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Jean de La Fontaine: Fabeln

Jean de La Fontaine: Jean de La Fontaine: Fabeln - Der Fuchs und der Hahn
Quellenangabe
typefairy
booktitleTiermärchen aus aller Welt
titleDer Fuchs und der Hahn
authorLa Fontaine
isbn3-570-08739-5
pages23
senderhille@abc.de
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La Fontaine

Der Fuchs und der Hahn

Ein Hahn saß auf einem hohen Gartenzaun und kündete mit lautem Krähen den neuen Tag an. Ein Fuchs schlich um den Zaun herum und blickte verlangend zu dem fetten Hahn empor.

»Einen schönen guten Morgen«, grüßte der Fuchs freundlich, »welch ein herrlicher Tag ist heute!«

Der Hahn erschrak, als er seinen Todfeind erblickte, und klammerte sich ängstlich fest.

»Brüderchen, warum bist du böse mit mir? Laß uns doch endlich Frieden schließen und unseren Streit begraben.« Der Hahn schwieg noch immer. »Weißt du denn nicht«, säuselte der Fuchs mit sanfter Stimme, »daß der König der Tiere den Frieden ausgerufen hat? Er hat mich als seinen Boten ins Land geschickt. Komm schnell zu mir herunter, wir wollen unsere Versöhnung mit einem Bruderkuß besiegeln. Aber beeile dich, ich habe noch vielen anderen diese freudige Nachricht zu bringen.«

Der Hahn schluckte seine Furcht hinunter und sagte sich: »Diesem verlogenen Gauner komme ich nur mit seinen eigenen Waffen bei.« Und mit gespielter Freude rief er: »Mein lieber Freund, ich bin tief gerührt, daß auch du des Königs Friedensbotschaft verbreitest. Ja, laß uns Frieden schließen. Es trifft sich gut, denn gerade sehe ich zwei andere Boten auf uns zueilen. Wir wollen auf sie warten und gemeinsam das glückliche Fest feiern. Du kennst sie recht gut, es sind die Wachhunde des Gutsherrn.«

Kaum hatte der Fuchs diese Kunde vernommen, war er aufgesprungen und eiligst davongerannt.

»He, warte doch!« krähte der Hahn hinter ihm her. »Ich habe noch sehr viel zu tun«, keuchte der Fuchs aus der Ferne, »ich hole mir den Friedenskuß ein andermal von dir. Du kannst dich darauf verlassen.« Der Hahn freute sich, daß ihm die List gelungen war.

Der Fuchs aber war verärgert. Er hatte alles so klug eingefädelt, und just in diesem Augenblick mußten seine ärgsten Feinde auftauchen und alles verderben.

Aber, wo blieben sie denn?

Der Fuchs verlangsamte seine Schritte und blickte sich um. Niemand folgte ihm, auch hatte er kein Bellen gehört. Sollte dieser alte Hahn ihn reingelegt haben? Ausgerechnet so ein aufgeplusterter, dummer Hahn?

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