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Otto Julius Bierbaum: Josephine - Kapitel 2
Quellenangabe
typenarrative
booktitleStudentenbeichten
authorOtto Julius Bierbaum
year1990
publisherNicolaische Verlagsbuchhandlung
addressBerlin
isbn3-87584-318-5
titleJosephine
pages21-60
sendergerd.bouillon@t-online.de
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II.

Hier, mein geduldiger und lieber Max, hast du den zweiten Brief und das zweite Kapitel. Ob die Eintheilung aus »künstlerischen« Gründen geschehen, überlasse ich deiner philologisch geschulten Kritik. Mach's gnädig! Denn wahrlich, ich schreibe unter erschwerenden Umständen: mein melancholischer Festungsgenosse hat mir eben sechs Gedichte vorgelesen. »Elegien« nennt er sie, und er will darin die Seelenqualen des nagenden Gewissens schildern, mit denen er behaftet zu sein vorgibt, seitdem er einen Gardelieutenant beinahe todtgeschossen. Davon ist aber in diesen Gedichten nicht im entferntesten die Rede, denn sie haben überhaupt keinen Inhalt. Man meint, das ganze Herzleid sei eine metrische Uebung, wie sie auf den Gymnasien Mode. Und dabei ist der »Dichter« ein hochaufgeschossener Bengel, der achtmal auf Schläger und zweimal auf Säbel »los« war und nun als Kampfzeichen eine Art eigenen Skalpes mit sich herumträgt, nämlich jenes bekannte Renommistenfell, ein Gesicht, das aussieht, als ob er mit ihm eine ganze Nacht auf einem Rohrstuhl gelegen und so jene unzähligen Riefen davongetragen, von dem seine ganze »Quartseite« durchkreuzt ist. Es ist wunderbar zu sehen und zu hören, wenn von diesen zerhackten Lippen sentimentalische Seufzerverse kommen. Aber ich will Nutzen aus diesen gereimten Reumüthigkeiten ziehen und mir den Lyriker à la tartare zum warnenden Beispiel nehmen für meine Erzählung. Ich brauche ja nicht unwahr zu werden, um traurige Dinge zu sagen –: die kommen ganz von selber.

