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Kasper Ohm un ick

John Brinckman: Kasper Ohm un ick - Kapitel 18
Quellenangabe
typenarrative
booktitleKasper Ohm un ick
authorJohn Brinckman
publisherHamburger Lesehefte Verlag
addressHamburg
isbn3-87291-128-7
titleKasper Ohm un ick
pages3-11
created20000530
sendergerd.bouillon@t-online.de
firstpub1855
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»Je, sehn Se, Dörchläuchten Herr Herzog, dat kem so: ick hadd Anno negenunsæbentig Roggen nah Amsterdam lad't. Dat was grad de viert Fohrt, de ick mit de ›Anna Maria Sophia‹ maken ded; ond as ick den Roggen löscht heww, dor ward mi ne Fracht hollansch Laken un Linnen nah Batavia hen van de Maklers anbaden. I, so denk ick dunn, wurüm skallst du de nich nehmen; dor is noch mal 'n beten Kapplaken bi to isen. 'n stiwen Kierl was ick dunn; min Backvolk, acht Mann ahn mi ond de Maat ond de Kocksmaat, all strewige Klür, – ond de ›Anna Maria Sophia‹ so trimm as 'n junge Dirn von achteihn Johr up 'n Danzbæhn, de lewersten Schottsch as Menuett danzen deit. Ick gah an Burd ond frag min Jongs: »Jongs, willt ji?« De Maat hadd noch ierst allerhand so 'n Heesbeserien in 'n Kopp van wegen de Mansuns, den gelen Jakob ond de Flibusters bi de Malakka. Ick segg æwerst: »För nix is nix, – 'n beten driest het nich utverschamt, – blöd' Hunn warden nich fett, – Fett swemmt baben, – wat kümmt, dat galt, Jongens, all dat anner is belemmert!« Ond dunn säden s' all: »Na, denn man to!« So schlöt ick denn de Fracht af, köfft mi 'ne god Kort van de Atlantik, de Indian Oschen ond de Sunda. Dorup nehm 'k Fracht in. Sünndag vör Martini was alles klipp un klor, ond dor seilten wi vör 'ne stiwe Nurdost ut den Texel ond dat ok furtstens in dree Dag' in de Span'sche See rinne. Den iersten Dezember peilten wi Fayal van de Flamlandischen Eilanden, nahsten föten wi de Passaten. Februari achtzig löp wi Kapstadt an ond nehmen fresch Water in, ond een, twee, dree, so um de Ostern rümme, schmet ick richtig onder den Eiland van Onrust vör Batavia Anker ut, – all de Gasten moi, Ladung moi, ond ick sülst ok moi an Burd. »Na«, segg ick to min Jongens dunn, »wat seggt ji nu? Fif Maand Hüer her, – Rückfrachtens so vel as Maikäwers in 'n Juni, – wat seggt ji?« – »Hurra!« säden se, »fif Maand Hür back, sünd teihn Maand!« – »Ond denn Batavia!« segg ick. »Wat warden s' nahst to Hus seggen!«

De Lüd an Land bi de Lombongs vör Batavia slögen æwerst de Hänn æwer 'n Kopp tosamen. »Harr Jes!« säden s', »Ond in sonn Nætschell!« – »Na, wurans?« segg ick. »Van wegen de Mansuns«, säden se, »un van wegen Klaaz van Klaazen.« – »Van wegen de Mansuns«, segg ick, »dat is man so vel; abersten van wegen Klaaz van Klaazen, wat skall mi dat?« Na, dor hürt' ick denn, dat Klaaz van Klaazen een Desertür was van een hollannsch Urlogsmann ond een van de verdömmten Flibusters worden wir van de Malakka ond wat he keen Schipp onder den Onrust vor Anker kamen ond van de Onrust-Eiland wedder utlopen let, ahn se to lusen as de Ap den Jongen up dat Dromedari.

