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Kaiser Karl und seine Paladine

Felix Dahn: Kaiser Karl und seine Paladine - Kapitel 18
Quellenangabe
typelegend
booktitleKaiser Karl und seine Paladine
authorFelix und Therese Dahn
yearca. 1923
publisherBreitkopf & Härtel
addressLeipzig
titleKaiser Karl und seine Paladine
created20060101
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195 III.
Von Karls Paladinen.

1. Von Ogier dem Dänen.

Göttrik, König von Dänemark, bekriegte den König von Holmgard und führte dessen Tochter gefangen mit fort. Er ließ sie Danemunda taufen und nahm sie zum Weibe; sie gebar ihm einen Sohn und starb.

In der Nacht traten an des Kindes Wiege sechs WunschfrauenDahn, Walhall. Sämtl. poetische Werke. Erste Serie Bd. VIII. S. 159., schön von Angesicht und köstlich gekleidet: sie hoben den Knaben wechselweise aus ihre Arme und begabten ihn.

»Er werde der tapferste Kämpe,« hub die erste an.

»Mut und Stärke genügen nicht: ich weise ihm die Wege des Ruhmes und der Ehre.«

»Und unbesiegbar im Kampf soll er sein und nie Todeswunde empfangen.«

»Ihr denkt nur an Heldentum: ich schenke ihm allsiegende Schönheit.«

»Und die er begehrt, die soll er gewinnen.«

Da schloß die jüngste, Morgane, König Artus Schwester, ihn in die Arme und sprach: »Eure Gaben seien mir 196 Gewinn: hat er sie alle ausgekostet auf Erden, dann soll er teilen mit mir ewige Jugend und Freuden in Avalon, dem Feenreich.«

Am nächsten Morgen ward das Knäblein Holger getauft und zweien Ammen zum Aufziehen überwiesen; denn eine genügte nicht. Er wuchs auf, ward stark, groß und schön, klug und liebenswert, rote Locken fielen ihm auf die Schultern, scharf blickten seine grauen Augen. Er erhielt den besten Unterricht bis ins zehnte Jahr: da führte ihn das Geschick an Karls Hof.

König Göttrik hatte nach neun einsamen Jahren ein ander Weib geehelicht und von ihr einen zweiten Sohn gewonnen. Er vertraute Gott und seinem starken Schwert und weigerte dem Kaiser die Huldigung. Doch bald stand er, im eignen Lande besiegt, vor Karl; der verzieh ihm gnädig: in Jahresfrist sollte er in Paris huldigen. Göttrik versprach's und vergeiselte ihm Holger als Pfand seiner Treue. Karl nahm den Knaben mit und gab ihn in Herzog Naimes milde Hut und Zucht. Die Franken nannten den Knaben nach ihrer Sprache Ogier, und haben es auch nicht mehr anders gelernt. Göttrik hielt den Schwur nicht. »Der Däne ist hart, er löst weder Wort noch Sohn aus,« sprach Karl, da Naimes den Knaben zur vertragenen Frist an den Hof brachte. Er übergab Ogier einem Herzog in Flandern, daß er ihn gefangen halte bis zur Auslösung.

Der Flandrer gewann den Knaben lieb und ließ ihn in Schloß und Burgbann frei verkehren mit seinen Gesippen und Gästen. Ihm vertraute Ogier seine Sorge: »Ich fürchte, daß meine Stiefmutter meinen Vater seines Wortes vergessen mache, damit ich in Gefangenschaft sterbe und ihr Sohn König von Dänemark werde.«

»Das soll nicht geschehen,« rief der Herzog und eilte 197 zu Karl. Da baten alle Grafen für Ogier, ein alter Normanne riet, noch einmal einen Boten an Göttrik zu schicken. »Denn vielleicht ist der erste auf der Fahrt verschlagen oder umgekommen.«

Bald darauf standen des Kaisers Boten in Dänemark und pochten ungestüm an des Königs Tor: ein Erzbischof, ein Herzog und ein Graf. Alsogleich verlangten sie den König zu sprechen, doch mußten sie warten bis nach der Mahlzeit. Da sprach der Erzbischof: »Uns sendet Herr Karl und fragt: König Göttrik, warum kamst du nicht nach Paris zur Huldigung, wie du gelobt hast auf Treu' und Ehre? Nun folge uns sogleich und weigerst du's, dann wird Kaiser Karl selbst kommen und dein Reich brechen. Aber dich, dein Weib und dein Kind hier läßt er töten und auch an Ogier wird erwiesen werden das Recht des Eidbrechers.«

»Freche Franken,« brauste Göttrik auf, »so schmäht ihr meine Ehre? Ich lasse euch zeichnen, ihr Herren, damit Herr Karl sehe, ihr waret bei mir.«

Er ließ ihnen die Nasen abschneiden und ein Mal auf die Stirn brennen.

