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Jean de La Fontaine: Fabeln

Jean de La Fontaine: Jean de La Fontaine: Fabeln - Die Stadtmaus und die Landmaus
Quellenangabe
typefable
authorLa Fontaine
titleDie Stadtmaus und die Landmaus
senderLorelies.Kuhn@t-online.de
created20011112
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La Fontaine

Die Stadtmaus und die Landmaus

Die Stadtmaus lud zum Feste
die Landmaus höflich ein,
denn Ortolanenreste
hatt' sie, so gut und fein.
Auf türkisch fein gewebtem
Teppich stand das Mahl bereit,
und die beiden lebten
lustig und in Herrlichkeit.
Man genoß in vollen Zügen,
köstlich mundete der Schmaus.
Plötzlich, mitten im Vergnügen,
wurden sie gestört – o Graus!
Klang es nicht, als ob was krachte?
Wie die Stadtmaus da in Hast
gleich sich aus dem Staube machte!
Schleunigst folgte ihr der Gast.
Blinder Lärm nur war's. Es wandern
beide wieder in den Saal,
und die Stadtmaus spricht zur andern:
»Setzen wir jetzt fort das Mahl!«
»Danke sehr!« spricht jene. »Morgen
komm zu mir aufs Land hinaus.
Kann dir freilich nicht besorgen
dort so königlichen Schmaus.
Einfach nur, doch unbeneidet,
meiner Sicherheit bewußt,
speis' ich und verzicht' auf Lust,
die durch Furcht mir wird verleidet!«
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