»Schpook!« segg ick dunn. »Wi sünd inlopen, ond wer hett uns lus't! Wer vel fröggt, kriggt vel Antwurt. Wi lop ok sacht wedder ut ahn Nahfrag.« – Nahst lösch ick dat hollandsch Laken ond Linnen ond nehm 'ne moige Fracht back up Amsterdam: Indigo, Pepper, Koffi ond Kardemommen, fif Pund negen Schilling acht Pence per Tunn, söß Perzent Kapplaken ond fif Perzent Prämium för Schipp ond Mannschaft. »Jonge!« segg ick to minen Maat, as wi klor sünd, »dat düs't, Gust, düs't dat nich?« Gust æwer treckt dat Mul scheew ond seggt: »Je, Kaptein, æwerst Klaaz van Klaazen!« – »I«, segg ick, »so skall doch den Klaaz van Klaazen der Deubel halen!« – Schickt æwerst de Genralstattholder eenen Offizier bi mi an Burd ond sett't mi ok wat in de Uhren van den verdammten Klaaz van Klaazen ond dat er an Burd van een lange Schonk fohrt, sößteihn Mann ond een langen Tom van tweeundörtig Pund vörn in de Bog, ond dat se all hunnert Dubluns utsett't hadden för wer em fangen ond inbringen ded, dot ore lebendig. »I«, segg ick wedder, »so skall doch den Bambusen van Klaaz der Deuwel halen, ore ick will nich Käppen Pött van de ›Anna Maria Sophia‹ heten. Segg Er dem Exzellenzen man, ick wir nich de Mann, sick de Eier so stillswigens ut dat Nest nehmen to laten, dor wir ick nich Hohn nog to!« – »Man æwerst so 'n schebecktakelt Schonk!« säd Gust wedder. – »Ond wenn er so langbeenig as een Aderbar is«, segg ick dunn wedder, »so kann er doch in dat Nettel leggen«. – »Na, na, ick heww nix seggt!« seggt Gust Rening dunn wedder. – »Aewerst ick heww wat seggt, Gust, un ick segg: Wer 'n Hund slahn will, find't woll 'n Knüppel!«

Dorup gah ick stillswigens hen nah een van de Maklers bi de Lombongs un köp mi twee oll dägte Brümmers von Twölfpunners; de nehm ick in 'n Schummern æwer, stell se vörn bi dat Gangspill ond ramm se beid bet dicht an 'n Hals vull van Rehposten, Flintenkugels, oll Nagels ond Glasschören up 'ne duwwelte Ladung. Nahst lat ick ne Persenning æwer decken, so dat nix to sehn is. Annern Morn lop wi onder den Onrust ut vör 'ne frische nurdliche Bris. Ick hadd den Kocksmaat baben in 'n Top as Utkik. Wi mak feine Fohrt. Dat ward gegen Middag, dor lett sick nix hüren ond nix sehn. Aewersten as wi de Sunda peilen ond de Gasten grad bi dat Schaffen in dat Roof sünd, dor fangt der Jonge baben in den Top up eenmal an to prusten ond kreigen as unklok. Ick rute. Gust Rening steiht an de Stürburdreeling ond hett dor een Fohrtüg up 'n Kiker. – »Na«, segg ick, »wat heww wi dor?« – »Klaaz is dat!« seggt Gust ond giwwt mi den Kiker. Ick holl scharp hen. – »Kann sin, dat dat Klaaz is.« segg ick. »Kann æwerst ok nich sin ond kann doch sin, de Mæglichkeit is dor. De Bengel dor vör onser Stürbuurd löppt jo ran as ne Maispenn!« – Dat wohrt nich so lang, Dörchläuchten Herr Herzog, dor wüßt ick, wur ick an wir. Dat was ne schebecktakelt, deuwelmäßigen verdächtige Schonk. Ick hiß minen Vagel Grip up. Der Schonk hißt ne gnäterswarte Flagg an 'n Mast. Dat müßt Klaaz sin oder der Satan!

Nu was ick in de Accidenz, Dörchläuchten! Nu was dat kamen, un nu güll dat! So lat ick denn min beiden Brümmers backburd stellen, Schanzkledung ward uthakt, ond 'n Stück Persenning wedder vör, ok de beiden Brümmers bliwen noch warm todeckt; æwerst 'n isern Grapen vull glöödige Kahlen ward dorbi prat stellt, dor stek ick 'n lang isern Kohfot rinner, ond dunn säd ick to min Gasten:

»Wer hier een reguläres Rostocker Stadtkind is, de paß nu mal up ond gew got Achtung! Ick bliw hier bi de beiden Brümmers. Gust Rening, du nimmst den Helm, ond ji annern dot jug verfluchte Schuldigkeit! Nu will wi, wenn Klaaz negerkümmt, bileggen. Denn skall der Kocksmaat den Vagel Grip dalfieren grad as up Gnad un Ungnad. Wenn Klaaz denn up uns Backburd bonus fidus anseilt ond Enterhaken smitt, dennso rop ick: »Allens klor vör ond aft!« Denn rit't ji de Persennings af, ond denn lat ick Klaazen min beiden Brümmers hier mal in de Ogen hoosten, dat he den blödigen Schnuppen kriegen skall, ond nahst sehn wi eens an ehre eegen verdammten Kanaljenbrägens to, wur tag Rostocker Handspaken sünd. Verstahn, Jongens!« – »Hurra!« schregen de Jongens.

