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Gutenberg > Hermann Löns >

Junglaub

Hermann Löns: Junglaub - Kapitel 32
Quellenangabe
typepoem
authorHermann Löns
titleJunglaub
publisherFriedrich Gersbach/Verlag
editorFriedrich Castelle
yearo.J.
correctorJosef Muehlgassner
senderwww.gaga.net
created20160523
projectidfc22fd5b
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... †

In den alten Platanen flüstert der Wind
Mit müdem, nachlässigem Wehen,
Ich denke an dich, du totes Kind
Und daß ich dich gestern gesehen.

Du schautest mich an so bittend und scheu,
Erflehend ein Zeichen der Liebe,
Ich aber ging höflich grüßend vorbei
Im wogenden Sonntagsgetriebe.

Es war ein Traum, so wonnig und bang,
Ich werde ihn niemals vergessen,
Den kurzen Traum – wo mein Arm dich umschlang,
wo ich deine Liebe besessen.

Ich lieb' dich noch heut' wie an jenem Tag,
Doch will ich es dir nicht mehr sagen,
Seitdem du mit lächelnd kokettem Schlag
Meinen Glauben an dich hast erschlagen.

Und blickst du auch noch so bittend und lieb,
Zertreten ist einmal der Samen,
In das Album meiner Erinnerung schrieb
Ich ein Kreuz dir hinter den Namen.

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