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Im Kampf um die Nordmark

Johannes Dose: Im Kampf um die Nordmark - Kapitel 4
Quellenangabe
typenovelette
authorJohannes Dose
titleIm Kampf um die Nordmark
publisherStiftungsverlag in Potsdam
printrunZweite Auflage
year1913
correctorreuters@abc.de
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Dritter Abschnitt.

Ein entgleister Garde-Leutnant und ein einwandfreies Gespenst.

Im Pesel Jep Hansens dampften die Pfeifen. Rueter blinzelte und warf Hilde Fangel einen verliebten Blick zu, der an ihren schnell gesenkten Lidern abprallte. In der allgemeinen, lebhaften Unterhaltung war eine jener plötzlichen, oft peinlichen Gesprächsstillen eingetreten. Da hörten alle draußen vor dem Hause ein Geräusch, als wenn jemand vor der Tür den Schnee von den Stiefeln stampfe.

»Was mag das für ein später Besuch sein? Nach elf Uhr?« sagte der Hausherr.

Die Tochter eilte in den Flur hinaus, wo sie einen langen, wildfremden Menschen in Lodenjoppe, Seehundsfellmütze und langen, groben Stiefeln und trotz der Frostkälte ohne Überrock oder Ulster vorfand. Der Fremdling nahm schon unaufgefordert und recht unverfroren den Rucksack von den Schultern, stellte die Flinte, die er trug, in die Ecke und befahl dem Hühnerhunde, sich hinzulegen.

»Was ist Ihr Anliegen zu so später Stunde?« fragte Bodil verwundert den nächtlichen Wandersmann, den sie für einen heruntergekommenen Förster und besseren Fechtbruder hielt.

»Ich höre da drinnen Jep Hansens Stimme ... dem, Ihrem Vater, wie ich vermute, will ich einen guten Abend sagen ... richtiger wohl eine gute Mitternacht.«

»Wir haben Gäste ... und wer sind Sie?«

»Das soll der Alte eben raten, und die Gäste genieren mich nicht. Erlauben Sie!«

Der Fremde sah einem höheren Paganten, der bessere Tage gesehen hat, verzweifelt ähnlich, jedoch sein korrekter Kopenhagener Dialekt, seine kurze Verbeugung, seine höchst adrette Haltung und etwas Sichres-Selbstbewußtes in seinem ganzen Auftreten verrieten sofort, daß er den gebildeten Ständen angehört habe.

Im Pesel reckten sich alle Köpfe, alle Augen waren auf den Eindringling, dessen Rock und Hose aus grobem Stoff etwas schäbig, auch recht naß und wenig salonfähig war, gerichtet. Der stellte die Hacken zusammen und grüßte nach Art der Offiziere, die ihr eignes Kompliment haben, und mit viel Anstand zuerst die Damen. Eine merkwürdige Persönlichkeit, allen unbekannt, war da ins Haus geschneit. Haar und Bart ziemlich ungepflegt und stark ergraut, das Gesicht, wetterhart, von einer Narbe durchhackt und tief gefurcht, war das eines hohen Fünfzigers, jedoch schlank, rank, rasch und lebhaft, wie eines Jünglings, war jede Bewegung und Geste, und zweifellos imponierte der Fremdling durch seine männliche Sicherheit und Ruhe und durch einen vornehmen Zug, der durch die ärmliche Kleidung noch mehr hervortrat.

