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John Workmann wird Millionär

Hans Dominik: John Workmann wird Millionär - Kapitel 22
Quellenangabe
typefiction
authorHans Dominik
titleJohn Workmann wird Millionär
publisherHoch-Verlag GmbH
printrun11.-15. Tausend
year1952
firstpub1921
illustratorWilhelm Kelter
correctorreuters@abc.de
senderwww.gaga.net
created20151008
projectid925df4f0
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21. Kapitel

Auf den ledigen Maultieren kamen John Workmann und sein Partner schnell vorwärts. Ihre Rückkehr vollzog sich schneller als ihr Marsch in die Berge, bei dem sie neben den schwerbepackten Maultieren zu Fuß gehen mußten. Schon befanden sie sich wieder in dem großen Tale, an dessen unterem Ende sie ihre Leute zurückgelassen hatten.

Sie mochten noch etwa einen Kilometer vom Hauptlager entfernt sein, als der Donner einer schweren Explosion durch das Tal grollte, sich wieder und immer wieder an den hohen Bergwänden brach und nur allmählich verklang. James Webster zog die Zügel seines Maultieres an, hielt und lauschte.

»Was war das, Mr. Webster?« fragte John Workmann.

»Unser Dynamit! Ich fürchte, unser Dynamit ist in die Luft geflogen. Aber wie ist das möglich? Wie konnte das geschehen? Ich hatte es doch so frostsicher in der kleinen Höhle untergebracht. Hoffentlich ... hoffentlich ist keiner von unseren Leuten zu Schaden gekommen.«

Bei diesen Worten stieß er seinem Tier die Absätze in die Flanken und jagte so schnell auf das Lager zu, daß John Workmann ihm kaum zu folgen vermochte. Schon von weitem vernahm er ein wildes Geschrei der Treiber. Und dann war er unter ihnen, sprang aus dem Sattel und fragte.

Die Treiber deuteten unter Anrufung aller Heiligen nur auf die Höhle, aus deren Eingang gelblicher Rauch drang. Brockenweise erfuhr er, was vor wenigen Minuten geschehen war. Lopez und Juliano waren in die Höhle gegangen. Hatten sich dort mit irgend etwas zu schaffen gemacht. John Workmann konnte nicht erfahren, was sie dort eigentlich gewollt hatten. Die Leute waren vollkommen verstört, und nur allmählich bekam er Auskunft auf seine Fragen. Die beiden waren dort hineingegangen, wie sie es, seit Webster sie hier zurückgelassen, jeden Tag getan hatten. Plötzlich ... eben erst ... sie waren schon seit Stunden in der Höhle ... sei die Explosion erfolgt.

James Webster band sich ein mit Essigwasser getränktes Tuch über Mund und Nase und drang mit brennender Azetylenlampe in die dunkle Höhle ein. Im nächsten Moment kam er wieder zurück, schöpfte noch einmal tief Atem, drang wieder ein und schleifte jetzt eine regungslose Gestalt hinter sich her ins Freie. Es war die Leiche von Lopez. Der fürchterliche Gasdruck der Explosion mußte den Mann im Augenblick getötet haben. Haut und Kleidung waren von den Stichflammen des explodierenden Dynamites schwer verbrannt. Sonst zeigte der Leichnam keine Verletzungen. Schlimmer sah der Körper Julianos aus, den Webster danach ins Freie zerrte. Juliano hatte offenbar unmittelbar neben dem Dynamit gestanden und war mit voller Wucht gegen die Felswand geschleudert worden. Sein Körper war nicht nur verbrannt, sondern auch bis zur Unkenntlichkeit zerschmettert. Auf den ersten Blick ließ sich erkennen, daß bei diesen beiden jede menschliche Hilfe vergebens war. Es konnte sich nur darum handeln, den beiden so plötzlich aus dem Leben Gerissenen eine letzte Ruhestätte zu verschaffen.

James Webster gab den Treibern den Befehl, an einer waldigen Stelle der Schlucht ein Grab auszuheben. Während diese sich an die Arbeit machten, blieb er mit John Workmann allein bei den Leichen zurück. John Workmann brach das Schweigen.

