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John Workmann der Zeitungsboy

Hans Dominik: John Workmann der Zeitungsboy - Kapitel 8
Quellenangabe
typefiction
authorHans Dominik
titleJohn Workmann der Zeitungsboy
publisherHoch-Verlag GmbH
printrun11.-15. Tausend
year1952
firstpub1921
illustratorWilhelm Kelter
correctorreuters@abc.de
senderwww.gaga.net
created20151008
projectid8be3f044
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7. Kapitel

Wochen waren vergangen, als John Workmann, von seiner Verletzung genesen, sein Lager und seine Wohnung verlassen konnte.

Wie vordem nahm er seinen Weg wieder zum Palast des Zeitungsriesen, um seine Ausgaben auf dem Broadway zu verkaufen und in den freien Stunden in den Betrieben umherzugehen und zu lernen.

Heute hatte ihn sein Gang in das gewaltige Papierlager zu dem alten Papiermeister Mister Miller geführt. Der war ein guter Sachse, hatte früher einmal auf den Namen Müller gehört, war aber als zwanzigjähriger junger Mann nach den Vereinigten Staaten gekommen und hatte als gelernter Papiermacher in den Bennettschen Betrieben Aufnahme gefunden.

Er war unter den Arbeitern seiner Abteilung wegen seines etwas barschen Wesens nicht sonderlich beliebt, aber eine herzensgute Natur.

Als John Workmann mit dem Anliegen, etwas über Papierfabrikation zu erfahren, zu ihm kam, brummelte er in seinen grauen Bart über naseweise Jugend und Topfguckerei. John Workmann blickte ihn ernst an und sagte:

»Sie sind der Meister hier, und ich wende mich deshalb zuerst an Sie, um etwas zu lernen. – Falls es Ihnen nicht paßt, werde ich mich an Ihre Arbeiter wenden. – Außerdem bin ich weder naseweiß noch topfguckerisch, aber Sie sind unhöflich.«

»Was bin ich?« – Mit offenem Munde starrte der Alte den Jungen an, solche Sprache war er nicht gewohnt. – Dann überzog ein Lächeln sein Gesicht, er reichte John Workmann die Hand und sagte:

»Du gefällst mir, Junge. – Hast Courage. – Und damit nichts für ungut. – Ich werde dir die Papiergeheimnisse erklären, und als erste Weisheit merke dir: Stehlen mußt du, was das Zeug hält. Stehlen mußt du, soviel du nur irgend erwischen kannst. Das sagte mir schon mein alter Lehrmeister in Deutschland.«

»Aber, Mister Miller«, rief John Workmann erstaunt. »Das ist doch unehrlich. Das darf man doch nicht.«

»Beileibe nicht«, schmunzelte Mister Miller – »aber trotzdem – stehlen, sagte mein alter Lehrmeister, aber nicht mit den Fingern, sondern nur mit den Augen. So ist die Sache zu verstehen, Jonny. Wenn du vorwärtskommen willst, mußt du mit sehenden Augen durch die Welt gehen und auf alles achten, alles zu begreifen versuchen.«

»Ist das der Weg, Millionär zu werden?« fragte John Workmann.

»Ich glaube wohl, John. Nur wer alle Dinge um sich mit offenen Augen betrachtet, wer alle Möglichkeiten erwägt und begreift, hat Aussichten, es zu etwas zu bringen. Darum riet ich dir, mit den Augen zu stehlen. Doch jetzt laß dir vom Papier, von seiner Herstellung erzählen.«

Und nun begann der alte Miller zu erzählen. Er kramte seine Erinnerungen aus und sprach von längstvergangenen Zeiten, da er für Mister Bennett noch in den südamerikanischen Urwäldern gewesen war, wo sie die Bäume nicht mit der Säge fällen, sondern durch Dynamitpatronen sprengen. Er erzählte ihm von dem romantischen Leben im Lager der Holzfäller und von dem sinnbetörenden Jagen und Hasten in den Betrieben der Schleifmühlen und Papierfabriken. Er schilderte endlich, wie aus dem grünen Baum das Papier hergestellt wird.

Obwohl John Workmann bereits das meiste wußte, hatte er doch mit leuchtenden Augen der Erzählung des Papiermeisters zugehört und saß jetzt nachsinnend mehrere Minuten still.

»Ist dir vielleicht etwas noch nicht klargeworden, mein Junge?« fragte der Papiermeister.