Von dem Tage an, der den Knalleffekt des ersten Briefes bildete, gingen Josephine und ich stets gemeinsam zur Stadt, aber wir verlängerten unser Zusammensein dadurch, daß wir uns nicht erst an der Siegessäule, sondern bereits im Thiergarten selbst, am Schloß Bellevue trafen. Herrliche Gänge. Beide voll frischen Morgengefühls, umhaucht von fröhlicher Frühkühle, in des Tages Tretmühle noch nicht abgemüdet, ohne viel lästiges Bummelvolk um uns herum – so schritten wir stets guter Dinge und immer mit weiteren Umwegen zur Stadt. Mir that sich ein Himmel auf, muß ich sagen, trotz der abgegriffenen Außenseite dieses Wortes. Wenn sie mir von ihrer rheinischen Heimat erzählte und davon sprach, was für ein Wildfang sie in ganz jungen Jahren gewesen sei, wenn sie mir Szenen aus ihrem Verkäuferinnentagewerk zum Besten gab und muthwilligen Spott über die Ritter mit den Schnabelschuhen beimengte, die mit großer Konsequenz Kravatten bei ihr kauften, wenn im lebhaften Gespräch ihre Wangen sich röteten und ihre lieben Augen so schelmisch und doch so herzensgütig lachten, dann drängte es in mir mit gewaltigem Wehen, und ich hätte sie auf der Stelle in die Arme schließen, in die Höhe heben, küssen, küssen mögen bis zum eigenen Vergehen. Aber sie bewahrte bei alledem eine gewisse, nicht kalte, aber schüchterne oder furchtsam Zurückhaltung, und ihre Hand ruhte regungslos kühl in der meinen, wenn wir uns begrüßten oder verabschiedeten. Auch ich selbst vermochte in Worten ihr nicht zu sagen, was in mir vorging. So lange die Worte nicht ungerufen und ungezügelt auf die Lippen schießen, und so lange ich mir die Redewendungen noch überlegen muß, in denen ich von diesen schmückenden Herzenskräften reden soll, so lange, glaube ich, sind bei mir die Worte noch tönendes Erz und klingende Schelle, und eine »Liebeserklärung« wäre schlaue Lüge. Daher überließ ich mich zumeist dem Zauber ihres Mundes, und wenn ich sprach, so waren es Worte gleichgiltiger Art. So wurden wir einander Freund in langsamer Entwicklung. Es kommt mir jetzt vor, wie wenn wir uns langsam in ein tausendmaschiges Netz, hin- und herspielend wie arglose Fische, verfangen hätten, bis plötzlich ein Ruck uns eng zusammenschloß in gemeinsame, goldene Gefangenschaft; – du kannst von diesem Gesichtspunkt aus vielleicht eine wunderbare Erklärung der netten Fabel von Mars und Venus geben. Wann geschah dieser Ruck? Ach es war ein göttlicher Tag! Als ich früh erwachte, saß mir schon im Herzen ein jubelndes Wohlgefühl. Nicht wie sonst tauchte ich manierlich gelassen meine Hände in das Waschbecken, sondern ich fuhr hinein, als wollte ich einen Hechtsprung in den großen Ozean riskieren; alles, was an Melodien in meinem Kopf aufgespeichert war, drängte sich heraus auf die Lippen, aber ich sang jegliche Melodie fast auf das einzige Textwort Josephine, meine Pandektenmappe schloß ich unter den Arm, wie wenn es meine gesammelten Gedichte wären in 50. Auflage mit Goldschnitt und 20 Seiten lobendem Kritikanhang; meinen Hut stülpte ich mit der Energie eines Betrunkenen auf den Kopf. Draußen lachte mich Alles an: der Himmel erschien mir so unergründlich tief und blau, so lachend die Sonne, und der Wind so frisch und heiter wie nie vordem. Selbst die verschlafenen Dienstmädchen, die beim Frühstückholen sonst nicht vergnügt auszusehen pflegen, lachten mir gerade in's Gesicht, – vielleicht lachten sie mich aus, weil ich gar so heiter einherschritt und sie an meiner Nüchternheit zweifelten. Und wie erschien sie mir an diesem glücklichen, goldenen Tage! Ich ergriff ihre Hand so fest, daß sie mich erstaunt ansah, und ein seltsames, befriedigendes Lächeln glitt dabei über ihr Antlitz. Ich aber ließ ihre Hand nimmer los, und da drückte auch sie die meine fester. So gingen wir schweigend eine Weile in den Wald hinein. »Wir sind eins, wir sind eins!« so tummelte es in meinem Herzen, aber ich fand keine Worte, und nur mein Auge lag auf ihr, gebannt wie von einem flimmernden Scheine. Ist es nur jetzt meine überquellende Empfindung oder war es mir wirklich so: ihre Gestalt erschien mir farbig umrändert, wie ein Bild durch Glas betrachtet, umflossen von einer zitternden, weichen Gloriole. Ihr Auge war gesenkt, ihre Brust ging leise schnell. Da plötzlich schlug sie ihren Blick auf zu mir: wie ein glänzender Lichtwirbel umschlug es mich, meine Augen gingen mir über, und meine Arme umschlangen sie mit einem Male gewaltsam –, mein Mund lag auf dem ihrigen. Mir kommt es vor, als hätte das eine unbestimmte, ewige Frist gedauert, ohne Anfang und ohne Ende, eine Zeit für sich, ganz aus der übrigen heraus. Wie ich zu mir kam, war es auch wie das Erwachen aus einer Ohnmacht. Wir gingen wortlos neben einander her, eng an einander, wie auf ewig verbunden, – ich hatte sie zu meiner Braut geküßt. Liebreich blickten wir uns in's Auge, aber wie erstaunt. Das Vogelsingen über uns tönte in unserem Herzen wieder wie der Nachklang unserer Seligkeit. Gepriesen seien diese kleinen Sänger, die unsere Gedanken ausdrückten, ohne daß wir zu sprechen brauchten. Denn offen gestanden, Worte waren mir jetzt so schwer, wie ehedem trigonometrische Formeln schauderhaften Angedenkens. »Bist du mir böse?« war nach langen Minuten mein erstes Wort –, ein unbegreiflich unsinniges, wie du behaupten wirst, aber es war eine Eingebung des Himmels. Obwohl ich selbst nicht recht wußte, was es bedeuten sollte, so verstand sie doch den Kern der Frage genau, und das erste trauliche »Du« nun auch aus ihrem Munde leitete ein fröhliches Geständniß ihrer Liebe ein. Du siehst, wie brauchbar, nützlich, ja oft nothwendig ein bischen Unsinn ist. Dank meiner blöden Bemerkung gelangten wir aus den überirdischen Regionen unserer Seligkeit zurück auf die Bahnen gemächlichen Wortaustausches, und im ruhigen Reden floß uns nun gegenseitig die stille, friedliche Bestätigung dessen zu, was wir vorher im Sturm und Taumel uns auf die alte wortlose Mundart der Liebe gesagt hatten.