»Wie konnte das geschehen, Mr. Webster? Lagerte das Dynamit in der Höhle nicht frostfrei?«

Es dauerte geraume Zeit, bis Webster die Antwort fand.

»Mr. Workmann, ein längerer Aufenthalt in der Höhle ist in den nächsten Stunden noch nicht möglich. Die giftigen Explosionsgase würden jeden töten, der sich dort aufzuhalten versucht. Ich bin nur für Momente hineingedrungen, um die Verunglückten zu retten, falls sie noch zu retten wären. Aber was ich in diesen kurzen Augenblicken gesehen habe, hat mich aufs tiefste erschreckt.«

John Workmann horchte auf.

»Sprechen Sie, Mr. Webster! Was war das? Was haben Sie dort gesehen?«

»Ich sah die Teile einer Funkstation. Ich sah, daß Lopez und Juliano offenbar dabei waren, mit einer drahtlosen Station zu arbeiten. Die Gewalt der Explosion hat auch diese Anlage zertrümmert. Aber die Reste verrieten mir genug. Es ist für mich außer allem Zweifel, daß die beiden mit einer drahtlosen Station gearbeitet haben, zum mindesten zu arbeiten versucht haben ... Und dabei hat sie ihr Verhängnis ereilt. Ich glaube zu wissen, wie diese Explosion entstanden ist.«

»Sie meinen, Mr. Webster ... Sie glauben, daß die drahtlose Station diese Explosion verursacht hat?«

»Ich bin überzeugt davon, Mr. Workmann. Die beiden haben sich jeden Tag in die Höhle zurückgezogen, weil sie unbeobachtet von den Treibern die Station zusammenbauen und in Betrieb setzen wollten. Deswegen sind sie in die Dynamithöhle gezogen, haben täglich mit dem Tode gespielt und sind schließlich eine Beute des Todes geworden.«

»Aber wie, Mr. Webster, wie ist das zugegangen?«

»Sie wissen, Mr. Workmann, daß man Dynamit ohne Zündkapseln anzünden kann, ohne daß es explodiert. Aber was die brennende Flamme nicht vermag, vermag das winzige Fünkchen. Ein elektrisches Fünkchen, so winzig, daß es dem Auge kaum sichtbar ist, vermag die Explosion einzuleiten. Dies Fünkchen aber haben die beiden selber in das Dynamit geworfen, als sie hier mit einer drahtlosen Station operierten. Es ist die berüchtigte Fritterwirkung, die so manche Sprengstoffexplosion verursacht hat. Unter dem Einfluß der von der Station ausgestrahlten starken elektrischen Felder mußten sich auch in dem Dynamit elektrische Spannungen bilden, die schließlich in kleinen Fünkchen ihren Ausgleich suchten. Damit aber war die Katastrophe besiegelt.

Für uns bleibt die Frage zu beantworten, ob die beiden schon dazu gekommen sind, irgendwelche drahtlose Nachrichten auszusenden, oder ob sie bereits bei den Vorversuchen vom Schicksal ereilt wurden. Denn die andere Frage, auf wessen Veranlassung und in wessen Auftrag Lopez und Juliano dies unternommen haben, die brauche ich nicht mehr zu beantworten. Ich bin sicher, daß es meine alten Freunde von der Wolframkompanie sind, die auf irgendwelche Weise von unseren Plänen Wind bekommen haben. Vielleicht läßt sich darüber noch Näheres ergründen.«

Gefolgt von John Workmann ging Webster zu den Leichen hin und begann deren Kleidung zu untersuchen.

»Die Papiere der Toten muß ich ja auf jeden Fall an mich nehmen«, sagte er, während er dem Rock Julianos eine Brieftasche entnahm und auch in der Kleidung von Lopez allerlei Papiere fand. Sorgsam durchblätterte er seinen Fund und stutzte plötzlich.

»Sehen Sie, Mr. Workmann. Da haben wir's.«

In der Tat fand sich in den Papieren von Lopez eine freilich ziemlich roh gezeichnete Landkarte, welche die genaue Marschroute bis zu diesem Lager hin enthielt. Es fanden sich weiter eingehende Aufzeichnungen über die vermutliche Richtung des Weitermarsches, den Webster und John Workmann allein angetreten hatten. Es fanden sich schließlich kurze Mitteilungen, die in möglichst gedrängter Sprache aufgeschrieben waren. Dabei war unter jedem in Buchstaben geschriebenen Worte auch eine Niederschrift desselben in Morsezeichen vorhanden.