»Oh, ja«, entgegnete John Workmann, »nun ist mir alles klar. Aber ich überlege soeben, daß diese mächtigen Wälder doch im Grunde nur deshalb zu Papier verarbeitet werden, weil man das Papier bedrucken will.«

»Da hast du recht«, erwiderte der Papiermeister. »Wenn das Papier nicht bedruckt werden sollte, wäre es wirklich zwecklos. Aber über das, was auf das Papier gedruckt wird, darüber kann ich dir keine Auskunft geben. Da mußt du schon zu unserem Redaktionsstab gehen, dort kannst du genau erfahren, woher die Nachrichten stammen.«

»Das werde ich tun«, erwiderte John Workmann, »denn ich glaube, daß die Redaktion der Hauptfaktor des ganzen Zeitungsbetriebes ist.«

»Das will ich nicht entscheiden«, meinte der Papiermeister, »geh nur zu den Herren selbst, ich habe dort einen guten Freund. Das ist Mister Charley Berns, der wird dir gern Bescheid sagen.«

»Ich werde ihn aufsuchen«, sagte John Workmann, »und Euch danke ich, daß Ihr mir so gute Auskunft gegeben.«

Er drückte die harte Arbeitshand des Papiermeisters und verließ den Raum.

Am nächsten Tage begab er sich zur Redaktion, um dort Mister Charley Berns aufzusuchen.

Mit Interesse betrachtete der noch junge Redakteur den eintretenden John Workmann, von dem jeder im Betrieb des Zeitungsriesen wußte, daß er unter der besonderen Protektion von Mister Bennett stand.

Charley Berns reichte John Workmann freundlich die Hand und wies ihm einen Stuhl neben dem Schreibtisch an.

»Was führt dich zu mir?« fragte er, während John Workmann mit erstaunten Augen das einfache, fast kahl eingerichtete Zimmer betrachtete.

Einen Redakteur hatte er sich ganz anders vorgestellt.

In seinen Gedanken mußte das ein Mann sein, der in einem großen saalartigen Zimmer saß, dessen Wände von oben bis unten mit Büchern vollgestellt waren. Der Redakteur selbst mußte seiner Meinung nach ein ziemlich alter Mann sein, womöglich mit einem mächtigen weißen Bart.

Nun war nichts von seinen Vermutungen eingetroffen! Vor sich sah er einen jungen, höchstens dreißig Jahre alten Mann mit glattrasiertem Gesicht, der ihn mit lustig blinkenden Augen anschaute, eine Zigarette rauchte und statt der dicken Bücher auf dem Schreibtisch nur Tinte, Feder und lose weiße Blätter liegen hatte.

»Ich möchte gern von Ihnen wissen«, begann John Workmann, »woher Sie alle die Nachrichten nehmen, die Sie in die Zeitungen drucken lassen.«

»Da irrst du dich«, lachte der Redakteur, »ich allein bin nicht fähig, alle diese Nachrichten und Artikel zu schreiben, mit welchen die Zeitung gefüllt wird. Dazu sind mehr Köpfe als ein einziger erforderlich, das kannst du mir glauben.«

»Ich habe mir das ja auch bereits gedacht«, erwiderte John Workmann. »Sie haben meine Frage wohl nicht richtig verstanden. Ich möchte ja nur wissen, woher Sie persönlich Ihre Nachrichten nehmen!«

»Weshalb interessierst du dich dafür?«

»Weshalb?« fragte John Workmann erstaunt und überlegte mehrere Minuten. Schließlich begann er:

»Ich kann es Ihnen ja ruhig sagen. Ich habe die Absicht, einmal dasselbe zu werden wie Mister Bennett.«

»Alle Achtung«, lachte der junge Redakteur. »Da hast du dir ja keine kleine Lebensaufgabe gestellt. Ich wünsche dir viel Glück dazu.

Bist du dir denn auch schon klar, wie du das anstellen willst?«

»Selbstverständlich«, erwiderte John Workmann. »Aus dem Grunde bin ich ja zu Ihnen gekommen, um mich von Ihnen belehren zu lassen. Ich möchte bei Ihnen lernen, was ein Redakteur zu arbeiten hat.«

Aha, ich verstehe«, erwiderte der Redakteur, der an der Art und Weise John Workmanns Gefallen fand. »Aber ich glaube, daß es dir nicht viel nützen wird, wenn ich dir die Wege zeige, auf denen ich tagtäglich meine Nachrichten sammele. – Zu lernen geht das nicht, lieber Junge, das muß man im Gefühl haben, denn« – er machte eine Pause und sah auf die vor ihm liegenden Blätter – »sieh einmal! Hier habe ich einige Dutzend Notizen liegen. Nur diejenige Notiz, von der ich annehmen muß, daß sie die Allgemeinheit interessiert, gebe ich zum Druck. Erst aber muß ich sie überarbeiten und ihr die richtige Form und dem Text den richtigen Stil geben.«

»Wenn ich Sie recht verstehe«, unterbrach ihn John Workmann, »so erhalten Sie diese Notizen von Ihren Berichterstattern.«

»Jawohl, mein Junge.«

»Was sind denn das für Leute?«

»Da sind allerlei Arten von Leuten. Du selbst zum Beispiel wärest für mich ein Berichterstatter, falls du zu mir kämest und mir irgendeine Neuigkeit erzähltest, ein Verbrechen oder einen Unglücksfall oder sonst irgend etwas, was sich in der Stadt zugetragen hat.