Von nun an begann eine Zeit engen Zusammenseins. Früh schmiedeten wir die Pläne zu irgend welchen gemeinsamen Unternehmungen, Abends führten wir sie aus. Josephine stand in Berlin allein da. Nichts hinderte sie, sich ganz dem Egoismus meiner Liebe zu widmen. Auch war der letzte Rest jener scheuen Zurückhaltung gewichen, welche mir anfangs an ihr auffiel – rückhaltlos war sie mein eigen, ohne vieles Sträuben und Zieren. Bald kletterten wir zusammen die Treppe meiner Mietskaserne hinauf, und ich führte sie gravitätisch in meine »Gemächer« ein. So benannten wir meine Bude, die aus Stube und Kammer bestand. Der ganze Qualm von Ungemüthlichkeit verflog aus diesen mir sonst so widerlichen Miethsräumen. Sie waltete darin wahrhaftig wie eine Fee. Was sie anfaßte, umgab sich meinen Augen förmlich mit Glanz, und bald erschien mir mein Zimmer, eine jener echten Studentenbuden von abgeschabter Eleganz auf Pump, so lustig und licht und heiter rein, wie nur irgend eine Grethchenstube. Wie recht hat doch der Kenner verliebter Herzen, Mephistopheles, mit seinem Ausdruck von der Geliebten »Dunstkreis«. Abgeschmackte Narren mögen das für cynisch erklären, ich finde es ganz natürlich.