»Nun fahret heim und meldet eurem Herrn: Wie er uns getan, so wird der Däne jedem tun, der mit Karl nach Dänemark zieht.«

Als die Verstümmelten zu Aachen ins Palatium und vor Karl traten, wurde er sehr betrübt; lang saß er sinnend, bevor er Worte fand: »Schande und Schmach. Wer wagte das zu tun?«

»Erkenne daran, daß wir bei deinem Feinde gewesen sind, der dir an all deinen Getreuen denselben Hohn bietet,« antworteten die Boten.

»Barone!« rief Karl, »sehet diese Unglücklichen! Bei 198 meinem Barte, grimmig will ich sie rächen. Bringt mir Ogier, er sterbe zuerst.«

Ogier kam, beugte das Knie und bat: »Großer Karl, schone meiner! Ich will dir dienen in Krieg und Frieden und einst dieser Unglücklichen Leid wett machen.«

»Er ist stark und tapfer,« riefen seine Freunde, »schenke ihm das Leben.« Aber die Verstümmelten schrien dagegen »Rache!« und so oft der Kaiser sie ansah, stach's ihm ins Herz und er blickte finster nach Ogier, ihm das Urteil suchend. Da stürmte ein Bote des Papstes in den Kreis mit einem Brief: darin stand geschrieben, wie Saracenen und Heiden, geführt von Corsubel, Rom erstürmt, den Papst verjagt, Männer und Weiber gemordet, in den Kirchen die Altäre umgestürzt und ihrer Götzen Bilder darin aufgerichtet hatten.

»Herzoge, Grafen und Barone,« rief Karl, »ihr Herren auf: in die Waffen! Nach Rom.«

Er erhob sich von seinem Faltestuhl und wiederum fiel sein Blick auf die Verstümmelten und Ogier; da befahl er:

»Richtet ihn: – er sterbe.«

»Nein!« rief Naimes, seine Hand auf Ogiers Schulter legend, »er ist schuldlos und mein Freund.«

Zornig hörte Karl die stolzen Worte, bald aber sprach er milde:

»Wohlan, Naimes, er lebe! Doch bleibt er mein Gefangener; du hütest ihn, bis ich ihn zurückfordere.«

Die Franken rüsteten den Heereszug. Zwei Vettern des Herzogs Naimes geleiteten Ogier auf das Schloß Sankt Omer. Dort lebte Elisene, Naimes schöne Tochter; Ogier ward von Liebe zu ihr entzündet und umwarb sie heimlich. Einst lustwandelten sie miteinander; Elisenens Zicklein, das sie stets begleitete, hüpfte vor ihnen hin in 199 den Wald: da sprang ein Wolf aus dem Dickicht auf das Zicklein zu. Mutig griff die Herzogin mit ihren zarten Händen dem Untier an den Hals und drängte es von dem Zicklein fort. Der Wolf riß sich los und wütete vor Gier, aber schon hatte Ogier einen Stein ergriffen und warf sich ihm entgegen. Der Wolf sprang ihm an die Brust und kratzte mit seinen Klauen: das Wams zerriß, Blut spritzte auf: – dann lag das Tier, vom Stein erschlagen, am Boden.

Elisene hatte alles gesehen, erbleichend untersuchte sie Ogiers Wunde. »'s ist nur eine Schramme,« lachte er. Da warf sie sich ihm jubelnd in die Arme. »Nun wisse, daß ich dich liebe.«

Sie vermählten sich einander, hielten aber Liebe und Ehe geheim, weil sie des Kaisers Zorn fürchteten. Bald mußten sie sich trennen: Ogier durfte in Naimes Gefolge reiten. »Weh' mir,« klagte Elisene beim Abschied, »wenn du mich verläßt, wird Schmach und Jammer mein Teil.«

»Sorge nicht, Geliebte; zum erstenmal ziehe ich aus in den Kampf und will solche Ehren gewinnen, die all deinen Gram stillen: Niemand wird uns dann noch trennen.«

In Paris sammelten sich die Scharen: Franken, Picarden, Bretagner, Aquitanier, Friesen, Alamannen und Bayern. Da lachte Ogiers Herz.

Den Helm auf dem Haupte, den Panzer auf der Brust, das Schwert Joyeuse in der Faust, zog Kaiser Karl an seines Heeres Spitze über die Alpen. Sie gerieten in unwegsame Wildnis: ein reißender Fluß, den sie weder umgehen noch überschreiten konnten, hielt sie auf. Die Haufen verzweifelten und gerieten in Unordnung. Karl aber kniete nieder und bat den Himmelsherrn um Hilfe: 200 da sprang ein weißer Hirsch im Gebüsch neben Karl auf und schritt dem Heere voran durch eine sichere Furt: – dann verschwand er.

In Susa, nahe Rom, traf Karl den Papst mit seiner Klerisei. Der klagte laut der Saracenen Gotteslästerung und furchtbare Frevel und Gewalt an Christi geheiligten Dienern.

