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Gutenberg > Hermann Löns >

Junglaub

Hermann Löns: Junglaub - Kapitel 5
Quellenangabe
typepoem
authorHermann Löns
titleJunglaub
publisherFriedrich Gersbach/Verlag
editorFriedrich Castelle
yearo.J.
correctorJosef Muehlgassner
senderwww.gaga.net
created20160523
projectidfc22fd5b
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Vorfrühling an der Ostsee

              Hellgrüne Felder,
              Braungrüne Wälder,
Jubelnder, jauchzender Singdrosselsang,
              Erlsträucher blühen,
              Strandläufer ziehen
Lockend und trillernd die Dünung entlang.

              Mit wunderbaren
              Brandroten Haaren
Prangend ein Köpfchen im Arme mir lehnt,
              Schneeweiße Stirne,
              Blutjunge Dirne,
Sehnsüchtig schwer sich der Busen ihr dehnt.

              Fern schimmert Rügen.
              In mächtigen Flügen
Klingeln die Wildenten über uns her,
              Schneeweiße Möwchen
              Und Wolkenschäfchen,
Hellblauer Himmel und tiefblaues Meer.

              Fröstelt dich, Kleine?
              Am Rande vom Haine
Weiß ich ein Wirtshaus, von Pappeln umdrängt,
              Mit schelmischem Blicke
              Die kornblonde, dicke
Fangschiffers Witwe dort Glühwein verschenkt.

              Schatz, einen Halben!
              Nicht wie die Schwalben,
Tüchtig geschluckt, daß die Backe dir glüht!
              Auf deinen Wangen
              Soll Abendrot prangen.
Reichliche Kußernte draus mir erblüht!

              Pferdegetrappel.
              Unter der Pappel
Hält schon Johann mit dem Rappengespann.
              Schatz, in den Wagen!
              Hannes, nun jagen!
Aber beim Mühlgarten, da halte an.

              In Pelzverstecke,
              Kopftuch und Decke
Wickle das fuchsrote Püppchen ich ein.
              Vogelbeerbäume
              Fliegen wie Träume,
Klippklapp der Hufe auf spitzem Gestein.

              Vor uns ein Schimmern,
              Funkeln und Flimmern,
Rädergerassel und ferne Musik,
              Leuchtende Fenster,
              Rundtanzgespenster,
Brummbaßgerummel und Fiedelgequiek.

              Halt! Schatz, nun schnelle,
              Horch, die Kapelle
Spielt unsern Leibtanz, die Kreuzpolka, schon,
              wehende Röcke,
              Dröhnende Decke,
Trappelnder Tritte takthaltender Ton.

              Wirbelndes Fliegen,
              Leiberumschmiegen,
Noch einmal rund, und die Polka ist aus.
              Schnell in den Wagen!
              Hanns, wieder jagen!
Herzliebes Schatzing, gleich sind wir zu Haus.

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