Na, Dörchläuchten Herr Herzog, dat kem ok richtig all so, as ick dat afkulkuleert hadd. De entfamdige Vitalienbroder kem up uns Stürburd ranne gesust as 'n Windhund up 'n Hasen. He was man 'n wantschapen ollen Halwdecker; æwerst vörn bi de Bog stünn sin lang' Tom, ond as he up tweehunnert Faden ran wir an de ›Anna Maria Sophia‹, bumtri, bum, bum! schöt he sinen langen Brümmer af, dat de oll Kugel midden mang uns' beiden Masten dörchfohrt as een lebendigen Höllhund. Na, dunn let ick de Vagel Grip dalhoisten, de Fastgälljaß wend't, ond wi legen bi de Wind so dicht as mæglich, grad as wenn wi up Gnad un Ungnad de Flagg streken hadden. De Kaperschonk stünn nu pil up min Backbuurd. Vörn bi ehr Bratspill stünn de ganze saubre Sippschaft dichting tohop, Kopp an Kopp, as de wohren leibhaftigen Banditen, Kierls van alle Klür, Brun, Gel, Swart ond Witt, Taters ond Malaien mit lange Metzers, Klaaz richtig vöran mit 'n grot Breetbil as 'n regulären Knakenhaueröllst, föfteihn Mann hoch; blot een Bambus' stünn achter bi dat Roder. Gust stüert ok richtig so, dat de Schonk ehr Halwdeck grad vör min beiden Brümmers to stahn kem, as de Enterhaken dalfeel. Dunn schreg ick æwerst: »Persennings af!« ond schlah mit de glööndige Kohfot up min beiden Brümmers ehr Zündlöcker. De ganze proste Mahltid van Bli ond Nagels, Glasschören ond Rehposten fegt dunn pil! pall! pratsch as een heiliges Krüzhimmeldunnerweder æwer de Piratenschonk ehr smerig Halwdeck, dat ok keen Satanskind van all de föfteihn Heidenhallunken up de Been stahn blew, grad as so vel Bullenpesels, de man mit ne Seiß up eenen Schlag afhauen don deit.

Futr di Morblex, dat was ne schöne Murki, Dörchläuchten Herr Herzog! As ick dat nu sehg, dat min beiden Brümmers ehr Schuldigkeit so moi dan hadden, dunn ich ræwer nah de oll Schonk mit min glööndige Kohfot, ond de Jongs mit ehr Handspaken, ond dor gew wi ehr Gottslohn schippundwis. Wat dor man blot noch tillföten ded, dat kreg eenen vör 'n Dætz. De Karnalji an dat Roder hadd dunn keen Tid mihr ond sprüng æwer Burd ond läd sick up 't Swemmen; ick smet em æwer de Kohfot so dägt up den Achtersteven, dat he unnerdukt ond ick em nie nich wedder sehn heww.

Nu sehen S' mal, Dörchläuchten, nu hadd ick de oll Kasten van Schonk furtst bet up den Keel afbrennen künnt mitsamst ehr schuftige Bagasch, æwersten ick dacht, so 'n hunnert Dubluns sünd ok 'n ganz Deel beter as Pickplacken in 'n Pijäcke. So geit ick ehr denn mit ne lange Troß an de ›Anna Maria Sophia‹, seilt' back mit ehr onder den Onrust ond smet dor wedder Anker. Dörchläucht kænt sick dat licht vörstellen, wat dat för 'n Upsehn ond Marakel in Batavia maken ded, dat ick den Klaaz van Klaazen so dägt inseept ond so moi balbiert hadd. De Genralstattholder schickt wedder 'n Offizierer bi mi an Burd. De möt mit sin eegen Ogen sehn ond nimmt dat all 'n beten in de Fedder. Nahst invitiert he mi to Middag bi den Exzellenzen. Ick nehm dat, versteiht sick, ok an. Dor he æwerst grad buten vör Batavia in Buytenzorg up sinen Goren residenzen ded, so let he mi glik sinen Staatselefanten anbeeden mit 'n Palankin, üm dorup rutetoriden. Dat ded ick nu, ond Ihro Exzellenzen empfungen mir sehr schmeichelhaft. Dor wiren vele Mynheers ond Mynfruwens, ond hellischen fein ond van flessen güng dat dor her. De Gin was van den veritabeln, ond so vel Eydamer was dor, as keen Rostocker je een Ahnung van hatt hett. Ick müßt dat all vertellen, wur dat mit Klaaz van Klaazen togahn wir. Ihro Exzellenzen druckten mich darauf die Hand ond sagte: »Min lewen Käppen Pött, es freut mich sehr von wegen Ihre werte Bekanntschaft. Ihr Wohlsein! Auf Wiedersehn!« Ond dor müßt ick em ut een groten sülwernen Kros Bescheed don. Nahst kreg ick min hunnert Dubluns, ond dunn red ick wedder up den sülstigen Elefanten an Burd torügg. Den annern Dag löp ick mit min Fohrtüg wedder onder den Onrust ut ond kem November achtzig wollbehollen ond ahn Molesten 'n lütt beten Monsun un Taifun afrekent, Amsterdam Haben binnen.«

