Projekt Gutenberg

Textsuche bei Gutenberg-DE:
Autoren A-Z: A | B | C | D | E | F | G | H | I | J | K | L | M | N | O | P | Q | R | S | T | U | V | W | X | Y | Z | Alle
Gutenberg > Georg Ebers >

Im Schmiedefeuer

Georg Ebers: Im Schmiedefeuer - Kapitel 19
Quellenangabe
typefiction
booktitleIm Schmiedefeuer
authorGeorg Ebers
year1895
firstpub1894
publisherDeutsche Verlags-Anstalt
addressStuttgart, Leipzig, Berlin, Wien
titleIm Schmiedefeuer
pages631
created20100405
sendergerd.bouillon@t-online.de
Schließen

Navigation:

Erstes Kapitel.

Das Vespergeläut war schon verklungen, und Heinz hing immer noch an den Lippen des Minoriten, der ihm jetzt von dem heiligen Franz, von seinem Bruche mit allem, was ihm lieb gewesen war und von dem schweren Beginn seiner Laufbahn erzählte. Einen aufmerksameren Hörer hätte der Pater sich nicht wünschen können. Nur manchmal schaute der junge Ritter nach Biberli aus, der immer noch nicht heimkehren wollte.

Seinem Vorhaben gemäß war der Diener mit Kätterle in den Ortliebhof gegangen.

Die entflohene Magd, deren Verschwinden schon infolge der dringenden Mahnung der alten Martsche in der Stadt »ausgerufen« worden war, hatte sich über den Empfang, der ihr bereitet wurde, nicht zu beklagen; denn die Haushälterin und die anderen Dienstboten, die von ihrer Schuld nichts wußten, empfingen sie als ungern vermißte gute Genossin, und Biberli hatte dafür gesorgt, daß sie vor den peinlichen Fragen der Neugierigen zu bestehen vermochte. Die von ihm erdachte Geschichte begann mit dem falschen Gerüchte, es sei auf der Veste Feuer ausgebrochen. Dies sollte Kätterle erschreckt und 2 auf die Burg geführt haben, um dort der Landsmännin und ihrem Töchterlein Beistand zu leisten. Dann kam ein Nachtquartier bei den Bernern und endlich ein unfreiwilliger Aufenthalt heute morgen in der Wohnung des Thorhüters, der dadurch verursacht worden sei, daß ein großer Herr – vielleicht der Burggraf selbst – ihr, nachdem er erfahren, wer sie sei, wichtige Schriftstücke für Ernst Ortlieb anzuvertrauen gewünscht. Lange Stunden hätte sie auf diese Papiere gewartet und sei zuletzt bei der Heimkehr Biberli von ungefähr begegnet.

Anfänglich war es der Magd sauer geworden, diesen aus Wahrem und Selbstersonnenem zusammengesetzten Bericht der Reihe nach wiederzugeben; der frühere Schulmeister hatte ihn jedoch der Liebsten so gut eingeprägt, daß er ihr zuletzt von den Lippen geflossen war wie das Abc seinen Schützen zu Stansstadt.

So war sie denn unter den anderen Dienstboten zur Heldin eines unschuldigen Abenteuers geworden, das von niemand und am letzten von der Wirtschafterin, die eine mütterliche Neigung für sie empfand, angezweifelt wurde. Bis sie zu den E's hatte gelangen können, war geraume Zeit vergangen; denn sie hatten die Mutter nicht verlassen, der es so übel erging, daß der Medicus Otto mit einem bedenklichen Kopfschütteln aus dem Krankenzimmer getreten war.

Sobald er gegangen, hatte Biberli Els, die den Arzt hinausbegleitete, vor dem Gemache der Leidenden aufgehalten und sie recht beweglich gebeten, ihm und Kätterle, die gesenkten Hauptes und mit der Schürze an den Augen neben ihm stand, zu verzeihen und den Herrn Vater zu bewegen, gleichfalls Gnade für Recht ergehen zu lassen.

3 Aber die freundliche Els hatte sich härter gezeigt, als die Gürtelmagd sie jemals gesehen.

Da die Mutter nicht kränker als sonst erwacht war, hatte man sie von den Vorgängen in der Nacht unterrichtet. Der Vater war dabei rücksichtsvoll genug vorgegangen und hatte ihr sogar mancherlei verschwiegen. Dennoch war die Widerstandskraft der Kranken zu schwach für eine so unerwartete und beängstigende Mitteilung gewesen. Wohl kannte sie die leidenschaftliche Natur der leicht erregbaren Tochter; daß aber ihre kleine »Heilige«, die künftige Himmelsbraut, so schnell in irdischer Minne, und noch dazu für einen fremden Ritter erglühen würde, das hätte sie nimmer erwartet. Dazu hatte das Verhalten Evas, die sie wohl um Vergebung bat, sich aber keineswegs reuevoll bereit zeigte, dem Geliebten zu entsagen, ihr so viel zu denken gegeben, daß sie die Ruhe nicht hatte wiederfinden können, deren ihr schwacher Körper bedurfte.

