich auf den Pferderücken setzte und ein Bein in einem bogenförmigen Ausschnitt des Sattels unterbrachte. Da die Königin sehr schöne Beine hatte, sagte man ihr nach, diese Mode erfunden zu haben, um die zu zeigen. Der Greis konnte also vor Katharina von Medicis Augen treten; sobald sie ihn aber erkannte, schien es, als ob sie in Zorn gerate.

»Entfernt Euch von hier, guter Mann, und daß man Euch nicht mit mir reden sieht«, sagte sie mit einer gewissen Angst zu ihm. »Lasset Euch von der Pariser Gilde zum Deputierten bei den Generalständen ernennen, und seid bei der Versammlung zu Orleans für mich, dann sollt Ihr wissen, was sich für Euren Sohn tun läßt . . .«

»Lebt er noch?« fragte der Greis.

»Ach,« seufzte die Königin, »ich hoffe es.«

Lecamus sah sich genötigt mit diesem traurigen Wort und dem Geheimnis von der Berufung der Generalstände, das die Königin ihm eben anvertraut hatte, nach Paris zurückzukehren.

Vor einigen Tagen hatte der Kardinal Denunziationen über die Straffälligkeit des Hofes von Navarra erhalten. Zu Lyon, zu Mouvans in der Dauphiné hatten von dem unternehmungslustigsten Prinzen des Hauses Bourbon befehligte Protestanten die Bevölkerungen aufzuwiegeln gesucht. Diese Kühnheit nach den blutigen Amboiser Bestrafungen setzte die lothringischen Fürsten in Erstaunen. Um nun der Ketzerei mit Mitteln, deren Geheimnis von ihnen gewahrt wurde, ein Ende zu machen, schlugen sie vor, die Generalstände in Orleans zusammenzurufen. Mit Freuden hatte Katharina von Medici, die in der Volksvertretung eine Stütze für ihre Politik erblickte, dareingewilligt. Der Kardinal wollte seine Beute wieder fassen und das Haus Bourbon niederschlagen und rief die Stände nur zusammen, um den Prinzen von Condé und den König von Navarra, Anton von Bourbon, Heinrichs des Vierten Vater, dorthin kommen zu lassen. Dann wollte er sich Christophs bedienen, um den Prinzen, wenn es ihm nochmals gelänge, ihn in des Königs Gewalt zu bringen, des Hochverrats zu überführen.

Nachdem er zwei Monde im Gefängnis zu Blois verbracht, ward Christoph eines schönen Morgens in einer Sänfte, auf einem Bette liegend, in ein Fahrboot gebracht und fuhr nach Orleans hinauf, wohin ihn ein Westwind trieb. Dort kam er am Abend an und wurde in den berühmten Saint-Aignanturm gebracht. Christoph, der nicht wußte, was er von einer solchen Überführung zu halten hatte, war genügend Zeit geblieben, um über seine Aufführung und seine Zukunft nachzudenken. Dort blieb er zwei weitere Monate auf seiner elenden Matratze, ohne die Beine rühren zu können. Ihre Knochen waren gebrochen. Als er den Beistand eines Chirurgen der Stadt verlangte, antwortete ihm der Kerkermeister, daß die Befehle, wie er sich ihm gegenüber zu verhalten habe, so streng seien, daß er nicht einmal die Sorge, ihm Nahrungsmittel zu bringen, jemand anderem überlassen könne. Diese Strenge – man wollte damit bewirken, daß niemand etwas von seinem Verbleib erführe – setzte Christoph in Erstaunen: er konnte sich nur denken, daß man ihn hängen oder freilassen könnte; die Amboiser Ereignisse waren ihm gänzlich unbekannt.

Trotz der heimlichen Aufforderungen, zu Hause zu bleiben, die Katharina von Medici ihnen zukommen ließ, waren die beiden Häupter des Hauses Bourbon zu dem Entschlusse gelangt, sich zu den Ständen zu begeben, solche Sicherheit hatten die handschriftlichen Briefe des Königs in ihnen erweckt. Und als der Hof sich in Orleans einrichtete, erfuhr man, nicht ohne Erstaunen, von Groslot, dem Kanzler von Navarra, der Fürsten Ankunft.

Franz der Zweite ließ sich im geräumigen Hause des Kanzlers von Navarra nieder, der auch Schultheiß von Orleans war. Dieser Groslot, dessen Doppelstellung eine der Wunderlichkeiten jener Zeit war, wo die Reformierten Abteien besaßen, Groslot, der, wie Jacques Coeur der Finanzmann von Bourges, der von Orleans war, einer der reichsten Bürgerlichen jener Epoche, hinterließ seinem Hause nicht einmal den Namen. Später wurde es die Ballei genannt, denn zweifelsohne ward es von den Erben entweder an die Krone oder die Provinz verschachert, die das Gericht darin unterbrachte. Diesen reizvollen Bau verdankt man dem Bürgertum des sechzehnten Jahrhunderts. Er vervollständigt so gut die Geschichte jener Zeit, wo der König, der Adel und das Bürgertum in Anmut, Gefälligkeit und Reichtum der Bauten ihrer Behausung wetteiferten. Beweise davon sind Varangeville, Angos herrliche Besitzung, und das sogenannte Herkuleshotel in Paris. Es besteht zwar noch in unseren Tagen, befindet sich aber in einem Zustande, daß die Archäologen und Freunde des Mittelalters darüber schier außer sich geraten vor Verzweiflung. Unmöglich kann man in Orleans gewesen sein, ohne dort auf dem Estapeplatze das Stadthaus gesehen zu haben. Dies Stadthaus ist die ehemalige Ballei, das Hotel Groslot, das berühmteste und das am meisten vernachlässigte Haus von Orleans.

In den Augen der Archäologen zeigen die Überreste dieses Hotels an, wie prachtvoll es zu einer Epoche war, wo die Bürgerhäuser mehr aus Holz als aus Steinen erbaut wurden, und die Edelleute allein das Recht besaßen sich steinerne Wohnsitze zu errichten. Um dem König zu einer Zeit, wo der Hof soviel Luxus und Pomp entfaltete, als Wohnsitz zu dienen, mußte das Hotel Groslot damals das größte und glänzendste Haus in Orleans sein. Auf diesem Estapeplatze ließen die Guisen und der König die Bürgergarde, der man während des Königs Anwesenheit Herrn von Cypierre als Oberhaupt gab, an sich vorbeiziehen. Zu jener Epoche befand sich die heilige Kreuzkirche, die später von Heinrich dem Vierten vollendet ward – damit wollte er einen Beweis von der Aufrichtigkeit seiner Bekehrung geben – im Bau, und ihre Umgebung, wo Steine aufgeschichtet lagen und Zimmerhöfe den Weg versperrten, ward von den Guisen occupiert, die im heute zerstörten Bischofspalaste wohnten.

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