Erschiene mir nun deine Nachricht wert, gedruckt zu werden, so würde ich sie, falls du es nicht könntest, zu Papier bringen, und du würdest für deine Berichterstattung von mir ein Honorar angewiesen bekommen, das Mister Bennett für jede Zeile zahlt.«

»Das habe ich noch gar nicht gewußt, da kann man viel Geld verdienen.«

»Gewiß«, erwiderte der Redakteur, »wenn du viel interessante und neue Sachen bringst, bevor ich sie noch von anderer Stelle höre, so kannst du ganz gutes Geld dabei verdienen.«

In diesem Augenblick trat einer der kleinen Boys, welche die Anmeldungen von Besuchen bei den verschiedenen Redaktionen zu vermitteln haben ein und meldete:

»Mister Willy Runge.«

»Ich lasse bitten«, sagte der Redakteur und wandte sich wieder an John Workmann. – –

»Siehst du, jetzt kannst du gleich einen meiner Berichterstatter kennenlernen. Er arbeitet bereits seit zwei Jahren für unsere Zeitung und bringt mir fast den größten Teil meiner Nachrichten.«

Ein etwa fünfundzwanzigjähriger junger Mann, elegant gekleidet, trat ein und begrüßte den Redakteur mit vertraulicher Freundschaft.

»Was gibt es Neues?« fragte ihn der Redakteur.

»Oh, eine ganze Menge!« erwiderte der Berichterstatter. »Ich komme soeben von Hoboken und habe dort mit dem Chef der italienischen Polizeiabteilung, mit Petrosino, einen Verbrecherwinkel der schlimmsten Art ausgehoben.

Ich spürte den Burschen schon seit mehreren Wochen nach und gestern abend gelang es mir endlich, ihre Wohnung ausfindig zu machen. Nun benachrichtigte ich schleunigst Mister Petrosino und fuhr mit ihm und seinen Detektiven heute morgen nach Hoboken.

Wir nahmen auch glücklich die gesamte Verbrechergesellschaft fest, fünfzehn Personen, alles Italiener.

Diese Italiener gehören zu der gefürchteten ›Schwarzen Hand‹ und haben vor vierzehn Tagen den Sohn des italienischen Weinhändlers Tomaselli geraubt, um von dem Vater ein Lösegeld zu erpressen.

Ich denke, die Sache gibt einen Hauptartikel für unsere Abendausgabe.«

»Unbedingt«, stimmte ihm der Redakteur bei, »ich werde Ihnen gleich ein Zimmer anweisen lassen, in dem Sie den Artikel niederschreiben können. – Haben Sie übrigens Bilder von der Affäre gemacht?«

»Jawohl«, erwiderte der Berichterstatter. »Ich hoffe, daß ich mit meinem Kodak einige ganz gute Aufnahmen sowohl von der Verbrecherhöhle als auch von der Kampfszene zwischen den Detektiven und den Verbrechern gemacht habe.

Ich werde meinen Apparat sofort in das fotografische Laboratorium schicken, und die Herren können, während ich den Artikel schreibe, die Bilder entwickeln.«

Der Redakteur drückte auf einen elektrischen Knopf auf seinem Schreibtisch, ein Boy erschien und ihm gab er den Auftrag, Mister Runge in eines der für die Berichterstatter stets bereitstehenden Arbeitszimmer zu führen, die mit Schreibtisch und Telefon ausgestattet waren.

Sobald der Berichterstatter das Redaktionszimmer verlassen hatte, sagte der Redakteur zu John Workmann:

»Du hast eine praktische Lehre bekommen, wie ein Berichterstatter für seine Zeitung zu arbeiten hat.

Er darf nicht nur darauf warten, was ihm der Zufall in den Weg führt, sondern er muß, wie ein Detektiv, dem Zufall auf die Beine helfen. Er muß sich, wie man sagt, ›seine Nachrichten selbst arbeiten‹.«

Mister Berns hatte kaum ausgesprochen, als wieder ein Boy erschien und ihm ein Telegramm auf den Schreibtisch legte.

Hastig riß es der Redakteur auf und überflog es. Dann sah er mit einem schnellen Blick zu der an der Wand befindlichen großen Normalzeituhr und öffnete im Schreibtisch eine für John Workmann bis jetzt verborgen gebliebene Platte, nahm ein Blechkästchen und steckte es in die Klappe des Schreibtisches. Dann drückte er auf einen Hebel, ein kurzes surrendes Geräusch wurde hörbar, und jetzt nahm der Redakteur das auf dem Schreibtisch stehende Telefon zur Hand und John Workmann hörte, wie er sprach:

»Satzmeister! Beifolgendes wichtige Telegramm muß noch in die Mittagsausgabe.