Bald nach diesen Eröffnungen war sie denn auch von einem neuen Krampfe ergriffen worden, und an ihn und die Thatsache, daß die von der Magd unterstützte Unbesonnenheit Evas ihn mitverschuldet hatte, dachte Els, als sie Biberli abschlug, für ihn und seine Braut, wie er Kätterle jetzt nannte, bei dem Vater ein gutes Wort einzulegen.

Da ließ der Diener einige herzergreifende Klagelaute vernehmen, – doch griff er dabei in das lange Gewand und überreichte der Zürnenden mit einer höflichen Verbeugung und mit den wärmsten Minnegrüßen ihres Verlobten, den Kätterle in frischem Wohlsein und in bester Obhut auf der Zollernschen Burg angetroffen habe, den 4 Brief, den Wolff der Gürtelmagd anvertraut hatte; Els aber eilte mit dem ungeduldig ersehnten Schreiben ans Fenster der Hausflur, durch das die Sonne noch unberührt von dem nahenden finsteren Gewölk hereinschien, und da er nichts als zärtliche Liebesworte enthielt, aus denen hervorging, daß ihr Bräutigam auf ihr treues Festhalten mit aller Sicherheit baue und, möge kommen, was da wolle, nicht von ihr lassen werde, wandte sie sich an das Dienerpaar zurück und bedeutete es eilig, doch in gütigerem Tone, der Vater sei stark aufgebracht gegen beide; sie werde ihn indes milder zu stimmen versuchen. Augenblicklich weile er noch mit Herrn Kaspar Eysvogel in der Schreibstube. Biberli möge, bis dieser sich entferne, in der Küche warten.

Damit zog sie sich in das Krankenzimmer zurück; der Diener aber legte die Hand an das Kinn der Herzliebsten, bog ihr den Kopf leise zurück und sagte: »Da siehst Du, Schatz, wie der Biberli und andere kluge Leute es machen. Mit dem Besten hält man zurück. Was bei den ersten Würfen herauskommt, hat wenig zu bedeuten; nur wer bei den letzten gewinnt, geht zufrieden nach Hause. Die Köder zu kennen ist auch eine Kunst. Die Forelle beißt an die Fliege, der Hecht an den Regenwurm, und ein sehnsüchtig Jungfräulein an den Brief des Herzliebsten. Gib acht! Dieser Tag führt nach einem so grausam kummervollen Anfang doch noch zu einem leidlichen Ende.«

»Aber Du,« rief Kätterle, und stieß ihn ungehalten mit dem Ellenbogen, »einen glücklicheren Tagesanfang hat es doch nimmer für uns gegeben. Das Gold, mit dem wir uns das Haus bauen können . . .«

»Ach so,« unterbrach sie Biberli gedehnt. »'s ist5 freilich nichts Kleines um die Zechinen und gelben Guldein. Viel, viel läßt sich allerdings dafür kaufen. Aber die Schorlinburg geschleift, die Frau Mutter und das Fräulein Maria als halbe Gefangene im Kloster, nicht zu reden von dem frohgemuten Kaisersohne Hartmann und dem jammervollen Weh meines Herrn. Ließe sich das alles ungeschehen machen, Kind, ich glaube, der Goldsack und noch ein anderer dazu, wäre mir dafür nicht zu teuer. Was nützt das Haus und schmuckes Gerät, wenn es mit dem Herzen jämmerlich bestellt ist? . . . Daheim haben wir allesamt aus einer geborstenen Thonschüssel, die der Draht des Kesselflickers überspann, mit armseligen Holzlöffeln – des Vaters eigenes Machwerk – gegessen, und wie mundete es allen, was hätt' uns dabei gemangelt?«

Damit zog er sie in die Küche und fand dort einen guten Empfang.