»Gott räche sich selbst,« rief Karl. »Ich räche dich, wie ich's kann.«

Herzog Naimes sprach zu Karl: »Herr, mein Schildknappe ist erkrankt, gib mir an seine Stelle den gefangenen Ogier.«

»Es mag sein, doch gib wohl acht, daß er nicht entrinne.«

»Dafür setz' ich Herzogtum und Leben dir zu Pfand.«

Ogier jauchzte: »Habe Dank, Herzog! Gott sei Zeuge: ich laufe dir nicht davon: keiner soll kühner das Schwert führen, als ich.«

Corsubel, der Admiral (Sultan), lagerte in Rom; Danemont, sein Sohn, hörte von Karls Ankunft und wollte ihn gleich überfallen. Ohne seines Vaters Wissen, in der Nacht, ritt er aus mit seiner Schar. Die Franken hatten starke Wachen ausgestellt, Herzog Naimes selbst befehligte sie: – gegen Morgen sahen sie auf den Bergen die Feinde nahen und griffen sie rasch entschlossen an; so trafen die Kampflustigen aufeinander mit frischem Mut.

Die Heiden schossen Pfeile und kleine Wurfspeere aus Rohr, dicht wie Hagel, die Christen stürmten mit gesenkten Langspeeren an: ein fränkischer Edeling durchstach Danemonts Vetter. Mit wilden Worten feuerte Danemont seine Reiter zur Rache an: ungestüm drängten sie: Naimes Häuflein konnte nicht standhalten und wandte zur Flucht.

201 Herrn Karl ward die Schlappe kund; sogleich machte er sich streitfertig. Er bestieg Tencendur, seinen graufarbigen Hengst aus Spanien, Herzog Naimes hielt ihm den Steigbügel. Sein Banner mit der Oriflamme vertraute er Alori dem Lombarden an; der schwang's empor: »Montjoie Karl!« riefen Paladine und Heerscharen, fortstürmend in den Kampf. Denn schon war Corsubel mit einem Heere seinem Sohne zu Hilfe geeilt und stand vor Sutri, die Franken erwartend.

»Schlagt zu, Barone,« rief Karl, »trefft gut den Feind!« Und eine gewaltige Schlacht hob an.

»Das ist ein hartes Volk,« sprach Alori, »mich dünkt, jeder Schlag ist umsonst. Wer lieber lebendig als tot sein mag, der folge mir.«

Er wandte dem Feind den Rücken, ob aus Feigheit, oder Verrat? Wer weiß das? Und viele folgten ihm.

»Ich sehe die Franken fliehen,« rief Danemont, »dränge nach, rasch vorwärts!«

Da wurden viele in die Flucht gejagt, viele niedergeschossen, die aber tapfer standhielten und nicht wichen, sahen sich bald von Saracenen umzingelt. Unter ihnen war Naimes.

Karl hielt auf einem Hügel. »Herr,« sprach einer seiner Gefolgen: »Alori ist ein feiger Mann: sieh', er flieht; nun glauben die Heiden, wir räumen das Feld.«

»Die Scharen weichen und wanken, und Naimes seh' ich umringt,« grollte Karl.

Da schallte Kriegsschrei dicht an seinem Ohr: »Schießt, schießt,« und rechts und links neben Karl fiel ein Schildknecht.

Karl sah Heiden ringsum: doch schrecklich leuchtete Joyeuse in seiner gewaltigen Faust, er wehrte sich tapfer, bis seine Paladine ihn befreien konnten.

202 Währenddessen hatte Ogier mit tausend Schildgenossen in einem Gehölz gestanden: dorthin kam Alori mit dem Banner. Ogier griffe ihm in die Zügel: »Was fliehst du, Alori, und wirfst das Banner nieder, dem wir alle folgen sollen?«

»Karl ist gefangen und all sein Volk.«

»Du lügst, feiger Verräter! Du wagst nicht, geschwungen Schwert noch fließend Blut zu schauen.« Und er hieb Alori einen Todeshieb und riß ihn aus dem Sattel. Rasch waffnete er sich mit Aloris Helm und Schild, sprang auf dessen Hengst, in der Rechten ein Schwert, in der Linken das Banner schwingend und sprengte zurück aufs Schlachtfeld: »Montjoie, ihr Herren, haut tapfer zu!« »Montjoie,« hallte es wieder, weithin durch alle Reihen. Hoch flog die Oriflamme: hier fielen die Saracenen zu Haufen vor des Dänen Schwert, dort flohen sie mit Schanden; keiner wagte sich bald noch in seine Nähe. Ein Scheich bewachte den Haufen der Gefangenen und suchte sie nun rechtzeitig in Sicherheit fortzubringen. Ogier hatte es aber gesehen; stracks ritt er hinterdrein mit seiner Schar und geradewegs auf ihn zu. Bald waren alle Gefangenen befreit, der Scheich floh. Ogier trieb und hetzte ihn, das flatternde Banner hochhaltend.

