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Irische Elfenmärchen

Brüder Grimm: Irische Elfenmärchen - Kapitel 17
Quellenangabe
titleIrische Elfenmärchen
authorJacob und Wilhelm Grimm
typefairy
year1987
isbn3-458-32688-X
publisherInsel
senderA. Haunstetter
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XII. Verhältnis zu den Menschen

1. Die Unterirdischen lieben ein verborgenes, heimliches Leben, können Lärm und Geräusch nicht vertragen und heißen in dieser Beziehung das stille Volk. »Daheim soll man nicht die Ruhe nehmen (stören)!« sagt ein eddischer Zwerg (Alvîsmâl I.). Bei Tag halten sie sich ruhig, erst wenn die Menschen schlafen, in der Nacht, werden sie tätig und munter. Sie haben es ungern, wenn ein menschliches Auge sie erblickt; begehen sie ein Fest, feiern sie eine Hochzeit, so vergönnen sie wohl dem Hausherrn zuzusehen, (Deutsche S. Nr. 31.), aber wenn ein anderes Auge nur durch die kleinste Öffnung neugierig schaut, entfliehen sie plötzlich und ihre Lust ist gestört. In Tipperary entfernen sie sich, wenn Menschen sich ihren alten Tanzplätzen nahen und das Gebrüll der Herden klingt ihren Ohren unerträglich. Kommt ein Geistlicher des Wegs ("Die Mahlzeit des Geistlichen"), so verstecken sie sich eilig. Die erzgebirgischen Zwerge wurden durch Errichtung der Hämmer und Pochwerke (Deutsche S. Nr. 36.) verjagt, andere durch das Glockengeläut in nahgebauten Kirchen. Als ein Bauer im Wald Bäume fällt und Balken haut, verdrießt es den Berggeist, er ruft klagend: »Wer lärmt hier so stark?« »Ein Christ«, antwortet ihm sein Gesell, »ist gekommen, haut uns den Wald und unsere Schlupfwinkel weg und tut uns großes Leid an.« (Danske Viser I. 175. 176. 178.). Thiele (Danske Folkesagn I. 42. 43. 122. 174. 175.) hat ähnliche Sagen gesammelt, nach welchen die Trolde vor dem Glockengeläut das Land verlassen oder an einzelnen Orten wegbleiben. Eine Stelle im Angelsächsischen Gedicht von Beovulf zeigt das hohe Alter dieser Überlieferungen, der König hatte eine Burg unfern dem Aufenthalt des Geistes Grendel bauen lassen, fröhlich hausten darin die Helden, aber (S. 9.)

se ellengäst earfodlîce
thrage getholode, se the in thystrum bâd,
thät he dôgora gehvam dreám gehyrde
hlûdne in healle; thär väs hearpan svêg
svutol sang scôpes.

but now can no man see non elves mo;
for now the grete charitee and prayerers
of limitoures (Bettelmönchen) and other holy freres,
that serchen every land and every streme,
as thicke as motes in the sonne beme,
blissing halles, chambres, kichenes and boures,
citees and burghes, castles highe and toures,
thorpes and bernes, shepenes and dairies,
this maketh, that ther ben no fairies.
For ther as wont to walken was an elf,
ther walketh now the limitour himself
in undermeles and in morweninges,
and sayth his matines and his holy thinges,
as he goth in his limitatioun.
Women may now go safely up and doun
in every bush, and under every tree,
ther is non other incubus but he,
and he ne will don hem no dishonour.Goblinus Persona, der gegen das Ende des 15ten Jahrh. bis in das 16te hinein lebte, erzählte von dem König Goldemer, einem Hausgeist, der sich drei Jahre bei einem Neveling von Hardenberg aufhielt, alle Eigentümlichkeiten eines solchen zeigte und wahrscheinlich derselbe Goldemar ist, dessen im Reinfried von Braunschweig f. 194e wo er »daz riche keiserliche getwerc« genannt wird, und im Anhang vom Heldenbuch Erwähnung geschieht. (Vgl. Altdeutsche Wälder 1.297.298.)

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