Zwar hingen die Dienstboten des Ortliebhofes an der Herrschaft, und das üble Befinden der Herrin ging ihnen nahe, doch schon seit Jahren nahm das Klagen und Bangen um sie kein Ende. Der jähe Tod des jungen Kaisersohnes hatte sie mehr erschreckt als bekümmert. Sie kannten ihn ja nicht; aber so jung und plötzlich zu sterben, das war entsetzlich. Etwas Lustiges, das sie zum Lachen reizte, hätten sie nicht anhören mögen, aber Biberlis Geschichten aus fernen Landen, vom Hof, vom Krieg, vom Turnier, waren ihnen gerade jetzt nach dem Sinne, und dem Erzähler that es gut, willige Zuhörer zu finden. So mancherlei hatte er zu vergessen, 6 und das gelang ihm nie besser, als wenn er der Zunge freien Lauf lassen durfte. Er regte sie auch wacker; als indes das Gewitter losbrach, verstummte er und trat ans Fenster. Sein schmales Gesicht war erblaßt und seine beweglichen Glieder in Unruhe geraten. Plötzlich aber reichte er Kätterle mit der Bemerkung: »Der Herr wird meiner bedürfen,« die Hand, um Abschied zu nehmen. Weil jedoch eben dem flackernden Lichte des Blitzes der Donnerschlag unmittelbar gefolgt war, hing sie sich an ihn und bat ihn dringend, sie jetzt, nur jetzt nicht zu verlassen. Da gab er nach, doch trat er hinaus, um zu sehen, ob Herr Kaspar immer noch in der Schreibstube weilte, und kehrte nach einiger Zeit mit dem ärgerlichen Rufe zurück: »Der alte Eysvogel scheint sein Nest hier zu bauen.«

Dann wandelte er zum Verdruß der schwerfälligen alten Köchin, die sich durch sein Hinundher im Abbeten der Paternoster vom Schapel gestört sah, mit langen Schritten rastlos vor dem Herd auf und nieder.

So schwer war das sonst so leichte Herz ihm selten gewesen. Sein Herr wollte ihm nicht aus dem Sinne. Sicher und gewiß meinte er zu wissen, daß er ihn entbehre, daß er, Biberli, es zu bereuen haben werde, gerade in diesem Augenblick nicht bei ihm zu sein. Hätte das Unwetter den Ortliebhof verschlungen, es wäre ihm nur natürlich erschienen, und während er sich in der Küche umschaute, um nach Kätterle zu sehen, die, wie die meisten anderen, mit dem Rosenkranz in der Hand auf den Knieen lag, stürzte die alte Martsche herein, 7 eilte auf die Köchin zu, rüttelte sie, als gelte es, sie aus dem Schlafe zu erwecken, und rief ihr zu: »Warmes Wasser für den Aderlaß . . . Schnell! . . . Die Frau – sie bleibt uns unter den Händen.«

Dabei half die junge Küchenmagd Metz dem ungelenken Weibe auf, und Biberli leistete ihr Beistand.

Als der Krug eben gefüllt war, eilte auch Els herbei, riß Martsche, deren alte Füße ihr zu langsam waren, das Gefäß aus der Hand und eilte damit in den Soler und an dem Vater, den sie schon beim Gange nach dem Wasser angerufen hatte, vorbei, die Treppe hinan.

Am Fuß der Stiege stand Kaspar Eysvogel und rief ihr nach, es wäre nicht seine, sondern ihres Vaters Schuld, wenn alles zwischen ihr und seinem Sohne vorbei sei.

Sie hörte es wohl, doch blieb sie ihm die Antwort schuldig und eilte, so schnell die Füße sie tragen wollten, an das Lager der Mutter.

Da hielt der alte Arzt die verröchelnde Frau in den Armen und Eva lag neben der hohen Bettstatt auf den Knieen und bedeckte ihr schluchzend die heiße trockene Hand mit Küssen.

Als Ernst Ortlieb das Gemach des geliebten Weibes betrat, schauerte es ihn kalt über den Rücken; denn der nämliche Moschusduft drang ihm entgegen, den er schon an manchem Sterbebette geatmet.

So weit war es gekommen! Das Ende, das er mit zärtlicher Liebe und Sorgfalt so lange hinausgeschoben, es nahte. – Die Blume sollte ihm entrissen werden, die ihm die Jugend verschönt und ihm trotz des geknickten Stieles noch teuerer war und mehr bot, als was sonst noch in seinem Garten grünte und blühte.

8 Diesmal hatte kein freundlicher Trank ihr geholfen, den Lärm des Gewitters zu verschlafen. Bald nach dem neuen Krampfe war die tieferregte, schwache Leidende beim ersten heftigen Wetterschlage entsetzt aufgefahren. Schrecken hatte sich dann dem Schrecken gesellt, und als der Arzt aus freiem Antrieb wiedergekommen war, um noch einmal nach ihr zu sehen, hatte er eine Sterbende gefunden.

Der Aderlaß gab ihr auf kurze Zeit die Besinnung zurück. Man sah ihr an, daß sie den Gatten und die Kinder erkannte. Für jenen fand sie einen dankbaren, innigen Liebesblick, für Els ein freundlich vertrauliches Winken; Eva aber, ihr Stolz und ihre Freude, die die letzte Nacht zu einem Schmerzenskinde gemacht, nahm sie am meisten in Anspruch. Ihre guten, milden Augen blieben lange auf ihr ruhen. Dann wandte sie sie dem Gemahl zu, wie um ihn zu bitten, dies Kind besonders warm ans Herz zu ziehen, und als er ihren Blick mit einem andern belohnte, aus dem ihr die ganze Fülle seiner großen treuen Liebe durch Thränen entgegenglänzte, verklärten sich ihre vom Fieber geröteten Züge. Erinnerungen an die Lenzzeit ihrer Minne schienen ihr die letzten Augenblicke zu verschönen, und als ihr Blick wiederum Eva traf, gewannen ihre Lippen jenen liebreizenden Zug zurück, der sie schon lange verlassen, und der einst die Wonne ihres Gatten gewesen.

