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Johann Wilhelm Ludwig Gleim: Fabeln

Johann Wilhelm Ludwig Gleim: Johann Wilhelm Ludwig Gleim: Fabeln - Die Donau und der Leutabach
Quellenangabe
typefable
booktitleGleim's Gedichte (Nationalbibliothek der Deutschen Classiker, Sechster Band) II
authorJohann Wilhelm Ludwig Gleim
yearvor 1876
publisherBibliographisches Institut
addressHildburghausen und New York
titleDie Donau und der Leutabach
pages65
created20010929
sendergerd.bouillon@t-online.de
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Johann Wilhelm Ludwig Gleim

Die Donau und der Leutabach.

        Die stolze Donau ging mit ihrem stolzen Gange
Dem stolzen Wien vorbei.
                                          Der kleine Leutabach
Ging ihrem stolzen Gange nach.
Die stolze Donau sprach:
»Ist dein Geschick, du kleiner Schäker, nicht
Ein herrliches Geschick?
In der Gesellschaft meiner, welch ein Glück!«

Der kleine Leuta spricht:
»Durch das Gefilde, welches mich
Den kleinen Silberbach einst nannte,
Floß ich so glücklich zwischen Blumen, ich,
Eh' ich dich kannte!
Kaum aber kenn' ich dich, so werd' ich fortgerissen,
Und muß, was alle Sklaven müssen,
In deinem Strudel fort, nicht meiner mächtig, ach!«

Man läuft den großen Herr'n an ihre Höfe nach,
Und seufzt dann oft, wie du, o kleiner Leutabach!

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