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Kasper Ohm un ick

John Brinckman: Kasper Ohm un ick - Kapitel 17
Quellenangabe
typenarrative
booktitleKasper Ohm un ick
authorJohn Brinckman
publisherHamburger Lesehefte Verlag
addressHamburg
isbn3-87291-128-7
titleKasper Ohm un ick
pages3-11
created20000530
sendergerd.bouillon@t-online.de
firstpub1855
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Up eenmal hürt' ick een murdsches Geraster vör mi in de Vörstadt. Dat was grad, as ob teihn Spann Pir löpsch worden wiren, un dat wohrt ok nich so lang, so sust' Kasper-Ohm up den Voßwallach ranne un grad up mi los, as ne Hex up 'n Bessenstel ut 'n Schostein, – Hot weg, Prük weg, Stock weg – allens tom Deuwel! Mit de een Hand hadd he sick an den missingschen Sadelknop fat't, un mit de anner höll he sick achter an den Swanzreem fast, un de Knee hadd he dicht ünner den Sadel fastknepen. Mi vergüng up eenen Schlag alle Lust tom Achteruphacken.

»Kasper-Ohm, wur willen Se hen? Mein Je, Kasper-Ohm, wur willen Se hen in so'ne Hurri?«

»Dat förbannade Fohrtüg is stürlos, Jonge! Wur Gott un disse verdömde Bestie mit mi hen will! Schnid den Wallach den Kurs af, möt em, Jonge, oder ick ward kapzeist un mot kentern mit Himp un Hamp un Hün un Pardün!«

Ick wet nich, wo ick de Kraasch herkreg; ick sprüng to un wull den Voß nah de Tægel gripen. Aewersten min leew Wallach steidelt sick dunn pil in 'n Enn, as ob dat nah dat Mæhlendack ruppe gahn süll, un nahsten keilt he achter ut, as wenn he mit Kasper-Ohm Kuhlsæg spelen wull, un swapps! schöt Pött koppheister æwer de Brüggposten in den Mæhlendik rinne, dat mi dat Spölwater üm de Uhren sprützt. Ick verfihrt' mi so dägten, dat ick ling un lang up den Hinnersteven föll. De oll Voßwallach sust' an mi vörbi grade Kurs nah Barnstörp, un dorbi kriescht he so krænsch, as wenn he seggen wull: »Den heww 'k orig affunnen, de kümmt mi so bald nich wedder an Burd!« As ick wedder æwer Enn kem un mi nah Kasper-Ohm ümkek, dunn dukt he grad ut dat Water wedder up, grep nah den Schüttbom, un jo – hio – ahoi! een! twee! dree! ampelt' he sick as de beste Jungmann wedder up dat Deck von de Brügg ruppe un stünn bi mi, natt as 'ne Waterrott, nüsterblek as Holland in Not un sur as 'n Maischküben vull Essigsprit, un dorbi schnöw he un speg he un prust't he as 'n Bull, de 'n Kropp hett.

»Jonge, nu wet Er, wat Kapzeisen is! Da höd Er sick vör, segg ick! Nich as wenn Er dor schuld an is, dat ick kapzeist bün, oder abersten der Wallach oder gor ick sülben. Nee, kunträr, ick kann sihr god riden, dat wet ick. Min Broder in Barnstörp mot nich meenen, as ob ick nich riden kann. Min Broder in Barnstörp hett alleen de Schuld van de ganze Accidenz. Ick heww sinen Schinder van Wallach æwer den Strand un æwer den Wall un æwer den Markt un dörch de Blotstrat reden, un nich muckst hett sick der Bestie. Aewersten min Broder hadd mi dat jo seggen müßt, dat der Wallach nich up der Trummel africht't is. As ick de Hauptwach up den Hoppenmarkt peilen ded, dor würd trummelt, un dor wull der Bestie vör de Wind affallen un æwer Stür gahn. Ick heww em æwerst mit min spanische Handspak dat Stürbord so dägt vertimmert, dat he Kurs hüll un mit mi dörchgahn is as de fleegende Hollander mit 'n Ostindiamann bi de Magellansche Sund. Min Broder in Barnstörp hett Schuld an de ganzen Accidenz. Wo is denn der Bestie von Wallach afblewen?«