Sie sind schon fertig mit der Zurichtung? Schadet nichts! Nehmen Sie die Nachricht über den Brand in Pittsburg heraus und schieben Sie an dieser Stelle das Telegramm ein.«

Er legte den Hörer wieder hin und wandte sich an John Workmann:

»Siehst du, mein Junge, das war eine andere Art von Berichterstattung, ein Kabeltelegramm aus London.

Hätte ich es eine Minute später erhalten, dann wäre es nicht mehr möglich gewesen, es in die Mittagsausgabe zu bringen. –

Oftmals hängt an einer Minute ungeheures Unglück oder großes Glück. Falls z. B. diese Notiz erst in dem Abendblatt veröffentlicht werden könnte, so wären für unsere Industrie möglicherweise große Vermögen verloren gewesen.

Dieses Telegramm gehört ja eigentlich sonst nicht auf meinen Schreibtisch, sondern mein Kollege Mister Buttler hätte es bearbeiten müssen, er hat die Börsenredaktion. Da er aber seit zwei Tagen erkrankt ist, vertrete ich ihn.«

»Darf ich wissen, was das für ein Telegramm war?« fragte John Workmann.

»Warum nicht«, antwortete der Redakteur. »Obwohl ich nicht glaube, daß du es verstehen wirst. Das Telegramm lautet kurz:

›Pierpont Morgan ist erkrankt‹.«

»Ich verstehe allerdings nicht«, bemerkte John Workmann, »warum durch eine Erkrankung Pierpont Morgans, wie Sie sagten, hier in Amerika große Vermögen verlorengehen sollten.«

»Ich will dir auch das erklären, mein Junge. Sieh mal, ein Mann besitzt ein ungeheures Vermögen und dieses Vermögen besteht zum größten Teil aus Unternehmungen, wie Kohlenbergwerken, Eisenbahnen, großen Maschinenfabriken und dergleichen, wofür viele Hunderte von Menschen diesem Manne Tausende von Dollar geliehen haben. Für diese Tausende von Menschen kommt eine Gefahr, ihr in den Unternehmungen des Milliardärs angelegtes Vermögen, falls derselbe erkrankt, zu verlieren, denn es fragt sich, ob irgendein anderer die Kraft und das Können besitzt, diese Unternehmungen im Sinne der Geldgeber weiterzuführen.

Deshalb ist es für die Mitbeteiligten des Pierpont Morgan, und dazu gehören hier in Amerika wohl 20-30 000 Menschen, von größter Wichtigkeit zu erfahren, ob Pierpont Morgan gesund oder krank ist. Im Augenblick, wo er erkrankt, fallen die von ihm ausgegebenen Aktien oder, für dich verständlicher gesagt, Schuldverschreibungen auf seine Unternehmungen ganz bedeutend im Werte.

Denke dir einmal, du hättest eine Aktie auf ein Morgansches Unternehmen für 100 Dollar gekauft und diese Aktie bringt dir später einen Gewinn von zehn, ja vielleicht sogar zwanzig bis dreißig Prozent, so hat diese Aktie, falls du sie besitzest, für dich einen viel höheren Wert als hundert Dollar.

Du wirst das Papier an der Börse vielleicht für das Doppelte oder mindestens aber für eine gehörige Anzahl Dollar höher verkaufen können, weil die Gewinnerträge dieser Aktie sie um soundsoviel wertvoller machten.

Sollte nun der Fall eintreten, daß der Gewinn sich durch irgendwelche Umstände verringert oder überhaupt in Frage gestellt wird, so erhältst du für deine hundert Dollar nicht mehr den vollen Wert, sondern bedeutend weniger.

Ich hoffe, daß dir diese einfachen Grundzüge der Spekulation mit einem Börsenpapier klargeworden sind.«

»Mir ist es noch nicht ganz klar«, erwiderte John Workmann. »Ich habe immer bis jetzt geglaubt, daß ein Milliardär wie Pierpont Morgan nur mit seinem eigenen Gelde arbeitet. Sie sagten mir aber soeben, daß er sich von fremden Leuten Geld geliehen hat und daß dieses Geld sein Vermögen bildet.«

»Das stimmt nicht ganz, ich sehe, ich muß es dir noch klarermachen. Denke dir einmal folgendes:

Du fändest irgendwo im Westen durch Zufall eine Petroleumquelle. Du hast gerade soviel Geld, diese Petroleumquelle von dem bisherigen Eigentümer, der nicht weiß, welchen Wert er besitzt – es kann sogar der Staat selbst sein – zu kaufen.

