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Johann Wilhelm Ludwig Gleim: Fabeln

Johann Wilhelm Ludwig Gleim: Johann Wilhelm Ludwig Gleim: Fabeln - Die Elster. Der Uhu
Quellenangabe
typefable
booktitleAusgewhlte Werke
authorJohann Wilhelm Ludwig Gleim
year2003
publisherWallstein Verlag
addressGttingen
isbn3-89244-498-6
titleDie Elster. Der Uhu
pages362-363
created20030429
sendergerd.bouillon@t-online.de
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Johann Wilhelm Ludwig Gleim

Die Elster. Der Uhu

      Die Elster saß auf einem hohen Baum,
Der manchem Wandrer Schatten gab,
Und plauderte herab.

Die Lerche, sprach sie, singt ja kaum
Ihr Tireli, des Morgens nur, dreymahl!
Hingegen singt die Nachtigall
Zwar Tag und Nacht, und weiß
Nicht aufzuhören, ihren Fleiß
Bewundert man, allein
Er solte dauerhafter seyn,
Er währt ja nur vier Wochen!
Ich plaudere Jahr aus, Jahr ein,
Ach wie könt ich so faul doch seyn?

Sie hatt es noch nicht ausgesprochen,
Da lispelte ein spöttischer Uhu,
Der in des Baumes Bauche saß,
(Ein Philosoph, der alle Welt vergaß)
Von unten auf ihr zu:

Ach hielt die Elster doch ihr Maul
Ach wäre sie doch faul!

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