»Dor löppt he hen, Kasper-Ohm, dor achter bi de Widen!«

»Lat den gallspattigen un schiebelbeenigen Krüppenbiter nah den Schinder lopen, Jonge! Min Broder in Barnstörp kann em afdecken un sinen Swinejongen en Poor Smerstewel dorvon rnaken laten. Min Broder in Barnstörp mag sin oll pipsig Aant un sinen muchligen Burdauks sick rökern laten; ick kam nich nah Barnstörp! Wur ick utsehn do! Tjusend Skepslast Tievel! Vulle Havarie, allens tom Deuwel! Min Broder in Barnstörp kann sick wat hosten laten, un Kaviar schick ick em ok nich wedder! Un Greten skall nu ok keenen Dag länger in Barnstörp bliwen! Wat min Broder woll meent!«

Dormit hinkt' he nah de Watermæhl rinne, denn he hadd sick de linke Fot bi den Fall ossig verstukt. Ick müßt dunn glik nah de Stadt trügg un em frisch Kledasch rutehalen von Kopp bet to Fot; denn he hadd keenen drögen Faden an 'n ganzen Liw, un ne Puttsches müßt ok rutschickt warden. As ick nu æwer den Hoppenmarkt kem, stünn dor all de Utröper un röp:

»Dejenige gew god Achtung! Dor is hüt middag hento elben eenen nigen dreekantigen Hot un een nige Staatsprük un ok een span'sch Ruhr mit Sülwerknop funnen worden. De de verloren hett, kann sick melden bi den Utröper Prüter up 'n Amberg un se sick wedder afhalen!«

Na, dat Greting nich in Barnstörp länger bliwen süll, dat hadd min Ohm den annern Dag richtig utsweet't. To sehn süll ick Greting æwer den Sommer doch noch kriegen. Un dat kem nu wedder so:

De »Anna Maria Sophia« wir klor für Ballast un leg an de Koßfellerbrügg sorrt, un Kasper-Ohm güng dor up un dal up de Brügg. Ick stünn dor ok up de Brügg achter bi den Speegel von de »Anna Maria Sophia« un angelt' Witicks. He fleut't dorbi so lustig vör sick hen as 'n Sparling, un he hadd ok goden Grund dorto, denn mang dat rußsch Rindveeh was dat Jahr ne häßliche Krepanz kamen, un dor süllen all æwer föftigdusend Höwd Veeh stört't sin, as se von Petersborg ut schrewen. Dat makt nu den Talg von Bolderaa dal bet Amsterdam hen so flink stigen, as ob dor een mit de Swäp achter wir. Kasper-Ohm hadd æwerst an viertig Faten up sin eegen Konto den Harwst vörher mitbröcht, un de legen noch up sinen Spiker wollverwohrt.

Kümmt een von de Maklers nah de Brügg ruppestürt un grad up Käppen Pött to un bütt em dörtig Perzent Profit för sinen Talg.

»Nee, Kinting, dor ward de Talg nich för wegslahn; leewerst fret ick de viertig Faten sülpst up tom Fröhstück stats Bodder up groww Brot! Wat meent Er to föftig?«

Swapps dreiht' sick min lew Makler rümme, as 'n Korpral, de kuntermandiert wird, un stüert' wedder af.

»Nee, Jonge! Nich wohr? Dor slag wi onsern moigen Talg nich for weg. Lewerst will wi Sünndag 'n bitschen nah Doberan führen. Wann wi dann wedder von Doberan nahmiddags trüggkamen don, denn lopen wir Barnstörp an un geneten dor een Gericht Karutschen bi Stoffer-Broder un bekiken uns to gliker Tid de Grete, wurans de dat nu lett, wat se all wedder mit kann oder abersten wat se noch länger onder de Karantin liggen mot. Hett Er Lust, Jonge? Will Er mit, oder will er nich mit?«

»Wenn 't Nödigen keen Enn hett, denn ward dat jo woll nich anners!« denk ick un hal 'n Wittick up, so lang un blank as 'n solten Hiring.

»Er kann jo vörn up den Buck bi den Kutscher sitten, Andrees!« Na, dat wüßt he recht got, dat ick nich anners as up 'n Buck mitführt wir. In sonnen Schekasten kem ick mi ümmer vör as 'n Maikäwer in ne Schachtel, up 'n Buck æwerst doch noch tom wenigsten as 'n Maikäwer an 'n Twirnsfaden ore 'n Draken an 'n Sacksband.