Nachdem du das Stück Land mit dieser Petroleumquelle gekauft hast, stehst du ohne jeden Pfennig Geld auf deinem Grund und Boden.

Nun tritt an dich als Besitzer die Frage heran, wie kann ich die Petroleumquelle verwerten, oder besser gesagt, wie vermag ich aus meiner Petroleumquelle Geld zu schöpfen.

Da du nun selber kein Geld mehr hast, um die Petroleumquelle zu verwerten, und allerlei Maschinenanlagen und sonstige technische Hilfseinrichtungen bauen mußt, so wendest du dich in der Zeitung durch Anzeigen an Leute, welche gewillt sind, dir zwecks Verwertung deiner Petroleumquelle Geld zu leihen.

Für dieses Geld versprichst du ihnen eine angemessene Gewinnbeteiligung. Solltest du im Laufe der Jahre mit dem Gewinn, der auf dich fällt, soviel verdienen, daß du fremdes Geld nicht mehr nötig hast, so kaufst du einfach von deinen Gläubigern die in ihren Händen befindlichen Schuldverschreibungen oder Aktien deiner Petroleumquelle zu dem Preise, wie sie an der Börse gehandelt werden.

Dann erst bist du wieder dein eigener Herr und besitzest tatsächlich die Nutznießung des Vermögens, das die Petroleumquelle darstellt.«

»Das ist ja großartig«, rief John Workmann. »Ich verdanke Ihnen eine große Lehre. Man hat also eigentlich nur nötig, irgendwo eine Petroleumquelle oder Kohlenmine zu entdecken und man ist ein reicher Mann.«

Der Redakteur lächelte. »Es braucht nicht eine Petroleumquelle oder eine Kohlenmine zu sein, obwohl das die beste Sache wäre, welche du finden könntest. Du kannst auch aus eigener Kraft irgendeine Erfindung machen oder ein Unternehmen gründen, und genau in derselben Weise von deinen Mitmenschen die zum Betrieb nötigen Gelder erhalten.

All die großen Vermögen, welche wir hier in Amerika und überhaupt in der Welt besitzen, sind nur eine Folge von günstigen Spekulationen.

Arbeit, in dem Sinne, wie der geistige oder technische Arbeiter sie ausführt, vermag niemals ein Millionenvermögen zu gewinnen, und selten nur geschieht es, daß solche Geistesarbeiter auch nur annähernd imstande sind, sich durch die Zinsen ihres Arbeitsertrages zu ernähren.«

In John Workmann arbeiteten seine Gedanken mit dem neuen Problem, das der Redakteur ihm gegeben, so mächtig, daß er mit starren Augen auf den Erzähler blickte, kein Wort sagte und nur tief Atem schöpfte.

Ihm erschien plötzlich die gesamte Weltordnung in einem anderen Lichte. Da war ihm nun endlich das Problem, wie man ein reicher Mann wird, gelöst. Was bisher nur dumpf sich in ihm geregt hatte, die Erkenntnis, daß auch die angestrengteste technische oder geistige Arbeit nicht imstande sei, ein Millionenvermögen anzuhäufen, das war ihm jetzt klargeworden.

»Darf ich mir noch eine Frage erlauben«, sagte er zu dem Redakteur. »Wissen Sie, wie Mister Bennett in den Besitz dieses großen Unternehmens seiner Zeitung gekommen ist?«

»Gewiß, mein Junge, das kann ich dir genau sagen:

Der Vater von Mister Bennett besaß draußen im Westen eine größere Waldfarm. Nachdem er die Stämme niedergeschlagen hatte, sah er ein, daß ihm der Transport von seiner Farm nach New York oder Boston so teuer käme, daß ihm kein Mensch das Holz bezahlen könnte.

Da kam ihm der Gedanke, aus dem Holz Papier zu machen. Papierballen konnte er von seiner Farm aus überall in Amerika verschicken und er erhielt dafür einen Preis, bei dem er beträchtlich gewann. Was er also mit dem rohen Holz nicht fertig bekam, das schaffte das verarbeitete Holz.

Allmählich sah Mister Bennett, daß er noch mehr verdienen würde, wenn er nicht das Papier verkaufte, sondern es selbst verwendete, und zwar zu einer Zeitung. So gründete er mit geringem Kapital hier in New York seine Zeitung. Und da ihn das Papier weniger kostete als die Konkurrenz, konnte er bessere Mitarbeiter bezahlen und gewann dadurch für seine Zeitung einen größeren Zuspruch.

Daraus kannst du ersehen, daß es auch möglich ist, ohne fremdes Kapital größere Unternehmungen zu gründen und zu führen.«

In diesem Moment erscholl ein kleines Klingelzeichen im Schreibtisch, worauf der Redakteur wieder die geheimnisvolle Klappe öffnete und ein Blechkästchen aus der Öffnung nahm.