Oh du Literaturkundiger! Borge mir ein paar klassische Idyllen zur Schilderung meines Stücks, aber ohne Schalmeienklang und Schaafheerden natürlich, selbstverständlich auch ohne Postillen und Schlafrock. Josephine entwickelte die herrlichsten Eigenschaften. Sie war meine Geliebte, mein Freund, mein mütterlicher Schutzgeist, meine Frau zu gleicher Zeit. Schüttle nicht dein philologisch solides Haupt! Es mag im Allgemeinen richtig sein, daß die Weiberwirthschaft nach französischem Muster nicht ins Studentenleben paßt, und ich habe Daudet's Sappho auch gelesen. Aber mein Fall war gesund und gut. Nie habe ich mehr gearbeitet, nie saß ich mehr in dem mir an sich widerwärtigen juristischen Studium. Wenn ich früher an meinem Schreibtisch war und irgendeine Rechtsmaterie mir einzuprägen trachtete, wie schaal und gewöhnlich erschien mir da die gezwungene Kost. Nach jedem Satzpunkt erschien mir die Zeit mit diesen Dingen weggeworfen, mein Geist sehnte sich beständig nach einer freieren palästra musarum, und fast immer war das baldige Ende dieser Beschäftigung, daß ich mir Trost erholte bei irgend einem Herrscher im Reiche Apolls. (Dieser schöne Ausdruck dir zu Liebe, mein guter Philologe.) Jetzt war mir Josephine die einzige Poesie und die ganze Schönheit. Der Gedanke an sie versüßte mir den hefigen Trank der Rechtsgelehrsamkeit und stärkte mich im Pflichtgefühl; denn es schien mir, als ob ein wenig Plage des Tages mich erst recht zu den Genüssen des Abends berechtigte. Raffinement verliebter Genußsucht, – aber praktisch in der That. Du darfst nun aber beileibe nicht denken, daß wir Hausväterchen und Hausmütterchen, kurzum Lieb-Philisterchen miteinander spielten. Unser Zusammenleben war eine Idylle im stillgemächlichen Sinne eigentlich nur, so lange wir unser gemeinsam eingekauftes Abendessen miteinander verzehrten. Da ließ sie es sich freilich nicht nehmen, mit der leisen Geschäftigkeit einer kleinen Hausfrau das Ganze zu ordnen und zu leiten. Was ich mir sonst in einer Papierumschalung heimbrachte, auf einen Teller warf und mit wenig Genuß lesend verzehrte, das arrangirte sie, weiß der Kukuk mit welchem besonderen weiblichen Sinne für die Aesthetik des Speisetisches zu einem so liebenswürdigen Ensemble, daß es mir zum Feste wurde, so zu essen. Es war das gemüthlich einleitende Vorspiel zur kommenden Hauptaktion. Wir saßen da bei Tische sehr respektvoll von einander getrennt, tranken uns zeremoniell zu, wie die jungen Lieutenants den Herren Vorgesetzten im Kasino, und amüsirten uns mit steifnachgeahmten Höflichkeiten. »Dieses chinesische Schwalbennest kann ich Ihnen sehr empfehlen, meine Gnädige; direkt aus Hongkong, zerfließt wie Vanilleeis auf der Zunge«, sagte ich und gab ihr ein Stück rohen Schinken. »Ach nein, ich liebe diese exotischen Genüsse nicht und nehme höchstens mal gerne ein Stück von diesem vorzüglichen sibirischen Steppenhuhn da«, entgegnete sie, mir lachend ihre kleinen, weißen Zähne zeigend und eine Scheibe geräucherte Gänsebrust anspießend. Du findest das natürlich kindisch, ich aber sage Dir, es war göttlich, meinetwegen olympisch. Es waren die kleinen Plänkeleien zu dem folgenden Haupttreffen, hartnäckigen Machtgefechten voll gegenseitiger Aufopferung.

Stopf Dir die Ohren, mein klassischer Odysseus; denn jetzt gedenke ich Dich mit Sirenenklängen von der glatten Bahn Deiner Syntax zu locken. – Durch die geöffneten Fenster klangen von drüben her abgerissene Harmonieen des Konzerts aus dem Ausstellungspark, die dunkle Nacht schaute ernst und weich ins Zimmer. Josephine hatte nach Tisch ein für allemal jenes Möbel meiner Ausstattung in Besitz, das wir stolz und schön »le fauteuil d'amour« benannt hatten. Ich saß neben ihr auf einem weniger »feudalen« Subsellium, das aber den Vortheil hatte, so niedrig zu sein, daß ich bequem meinen Kopf in ihren Schoß legen konnte – auf einer Fußbank nämlich, gerade so, wie ich einst zu Füßen meiner Mutter gesessen, wenn sie mir Lieder vorsang als Kind. Wie recht hat doch der dicke, melancholische Dänenprinz, wenn er meint, daß es ein schöner Gedanke sei, zwischen – aber halt, ich besinne mich, daß keusche Regisseure diese Stelle stets zu streichen pflegen, und, außerdem, bei mir handelt es sich nicht blos um Gedanken. Doch Du kannst Dir immerhin die Situation auf unserem fauteuil d'amour so vorstellen, wie jene Scene im Shakespeare'schen Stück, nur pflegte ich mich ein wenig kräftiger in meiner Ophelia Schooß zu drücken. Unvergeßliche Lage! Rückenübergebeugt lag ich wie in einem warmen Neste, über meinen Augen leuchtete ihre weiße Stirn, glänzten entflammt und doch so fraulich-weich ihre rührend lieben Augen. Ihre Flechten hatten wir vorher gemeinsam gelöst und nun flutheten sie in braunen warmen, duftigen Wellen über mich herab, ganz nestwarm mich einhüllend. Selbst wenn ich die Augen schloß, fühlte ich förmlich die Wärme ihres Blickes auf mir ruhen, sah das ganze, liebe Madonnenbild über mir, aber meine aufwärts tastenden Hände fühlten ganz leibhaftig hold die Conturen der warmen, wogenden Brust, und wie eine holde Ueberraschung des Himmels senkten sich ihre weichen, heißen Lippen auf die meinen. Damals lernte ich, was weltvergessen heiße im Schooße eines Weibes, und wie in Nichts Streben und Leben und Wolken versinkt in der Gewährung der Liebe.