Da kamen einige Franken nachgerannt und riefen von fern: »Kehr' um, Bannerträger, hilf deinem Herrn.«

Ogier riß sein Roß herum. Vier Heidenkönige, Danemont unter ihnen, hatten Karl zugleich angegriffen. Er fiel aus dem Sattel: mit Streithämmern schlugen sie ihm auf Helm und Brünne, daß er schier betäubt wurde.

»Hilf Saint Denis!« rief Karl. »Montjoie« klang's zurück; schon war Ogier zur Stelle. Den ersten durchhieb er mit seinem Breitschwert, rasch half er Karl wieder aufs Roß und wandte sich gegen die andern drei: die flohen 203 wie Schafe vor einem Berghirsch und alle Heiden sprengten mit davon.

Einer ihrer Vornehmen fragte, sich im Sattel wendend:

»Wer bist du, Franke, daß du uns so arg drängst? Heut Morgen sah ich dich doch fliehen mit deinem Banner.«

»Ich bin der Däne Ogier: mich sahst du nicht fliehen!«

Zornig schlug er ihm das Schwert aus der Hand und umschloß mit der Faust des Saracenen Schwertarm.

»Bist du so streitlustig, Däne, dann laß mich los und ich stelle dir unsern kühnsten Mann zum Einzelkampf: König Caraheu, er zieht heran gegen euch.«

»Schaffe mir den Kämpen: – dann magst du frei sein.«

Ogier ließ den Arm fahren, der Heide jagte davon. –

Karl sah sein Banner fliegen, den Feind fliehen: »Ist's Alori?« sprach er, »so tat ich ihm Unrecht; bei meinem Bart, komme ich heil aus dieser Heerfahrt zurück, mach' ich ihn zum mächtigsten Mann im Frankenreich.«

Da kam Ogier vom Schlachtfelde geritten und ging vor des Königs Zelt mit dem Banner.

»Alori,« rief Karl, »treuer Diener und Freund! Du hast mir das Leben gerettet, mein Banner wieder aufgerichtet, meine wankenden Scharen zurück zum Kampf und Sieg geführt, – begehre, was du willst, ich gewähr' es dir.«

»Herr Karl,« sprach da Naimes, »dieser ist nicht Alori; der floh. Ogier hat den Verräter erschlagen und in Aloris Wehr dein Banner in den Sieg getragen. Sieh her.« Er nahm dem Dänen den Helm vom Haupt. Ogier beugte sein Knie und sprach:

»Herr König, steht mir die Bitte frei, so bitt' ich um Gnade für meinen Vater, und mich nimm an als deinen Wehrmann.«

204 Karl zog ihn empor an seine Brust, aller Zorn war verflogen: »Edler Held, deine Bitte sei gewährt; empfange dein Schwert aus meiner Hand, schwinge es für mich und trage mein Banner im Vorstreit. Kommen wir aber wieder ins Frankenreich, dann schenk' ich dir Land und Lehen.«

Karl kehrte zurück in die Stadt: Papst und Volk lobten Gott für den Sieg.

Im Saracenenlager zürnte Danemont: »Schmach und Schande! Wie ein glühender Teufel fuhr uns der Bannerträger nach.«

»Sieg und Unsieg wechseln im Leben, Sohn,« antwortete der Admiral; »fasse dich, schon naht Caraheu mit seinem Hilfsheer.«

Der von Ogier gefangene Heide ging Caraheu entgegen und erzählte, wie's ihm ergangen mit dem Dänen: »Unsre Leute halten ihn für einen Dämon: willst du nun mich und mein Wort auslösen?«

»Das will ich, Freund,« antwortete Caraheu.

Am Tage des Sieges war Carlot, des Kaisers Sohn, mit einer zahlreichen Schar in Sutri eingetroffen. Aus aller Munde vernahm er Ogiers Lob: das ließ den fünfzehnjährigen Knaben nicht ruhen. »Freunde,« sprach er zu seinen Genossen, »ich will heut Nacht gegen die Heiden reiten; rüstet eure Häuflein: vielleicht erjagen wir reiche Beute und gewinnen große Ehren.«

Sie waren willig: »aber laß uns Ogier mitnehmen,« mahnten sie: »er ist klug und die Heiden fürchten seine starke Faust schon.«

»Wir haben eben so hurtige Hände als der Däne: ich will weder seinen Rat noch seine Tat: er bleibe, wo er 205 ist; – ich reite, ob ihr mir folgt oder nicht.« Da zogen sie mit ihm aus.