In dem Blechkästchen war der Text des Telegramms auf ein Stück Papier abgedruckt, welches der Redakteur einer schnellen Korrektur unterwarf, einen Fehler verbesserte, es wiederum in das Blechkästchen legte und es auf einen Hebeldruck verschwinden ließ.

»Darf ich wissen«, fragte John Workmann, »was das für ein seltsames Kästchen ist, das Sie in den Schreibtisch einschließen?«

»Einschließen tue ich das Kästchen nicht, mein Junge. Das ist eine Rohrpost, welche mich mit dem Setzersaal verbindet. Da dieser Setzersaal im 18. Stockwerk liegt, so würde es viel Zeit beanspruchen, die Korrekturen jedesmal durch Boten hin und her befördern zu lassen.

Schau her. Von diesem Schreibtisch gehen mehrere Röhren aus dem Zimmer. Eine davon führt in einen besonderen Raum des Hauses, die Rohrpostzentrale. Andere Rohre führen zu denjenigen Arbeitsstätten, mit denen ich besonders zu tun habe, also zum Setzersaal, zum Chefredakteur und einigen anderen Plätzen. Ich habe nun die Depesche vorhin in ein kleines Kästchen gelegt, dieses verschlossen und den Holzdeckel wieder darübergeklappt. Wenn du genauer hingesehen hättest, würdest du bemerkt haben, daß das Kästchen nicht viereckig, sondern rund war. Es paßt in das Rohr wie ein Kolben in einen Zylinder. Durch einen Hebeldruck schaltete ich dann Druckluft ein und diese jagte den Kasten mit der Depesche in ein paar Sekunden in die Setzerei. Dort löste der ankommende Kasten ein Klingelzeichen aus. Der Setzer öffnete, nahm die Depesche heraus, setzte sie ab und ließ von dem Bleisatz auf Papier einen Abzug machen. Den legte er wieder in den Kasten und schickte ihn mit Preßluft zu mir zurück.«

»Das ist ja eine feine Sache«, unterbrach ihn John Workmann.

»Die Geschichte geht noch weiter, Jonny. Was ich dir eben schilderte, ist eine direkte Rohrpostleitung von Büro zu Büro. Davon habe ich hier nur drei. Trotzdem kann ich in jedes Zimmer des Hauses Rohrpostsendungen schicken. Dann benutze ich diese Leitung zur Rohrpostzentrale und befestige die Adresse auf dem Kasten. Er fällt in das Sammelbecken der Zentrale und meldet seine Ankunft durch ein Klingelzeichen. Der dort Beschäftigte nimmt ihn heraus, legt ihn in die entsprechende Leitung, gibt Druckluft hinterher und mit einer Verzögerung von nur wenigen Sekunden gelangt das Schriftstück an sein Ziel.«

»Man kann hier bei Ihnen viel lernen«, sagte John Workmann nachdenklich, als der Redakteur seine Erklärungen beendete. »Was ist nun aber eigentlich eine Korrektur?«

»Sehr einfach«, erwiderte der Redakteur, »wenn ich jetzt einen Artikel zu den Setzern sende, so passiert es den Herren dort oftmals, daß sie den Artikel nicht richtig lesen und ein falsches Wort setzen. Da wird nun der Artikel, sobald er gesetzt ist, abgedruckt und mir zugesandt.

Ich verbessere die falsch gesetzten Worte, sende ihn zurück und erhalte nochmals einen Abdruck, der meine Verbesserung enthält. Erst nachdem der Artikel vollkommen richtig gedruckt ist, gestatte ich, daß er in die Zeitung hineinkommt.«

Noch während er sprach, trat ein Boy in das Büro mit einer Mappe in der Hand und legte sie auf den Schreibtisch, während er in der Tür stehenblieb.

Der Redakteur öffnete die Mappe und John Workmann sah, daß sie eine Reihe von Bildern enthielt.

Aufmerksam betrachtete der Redakteur die Bilder, riß dieses und jenes mitten durch und klebte die übrigen auf ein großes Stück Papier.

Er klebte in sehr eigentümlicher Weise auf dieses Stück Papier. Eins der Bilder kam oben in die Ecke, eins in die Mitte, eins unten hin. Und dazwischen ließ er große Flächen Papier frei.

Als er damit fertig war, nahm er ein Telefon zur Hand und John Workmann hörte:

»Sind Sie fertig, Mister Runge?«

»All right, ich warte.«

»Kommen Sie sofort.«

»Weshalb kleben Sie die Bilder so eigentümlich auf den Bogen Papier?« fragte John Workmann.