Bei alledem war es, als hätte sie ihre treue Pflegerin, diejenige, die ihr seit Jahren die Freuden des Tages und den Schlummer der Nacht willig geopfert, vergessen, um dem Sorgenkinde alles zu spenden, was ihr brechendes Mutterherz noch in sich schloß, und das war nichts als Liebe.

9 Els bemerkte es wohl, doch ohne jeden bitteren oder trüben Gedanken. Sie und die teure Sterbende waren einander sicher. Jede wußte, was sie der andern war. Daß ihr Herz, wie viele Hindernisse das Leben ihr auch in den Weg wälzen mochte, auch ohne Rat und Leitung auf dem rechten Wege bleiben würde, daran brauchte die Mutter nicht zu zweifeln, und sie that es auch nicht. Aber Eva hätte ihrer Liebe und Sorge gerade jetzt so nötig bedurft, und als die Kranke nun auch ihr, der älteren Tochter, einen zärtlichen Blick schenkte und ihr erfolglos dankende Worte entgegenzustammeln versuchte, legte Els selbst die Hand Evas in die der Mutter zurück, die ihr die ihre entzogen.

Da nickte Frau Maria Els leise zu, als wollte sie ihre verständige Aelteste bitten, an ihrer Stelle über die verlassene Schwester zu wachen.

Dann suchte ihr Blick nochmals den Gatten; doch der Priester, dem sie schon vorhin gebeichtet hatte, war an seiner Stelle ihr nahegetreten.

Nachdem der Geistliche gethan, was seines Amtes, wandte sie Eva wiederum das Haupt zu. Es war, als weide sich ihr Blick an dem Liebreiz der Tochter. Dabei rang sich ihr, was sie ihr noch zu sagen wünschte, von den Lippen; doch verstanden die Umstehenden nur – es waren ihre letzten – die Worte: »Wir dachten . . . unberührt sollte . . . Doch nun der Himmel . . .«

Hier hielt sie inne und fuhr, nachdem sie einige Zeit die Augen geschlossen, leiser, doch deutlich vernehmbar fort: »Du bist gut . . . Ich hoffe . . . Das Schmiedefeuer des Lebens, – zu Deinem Heile wird es . . . Das Herz, und was es fordert . . . Die Glück–selig–keit . . . 10 die es – mir – gab . . . So soll denn, – so sollst . . . sollst – auch Du . . .«

Dabei hatte sie wieder dem Gatten, dann aber der Aebtissin Kunigunde, die neben ihm kniete, den Blick zugewandt, und während er sie traf, dachte die Klarissin: »Sie weist das Kind auf mich hin und wünscht, daß Eva als eine der unseren und als lieblichste der Bräute des Himmels glückselig werde.« Ernst Ortlieb aber, den das tiefste Weh ganz beherrschte, lag es fern, nach der Bedeutung der letzten Worte des geliebten sterbenden Weibes zu fragen. Els hingegen, die in den Zügen der Leidenden zu lesen gelernt, und sie, wenn ihr das Sprechen schwer geworden war, auch ohne Worte verstanden hatte, war jeder Bewegung in ihrem Antlitz mit treuer Aufmerksamkeit gefolgt. Ohne zu grübeln oder zu deuten, stand es in ihr fest, die letzten Bewegungen der Lippen ihrer sterbenden Mutter hätten Eva vorausgesagt, das »Schmiedefeuer des Lebens« werde seine läuternde und bildende Kraft auch an ihr bewähren und ihr gewünscht, in der Welt, nicht im Kloster, so glücklich zu werden, wie sie es durch die Liebe des Vaters geworden.

Nach jenen Abschiedsworten hatten die Züge Frau Marias sich schmerzlich verzogen, die Lider waren ihr über die Augen gesunken, und nachdem sie einen kurzen Kampf gekämpft, hatte ein leiser Wink des Arztes den Weinenden ringsum gemeldet, daß ihr Erdenwallen vollendet.

Keine Lippe regte sich. Mit gefaltenen Händen knieten alle neben dem Lager, bis Eva plötzlich, wie aus einem Traume erwacht, aufschrie: »Nie kehrt sie wieder!« und sich mit leidenschaftlichem Schmerz über die Entschlafene 11 warf, um ihr das stille Antlitz zu küssen und sie anzuflehen, die lieben Augen wieder zu öffnen und sie nicht zu verlassen.