Der ungebetene und ungewöhnliche Gast, der Greis, Mann und Jüngling in seiner Person vereinigte, fixierte den Bauer mit seinen stark behaarten Brauen und gab sein Rätsel auf. »Ich kenne Sie, Jep Hansen! Kennen Sie mich? Wer bin ich?«

Jep hob sich halb aus dem Stuhle und hielt den Kopf, wie ein lugender Spatz. »Hm, das behaarte Igelgesicht – entschuldigen Sie! – bring' ich nicht gleich unter, aber das kleine, linke Auge, das so verschmitzt über die Nase wegschult, ist mir ... ist mir bekannt ... töv ... einen Momang!«

»Darf ich auf die Spur helfen?« schmunzelte der Gast, der ein größeres und ein kleineres Auge hatte, das rechte und größere oft ganz stille stehen und das linke um so greller leuchten und hin und her laufen ließ. »Ich bin ein alter Hyllerupper ... Spatz, kennen Sie den Swinegel nicht?«

Jep schlug klatschend auf die Lederhose. »Sie sind der Leutnant Bösen, der Sohn unsres alten Pastors. Wo kommen Sie um Mitternacht her, nachdem Sie zwanzig Jahre spurlos verschwunden waren?«

»Ich wollte die Heimat mal wiedersehen und bin von Apenrade durch den Schnee geknetet ... das nahm Zeit ... haben Sie diese eine Nacht Unterstand für einen alten Weltbummler, einen freien, frummen Landsknecht?«

»Diese eine Nacht? Nein, mein Lieber...«

»Na, dann Adieu und Gott segne Sie!«

»Nein, einen Monat mindestens, am liebsten ein Vierteljahr sollen Sie bei mir bleiben. Bodil, laß Essen warm machen für den Leutnant!«

»Sagen Sie das lieber nicht! Ich könnte Sie beim Wort nehmen und ein Jahr mich im warmen Nest festnisten ... die Vagabunden und Landsknechte sind anhänglich wie die Schwaben und Mäuse und nicht wieder los zu werden. Als Wanderratte sah ich drei Weltteile mir an, aber arm wie eine Kirchenmaus bin ich geblieben. Ja, mein lieber Jep, Geld habe ich nicht mit heimgebracht, aber schöne Kleider hab' ich – mal gehabt ... nur, damit kein Irrtum entsteht und Sie wissen, wie Sie daran sind.«

»Sie bleiben im Hofe!« Der Bauer äußerte eine unverhohlene Freude über das Wiedersehen und sprach gerührt von dem alten, guten Pastor Bosen.

Der Leutnant stellte, was Jep versäumte, sich selber den Gästen vor. »Bösen, Leutnant Sr. Majestät, Premierleutnant a. D. und ohne Pension.«

»Ihr Vater ist in der Gemeinde noch nicht vergessen,« sagte der Pastor freundlich.

»Mein seliger Vater war ein nobler und guter Herr ... nur allzu gut, hätte mich strammer in der Kandare halten sollen, dann wäre ich jetzt ein wohlbeleibter Oberst, der sich sein Bäuchlein am Sattelknopf wund scheuert, oder ein Herr Generalmajor ... mein Vater war zu gut und gab mir einen Spezies Taschengeld auf einmal ... ein dummer Bengel von fünfzehn Jahren, der Leutnant werden will, agiert den Offizier und wirft mit den Markstücken um sich, als wären sie Lehmmarbel. War ein Fehler, natürlich mein Fehler, war meine Jugendsünde und wurde mein Charakterfehler, meine Achillesferse, meines Alters Todsünde wurde es, daß ich das runde, rollende Geld nie festhalten konnte. Die Kunst der Erziehung ist einzig und allein, den Wert des Mammons dem Kinde anschaulich zu dozieren und den Jungens richtig beizubringen sowohl theoretisch, daß der Mensch nicht ist, was er ißt, sondern ist, was er hat, daß Geld Macht, Güte und Größe bedeutet, als auch praktisch den Burschen beizubringen, das rollende Geld in der gekrallten Hand fest, sehr fest zu halten. Das Prinzip fehlte etwas in meiner Erziehung, das wurde mein Charakterfehler, das schwarze Kreuz in meiner Konduite, das häßliche Pech meines Lebens und die Hauptursache, daß ich nicht ein dicker Generalmajor geworden bin.«