»Das wirst du gleich sehen, sobald Mister Runge hier ist. Den Artikel, den er schreibt, lasse ich nämlich zwischen die Bilder drucken. Dann kommt hier oben eine Überschrift, für die einer unserer Zeichner irgendeine Verzierung zeichnen muß –«

Ein Klopfen an der Tür unterbrach seine Worte und ließ ihn aufsehen. Und nachdem er »come in« gerufen, trat Mister Runge ein.

Kaum hatte er am Schreibtisch Platz genommen, so begann er schon, dem Redakteur den Artikel vorzulesen.

Hier und da warf der Redakteur eine Bemerkung betreffs einer Änderung ein und schließlich, nachdem der Berichterstatter geendet, erklärte der Redakteur:

»Mir gefällt die Überschrift noch nicht, sie besagt nicht genug.«

Wohl mehrere Dutzend Überschriften wurden entworfen, endlich entschied er sich für eine und schrieb diese mit Blaustift oben an die Spitze des mit den Bildern beklebten Bogens.

Dann versah er den Text gleichfalls mit Zahlen, welche den Setzern anzeigen sollten, in welcher Reihenfolge der Text gesetzt werden müsse, und übergab dem Boy die Mappe. Hastig verschwand dieser aus dem Zimmer, während der Berichterstatter sich eine Zigarette anzündete. Er mußte auf die Korrekturen warten.

»Es wird Sie vielleicht interessieren«, begann der Redakteur, sich an ihn wendend, »zu erfahren, wer hier bei mir am Schreibtisch sitzt.«

Mister Runge lachte:

»Ich müßte ein schlechter Berichterstatter sein, wenn ich nicht wüßte, daß es John Workmann ist.«

»Sie kennen mich?« fragte John Workmann erstaunt.

»Aber natürlich, mein Junge! Du bist für uns Berichterstatter in New York bereits eine bekannte Persönlichkeit. Ich habe damals an dem Artikel über dich, als du den kleinen Charly Beckers begraben hast, ein gutes Stück Geld verdient.

Falls du wieder einmal solche Sache hast, kannst du mir einen Tip geben, bevor mir noch ein anderer Kollege die Arbeit wegschnappt. Dann machen wir Halbpart.

Schade, daß ich neulich bei der Revolverschießerei, als du Sherlock Holmes warst, nicht dabeigewesen bin. Das wäre ein großartiger Artikel für mich geworden. Aber man kann eben nicht überall sein.«

»Ich hätte Lust, mich auch einmal als Berichterstatter zu versuchen«, sagte John Workmann. »Und ich glaube, daß ich so viel schreiben kann, daß Sie mit einigen Änderungen einen Artikel von mir gebrauchen können.«

»Das wäre ja etwas ganz Neues«, lachte der Redakteur. »Dann wärst du der jüngste Mitarbeiter, den wir in unseren Redaktionen hätten. Kennst du irgendwelche interessante Sachen?«

»Eine ganze Menge«, erwiderte John Workmann. »Fast täglich stoße ich auf der Straße auf so viele Dinge, daß es sich oftmals lohnen würde, sie in die Zeitung zu bringen.«

»Das glaube ich gern«, sagte der Redakteur. »Vielleicht kannst du mir mal kurz einige solcher Geschichten erzählen.«

»Entschuldigen Sie«, sagte John Workmann, und seine Augen blickten zwinkernd zu dem zigarettenrauchenden Berichterstatter »Sie sehen ja, wir sind nicht allein.«

Da lachte der Redakteur hellauf.

»Bravo, mein Junge, ich sehe, du kennst deine Konkurrenz. Großartig, Junge, du gefällst mir. Darauf hätte ich, weiß Gott, nicht geachtet.«

»Ein Teufelskerl!« rief der Berichterstatter. »Ich war schon gespannt, ob ich nicht einen guten Tip von ihm für meine nächste Arbeit erhalten könnte.«

»Das könnte Ihnen so passen«, sagte John Workmann. »Ich verdiene selbst auch ganz gerne Geld.«

In diesem Moment trafen bereits die ersten Korrekturen ein. Sofort machten sich der Redakteur und Mister Runge an die Arbeit.

In fieberhafter Hast lasen sie die Korrekturen durch, und kaum hatten sie die schmalen langen sogenannten Fahnen, wie der technische Ausdruck für diese Papierstreifen lautet, fortgesandt, als bereits durch die Rohrpost weitere Korrekturen eintrafen.

In derselben Zeit waren in der Ätzerei nach den Bildern die druckfertigen Platten hergestellt und die ersten Abzüge kamen gleichfalls jetzt zum Redakteur.

Mit wachsendem Interesse betrachtete John Workmann die Entwicklung des Artikels. Und es war knapp eine Stunde verflossen, als auf dem Schreibtisch des Redakteurs der zugerichtete Druck mit Bildern, Satz und Zeichnung zur letzten Korrektur lag.