Wie oft hatte sie sich von der Leidenden ferngehalten, um sich bei der Muhme den Weg zu der eigenen höheren Glückseligkeit zeigen zu lassen, und Els ihre Wartung überlassen; nun aber die Mutter von ihr gegangen, fühlte sie plötzlich voll und ganz, was sie an ihrer Liebe besessen und mit ihr verloren. Es kam ihr vor, als sei sie bisher unter schattenspendenden Laubkronen dahingewandelt, und als hätte der Tod der Mutter sie alle wie ein Sturmwind im Herbst grausam entblättert. Von nun an sollte es gelten, in glühendem Sonnenbrande ohne Schutz und Schirm weiter zu ziehen. Dabei sah sie vor dem inneren Auge aus dunklem Ruß hell auflohende heiße Flammen: »das Schmiedefeuer des Lebens«, worauf die letzten Worte der Verscheidenden sie hingewiesen hatten. Sie wußte, was sie mit ihnen zu sagen gewünscht, doch es sich voll zu vergegenwärtigen, fehlte es ihr jetzt an Willen und Kraft.

Jedes blieb sich und seinem Schmerze eine Weile überlassen. Dann zog der Vater beide Mädchen ans Herz und bekannte ihnen, mit dem Hingange der Mutter habe das Leben, das schon durch den Tod seines einzigen Sohnes verarmt sei, den letzten Reiz für ihn verloren. Sein heißester Wunsch sei, der Entschlafenen bald nachgerufen zu werden.

Da hatte Els sich ein Herz gefaßt und ihn bescheiden gefragt: »Und wir, dürfen wir Euch gar nichts sein, Herr Vater?«

Ueberrascht war er bei dieser Mahnung 12 zusammengezuckt, hatte das nasse Tuch vom Antlitz entfernt und freundlich erwidert: »Doch, doch . . . Aber rechnet jetzt dem Alten nicht nach . . . Es blieb mir ja noch viel! Wem aber das Beste geraubt wird, der vergißt leicht das Gute, das er behielt, und gut, gut seid ihr beide.«

Damit küßte er seine Töchter so herzlich, als verlange es ihn, das Wort zurückzunehmen, das sie gekränkt. Dann schaute er der Entschlafenen in das stille Totengesicht und sagte: »Bevor ihr sie kleidet, laßt mich mit ihr allein . . . Hier und hier,« dabei wies er auf Brust und Stirn, »wirbelt es wild durch einander. Und doch . . . Die letzten Stunden . . . Es gibt so viel zu klären und ohne sie für die Zukunft zu bedenken . . . Bei ihr, mit ihren lieben, stillen Zügen vor Augen . . .«

Hier erstickte der neu aufwallende Schmerz ihm die Stimme; Els aber wies ihn auf das Bild der Mutter Gottes an der Wand und winkte der Schwester.

Ganz hingenommen von dem eigenen Leide, hatte Eva der Rede des Vaters kaum geachtet und weigerte sich nun ungestüm, die Mutter zu verlassen. Da gestattete Herr Ernst, dem dies Uebermaß des Schmerzes um diejenige, die ihm das Teuerste war, wohl that, Eva zu bleiben, und bat Els, für die äußeren Angelegenheiten zu sorgen, die ein Todesfall nach sich zog.

Als verstehe es sich von selbst, nahm sie diese neue Pflicht auf sich und schritt auf die Thür zu. An der Schwelle aber kehrte sie noch einmal um, eilte dem Sterbebett entgegen, küßte der Entschlafenen die reine Stirn und die geschlossenen Augen und kniete dann zu einem stillen Gebet neben ihr nieder. Dann schloß sie die Schwester, die zugleich mit ihr das Knie gebeugt 13 und sich wieder erhoben hatte, fest in die Arme und raunte ihr zu: »Wie es auch kommt, auf mich darfst Du zählen.«

Dann holte sie die Meinung des Vaters über einige Verpflichtungen ein, die erfüllt werden mußten, und frug ihn auch, was sie dem Verlobten der Gürtelmagd sagen sollte, der gekommen sei, um ihn um Vergebung zu bitten.

»Mich in Frieden zu lassen!« brauste Herr Ernst heftig auf. Dennoch bemühte sich Els, ein freundliches Wort für den Diener einzulegen, der Vater aber preßte beide Hände ungestüm an die Ohren und rief: »Wer kann eine Entscheidung treffen, wenn er selbst wie von Sinnen. Morgen, übermorgen soll der Mann sich mir stellen. Wer auch kommt, ich bin für niemand zu sprechen, und ich mag auch nicht wissen, wer anklopft.«

Aber die Ruhe und Einsamkeit, nach denen er lechzte, blieben ihm versagt. Einige Stunden, nachdem er das Sterbezimmer verlassen, mußte er auf dem Rathause eine unaufschiebbare Pflicht erfüllen, – und als er kurz vor Sonnenuntergang eben heimgekehrt war und sich in sein eigenes Gemach eingeschlossen hatte, erschien der alte Eysvogel wieder.