In derselben Nacht träumte Karl, wie ein großer, grimmer Vogel mit Klauen und Schnabel nach Carlot hackte und ihm Herz und Eingeweide herausriß. Da er aufwachte, erloschen die Fackeln im Saal. Er sprach:

»Mir träumte Wunderbares. Ruft mir Carlot, meinen Sohn.«

Statt seiner kam ein Bote und rief: »Herr König, hilf! Wir folgten Carlot zum Kampf gegen die Heiden: nur noch wenige von uns sind am Leben und in arger Not.«

»Ogier,« befahl Karl, »rasch, waffne dich, und befreie meinen Sohn.« –

Carlot stand im Feld und stritt wacker, doch der Feinde waren so viele. König Caraheu rief mit wilder Stimme: »Wo ist Ogier? Mit ihm muß ich kämpfen!«

»Der ist nicht hier, aber genug andre voll Mutes, dir zu stehen,« antwortete man ihm. Der Heide ritt Carlot an, stach sein Roß nieder, und wehrlos stand der Franke vor ihm. »Ogier, wärest du nun hier!« rief Carlot traurig, da sah er einen Heidenfürsten tot niederstürzen, Caraheu gab ihn frei: denn der Däne war da und ging mit breiten Schwerthieben in den Kampf: grauend wichen alle vor ihm. »Merke dir den, Caraheu,« sprach der Freund, »das ist Ogier.«

Der Admiral ließ zum Rückzug blasen: aber der Däne verfolgte und rief: »so stehet doch und wehrt euch.«

Caraheu wandte sein Roß und antwortete: »Kehr' um, Ogier, ich bin König Caraheu, Gloriandens Verlobter und Frankreich bring' ich ihr zur Morgengabe; laß uns diesen Krieg im raschen Zweikampf entscheiden vor den Toren Roms. Besiegst du mich, so gewinnst du Gloriande, 206 die herrliche Jungfrau, des Admirals Tochter, und wir räumen dies Land.« Ogier nickte. Sie ritten auseinander.

Zu Corsubel sprach Caraheu: »Admiral, solange der Däne ins Feld reitet, siegen wir nicht, deshalb will ich's allein mit Ogier entscheiden. Sende Karl die Botschaft.«

Zornig empfing Karl seinen Sohn: »Schmach und Schande hast du mir bereitet; die Heiden werden sich des Sieges rühmen über König Karls Sohn.«

»Vater,« antwortete der Knabe beschämt, »Ogier gewann den Sieg den Franken zurück, die Heiden flohen vor ihm.«

Kein Heide wagte sich als Bote ins fränkische Lager. Da legte Caraheu köstliche Kleider an: – Niemand wußte, woher sie stammten: auf einer Insel, am Ende der Welt waren sie gefunden worden, gefertigt aus Drachenhaut – schwang sich aufs Roß, ritt selber zu Karl und sprach:

»Der Gott, dem du vertraust, segne dich und dein Reich: Also spricht zu dir der Admiral: Laß dir genug sein des Sieges: steck' ein dein Schwert und laß mir Rom, die Stadt: willst du das aber nicht, dann soll ein kurzer Kampf zwischen uns entscheiden. Darum fordre ich, König Caraheu, in meines Herrn Namen Ogier heraus. Siegt der Däne, so wenden unsre Heere, besieg' ich ihn, dann beugen sich die Franken vor dem Admiral.«

»Ich bin bereit,« rief Ogier.

Schweigend hatte Karl die Botschaft gehört, leuchtenden Auges die Recken betrachtet, dann antwortete er drohend:

»Heide, dir soll geschehen, wie du begehrst.«

Als Caraheu mit dem Bescheid zurückkam, erhoben sich zwanzig Fürsten von ihren Sitzen und wählten die besten Waffen für Caraheu aus. Auf einer Insel im Tiber trafen die Recken einander, ohne Begleiter. Danemont war aber zuvor heimlich mit einer bewaffneten Schar 207 dorthin geeilt und hielt sich geborgen in einem Gebüsch, von wo aus er den Kampfplatz überschaute. Einige vornehme Franken hatten Ogier geleitet und blieben am Ufer zurück, des Ausgangs harrend. Gloriande kam gegangen, das Wettspiel anzusehen; sie setzte sich unter einen Ölbaum.

»Ogier,« begann Caraheu, »glaube an Allah, komm zu uns und dort die schöne Jungfrau soll wählen zwischen dir und mir.«

»Das sind leichtfertige Reden; Herr Karl hat mich hergesandt, gegen falsches Recht und Irrlehren zu streiten, nicht um schönen Weibes Gunst. Wahre dich, du sollst den Dänen spüren.«

Ogier wollte seinem Feinde gleich das Haupt spalten: doch sein Schwert glitt ab und streifte des Rosses Nacken: es scheute auf und rannte davon; Caraheu trieb es zurück, schoß seinen Wurfspeer und verwundete Ogier in der Seite. Zornig hieb Ogier auf Caraheus harten Helm. Steine brachen heraus, der Riemen barst, der Helm fiel, aber der Heide hatte schon des Dänen Schild zerhauen und saß noch immer heil; nun faßte Ogier den Speer und rannte ihn an, daß er wie tot rücklings auf seinem Hengste lag. Da brach Danemont mit den Bewaffneten hervor und alle hieben auf Ogier ein, nur Danemont wagte sich nicht in seine Nähe.