Die skurrile Selbstkritik machte dem Bauer viel Vergnügen. »Und noch dazu bei der königlichen Leibgarde ... als Sie vor vierundzwanzig Jahren hier auf Urlaub waren, trugen Sie die hohe Bärenmütze... Donnerwetter, wie guckten die Leute, wenn Sie die Kirche betraten!«

»Ich hatte allerdings die hohe Ehre, mit dem Prinzen, der sich jetzt König Christian VIII. nennt, in einem Bataillon zu dienen und Kamerad eines Kronprinzen zu sein.«

»Eine nette und nützliche Kameradschaft!« meinte Jep.

»Sie sehen an meiner Person und meinem Leibe, was Sie mir genützt hat. Omnia mea mecum porto! Mein Rucksack, mein Gewehr und mein Hund sind mein ganzer Reichtum, richtiger, meine ganze Armut.«

»Es hieß hier, Sie wären nach Amerika gegangen ... na, aus Amerika, wo der Goldstaub, wie hier der Dreck auf der Gasse, liegt, kommen doch die Leute mit einem Goldklumpen im Rucksack zurück,« neckte der Alte.

»Der Goldklumpen ist Ihr Geschenk! O mea maxima culpa, daß ich das Geld nicht festhalten konnte, obgleich ich in der neuen und der allerneusten Welt gewesen bin.«

»Potztausend! In Australien? Das liegt ja auf der entgegengesetzten Seite des Planeten ... da gehen wohl die Menschen auf dem Kopfe?«

»Ja, vieles ist da auf den Kopf gestellt. In einer Bar, einer Schenke, wo die Menschen nicht, wie hier, sitzen, sondern auf den Füßen herumstehen, zuweilen auch nicht stehen, sondern taumeln, bestellte ein Kerl in Hemdsärmeln Brandy und Wein für alle Anwesenden, für jeden Gassenbummler, der beste Wein floß in Fülle frei und umsonst für jedermann. Von dem Hemdsärmligen sagten sie, er sprenge sich selbst in die Luft. Aber in meinem Hotel – auch das war umgekehrt, denn die Wanzen schliefen im warmen Bett und ich lag auf dem kühlen Fußboden – im Hotel mußte ich das Waschwasser die Gallone mit einem Schilling teuer bezahlen. Das Wasser kostbar und der Wein umsonst! In Adelaide saß der ehrenwerte Bürgermeister im Gefängnis, weil er Stadtgelder gestohlen hatte. Damit solches nicht wieder vorfalle, wählte man den reichsten und angesehensten Bürger, der das schönste Haus und ein sehr ehrwürdiges, von weißen Haaren umrahmtes Gesicht hatte. Dieser Vertrauen erweckende Herr war in London, in Whitechapel, ein berühmter Einbrecher gewesen, zur Deportation verurteilt und in Tasmanien zwanzig Jahre lang Sträfling gewesen, hatte nach seiner Entlassung in Adelaide ein großes Vermögen erworben und wurde zum Bürgermeister gewählt. Ja, in Australien ist vieles kurios und auf den Kopf gestellt.«

»Sie nahmen damals etwas plötzlich Ihren Abschied ... warum denn?« fragte Jep, wenig taktvoll wie alle Bauern.

»Darf ich erst ein paar Bissen genießen?« Bosen sah nach dem aufgetragenen Essen und hatte Heißhunger, aß aber mit Anstand und ohne Gier und warf ab und an seine trockenen Bemerkungen über den Tisch. »Meinen Abschied nahm ich eigentlich nicht, er wurde mir feierlich, mit voller Uniform und ohne Pension verliehen. Das ist die alte, langweilige Leutnantsgeschichte.«

»Nein, das interessiert uns gerade sehr ... ich sehe Sie noch, Sie waren ein schmucker Offizier, ein ganzer Kerl, der mit dem Schimmel über die höchsten Knicks hinwegsetzte und eine Taube im Fluge schoß.«