Er sah bleich und verstört aus und befahl dem Aufwärter, der ihn dem erhaltenen Befehle gemäß abgewiesen hatte, die Jungfrau Els zu rufen. Ihr legte er mit zitternder Stimme ans Herz, den Vater anzuflehen, ihm noch einmal Gehör zu leihen. Für sein Haus, für Wolff und auch für sie und ihre Verbindung mit seinem Sohne handle es sich um die letzte Entscheidung. Der Hingang der geliebten Gefährtin stimme ihren Vater vielleicht 14 weicher. Er wisse noch nicht alles . . . Jetzt solle er es erfahren. Sage er abermals »Nein«, so besiegele er damit den Sturz des Eysvogelschen Hauses.

Wie flehentlich wußte er zu bitten, wie demütig klang ihm das alles von den alten Lippen, und aufs tiefste griff es Els ans Herz, wenn sie der wortkargen Unnahbarkeit gedachte, mit der dieser hoffärtige Mann noch gestern an der gleichen Stelle den Ortliebs abgesagt hatte. Was mußte es ihn kosten, den steifen Nacken so vor ihr, der Jüngeren, zu beugen, und was erst, ihrem Vater, dem er so schonungslos aufs Herz getreten, als Hilfesuchender, vielleicht als Bettler, zu nahen.

Dazu war Wolff ja sein Sohn!

Was er ihr auch angethan, sie mußte es vergessen, und es ward ihr nicht schwer; denn jetzt – sie fühlte es – wünschte er, gleichviel aus welchen Gründen, redlich, sie mit dem Sohne zu vereinen. Führte der Geliebte sie nun durch das Thor mit dem großen prunkenden Wappen, dann kam sie nicht mehr als ungern aufgenommene Geduldete, sondern als willkommene Helferin, vielleicht als Retterin des gefährdeten Hauses. An die Frauen im Eysvogelhofe verbot sie sich zu denken.

Wie rührend erschien ihr der schöne, vornehme, ergraute Herr in seiner hilfsbedürftigen Ohnmacht. Entschloß sich der Vater nur, ihn zu empfangen, so konnte er so wenig wie sie ihm die Barmherzigkeit versagen, die ihm so not that.

So klopfte sie denn an die Thür des einsam Trauernden, und er ließ sie ein.

Gegenüber dem großen Bildnis, das die verstorbene Mutter im Brautstaate darstellte, saß er mit dem Haupt 15 in den Händen. Die Abenddämmerung entzog das Gemälde den Blicken; er mochte sich aber lange in seine anmutigen Züge versenkt haben, und es zeigte sich ihm wohl noch vor dem inneren Auge.

Mit einem wehmütigen Gruße wurde sie empfangen; als er aber vernahm, was sie zu ihm führte, brauste er auf und gebot ihr, Herrn Kaspar zu sagen, er hätte nichts mehr mit ihm zu teilen.

Da trat Els für den Unglücklichen ein. Sie bat, sie flehte, sie stellte dem Vater vor, daß sie nie und nimmer von Wolff lassen würde. An ihm und seiner Minne hänge das Glück ihres Lebens. Wenn er den Eysvogels die Hilfe versage, die der alte Herr, der in seiner Demut nicht mehr er selbst sei, von ihm erflehe . . .

Hier entzog ihr der Vater indes unwillig das Wort und gebot ihr, ihm die Ruhe nicht länger zu stören. Jetzt aber machte das väterliche Blut sich auch in Els geltend, und auffahrend wies sie auf das Bild der Mutter, deren gütiges Herz es sicher nicht ertragen hätte, einen gebrochenen Unglücklichen, an dessen Rettung das Glück des eigenen Kindes hänge, wie einem lästigen Bettler die Thür weisen zu sehen.

Da schnellte der längst ergraute Mann behend wie ein Jüngling vom Sessel empor und rief in heftiger Erregung: »Dem andern die dem heiligsten Schmerze gewidmeten Stunden vergällen, das ist echt Eysvogelsche Selbstsucht. Alles für sich! Was sind ihnen die anderen? Deinen Wolff nehme ich aus, und was mit ihm wird und Dir, das mag die Zukunft entscheiden. Ich stehe zu euch. Aber von der übrigen Sippe Glück und Frieden, ja nur ein Leben ohne bittere Trübsal für Dich erhoffen, 16 heißt erwarten, vom Wachholderstrauche süße Birnen zu ernten. Seit Deiner Lautmerung trübte es mir wie Deiner Mutter den Schlaf der Nächte, wenn wir uns sagten, es sollte über Dich verhängt sein, mit der Gräfin, der alten Teufelin, ihrer erbärmlichen Tochter und dem nichtswürdigen Siebenburg unter einem Dache zu hausen. Aber das alles wurde seit wenigen Stunden noch ganz anders. Zwischen den Eysvogels und den Ortliebs ist das Tischtuch zerschnitten. Keine Macht der Welt kann den Riß jemals heilen. Noch hielt ich vor Dir zurück, was geschehen ist. Jetzt magst Du's erfahren, damit Du es . . . Aber höre erst, und entscheide dann selbst, auf wessen Seite Du stehen willst.