Noch einmal prüfte der Redakteur die künstlerische Wirkung der Seite, die technische Ausführung der Platten, die Einteilung des Satzes und gab schließlich seine Genehmigung zum Druck.

»Ich möchte jetzt«, sagte John Workmann, »in die Ätzerei gehen, um dort zu sehen, wie die Platten nach den Bildern hergestellt werden. Und morgen komme ich zu Ihnen und bringe Ihnen den ersten Artikel.«

»Recht so, mein Junge, vielleicht machst du deinen älteren Herren Mitarbeitern noch einmal die größte Konkurrenz. Ich glaube, du siehst und erfährst manches, was erwachsenen Leuten nie in den Weg kommen kann.«

Dann wandte er sich an Mister Runge und sagte: »Was schreiben Sie denn eigentlich da? Sie haben doch nicht etwa schon wieder einen Artikel?«

»Einen Augenblick noch«, erwiderte Mister Runge, über seine Schreiberei gebeugt, »ich habe sogar einen famosen Artikel. – So, jetzt bin ich fertig, hören Sie zu:

»Der jüngste amerikanische Berichterstatter

Die Leser unserer Zeitung wird es interessieren, von morgen ab Artikel aus der Feder unseres jüngsten Mitarbeiters, des vierzehnjährigen John Workmann, zu lesen. Wir werden die Artikel mit all der Naivität und der kindlich kritischen Auffassung eines Knabengehirnes wiedergeben und werden damit eine ganz neue Art der Berichterstattung einführen.

Wohl die meisten Leser unserer Zeitung kennen bereits den Namen John Workmann. Er war es, der vor Jahresfrist als Zeitungsjunge mit seinen Kameraden den kleinen Kollegen Charly Beckers so pompös begraben ließ.

Ferner wird jeder Leser sich erinnern, daß John Workmann kürzlich als jüngster Sherlock Holmes eine Bande jugendlicher Verbrecher am Broadway festnahm und dadurch seinen Kameraden Robert Barney, den man unschuldigerweise verhaftet hatte, von dem Verdacht des Taschendiebstahls befreite.

John Workmann ist von seiner Verwundung, die ihm der Anführer der Bande, ein gewisser Bill Smith, durch eine Revolverkugel zugefügt hatte, wieder genesen und wird jetzt als Berichterstatter für unsere Zeitung tätig sein. Wir glauben, daß er auch auf diesem Gebiet Außergewöhnliches leisten wird und werden seine Artikel unter seinem vollen Namen erscheinen lassen.«

»Sie sind tatsächlich auf dem Posten, Mister Runge«, sagte der Redakteur anerkennend.

»Selbstverständlich«, erwiderte der Berichterstatter, »man muß jede Gelegenheit sofort ausnutzen. Wollen Sie den Artikel annehmen?«

»Aber gewiß«, erwiderte der Redakteur.

»All right«, sagte Mister Runge, »der Artikel wird 29 Zeilen, mit Überschrift 32 Zeilen machen, pro Zeile erhalte ich 25 Cent, das macht 8 Dollar.

Da ich diese 8 Dollar nun hier durch meinen kleinen Kollegen John Workmann verdient habe, lade ich ihn ein, mit mir zusammen am Broadway ein gutes Diner einzunehmen.«

Er reichte John Workmann die Hand, welche dieser kräftig schüttelte. Beide verabschiedeten sich von dem Redakteur und gingen zu einem in der Nähe des Zeitungspalastes gelegenen Restaurant, wo sie das Honorar des Artikels in Form eines vorzüglichen Diners verzehrten.

Als sie sich trennten, verabredeten sie, sich für den nächsten Morgen, einen Sonnabend, in der Redaktion bei Mister Berns zu treffen, um gemeinschaftlich eine Berichterstattertour durch New York zu machen. –

Als John Workmann an diesem Abend zu Bette ging, hatte er die Empfindung, daß er an dem einen Tage mehr gelernt hatte, als in dem ganzen Jahre in den Betriebswerkstätten der Zeitung.

Immer wieder wie eine eherne Wahrheit hatte sich ihm der Satz, den Mister Berns gebraucht, ins Gehirn geprägt: Große Vermögen erringt man nur als Arbeitgeber für Tausende von Menschen oder als glückbegünstigter Börsenspekulant.

In dieser Nacht träumte er von einem großen Petroleumsee, den er entdeckt hatte. Und als er noch soeben das Bewußtsein hatte, jetzt ein reicher Mann zu sein, kam ein Gewitter, ein Blitzstrahl flog in den See, eine riesige Lohe –, eine Flammenbrunst, die bis zum Himmel schlug, und von dem ganzen Petroleumsee blieb nichts übrig als ein ungeheures, schwarz ausgebranntes Loch. –

Dieses Traumes sollte sich John Workmann nach langen Jahren einmal erinnern.

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