»Ja, die Schießerei wurde mein Schade ... wir knallten ein bischen draußen in Charlottenlund, um einen kleinen Wortwechsel zu arrangieren, und ich traf den Grafen Wedel, der mir die Seite zukehrte, in das hintere Vorgebirge, akkurat wo ich den Treffer vorhergesagt hatte. Am nächsten Tage erklärte mir mein Oberst, Seine Majestät – es war der hochselige Friedrich VI. – sei auf mich aufmerksam geworden. Eine solche königliche Aufmerksamkeit kann nützlich, aber auch nachteilig sein. Ein paar Monate später hatte ich das Unglück, auch die Aufmerksamkeit des Kronprinzen zu erregen, der mich rufen ließ und mit wehmutsvollem Wohlwollen sagte: »Herr Kamerad, ich höre, Sie haben viertausend Speziestaler Spielschulden, Spielschulden!« Nein, Ew. Königliche Hoheit, beteuerte ich, die Hand aufs Herz legend, es sind fünftausendzweihundert Spezies. – »Was! Fünftausendzweihundert! Höll' und Teufel! Wissen Sie irgendeine Möglichkeit, die Ehrenschuld zu bezahlen? Ich weiß keine.« – Ich wüßte wohl eine Möglichkeit ... wenn Ew. Königliche Hoheit ein gutes Wort einlegen und Seine Majestät allergnädigst geruhen würden, meinen Vater zum Bischof von Aarhus – das Amt ist just vakant – zu ernennen, so würde ich die Möglichkeit haben, die fünftausendzweihundert zu bezahlen, denn das Bistum bringt seine zwölftausend Spezies im Jahre. Auf diesen Ausweg wollte der gute Kronprinz sich leider nicht einlassen, sondern er blähte die Backen auf und befahl seinem Adjutanten, mir fünfhundert Taler aus seiner Schatulle zu zahlen, damit ich schleunigst eine Auslandsreise antrete.«

»In Amerika und Australien haben Sie Ihr Glück versucht, aber scheinbar nicht gemacht?« fragte Bodil und krauste die Nase.

