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Johann Wilhelm Ludwig Gleim: Fabeln

Johann Wilhelm Ludwig Gleim: Johann Wilhelm Ludwig Gleim: Fabeln - Das Pferd und der Esel
Quellenangabe
typefable
booktitleGleim's Gedichte (Nationalbibliothek der Deutschen Classiker, Sechster Band) II
authorJohann Wilhelm Ludwig Gleim
yearvor 1876
publisherBibliographisches Institut
addressHildburghausen und New York
titleDas Pferd und der Esel
pages89
created20010929
sendergerd.bouillon@t-online.de
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Johann Wilhelm Ludwig Gleim

Das Pferd und der Esel.

                          Einst trug auf seinem schmalen Rücken
Ein Esel eine schwere Last,
Die fähig war, ihn todt zu drücken.
Ein ledig Pferd ging neben ihm.
                                                    »Du hast
Auf deinem Rücken nichts, sprach das geplagte Thier,
Hilf, liebes Pferdchen, hilf, ich bitte dich, hilf mir!«
»Was helfen!« sagt der grobe Gaul;
»Du bist der rechte Gast, du bist ein wenig faul;
Trag' zu! – –«

»Ich sterbe, lieber Pferd –
Die Last erdrückt mich, rette mich!
Die Hälfte wär' ein Spiel für dich!«

»Ich kann nicht!« sprach das Pferd.
Kurz, unter dem zu schweren Sack
Erlag der Esel. Sack und Pack
Schmiß man dem groben Rappen auf,
Des Esels Haut noch oben d'rauf.

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