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Johann Gottfried Herder: Fabeln

Johann Gottfried Herder: Johann Gottfried Herder: Fabeln - Die Sonne und der Wind
Quellenangabe
booktitleWelt im Wort 2 - Lesebuch
titleDie Sonne und der Wind
authorJohann Gottfried Herder
publishersterr. Bundesverlag, Wien
year1975
pages207
isbn3-215-01801-2
senderharald.aichmayr@netway.at
copyrightsterr. Bundesverlag, Wien
typefable
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Die Sonne und der Wind

Johann Gottfried Herder

Einst stritten sich die Sonne und der Wind, wer von ihnen beiden der Stärkere sei, und man ward einig, derjenige solle dafür gelten, der einen Wanderer, den sie eben vor sich sahen, am ersten nötigen würde, seinen Mantel abzulegen.

Sogleich begann der Wind zu stürmen; Regen und Hagelschauer unterstützten ihn. Der arme Wanderer jammerte und zagte; aber immer fester wickelte er sich in seinen Mantel ein und setzte seinen Weg fort, so gut er konnte.

Jetzt kam die Reihe an die Sonne. Mit milder und sanfter Glut ließ sie ihre Strahlen herabfallen. Himmel und Erde wurden heiter; die Lüfte erwärmten sich. Der Wanderer vermochte den Mantel nicht länger auf seinen Schultern zu erdulden. Er warf ihn ab und erquickte sich im Schatten eines Baumes, während sich die Sonne ihres Sieges freute.

 Das grte bel des Staats, die Ratte in der Bildsule >>