Caraheu erwachte aus seiner Betäubung, sah den Verrat und warf sein Schwert weit weg.

Ogier verteidigte sich, erschlug manchen Mann: aber das Blut tropfte ihm aus breiten Wunden, ermattet, wurde er von der Überzahl gebunden.

Er rief den Franken ans Ufer hinüber: »Lauft und meldet Karl, daß ich nicht besiegt bin.«

Schon stand Ogier vor dem Admiral, der sprach: »Ich 208 will Rache an dir nehmen. Glied für Glied mußt du sterben.«

Da trat Caraheu hinzu.

»Ich habe den Dänen nicht besiegt; dein Sohn überfiel ihn mit Verräterei und nahm ihn gefangen. Gib ihn frei!«

»Niemals,« antwortete Corsubel.

»Mir folgt eine Heerschar: keiner von uns allen zieht dann noch das Schwert für dich.«

»Tut was ihr wollt, ich sage nein.«

»Vater, sage ja, um Caraheus willen,« bat Gloriande; Danemont spottete: »du sprichst wie ein verliebtes Mädchen.«

Und Ogier wurde fortgeführt.

Caraheu hub am nächsten Morgen wieder an zu bitten: »Herr, gib ihn frei, mir zuliebe.«

»Nicht eher bis ich Paris gewonnen habe.«

»Das gewinnst du nie, nimmst du nicht andre Leute dazu als dich und deinen Sohn.«

Zornig fuhr der Admiral auf: »Morgen laß ich den Dänen hängen.«

Caraheu ging hinaus, sprang auf sein Roß und ritt zu Kaiser Karl: »Hier bin ich, dein Gefangener. Laß mich desselben Todes sterben, den Ogier sterben wird; ich will nicht leben, mit Schmach bedeckt.«

Aber Karl sprach: »Sei mir willkommen, Caraheu, du bist ein treuer Mann.«

So blieb er bei den Franken. Im Heidenlager hob keiner von seinen Kriegern nur die Hand für den Admiral. Zornesvoll über Danemonts Verrat erneute Karl den Kampf. Wacker hatte Carlot den ganzen Tag mitgefochten bis abends die Heiden flohen: er verfolgte sie bis an die Mauern Roms. Da stand Gloriande auf einem Turm und rief ihn an: »Kehr' um, Königssohn, hier innen 209 waffnen sich tausend Krieger gegen dich. Sage Caraheu gute Nacht von Gloriande und Ogier lebe wohlbehalten in meiner Obhut.« Die Franken hörten die freudige Nachricht und jagten zurück. In Rom waren zwei Boten aus dem Orient eingetroffen: »Freue dich, Admiral,« riefen sie, »dir kommt Hilfe: zwei Könige mit Heeresgefolge ziehen heran auf vielen Schiffen: sie sorgen sehr, daß der Franke vor ihrer Ankunft ihnen entweicht.«

Danemont sprach: »Traun, Karl flieht noch lange nicht! Ich habe drei Schlachten gegen ihn verloren und verlange nach keiner vierten. Kehr' um, Vater, nach Babylon; niemand wird Karl besiegen.«

»Der ist mein Sohn nicht, der also spricht! Daß nicht die Erde dich verschlingt!«

»Wir liegen ein Jahr hier,« fuhr Danemont fort, »die tapfersten unsrer Leute sind erschlagen oder wund, die andern fliehen, sehen sie nur Karls Banner fliegen und hören sie sein ›Montjoie‹ gellen.«

Die Heidenkönige langten an: Brunamont, der eine, wollte nicht früher mit dem Admiral reden, bis er die Franken besiegt hätte. Stets lag er im Feld, unter seine Speisen wurde Blut gemischt, er hatte Katzenaugen, sah besser in der Nacht als bei Tage, und zog er durchs Land, war er einem Dämon ähnlicher als einem Menschen. Nun fuhr er in seine achtfarbige Brünne, band sein zweiarmslanges Schwert an die Hüfte, das hatte einst Nabuchodonasar getragen, stieg auf seinen Hengst Braiefort und ritt an den Tiber: Braiefort schwamm so leicht, wie er lief. Er begegnete am andern Ufer Naimes mit zwei Paladinen; sie kamen von der Jagd mit Habicht und Hunden. Der eine stach mit seinem Jagdspeer dem 210 Unbekannten gegen die Hüfte: der Speer brach an den Heidenknochen, Brunamont wankte nicht einmal im Sattel, aber er warf seinen Rohrspeer dem Angreifer an den Kopf; der flog vom Roß und alle Gebeine zerbrachen ihm. Darauf griff Brunamont einen Jäger an, der sein Roß tränkte, zerschlug ihm das Schlüsselbein, nahm das Tier und ritt stracks nach Rom zum Admiral, der sich so sehr bei Brunamonts Anblick erfreute, daß er schier vom Verstand gekommen wäre.