»Nein, die Fortuna der Glückshänse, die mit der Nase auf eine Geldbörse fallen, fehlte mir ... trotzdem habe ich zweimal den Goldvogel in der Hand gehabt und eine Nacht lang alle Wonnen und Qualen eines Krösus durchgekostet. Im Westen Amerikas war ich ein Trapper, wir fingen Biber, die zu Hunderten ihre Kolonien im River hatten, wir schossen Büffel auf der Prairie, nahmen Fell und Zunge und ließen den Kadaver liegen ... mein Kamerad und ich ... er war ein gewesener ungarischer Graf und Wiener Leutnant, der ein Elfenbeinporträt als Amulett trug und unter Tränen erzählte, das sei eine Erzherzogin, die in der Hofburg mit ihm getanzt, sich in ihn verliebt habe und Hals über Kopf mit ihm geflohen sei ... das Paar kam nur bis Böhmen, wo es ergriffen wurde. Die Erzherzogin wurde mit Eskorte in ein Kloster geleitet, der Graf machte in Ketten die Hochzeitsreise nach dem Spielberg, wo er bei Wasser und Brot Flitterwochen hielt und vier Jahre saß, bis er einen Posten bestach und ausbrach. Das schilderte er so wahrheitsgetreu, daß man mit ihm weinen mußte, obwohl ich die historische Wahrheit nicht beschwören will. Never mind! Ein Trapper fuhrt ein hartes Leben. Monatelang schliefen wir, den Sattel als Kopfkissen, auf der Erde, wochenlang hatten wir keine Brodkrume, und Wildbret war die einzige Nahrung, sie wurde zum Ekel, bis Zeiten kamen, wo wir kein Präriehuhn vor die Flinte bekamen und tagelang hungern mußten. Einmal in den Ausläufern des Felsengebirges waren wir am Verschmachten, am fünften Hungertage beratschlagten wir, ob wir das eine von den zwei Pferden schlachten sollten ... doch welches? Ohne Reittier war ein Mensch in der Wildnis verloren, keiner wollte seine letzte Rettungsmöglichkeit opfern. Ich liege im Halbschlaf am Feuer, das grüne Holz schwelt und stinkt, aber liebliche Bratengerüche umspielen meine Nase, das sind schon die Visionen des Hungertodes. Da höre ich einen Ast knacken, ein junger Bär steht zwanzig Schritte vor mir und äugt das Feuer an. Leise lege ich mich in Anschlag ... Petz hat noch nie die Bekanntschaft der zweibeinigen Bestien gemacht und guckt neugierig ... meine entkräftete Hand drückt ab, ich springe auf ... der Bär brüllt und bricht durch die Büsche. Meine Hand hat gefehlt, das Wild, das aller Hungersnot ein Ende macht, entflieht ... ich schreie vor Wut und stürze dem Bären nach mit Raubtiergier. Schweiß rötet die Fährte, ich folge dem Angeschossenen durchs Dickicht, daß mir Kleider und Haut in Fetzen hängen, mit meiner letzten Kraft keuche ich vorwärts, das Bowiemesser in der Faust. Unter dem Felshange ist eine freie Lichtung, vom Mond beschienen ... was ist das? Zerschlagene Wagenräder, verkohlte Lagerreste, zertrümmerte Flaschen und Kisten, aber auch gebleichte Gebeine, ganze Knochengerippe von Menschen liegen zu Dutzenden verstreut. Mein Haar sträubt sich, ich stutze beim Anblick des gräßlichen Totenlagers und stürze über die knackenden Knochen hinweg der Beute nach. Die Gerippe erzählen eine blutige Geschichte von dem grausamen Untergang einer ganzen Handelskarawane, die einst durch die Einöde der great american desert zog, ahnungslos auf der Lichtung lagerte und von einer brüllenden Indianerhorde überfallen und massakriert wurde. Der wilde Westen ist reich an solchen Tragödien, ganze Wagenzüge der weißen Eindringlinge verschwanden auf der ungeheuren Prärie, und die tückischen Rothäute zierten ihre Wigwams mit blonden Skalpen. Der Bär war verschwunden, doch ich kroch der Blutspur nach, die in den Fels, in eine versteckte Höhle führte. Ein wütiges Knurren, ein Schlag der Tatze, aber in demselben Augenblick saß das Bowiemesser dem Tier in der Kehle. Ich pfiff, mein Kamerad kam mit einem brennenden Scheite und kroch in die Höhle. In dem stockfinsteren Loch war das leibhaftige Glück, das gleißende, glänzende Gold – zwei Ledersäcke, brechend voll von Goldstücken, und eine kleine Eisenkiste, mit Banknoten, einigen Ringen und Uhren angefüllt. Die Karawane, die mit dem reichen Ertrag ihres Handels auf dem Heimwege war, hatte wohl während der Rast ihre Schätze in der Höhle untergebracht, und die Rothäute hatten das Gold nicht gefunden. Wir, die Finder, wühlten trotz des Hungers in den Schätzen und schätzten unseren Reichtum auf 120 000 Dollar, wir waren durch einen Zufall schwerreiche Leute geworden. Die gebratenen Bärentatzen stillten den Hunger. Dann fühlten wir recht die volle, tolle Freude, 60 000 Dollar mein Anteil, mir schwindelte fast. In der Nacht schlief und träumte ich als Krösus. Und am Morgen war mein Kamerad verschwunden! Er hatte bei Nacht und Nebel sein Pferd gesattelt und mein Pferd, dem er die Säcke und Schatzkiste auflud, auch mitgenommen!«

»Der Schuft, der Schurke!« schrien die Zuhörer.