Wie war mir früher Antonius schwach und verächtlich erschienen in den Banden der braunen Kleopatra. Jetzt fühlte ich ihren frühlingswarmen Athem mich umhüllen, und alle Stürme meines Innern, all' mein Streben, thatkräftig aufzugehen im Wesen des Zeitgeistes, beschwichtigten sich, linde vergehend; ein Streicheln von ihrer kleinen, warmweichen Hand hellte wie eine segnend aufgelegte Heilandshand allen Schmerz und alles Elend des unruhigen Herzens. Nur eins lebte in meiner Seele, ein rühriges, mächtiges Leben, flammenkräftig und flammenbeweglich, die Leidenschaft zu ihr –, ein überschwängliches Drängen von Geist und Leib, eine brausende, hebende Elementargewalt, der jeder Blutstropfen meiner Adern gehorchte.

Glaube nicht, Du Tiefgelehrter und Vielbelesener, daß Du dieses Mysterium der aufeinander brennenden Menschenleidenschaft irgendwo beschrieben fändest in seiner ganzen gewaltigen Naturwahrheit. All' deine Erotiker, und auch die kühnsten und gemüthskräftigsten, – an diesem Problem sind sie alle gescheitert, wie die Philosophen am letzten Grund der Dinge. Ewig streben sie darnach und werden darauf streben, so lange ein dichterisches Feuer in einem Menschenherzen loht und drängt zur Nachschaffung menschlichen Lebens in der Kunst; aber sie werden dieses göttliche Symbol des Ursprungs aller Wesen nie in voller Wahrheit in die Sprache fassen können. Aus dem philosophischen Streben nach Erfahrung des Ersten, Ewigen ging für die Schwachen das begrifflose Wort »Gott« hervor, aus dem dichterischen Streben nach Bewältigung des großen Problems der Liebe entstand schließlich unsere saftlose Kastratenlyrik. Die kräftigen Geister aber wenden sich mit Verachtung oder Mitleid von diesen kläglichen Surrogaten ab. Sie, die selbst genossen haben, entweder den ernsten, tiefen Reiz denkenden Versenkens in die Welt des Unaufgeklärten, oder die stürmische Vollbewegung der Liebe, sie können sich nicht genügen lassen an spielenden Verschleierungen und billigem Wortwesen, – ihnen glüht ja die Erinnerung des Genusses, der Wahrheit im Inneren als das Heiligste in ihrem Leben. – Aber gibt es solcher Geister viele? Blicke um dich und siehe zu, was aus der »Liebe« gemacht wird. Verschwommene Rührseligkeit nach Art der schauderhaften Syruplyrik in Goldschnitt, oder schlaugemeine Spekulation der Sinne und des Geldbeutels. Liebesstümper oder Liebesschänder ringsum. Von einem der letzteren soll der nächste Brief handeln. Das letzte Kapitel der Geschichte

Deines Richard.

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