»Es ist vollkommen klar«, meinte Webster, während er das Papier John Workmann hinhielt, »daß Lopez diese Mitteilungen mit Hilfe der Sendestation an seine Auftraggeber funken wollte. Da er das Morsealphabet nicht beherrscht, hat er sich seine Depeschen erst in Morsezeichen aufgeschrieben, wie Anfänger das häufig tun. Dann konnte er die Nachrichten nach dieser Niederschrift bequem heruntertasten. Hoffentlich ist noch nichts davon in die Welt hinausgefunkt worden.«

Mit steigendem Interesse durchlas John Workmann diese Notizen. Ihr Inhalt sprach zur Genüge: Lopez an C. d. W ...

»Das ist die Wolframkompanie«, sagte Webster, indem er seinen Finger auf diese Stelle der Niederschrift legte.

»Also im Dienste der Wolframkompanie standen diese beiden. Wie kamen sie dazu? Ich kann mir nicht denken, daß die Wolframkompanie selbst von unserer Reise etwas erfahren hat. Die beiden müssen mit ihr in Verbindung getreten sein und ihr unsere Absicht verraten haben, nachdem ich sie in meine Dienste genommen hatte.«

John Workmann las den Inhalt der Aufzeichnungen weiter: ... Sehr schneller Aufbruch von Fernando ... zwanzig Maultiere ... viel Dynamit ... Webster mit anderem sehr jungen Amerikaner Workmann zusammen, gemeinsamer Marsch ... elf Tagereisen bis in das obere Tal des Bengo ... Amerikaner sprachen von Gold ... scheinen großen Schatz holen zu wollen.«

Während John Workmann halblaut las, kniff Webster die Lippen zusammen. Jetzt brach er los:

»Pfui Teufel. Da denkt man, mit alten zuverlässigen Führern zu arbeiten, und wird in dieser Weise bespitzelt. Es ist von größter Wichtigkeit, daß noch kein Wort von diesen Nachrichten in die Welt hinausgefunkt wurde. Sonst müßten wir alle unsere Dispositionen von Grund auf ändern ... Nun, eine Antenne ist schließlich ein Ding, das man nicht verbergen kann. Ich werde es aus unseren Treibern schon herausbekommen, ob die beiden hier eine Antenne gespannt hatten oder ob sie noch bei den Vorbereitungen waren.«

Die Treiber kamen zurück. Sie hatten die Gruft vorbereitet. Schweigend senkte man die sterblichen Überreste von Lopez und Juliano hinab. Webster sprach ein kurzes Gebet und dann fielen die Schollen wieder in die Tiefe. Ein schlichtes Holzkreuz mit den Namen und dem Todestag der Verunglückten wurde darauf gepflanzt, schwere Steine wurden darüber gewälzt, damit nicht Wildkatzen oder andere Raubtiere den Frieden der Gruft störten. Eine Stunde später brach die ganze Karawane unter der Führung Websters auf und zog jener Stelle entgegen, wo der Goldschatz verborgen lag und seiner Hebung harrte. James Webster und John Workmann ritten an der Spitze des Zuges. Der erstere war schweigsamer und verschlossener, als es sonst seine Art war. John Workmann hatte den Eindruck, daß er mit sich selbst zu Rate ging und mancherlei überdachte, um einen Entschluß zu fassen. Erst nach Stunden brach Webster sein Schweigen.

