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Johann Christian Guenther: Gedichte

Johann Christian GŁnther: Johann Christian Guenther: Gedichte - Abschied von seiner ungetreuen Liebsten
Quellenangabe
titleAbschied von seiner ungetreuen Liebsten
typepoem
year1961
isbn3-15-001295-3
sendermatthias.alonso@arcormail.de
publisherPhilipp Reclam jun. Stuttgart
authorJohann Christian Guenther
editorManfred Windfuhr
booktitleGedichte
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Johann Christian Guenther

Abschied von seiner ungetreuen Liebsten

Wie gedacht,
Vor geliebt, jetzt ausgelacht.
Gestern in den Schoß gerissen,
Heute von der Brust geschmissen,
Morgen in die Gruft gebracht.
Wie gedacht,
Vor geliebt, jetzt ausgelacht.

Dieses ist
Aller Jungfern Hinterlist:
Viel versprechen, wenig halten;
Sie entzünden und erkalten
Öfters, eh ein Tag verfließt.
Dieses ist
Aller Jungfern Hinterlist.

Dein Betrug,
Falsche Seele, macht mich klug;
Keine soll mich mehr umfassen,
Keine soll mich mehr verlassen,
Einmal ist fürwahr genug.
Dein Betrug,
Falsche Seele, macht mich klug.

Denke nur,
Ungetreue Kreatur,
Denke, sag ich, nur zurücke
Und betrachte deine Tücke
Und erwäge deinen Schwur.
Denke nur,
Ungetreue Kreatur!

Hast du nicht
Ein Gewissen, das dich sticht,
Wenn die Treue meines Herzens,
Wenn die Größe meines Schmerzens
Deinem Wechsel widerspricht?
Hast du nicht
Ein Gewissen, das dich sticht?

Bringt mein Kuß
Dir so eilends Überdruß,
Ei so geh und küssen diesen,
Welcher dir sein Geld gewiesen,
Das dich wahrlich blenden muß,
Bringt mein Kuß
Dir so eilends Überdruß.

Bin ich arm,
Dieses macht mir wenig Harm;
Tugend steckt nicht in dem Beutel,
Gold und Schmuck macht nur die Scheitel,
Aber nicht die Liebe warm.
Bin ich arm,
Dieses macht mir wenig Harm.

Und wie bald
Mißt die Schönheit die Gestalt!
Rühmst du gleich von deiner Farbe,
Daß sie ihresgleichen darbe,
Auch die Rosen werden alt.
Und wie bald
Mißt die Schönheit die Gestalt!

Weg mit dir,
Falsches Herze, weg von mir!
Ich zerreiße deine Kette,
Denn die kluge Henriette
Stellet mir was Bessers für.
Weg mit dir,
Falsches Herze, weg von mir!

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