»Ich gebe dir Gloriande zum Weibe, dazu Karls ganzes Reich, wenn du es eroberst,« sprach er. Eilig lief ein Getreuer zu Gloriande: »Wehe! dein Vater hat dich soeben dem Unhold Brunamont versprochen.« Ogier war zugegen und sprach: »Das mißbehagt mir. Geh', schöne Gloriande, bitte deinen Vater, daß er mir Gehör gewähre.« Der Admiral empfing sie mit den Worten: »Tochter, ich gebe dich dem besten Kämpen, den ich kenne.«

»Dank für deine Güte, wüßt' es Caraheu, müßte mich der Mann teuer erkaufen. Laß mich ihn schauen.«

»Hier steht er,« antwortete Brunamont, »ich schenke dir Francien zur Morgengabe und König Karl gebunden zu deinen Füßen.«

»Mein Vater hält einen Franken gefangen, der wiche nicht Fußesbreite von dir zurück.«

»Das wollen wir einmal erproben,« rief der Riese.

»Vater,« wandte die Jungfrau sich an Corsubel, »Ogier hat mit dir zu reden, hör' ihn an.« Der Admiral winkte Gewährung; Ogier kam und sprach:

»Du hast übel getan, Gloriande in eines Unholds Macht zu geben; du hast Caraheu betrogen: ich bin sein Freund und will kämpfen gegen Brunamont und Caraheus Rechte verteidigen, da er es selbst nicht kann.«

Brunamont lachte: »Bist du so schnell mit den Hieben 211 wie mit den Worten? Ich nehme deine Forderung an: fällst du, ist Gloriande mein, fall' ich, bist du frei.« Sie legten die Hände ineinander, daß es gelten sollte. »Und nun,« schloß der Heide, »waffne dich bald.«

Ogier sandte Caraheu Botschaft, der nahm Urlaub von Karl und ritt nach Rom. Erstaunt fragte ihn der Admiral, wie es ihm ergangen sei?

»Gut, König Karl ist ein edler Herr. Hast aber du wirklich meine Braut Brunamont gegeben, dann soll er sie teuer erkaufen.«

»Mit dir hab ich nichts zu schaffen,« antwortete der Unhold, »Ogier ficht statt deiner.«

Caraheu ging zu dem Dänen und dankte ihm für die Treue. Er beschaffte die festeste Brünne und schnallte sie dem Freund um, band ihm einen Helm auf, darin ein Adamas stak, den kein Schwert zerhacken konnte, und wunderkräftige Steine wie brennendes Feuer zierten ihn rings. Dann gürtete er ihm das Schwert Curtaine um die Lenden: »Das sei dein eigen, Freund, bei Machmed! nicht Vater noch Bruder gäb' ich's um hundert Pfund Goldes. In Natternblut ist es gehärtet, vier Jahre lag es auf einem Schatz unter geflügeltem Drachen, darum leuchtet es wie schieres Gold.«

Nun half er ihm auf den Hengst Bursant, der schneller lief als ein Windspiel und reichte ihm einen Speer, daran Gloriandens Zeichen flatterten. Glänzend wie der Morgenstern ritt Ogier auf die Insel im Tiber, in früher Morgenstunde des Gegners wartend.

Brunamont stand gewaffnet: vier Könige hielten ihm den Steigbügel, der Admiral gab ihm den Wurfspeer mit feuerfarbenem Wimpel geschmückt. Gloriande sprach arglistig: »Brunamont, du bist ein schöner Mann! schone Ogier!«

212 »Um deinetwillen sei's: – ich bring' ihn dir lebend.«

»Tu's, dann soll bald unsre Hochzeit sein.« Sie sah hinter ihm her und betete leise: »Gott, der du die Welt werden ließest, nun hilf dem Recht: dein Haß komme über Brunamont, daß er nicht zurückkehre.«

Auf Pfeilschußweite durfte niemand den Kämpen nahen: doch Karl stand mit seinem Heer bereit, eingedenk des ersten Verrats.

Brunamont sprach zu Ogier: »Ergib dich mir, ich versprach Gloriande, dich nicht zu töten.«

»Du magst ihretwegen tun, was dir beliebt; jetzt wollen wir die Waffen gebrauchen,« antwortete der Däne.

