Projekt Gutenberg

Textsuche bei Gutenberg-DE:
Startseite    Genres    Neue Texte    Alle Autoren    Alle Werke    Lesetips    Shop    Information    Impressum
Autoren A-Z: A | B | C | D | E | F | G | H | I | J | K | L | M | N | O | P | Q | R | S | T | U | V | W | X | Y | Z | Alle
Gutenberg > Jean de La Fontaine >

Jean de La Fontaine: Fabeln

Jean de La Fontaine: Jean de La Fontaine: Fabeln - Der Fuchs und der Storch
Quellenangabe
typefable
authorLa Fontaine
titleDer Fuchs und der Storch
senderLorelies.Kuhn@t-online.de
created20011119
Schließen

Navigation:

La Fontaine

Der Fuchs und der Storch

Gevatter Fuchs hat einst in Kosten sich gestürzt
und den Gevatter Storch zum Mittagstisch gebeten.
Nicht üppig war das Mahl, nicht reich gewürzt;
statt Austern und Lampreten
gab's klare Brühe nur – er führt' ein sparsam Haus.
In flacher Schüssel ward die Brühe aufgetragen;
indes Langschnabel Storch kein Bißchen in den Magen
bekam, schleckt Reineke, der Schelm, das Ganze aus.
Da hat der Storch ihm nicht vergessen.
Er lädt ihn bald darauf zu sich zum Mittagessen.
»Gern«, spricht Herr Reineke, »denn unter Freunden ist
Umständlichkeit nicht angemessen.«
Er läuft geschwind zur angegebnen Frist
zu seines Gastfreunds hohem Neste,
lobt dessen Höflichkeit aufs beste,
findet das Mahl auch schon bereit,
hat Hunger – diesen hat ein Fuchs zu jeder Zeit –,
und schnüffelnd atmet er des Bratens Wohlgerüche,
des leckern, die so süß ihm duften aus der Küche.
Man trägt den Braten auf, doch – welche Pein! –
in Krügen eingepreßt, langhalsigen und engen.
Leicht durch die Mündung geht des Storches Schnabel ein,
umsonst dagegen sucht der Fuchs die Schnauze durchzuzwängen.
Hungrig geht er nach Haus und mit gesenktem Haupt,
beschämt den Schwanz ganz eingezogen.
Ihr Schelme, merkt euch das und glaubt:
Wer andere betrügt, wird selbst betrogen.
 << Das Schwein, die Ziege und der Hammel  Der Tod und der Holzfäller >> 






TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.