»Nein, ich muß ihm dennoch dankbar sein ...«

»Dem Elenden?« rief Hilde Fangel.

»Ja, der edle ungarische Graf hatte soviel Rücksicht und Nächstenliebe bewiesen und nicht nur meine Flinte, sondern auch die schlechtesten Stücke des Bären großmütig mir gelassen. Ein ganz raffinierter und herzloser Schuft hätte gegen jedes Wiedersehen und jede Reklamation meinerseits sich gesichert, indem er mich verhungern ließ und mundtot machte. Mein Leben, das mir mehr wert ist als 60 000 Dollar, verdanke ich dem Grafen und seiner Großmut.«

Die originelle Art und der trockene, amerikanische Humor erregten herzliches Lachen, nur Bodil machte die krause Nase.

Bosen wandte sich mit einem kleinen Kompliment an den Pastor und die Pastorin. »Damit Sie nicht den Sohn Ihres Vorgängers für einen Abenteurer, Spieler und Glücksritter, d. h. Unglücksritter halten, will ich in meiner Selbstbiographie nicht verschweigen, daß ich zur Ehre der Olympier und des klassischen Altertums einige Muselmänner umgebracht und in einem Freikorps der Hellenen gefochten habe. Nach einem Scharmützel, wo mein Säbel beim Parieren zerbrach, nahm ich einen Araberscheik mit der Säbelscheide, die ich ihm schnell zwischen die krummen Beine steckte, gefangen. Dem Gestürzten setzte ich die Scheide auf die Brust, in seiner Angst sah er nicht die Unschuld meiner Mordwaffe, sondern er schlug einen Halbmond und bot mir seinen mit Edelsteinen besetzten Türkensäbel an. Den Säbel habe ich leider in Hamburg liegen lassen ...«

»Mit den Edelsteinen?« rief die Pastorin erschreckt.

»Nein, die Steine hatte ich einem Hebräer in Verwahrung gegeben. Im übrigen haben wir uns bei den Griechen wenig Dank und viel Ungeziefer geholt.«

»Die edlen Hellenen haben Läu-, haben Insekten?« Die Pastorin entsetzte sich.

»Ja, die Nachfahren eines Perikles, Sokrates und Demosthenes sind ein lumpiges Gelichter.«

Leutnant Bosen erzählte mit skurrilem Humor aus seinem bunten, bewegten Leben. Während sein Gesicht und das große Auge toternst blieb, lief das kleine hin und her, als wenn es sich über die Andacht der Gesellschaft lustig mache. Der Kauz war kein großmäuliger Bramarbas, sondern mit einer gewissen Scheu vermied er es, seine vielen tüchtigen Eigenschaften und Leistungen zu erwähnen, weil er den Kontrast zu seinem ärmlichen Aeußeren bitter fühlte und spöttischen Zweifeln zu begegnen befürchtete. Mit seinem gutmütigen, über Welt-Widrigkeit erhabenen, stoischen Pessimismus übte er an Institutionen und Alltagsmenschen – nur nicht an göttlichen Dingen – eine derbe, drastische Kritik, die ihn selbst nicht verschonte und zur witzigen Selbstverspottung wurde.

Pastor Fangel stopfte sich die fünfte Pfeife und lud den Sohn seines Vorgängers freundlich ein, das Pastorat zu besuchen. Er nahm warmen Anteil an dem Pastorsohn und Gardeoffizier, der nach langen Irrfahrten in drei Weltteilen als alternder Mann, zwar in ungebrochener Kraft, aber ärmlich, enttäuscht und tief gefurcht heimgekehrt war. Seine innigen Worte gingen dem alten Leutnant ans Herz. »Sie sollen allein durch Haus und Garten gehen, mit den Stätten Ihrer Kindheit und Jugend Wiedersehen feiern und im Wohnzimmer Ihrer Mutter, in der Studierstube Ihres Vaters eine stille, ungestörte Gedächtnisandacht halten.«

Bosen fuhr sich über die Augen. »Mein herzensguter, seliger Vater, meine liebe, liebe Mutter!« In den schlichten Worten lag alle Dankbarkeit und Liebe, aber auch die Reue eines Sohnes, dem ein stattliches Pfund gegeben worden.