»Ich glaube, Mr. Workmann, es ist klar, daß diese Treiber, dies stumpfsinnige, ungebildete Indianerblut ... oder Dreiviertelblut, von den Plänen der beiden Toten keine Ahnung haben. Wenn ich die ganze Sachlage noch einmal überdenke, komme ich immer mehr zu dem Schluß, daß wir bei manchem Unglück doch noch viel Glück gehabt haben. Keiner der drei Burschen da hat irgend etwas von einem Draht gesehen. Ich habe sie alle einzeln verhört. Wäre etwas Derartiges passiert, hätte ich es sicher herausbekommen. Es steht für mich fest, daß die beiden Verräter nicht dazu gekommen sind, ein einziges Wort dieser Nachrichten hinauszufunken. Ihr Schicksal hat sie bereits bei den Vorbereitungen ereilt. Und das ist gut so ... gut für uns, wenn es auch zwei Menschenleben gekostet hat.«

Am Mittag des nächsten Tages erreichte die Karawane den Lagerplatz, an dem der Goldschatz lag. Es waren jene achtzig kleinen Pakete zu je 50 Pfund. Das einzelne Paket auch in der Verpackung kaum größer als eine Dreiliterkanne. Dieser Tag war der Rast gewidmet. Die Tiere ruhten, die Treiber vergnügten sich auf ihre Weise mit Palmenwein und Würfelspiel und gingen dann zur Ruhe. Als sie am nächsten Morgen erwachten, da mußten sie die Entdeckung machen, daß ihre Herren bereits die Arbeit für sie verrichtet hatten. Alle zwanzig Tiere standen bepackt und zum Aufbruch fertig da. Webster hatte unter den mitgebrachten Vorräten gründlich Musterung gehalten. Alles irgendwie Entbehrliche, Werkzeuge, Decken und dergleichen, blieb zurück. Scheinbar trug jedes Tier nur eine kleine Last. Aber diese Last bestand aus gediegenem Golde und wog 100 Kilogramm. Auf zwanzig Maultierrücken wanderten 2000 Kilogramm Gold talabwärts der Küste entgegen.

Marschtag folgte auf Marschtag, und bald merkte John Workmann, daß Webster nicht mehr auf dem gleichen Wege dahinzog, auf dem sie hergekommen waren. Der Marsch ging ein Flußtal entlang in gerader Richtung nach Westen. Sie kreuzten die Bahn in der Gegend von Talca und zogen in westlicher Richtung weiter. Jeden Abend nahmen Webster und John Workmann den Maultieren selber die kostbare Last ab und verstauten sie in ihrem Zelte. Jeden Morgen luden sie sie selbst wieder auf. Und außerdem hielten sie regelmäßig Wache. Mit geladener Schußwaffe lösten sie sich die Nacht alle zwei Stunden ab.

»Es ist unbedingt nötig«, hatte Webster John Workmann erklärt. »Ich hoffe zwar, daß unsere Treiber auch jetzt noch keine Ahnung von der kostbaren Last haben, die wir mit uns führen. Aber haben sie auch nur die Spur einer Ahnung, dann müssen wir mit Sicherheit damit rechnen, daß sie bei der ersten passenden Gelegenheit versuchen, uns die Kehle durchzuschneiden.«

So hielten sie Nacht für Nacht Wache, und Webster drängte auf Eile und große Tagesmärsche. Fast eine Woche war vergangen, als sie das Ziel ihres Marsches erreichten. Ein kleines abgelegenes Fischerdorf, ungefähr in der Mitte zwischen den beiden Hafenstädten Constitucion und Concepcion gelegen. Ein winziges Nest ohne jeden Verkehr. Aber das war es ja gerade, was Webster suchte.

»Hier sind wir wenigstens für 24 Stunden sicher«, erklärte er John Workmann. »Während der nächsten 24 Stunden vermutet uns hier niemand. Selbst wenn gewisse Leute unsere Spur einmal hatten, haben sie sie jetzt verloren. Und morgen um diese Zeit sind wir, hoffe ich, schon ganz woanders.«

In einem äußerst primitiven und reichlich unsauberen Gasthaus fanden sie Unterkunft. Im Laufe des Nachmittags waren sie hier angekommen, und auf Ersuchen Websters zahlte John Workmann den Treibern den Rest ihres Lohnes aus.