»Heut in der Frühe ging ich zur Sitzung. Schon auf dem Markt trat mich erst ein Ehrbarer an, und dann ein zweiter, dritter und vierter. Jeder frug, was es mit den schönen E's, meinen holdseligen Töchterlein, gegeben? Nach und nach ward mir auch kund, was ihnen zu Ohren gekommen. Gestern abend beim Heimweg von hier hat der Mann da draußen, – hat Kaspar Eysvogel Deinen, unseren guten Namen, Kind, in einer Weise geschändet . . . Das Nähere kam mir erst eben zu Ohren. Vor den Brüdern Ebner, den würdigen alten Herren, rühmte er sich, mir den Ring, der seinen Sohn an Dich fessele, vor die Füße geworfen zu haben. Um Mitternacht, erzählte er, habe man Dich hier in den Armen eines Schweizer Ritters überrascht. Und sein Tochtermann Siebenburg, der schnöde Bube, beim Würfelspiel erfrechte er sich, vor vielen Rittern und Herren – darunter auch der junge Hans Groß, Veit Holzschuher und andere – Deine Begegnung mit dem Schweizer so 17 lügnerisch zu entstellen, daß . . . Nein, es kommt mir nicht über die Lippen . . . Nur das eine magst Du noch hören: Seinem Heiligen danke er, gab der Schelm da draußen den anderen zu hören, daß sie dem Dirnlein zu rechter Zeit auf die Sprünge gekommen. Und das, Kind, das war die wahre Meinung der ganzen schnöden Sippe! Nun ihnen aber das Wasser am Halse steht und sie meine rettende Hand brauchen, um nicht zu ertrinken, – nun nehmen sie die Tochter Ernst Ortliebs, wenn er sein Gut mit dazu gibt, gnädiglich in den Kauf, damit beides, Gut und Kind, elend verderbe. Aber nein, und tausendfach nein! Dem Haß Raum zu geben, ziemt sich nicht in dieser Stunde. Aber die, die da oben den letzten Schlaf schläft, nicht mit einem Worte hätte sie mir zu solcher selbstmörderischen Thorheit geraten. Erst bei meinem Ausgange vorhin erfuhr ich das Schlimmste. Schon heute morgen hätte ich sonst dem Ueberlästigen die Thüre gewiesen. Das melde dem Alten und dazu, Ernst Ortlieb habe nichts mehr mit ihm zu teilen!«

Hier schwieg der tief empörte Mann und wies auf die Thür.

Entsetzt und mit weit geöffneten Augen war sie dem Berichte des Vaters gefolgt.

Daß es so kommen würde, übertraf das Schlimmste, was sie gefürchtet.

So sicher hatte sie sich in ihrer Unschuld gefühlt, und die Gräfin war so geschickt für sie eingetreten, daß sie, von der Sorge um Eva, um Cordula und die Mutter in Anspruch genommen, dieses häßlichen Zwischenfalles schon halb vergessen.

18 Und nun wurde ihr guter Name durch die Gosse gezogen, durfte sie denen kaum zürnen, die mit den Fingern auf sie wiesen; denn die Untreue gegen den Verlobten war keine geringere Schuld als die gegen den Gemahl, ja unter ihren Freundinnen brach man den Stab williger über die treulose Braut als über die pflichtvergessene Gattin.

Und wenn Wolff in seinem Verstecke auf der Burg erfuhr, was aus seiner Els geworden, vor der Groß und Klein, froh ihres Anblicks und doch ehrerbietig, gestern noch den Hut gezogen, würde er nicht denen glauben, die sich auf seinen eigenen Vater beriefen?

Aber bevor sie diese Befürchtung noch voll ausgedacht, sagte sie sich schon, daß es ihre Pflicht und ihr Recht sei, sie von sich zu weisen. Wolff wäre nicht mehr er selbst, wenn er dergleichen auch nur einen Augenblick für möglich hielte. Er und sie durften und konnten nicht an einander zweifeln. Und wenn auch ganz Nürnberg der schnöden Afterrede das Ohr lieh und ihr den Rücken wandte, ihres Wolffs war sie gewiß. Ja, mit doppelter Zärtlichkeit würde er sie umfangen, wenn er erfuhr, durch wen ihr ein so furchtbares Leid angethan wurde.