Der Geistliche sprach als Mensch. »Wie in uns allen der Zug nach oben, so ist im Menschen der unauslöschliche Zug und Zwang nach Hause, die Heimatsehnsucht. Nach einer Odyssee von zwanzig Jahren haben Sie die Küste der Heimat gesucht und gefunden, nach dem kleinen Dorfe Hyllerup, wo Ihre Wiege stand, zog und lockte die Sehnsucht und die Gewalt der Heimatliebe, die dort Rast und Ruhe und ein stilles Altenteilstübchen suchte, um Feierabend zu machen und in Frieden zu altern. Nicht wahr?«

»Um des Himmels willen, Herr Pastor! Nur keine Ruhe und kein Altenteil – wer zum Geier sollte oder wollte es mir geben? – nur kein Rasten und Rosten!«

Der geistliche Herr, der stirnrunzelnd in Rauchwolken sich hüllte, war an den Unrechten gekommen. Bosen unterdrückte einen Fluch und fuhr fort: »Ich las in den Pariser Zeitungen, es sei in den Herzogtümern nach dem Offenen Brief ein ungeheures Geschrei entstanden und eine Volkserregung, die zu einer Revolution führen werde. In Holstein und Südschleswig, das ich durchwanderte, sind die Leute wild geworden, wollen durchaus von Dänemark los und in den deutschen Bund hinein. Der Holsteiner hat ja die Losung: »Reg di man nich up!« Und er regt sich nicht leicht auf ... wenn er aber auf die Hühneraugen getreten und hitzig wird, haut er fest zu. Es gärt in den Herzogtümern, sie halten die Faust unter dem Rocke geballt. So viel ich beurteilen kann, werden wir einen Heidenkrach und einen lustigen Krieg bekommen. Da muß ich dabei sein, das ist ja mein Metier. Ich fühle noch in mir die Kraft und Kurasch, eine Kompagnie und, wenn man mir es anvertrauen würde, ein Regiment gegen den Feind zu führen – Bajonett auf! Marsch, marsch! Nichts Schöneres auf der Welt, als eine Schanze im Sturm zu nehmen.«

Das verrunzelte, bronzefarbige Gesicht, das etwas ungepflegt, ja ungewaschen aussah, leuchtete von dem Jugendfeuer, das in dem alten Leutnant nicht erloschen war.

»Sie werden bei einem Regiment in Kopenhagen eintreten?« bemerkte der Kandidat Fangel, dessen Schnurrbart ironisch zuckte, denn er dachte: wofern sie Dich nehmen.

Bosen brauste auf, sein kleines Auge blitzte böse, ja boshaft. »Der Teufel hole die Kopenhagener und ihren König dazu, die ich nicht um ein Leutnantspatent anbetteln will.« Sein großes Auge betrachtete lauernd die Gesellschaft, während er nach diesem Gefühlsausbruch mit größter Gemütsruhe weiter redete: »Ich vermute, daß die Schleswig-Holsteiner ein bißchen mit den Dänen sich boxen und darum gelernte Offiziere gebrauchen werden ... dann möchte ich den Kopenhagenern und meinem früheren Kameraden, dem König, der mir auf meinen freundlichen Brief, worin ich ihm zu seiner Anstellung als König gratuliert und für mich um eine kleine Anstellung, die wenig Arbeit und möglichst viel Lohn brächte, höflich bat, gar nicht geantwortet hat ... dann möchte ich den Kerlen zeigen, wozu der alte Krippenbeißer und Leutnant a. D. und ohne Pension noch gut und zu gebrauchen ist.«

»Sie reden wie ein rechter Landsknecht, der kein Vaterland und keine Ueberzeugung hat. Gegen Ihren König, Ihr Vaterland wollen Sie das Schwert ziehen?« rief Bodil entrüstet.