Sünndag güng ok richtig dat Fuhrwerk los. Kasper-Ohm hadd sin Fru un min Ollsch mit an Burd. Min Oll was æwersten nich mit; de was dat Johr nah Tromsoe in Nurwegen. Ick set buten up den Buck bi Fuhrmann Rossen sinen Knecht, Hanning Düvel. Stünk de æwer eenmal nah Akkevit dörch de Rippen, Harre du meines! Dreiht he sick mal nah mi rüm, denn so müßt ick mi ümmer de beiden Näsenlöcker tohollen. Schult' he æwerst mal von de Sit nah mi hen, denn würd mi jidwermal grugen, sonn Por blotrünstige Ogen hadd Hanning in den Kopp. Wi smeten in Doberan up 'n Landkrog Anker ut. Doberan kem dunn all orig in Gang. De Herzog was ümmer sommers dor, un vel fin Volk mit Pir un Kutschers un Jägers un Lavkaien un Geldbüdels, æwerst ok vel fin Volk mit Titels un Namens.

In 'n Landkrog gew dat ne schöne möre Pölkbrad mit langen witten Kohl un Zipollen. Dorvon staut Kasper-Ohm so vel weg, as he man jichtens unner Deck kriegen künn, un dor würd 'n Viertel Franzwin to drunken. Hento dree, as wi unsen Koffee un de frischen Doberanschen Zuckerkringel to Bost hadden, stoppt' Kasper-Ohm sick ne frische Pip in, un dor güng dat denn allewegt 'n beten in den Urt rümme, un wi bekeken de nigen Hüser, de dor but würden. Dat was den Dag hel macklig Weder, man stickhet. As nu de beiden Frugenslüd nah een von de Boden, de dor utstünnen, rinnestürten, üm sick lang' dänsch Fingerhanschen to köpen, säd Kasper-Ohm to se:

»Wann dat Frugenzimmer to den Sidenkramer gahn don deit, denn so is dat generaliter nich aftosehn, wann se wedder ut den Haben rutkümmt, denn se besüht sick ümmer iersten för föftig Daler Wor, ihr se för 'n Papphahn köfft. Ick müßt' jo een Taftlappen van Kierl sin, wenn ick mit juch nah de oll Kattunkombüs rinne güng. Ji kænt uns nahst man nahkamen oder abersten nah den Landkrog glik trügg gahn. Ick ond der Jonge wi gahn nu nah de Bökberg dor achter. Hier is dat jo rein so het as up den Äquator in dat Äquinoktium, onder de grönen Böken mot dat aber so moi köhl sin as ne nurdliche Bris nah ne dodige Windstill up de Latitud van den Kanker!«

So seilten wi denn nah den Bökberg hen. As wi dor nu so unner de hogen Böm rümstewelten un in den eenen Weg rinbögten, is dor ne Lustbänk, un dor set een lütten Mann up, de hadd 'n groten Stiern vör de Bost un 'n korten Stummel in de Mund un smökt un sehg sihr fründlich ut. Kasper-Ohm nehm em eenen Ogenblick scharp up 'n Kiker, un dunn säd he to mi: »Morblex, Jonge, dor sitt uns Herzog, de Landesvader! Dat Er mi den Deckel afnimmt ond 'n Kratzfot makt, wenn wi vörbigahn. Dat rad ick Em in Goden!«

Na, wi kamen ran. De Herzog kek uns mit sin grallen Ogen scharp an. Kasper-Ohm nimmt sin Pip ut de Mund un sinen Dreekanter deep af un kratzt mit de rechte Been achter ut as 'n Hahn, de bi 'n frömd Hohn vörbigeiht.

»Ei sieh da, mein lieber Kapitän Pött!« säd dunn de Herzog un lacht; denn he kennt jedereenen wedder, den he man eenmal sehn hadd, un Pött wir all 'n poor mal sommers in Doberan west. »Auch 'n bißchen in Doberan?« Kasper-Ohm blew stahn un makt noch eenen Kratzfot.

»Das ist wohl dein Sohn da?«

»Hollen to Gnaden, Dörchläuchten Herr Herzog. Der Jonge da is nich min Jonge. Gott si Dank, dat er dat nich is! Dat is min Süster Illsche ehr Jonge!« säd Kasper-Ohm un schlög mi swaps den Hot von 'n Kopp. »Heww ick Em nich seggt, dat Er Sinen Deckel trecken sall? Hollen to Gnaden, Dörchläuchten, æwerst der Jonge weet dat nich, wat Respekt is, er kennt den iersten Petri fiw, fiw nich; æwerst von 'n Ossen kann man nich mihr as Rindfleesch verlangen!«