Tief atmend heftete sie den Blick noch einmal auf das Bildnis der Mutter. Wäre sie jetzt hinausgestürmt, um dem alten Manne da draußen, der sie so grausam kränkte – o, es hätte auch ihr das Herz erleichtert! – ins Gesicht zu rufen, was er ihr angethan und wofür sie ihn halte, die Mutter hätte sie sicher zurückgehalten und ihr zugerufen: »Bedenke, daß er der Vater Deines Verlobten.« Sie wollte es auch nicht vergessen, – und sie 19 konnte ja auch den beklagenswerten, zu Grunde gerichteten Mann nicht hassen.

Jeder Versuch, den Vater umzustimmen – sie sah es ihm an – wäre jetzt vergebens gewesen. Später, wenn sein gerechter Zorn verraucht war, ließ er sich vielleicht dennoch bewegen, dem gefährdeten Hause Beistand zu leisten.

Herr Ernst sah ihr wehmütig nach, als sie mit einem stummen Gruße ihn und die Schreibstube verließ, um dem Vater des Geliebten mitzuteilen, er sei vergeblich gekommen.

Der alte Herr wartete ihrer im Soler, in dem sich das Geheul der Dienstboten und Nachbarweiber, die sich, wie es Brauch war, Stirn und Brust zerschlugen und die Kleider zerrissen, immer noch vernehmen ließ.

Leichenfahl, wie vernichtet,. wankte er der Thür entgegen.

Als Els ihn vor den wenigen Stufen, die in den Soler führten, zaudernd stehen bleiben sah, reichte sie ihm den Arm und führte ihn die Stiege hinunter. Während er dabei einen Fuß nach dem andern auf die Stufen setzte, fragte sie sich, wie es denn möglich, daß der Mann, dessen hohe Gestalt und schönes Antlitz so vornehm und edel gebildet, etwas so Niedriges von ihr denken konnte, und zu gleicher Zeit kam ihr ein Wort in den Sinn, das der alte Herr Berthold Vorchtel in ihrer Gegenwart seinem Sohne Ulrich zugerufen hatte: »Stellt sich etwas Dunkles zwischen Dich und einen Freund, so schaffe Dir Klarheit und Frieden durch Wahrheit.«

Hätte der junge Mann, der den verkannten Freund 20 gereizt, das Schwert mit ihm zu kreuzen, darnach gehandelt, wäre er vielleicht jetzt noch am Leben. Sie wollte es sich gesagt sein lassen und den Vater Wolffs offen fragen, was ihn berechtigte, sie einer so unwürdigen Handlung zu zeihen.

Im Soler waren die Lampen schon entzündet worden. Das Licht der mittleren fiel Herrn Kaspar in das farblose Antlitz. Dem eines Verzweifelnden glich es. Wie sie aber die Lippen schon öffnete, um jene Frage zu stellen, nahm sie den Moschusduft wahr, der von dem Sterbezimmer, das die Schwester geöffnet hatte, ausging. Da trat das sanfte, stille Totengesicht der Mutter ihr vor das innere Auge, und sie mußte sich Zwang anthun, um nicht laut aufzuweinen. Ohne weiter zu denken und zu wägen, legte sie sich Schweigen auf und schlang – gestern noch hätte sie das nimmer gewagt – Herrn Kaspar den Arm um die Schulter, schaute liebreich zu ihm auf und rief leise: »Ihr dürft nicht verzagen, Herr Vater. Hier im Hause habt Ihr an der Els eine treue Bundesgenossin.«

Da schaute der alte Herr erstaunt zu ihr nieder; statt sie aber fester an sich zu ziehen, löste er mit höfischer Kühle ihren Arm von seiner Schulter und sagte bitter: »Zwischen den Ortliebs und uns, Jungfrau Els, gibt es kein Band mehr. Dein Vater bin ich von heute an so wenig mehr, wie Du die Braut meines Sohnes. Dein Wille mag gut sein; doch wie wenig er vermag, das hat sich ja leider erwiesen.«

Damit zuckte er müde die Achseln, nickte ihr einen matten Abschiedsgruß zu und verließ das Haus.

Draußen warteten vier Träger mit der Sänfte, drei 21 Knechte mit Fackeln und zwei starke Wächter mit Keulen über der Schulter. Sie trugen sämtlich kostbare Dienergewänder in den Eysvogelschen Farben, und als ihr Gebieter in dem vergoldeten Tragstuhle Platz genommen hatte, und man ihn aufhob, hörte Els, wie eine Webersfrau aus der Nachbarschaft ihrem Buben zurief: »Das ist der reiche Eysvogel, Fritzel, der hat in jeder Stund' so viel zu verzehren wie wir in einem Jahr und ist ein gar glücklicher Herr.«

 

 

 << Kapitel 18  Kapitel 20 >> 






TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.