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Johann Wilhelm Ludwig Gleim: Fabeln

Johann Wilhelm Ludwig Gleim: Johann Wilhelm Ludwig Gleim: Fabeln - Der Maler Rubens und sein Affe
Quellenangabe
typefable
booktitleGleim's Gedichte (Nationalbibliothek der Deutschen Classiker, Sechster Band) II
authorJohann Wilhelm Ludwig Gleim
yearvor 1876
publisherBibliographisches Institut
addressHildburghausen und New York
titleDer Maler Rubens und sein Affe
pages59
created20010929
sendergerd.bouillon@t-online.de
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Johann Wilhelm Ludwig Gleim

Der Maler Rubens und sein Affe.

            Ein Affe sah den Maler Rubens malen,
Nahm einen Pinsel und malt' auch
Die Grazien wie Kannibalen,
Mit platter Stirn und dickem Bauch.

Und Rubens lächelte dem Affen;
Das Aeffchen nahm's für Beifall auf;
Stand, sein Geschöpfchen anzugaffen;
Warf einen Vaterblick der Affenliebe d'rauf;
Nahm dreister noch einmal den Pinsel, um zu malen
Die Grazien wie Kannibalen.

»Nein!« sagte nun und macht' ein Zorngesicht
Herr Rubens, »nein! du Bösewicht,
Du sollst die Zeit dir nicht
Mit meiner edlen Kunst vertreiben!«
Und riß den Pinsel ihm aus seiner Affenhand,
Warf zürnend ihn an eine Wand,
Und ließ den Affen Farben reiben!

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