»Ei, was, setzt nur eure Hüte wieder auf und laß deinen Stummel nicht ausgehen!« säd dunn de Herzog un lacht. »Was machen denn meine lieben balstürigen Rostocker?«

»Velmal to bedanken för de gnädige Nahfrag, Dörchläuchten Herr Herzog!« säd he dunn. »Rostock, will ick Se seggen, is een Urt, der, solange der Warnow bi dat Westerspill noch sin dörteihn Fot Water hollen don deit ond solange Schepstimmermeister noch gode Eken in de Rostocker Heid' finden don, nich up Afbruch onder den Hamer kamen don deit, angenamen, dat der verdammte Grüttfreter van Dän ons Ostseefohrers nich de Sund ganz un gor tospikert ond verrammelt.«

Dunn lacht de Herzog wedder un röp: »Das tut der Däne nicht, da kannst du sicher sein! Aber, wenn er 's täte, was kann euch Rostockern das schaden? Ich meine, ihr Rostocker Schiffer kornmt nie über den Sund hinaus und holt bloß Käse aus Flensburg und Kalk von Gotland und bringt Äpfel nach Riga!«

»Dor sünd Se man mangelhaft notifiziert, hollen to Gnaden, Dörchläuchten Herr Herzog!« säd Kasper-Ohm dunn un pust't eenen mächtigen Kringel ut sin Pip. »Dat mag woll mit de Wismeransche sick so leg anlaten, man æwerst de Rostocksch Schepfohrt, dat is as ne melkend Koh, kann 'k Se seggen. Ond ansehens uns Rostocker Schippers, so fohrt wi up Bargen ond Amsterdam, Rowan ond Leverpool, ond in de Mittlandsch See, dor wet wi so moi Bescheed as in uns eegen Büxentasch!«

»Na, na, schnack mir nur kein Loch in 'n Kopf!« säd dunn de Herzog un kek Kasper-Ohm von unnen bet baben so klok an as 'n Hawk 'n Kröpperdüffert. Du willst mir wohl was weismachen. Bist du denn je über Kap Landsend hinaus gewesen?«

»Ob ick je achter Landsend west bün?« säd Kasper-Ohm dunn un bängt sick as een, de nich giern tom Upstöten kamen will. »Hollen to Gnaden, Dörchläuchten Herr Herzog! Ick bün dreemal in Batavia west un heww up 'n Genralstattholder sinen Staatselefanten reden.«

»Das wäre! Du bist ja ein Allerweltskerl. Also in Batavia bist du gewesen, und auf des Generalstatthalters Staatselefanten hast du geritten. Na, das mußt du mir doch erzählen.«

»Dor kann Rat to warden, Dörchläuchten, man dat Gorn is to lang, wat ick denn afspinnen mot. Nu bün 'k all 'n beten möd van de Backhitt, un æwrigens heww 'k mi Dingsdag nah Trinitatis de linke Fot ossig verstukt.«

»Nu, da wird's wohl nicht anders, da setz dich nur her zu mir auf die Bank!«

»Hollen to Gnaden, Dörchläuchten Herr Herzog! Ick weet woll, wat mi bikümmt. Ick segg ümmer, Respekt is Respekt ond mot Respekt bliwen, ond dor sünd twee Ell Trossen god för!«

»Auf die Weise höre ich aber deine Elefantengeschichte nicht. Also keine Umstände!«

»Na, wenn Dörchläuchten dat denn abslut so befehlen, Faxenlewhewwer bün ick nich! Ick bün man bang, dat ick Se mit minen Snack uphollen do.«

»Ich habe meinen Tabaksbeutel zu Hause liegen lassen, den laß ich mir eben holen; somit habe ich Zeit.«

»I, süh mal, dat 's doch schad. Ick heww min Tobacksdos ok up 'n Landkrog liggen laten. Sünst hadden Dörchläuchten mal minen pröwen künnt. Ick heww van den veritabeln hollannschen Knaster, een rores Krut, kann 'k Se segen, steiht so stiw ond fast in de Pip as Warg ond seggt nich nah. Dor hadd ick Se woll ne Pip van afgünnt. Lop mal hen, Jonge, ond hal de Dos' her; se steiht –«

»Na, laß nur, laß nur! Meiner ist auch nicht schlecht, kann ich dir sagen; da kannst du nachher mal von stopfen!« säd de Herzog un lacht un kek Kasper-Ohm wedder von de Sit an, as ob he em sick noch mal eens recht dorup ankiken müßt. »Also der Elefant!«

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