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Gutenberg > Hermann Löns >

Junglaub

Hermann Löns: Junglaub - Kapitel 30
Quellenangabe
typepoem
authorHermann Löns
titleJunglaub
publisherFriedrich Gersbach/Verlag
editorFriedrich Castelle
yearo.J.
correctorJosef Muehlgassner
senderwww.gaga.net
created20160523
projectidfc22fd5b
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Maifrost

Es leuchtet im Frühling die Sonne so warm,
Doch rasch pfeift der Nachtwind von Norden,
So ist mir auch gestern in deinem Arm
Eisig zu Mute geworden.

Dein Mund war so süß, deine Hand war so weich,
So warm deines Treuherzens Pochen,
Da kam aus dem kalten Gedankenreich
Ein kalter Gedanke gekrochen.

Du sprachest so schön und platonisch zu mir
Von Liebe gleichfühlender Seelen,
Doch mir schien alles das nur die Gier
Der Leiber, sich zu vermählen.

Das alles ist Lüge und Trug der Natur,
Schlaflieder, uns einzuwiegen,
Sie schmeichelt dem stolzen Geiste nur,
Daß die Leiber sich williger fügen.

Die Liebe bleibt ewig ein Weh und ein Ach,
Gesundheit und Kraft liegt im Hassen.
Ich hab' es erkannt und bin dennoch zu schwach,
Von dem Ammenmärchen zu lassen.

Und dieser Gedanke, mein liebes Kind,
Muß die innigste Liebe ermorden:
Wie schade, daß wir keine Tiere mehr sind
Oder noch keine Engel geworden!

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