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Johann Wilhelm Ludwig Gleim: Fabeln

Johann Wilhelm Ludwig Gleim: Johann Wilhelm Ludwig Gleim: Fabeln - Der Schwan und die Ente
Quellenangabe
typefable
booktitleGleim's Gedichte (Nationalbibliothek der Deutschen Classiker, Sechster Band) II
authorJohann Wilhelm Ludwig Gleim
yearvor 1876
publisherBibliographisches Institut
addressHildburghausen und New York
titleDer Schwan und die Ente
pages78-79
created20010929
sendergerd.bouillon@t-online.de
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Johann Wilhelm Ludwig Gleim

Der Schwan und die Ente.

                        Ein edler Schwan, so weiß wie Schnee,
Bereiste seinen Strom, die Spree,
Mit ausgespannetem Gefieder.
Ein' Ente schwamm ihm nach: »Gevatter! Vetter Schwan!
Fing sie sogleich zu schnattern an:
»Singt ihr denn keine Lieder?
Ihr schweigt, ich weiß in Wahrheit nicht warum?
Seyd ihr denn etwa stumm?«

»Frau Ent'«, antwortete der Schwan,
»Weil wie die Nachtigall ich doch nicht singen kann,
So schweig' ich lieber,
Und wund're mich darüber,
Daß ihr mit eurem Schnatterton
Nicht schweigt! Bekommt ihr Lohn?
Ihr singt, ich weiß in Wahrheit nicht warum?
Seyd ihr denn etwa dumm?

»Was?« sprach die Ente, »dumm wär' ich?
Bekümm're dich um dich!«

Sie schnatterte viel Schimpf;
Der Schwan sprach nicht ein Wort,
Und setzte seine Reise fort!

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