»Bei Falstaff und Pistol!« säd dunn de Herzog un lacht, dat em de Tranen in de Ogen kemen. »E non vero, e ben trovato!«

»Wurans meenen Dörchläucht?« säd Kasper-Ohm dunn.

»Nun, nun; ich sage nur, es ist jammerschade, daß Deutschland keine Flotte hat. Du müßtest einen prächtigen Schout by Nacht abgeben!«

Mitdes wiren dor twee Kierls ankamen, de een in blagen Liwrock mit'n roden Kragen un twee blank Knöp up dat Stürburd von sinen Speegel, wovon mi dat wunnern ded, wat dor woll an fastknöpt würd. De anner sehg ok ut as 'n Bedeenter un drög 'n Tobacksbüdel in de Hand. De makten mal grot Ogen, as se Kasper-Ohm bi den Herzog up de Bänk sitten sehgen, un keken Pötten so utverschamt an, was wenn se seggen wullen: »Wo kann He sick dat ünnerstahn!« As de Herzog nu den Kierl mit den Büdel sinen korten Stummel tum Stoppen henlangt, dor langt Kasper-Ohm den annern Kierl mit den roden Kragen ok sin Pip hen un säd: »Na, denn stopp Er mi ok een!«

He hadd dat æwerst kum rute, as ok all de Herzog upsprüng, beid Hänn in de Sit sett't un so dull an to lachen füng, as ob dat gor nich all warden künn, un utröp:

»Süperb! süperb! Verfluchter Kerl, der Käppen Pött! C'est un malentendu fort mal à propos, mon cher chamberlain n'est-ce pas Das ist ein sehr ungehöriges Mißverständnis, mein lieber Kammerherr, nicht wahr? ?« Un dormit güng he den Bökberg dal, un ick hürt em noch ümmer lachen, as ick em vör de Böm nich mihr sehn künn.

De Kierl mit den roden Kragen nehm æwerst Kasper-Ohm sin Pip nich, de de em noch ümmer henhollen ded. He kek æwerst Kasper-Ohm von Kopp bet to Fot so wild an, as ob he em giern upfreten hadd. Dorup säd he blot dat een Wuurt: »Bête!« to em, dreigt sick kort üm un güng mit den annern Kierl den Herzog nah. Kasper-Ohm sprüng dunn æwerst ok up eens up un röp:

»Bät? Wurans Bät? He dor! Wat meent Er mit Bät? Ick will Em mal seggen, wat ick meen, Schpook! Ick meen, dat mi dat wondern don deit, wat der Herzog upstäds för Schnæsels van Lawkaien hett! Wenn Er mi den Pip nich stoppen will, denn lett Er dat bliwen! Ick süll Em æwersten man as Kajütenwächter an Buurd för een Reis' hewwen, ick wull Em Moritzen lihren! Dat meen ick, Kaptein Pött van de ›Anna Maria Sophia‹!« Un ick würd sülben so bös up den eenen Swinegel mit den roden Rockskragen un de beiden Knöp up sin Heck, de Kasper-Ohm de Pip von den Herzog sinen Knaster nich hadd stoppen wullt, dat mi dat Blot bet in de Hoor ruppe steg un ick ne Fust maken un em nahdraugen ded, as wull ick grad so as min Öhme em nahropen: »Na, töw man! Kumm du mi man mal in min Strat!« – Ik kek orig mit Vörlew nah minen Öhme ruppe, wat de nu woll ded.

»Sall ick den Swinhund man nahlopen un em mit 'n Steen smiten, Kasper-Ohm? Drapen kann ick bannig, un wenn de een Slaps dor sonn gatlichen Steen up sin Schof kreg, denn würd he sick dat för de Tokunft sacht 'n beten achter 't Uhr schriwen! Sall ick man, Kasper-Ohm?«

Kasper-Ohm knep dat bewußte Og to un säd to mi:

»Lat den Hallonken, Jonge! Keen Hond is negen Johr dull; der dor löppt seker noch up ond den Schinder in de Möt ahn üns Todon. Abersten nu komm man, Jonge! Wat din Möhme ond din Moder sünd, de töwen dor all seker up ons beid up den Landkrog.«

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