Sie rannten zusammen, ihre Speere brachen krachend: aber keiner wankte im Sattel. Sie stiegen ab und zückten ihre Schwerter, und weithin hörte man den Schall des Eisens auf Helm und Schild. Ein furchtbarer Schlag traf den Adamas und warf Ogier ins Knie: aber gleich war er wieder auf und führte blitzesschnelle Hiebe. Brunamont konnte sich nur mit dem Schild decken, er kam zu keinem Schlag. Ogier schlug ihm den Helm entzwei, den Schädel blutig, die Brünne auf der Achsel auseinander und mitten durch spaltete Curtaine den Schild. »Verwünscht dein Schwert!« rief Brunamont, »noch keines hat mich zuvor verwundet. Der dir das gab, liebte dich mehr als sich selbst.«

Und gar wild zerhackte er nun des Dänen Schild, ohne ihn zu verwunden.

»Warte nur, es kommt noch besser,« rief Ogier. Dann ruhten sie eine Weile.

»Von welchem Geschlecht entstammst du?« fragte der Heide.

»Wo ich geboren bin, kennt man deinesgleichen nicht: man ißt dort weder rohes Fleisch, noch trinkt man Blut, 213 wie du tust. Da streitet man Ehrenkämpfe mit Männern, nicht mit Unholden; und wenn du zur Hölle fährst und man fragt dich, wer dich hingeschickt habe, so sage: das hat ein dänisch Königskind getan.«

»Nun verdirb, Christenhund,« rief Brunamont grimmig aufspringend: er schlug ihm den Schild in Stücken und eine Wunde in den Kopf: »nimm dies zur Antwort und lerne Blut schlucken, wie ich.«

»Das zahl' ich heim, oder trage nie mehr Karls Banner,« schwur Ogier, schlug zu mit Curtaine und traf ihn auf die Achsel, Brust und Seite spaltend: tot stürzte der Riese nieder. Ogier schnitt ihm das Haupt ab und band es an den Sattelriemen, stieg auf des Toten Hengst Braiefort und ritt seines Weges.

Caraheu ging ihm entgegen; er führte ihn zum Admiral und sprach: »Herr, nun entlaß ihn königlich, – und du, kehr' um nach Babylon.«

Drei Maultiere mit Kostbarkeiten beladen schenkte Corsubel Ogier, Caraheu geleitete ihn zu Karl. Dort erreichte den Saracenen ein Bote Gloriandens: der zweite Heidenkönig war eingetroffen, er hatte sich mit Brunamonts Schar gegen den Admiral empört; Gloriande war in seiner Gewalt, durch die Straßen Roms tobte der Kampf. Caraheu eilte sofort zu ihrer Befreiung zurück.

»Bei Saint Denis, nach Rom, ihr Herren!« befahl Kaiser Karl und zog mit seinen Scharen gegen die Stadt. Sie erstiegen die Mauern, erzwangen die Tore, Corsubel und Danemont warfen sich ihm entgegen, doch vergebens. Ogier drang aufs Kapitol, dort traf er Danemont: er rannte ihn an mit gesenktem Speer, durchstach ihn und schleuderte ihn tot aufs Pflaster. »Montjoie, Karl!« rief er, das Banner schwingend. Corsubel tat noch einen Streich nach Karl, der ihn mit dem Schild auffing: 214 lichten Schein gab Joyeusens Schwertknauf, und weithin flog des Admirals Haupt. Da erschraken die Saracenen: die einen liefen zu Caraheu, die andern entwichen durch die Tore, die ihnen noch offen standen, so schnell sie konnten und ihnen folgten alle Heidenvölker miteinander.

Währenddessen hatte Caraheu seine Braut befreit und in einem Palast geborgen. Dort fand Karl sie beide.

»Edler Caraheu, werde Christ,« sprach er mild, »ich gebe dir Lehen und Ehren, ebenso reiche und hohe, als du sie in deiner Heimat hast.«

»Nein, Herr,« antwortete Caraheu, »ich bleibe meinen Göttern getreu, wie mächtig auch der deine sei, und ich lasse nicht von meinem Volk und meiner Heimat: lieber sterbe ich.«

Karl wandte sich zu Gloriande: »Schöne Jungfrau, entsage Mohammed und diesem Heiden: wähle Ogier, der dich von dem Unhold befreit hat; ich mache euch reich und mächtig dazu!«

»Herr Karl, ich kann keinen andern lieben, als Caraheu, ihm allein will ich folgen und müßt' ich darum sterben.«

Zürnend blickte Karl auf die Verlobten, aber bald glänzte sein Auge feucht und er entschied mit weicher Stimme:

»Seid beide frei! Zieh' in deine Heimat mit all deinem Volk, Caraheu, nur gelobe mir, nie mehr die Christenheit zu bekriegen.«

Caraheu gelobte das und zog nach Babylon. Er wurde Admiral und hielt Hochzeit mit Gloriande.

Karl stellte die alte Ordnung wieder her und der Papst ritt an seiner Seite in Rom ein und segnete die Franken.

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