»Aber nur den Lohn, Mr. Workmann«, hatte Webster gesagt. »Die Extrazahlung, die wir ihnen versprochen haben und die sie nach Landesbrauch zu fordern haben, sollen sie erst morgen bekommen.«

James Webster hatte mit dieser Anordnung etwas Besonderes bezweckt, und die folgenden Stunden gaben seinen Dispositionen vollauf recht. Da die Treiber noch auf ihr Trinkgeld warteten, liefen sie noch nicht in alle Winde davon, sondern kümmerten sich um die Maultiere, sorgten dafür, daß diese gefüttert und untergebracht wurden. Dann aber begann die Pulquekanne mit dem unvermeidlichen Palmenwein zu kreisen, und als die Dunkelheit hereinbrach, waren die drei Treiber des süßen Weines so voll, daß sie sich nicht mehr im geringsten um das Tun und Treiben ihrer Brotherren kümmerten.

Aber während in der Schankstube des Gasthauses der Pulquekrug geschwungen wurde, standen James Webster und John Workmann am Strande und waren in eifriger Verhandlung mit einem Fischer. Der kratzte sich bedenklich hinter den Ohren. Sein Boot wollten die Caballeros kaufen. Sein schönes großes Segelboot, mit dem er tagaus, tagein Fische fing und den Unterhalt für seine Familie verdiente. Wenigstens 1000 Pesos wäre das Boot wert. Wenigstens 1000 Pesos. Billiger könne er es bei der Jungfrau und bei allen Heiligen nicht lassen.

James Webster rechnete ihm erst einmal vor, daß das Boot nur 500 Pesos wert wäre, daß man überall ein noch größeres und schöneres Boot für 500 Pesos bekäme ... Aber er und sein Freund, sie hätten Eile fortzukommen. Wenn der Fischer ihnen noch Wasser und Proviant für acht Tage in das Boot bringen wolle, dann wollten sie ihm in Gottes Namen die 1000 Pesos geben, obwohl es Raub und Wucher und Erpressung wäre. Aber sofort müsse der Proviant in das Boot geschafft werden. In zwei Stunden müßten sie weg sein, müßten sie die Grenze der chilenischen Gewässer überschritten haben.

Während James Webster diese Ausführungen machte, blickte er dem Fischer ins Gesicht und kniff in eigenartiger Form das eine Auge zu, machte auch ein bestimmtes Zeichen mit der Hand.

Da begriff der andere. Die Caballeros gehörten offenbar zu der politischen Partei, die augenblicklich von einer neuen Regierung verdrängt worden war. Sie hatten Grund, sich in Sicherheit zu bringen, und dafür wollten sie sein Boot haben. Nun gut. Wenn er 500 Pesos dabei verdiente, warum denn nicht.

So wurden sie handelseins.

Als John Workmann und Webster in das Gasthaus zurückkehrten, lagen die drei Treiber in einem tiefen, wohltätigen Pulqueschlaf. Wie sie es während dieser Reise schon so oft getan hatten, mußten sie auch diesmal die Tiere selbst wieder belasten. Dann ging es in schimmernder Sternennacht zum Strande hinab, wo das gekaufte Boot ihrer harrte. Ballen um Ballen wurde die kostbare Goldlast übernommen, und als der letzte Beutel geborgen war, führte Webster die Tiere zum Gasthause zurück, während John Workmann bei dem Boot blieb.

Die See lag fast ruhig. Nur ein leichter Landwind wehte und ließ keine Brandung aufkommen. Eine Viertelstunde verstrich und noch eine. Dann kam James Webster zurück.

»All right, Mr. Workmann. Alles in Ordnung! Der Wirt und die Treiber sind bezahlt, sogar die Maultiere konnte ich noch zum vierten Teil ihres wirklichen Wertes an den Mann bringen. Jetzt los, damit wir den Anschluß nicht verfehlen!«

Mit starkem Schwung schob er das Boot weiter in das Wasser und schwang sich dann an Bord. Knatternd stieg das Segel am Mast empor und füllte sich mit einer steten, vollen Brise. Rauschend gewann das Boot Fahrt und schäumend durchschnitt sein Bug die See, den Kurs genau nach Westen gerichtet. Es war, als ob sie den alten Marsch, der sie in acht Tagen von den Höhen der Kordilleren bis an die Küste gebracht hatte, hier fortsetzen wollten. Weiter ging die Nacht, und rote Dämmerung flammte über den Andenkämmen der Küste auf. Immer noch schoß das Boot wie ein großer weißer Vogel auf seinem Westkurs dahin.

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