»Nein, für mein Vaterland, das Herzogtum Schleswig, will ich kämpfen, denn ich bin ein geborener, legitimer Schleswiger.«

»Der frühere dänische Gardeleutnant ein Schleswig-Holsteiner, haha! Nein, ein Südjüte sind Sie!« Das junge Mädchen wurde heftig.

Bosen durfte die Tochter des Hauses, wo er Unterkunft fand, nicht reizen noch kränken und schwieg.

Aber Jep Hansen sagte als Hausherr: »Politische Disputationen werden nicht geduldet! Die Jungen mögen mit Tanz oder Pfänderspiel sich amüsieren, wir Alten ziehen uns in die Ecke aufs Altenteil zurück, um ein Spielchen zu machen.«

Da wurde Bosen sehr animiert, und seine Augen glänzten beim Anblick der Karten. »Das ist mir, der alten, unverbesserlichen Spielratte, aus der Seele gesprochen.«

»Mir um so weniger, denn ich spiele keine Karten,« sagte der Pastor.

»Na, dann will ich der dritte Partner sein, wenn mein geistlicher Herr es gestattet ... drei machen ein Kollegium und ein Kartenspiel,« lachte die heitere Pastorin, die ihr Gläschen Bischof mit viel Vergnügen und einiger Wirkung getrunken hatte.

»Nichts geht über eine Partie l'Hombre.« Der Leutnant wischte sich um den Mund.

»Das ist uns zu hoch studiert, wir kennen nur das Dreikart der Bauern.« Jep malte mit der Kreide einen Kreis auf den Tisch und schmunzelte. »Die »Bete« steigen, so hoch sie wollen.«

»Nein, das ist Hasard, sündhaftes Hasardspiel,« protestierte der Pastor.

»Laß nur, Väterchen, ich werde sehr vorsichtig sein.« Frau Gertrud drückte unter dem Tische seine Hand. Und sie spielte klug und vorsichtig und »paßte« stets, wenn sie nicht eine recht sichere Gewinnkarte hatte. Der Einsatz war allerdings nur drei Kurantschillinge, erhöhte sich aber sehr bald und in der bedenklichsten Weise, sintemal jeder Mitspieler, der keinen Stich bekam, statt dessen einen »Bet« erhielt, dafür er drei, sechs, dann neun, zwölf, zuletzt vierundzwanzig Schillinge büßen und dem Gewinner zahlen mußte.

Langsam und sicher vermehrte sich das Geldhäuflein der Pastorin, die hochrote Wangen hatte und sehr eifrig über die Brille wegschaute, um die Gesichter der Mitspieler zu studieren und danach ihr Kalkül zu machen. Jep klatschte auf seine geliebte Lederhose, so oft er einem andern einen Bet ankreiden konnte, spitzte aber still den Mund, wenn er zahlen mußte. Bosen spielte mit Leidenschaft und Waghalsigkeit und paßte nur, wenn kein Trumpf in seinen Karten war. Ein paarmal im Anfang verblüffte er durch seine Kühnheit und gewann, dann kannten die anderen seinen Bluff und ließen sich nicht ins Bockshorn jagen. Nach einer Stunde hatte Bosen schon sieben Taler verloren. Um den Verlust einzubringen, spielte er noch gewagter, so daß Jep mit boshaftem Grinsen ihm die vier höchsten Bete hinmalte, die er sämtlich bezahlen mußte. Er leerte seinen Beutel, kramte in vier, fünf Hosen- und Westentaschen herum, brachte die Summe in Silber und Kupfer zusammen und lehnte sich zurück, um nach seiner Gewohnheit mit dem kleinen Auge über seine Nase hinwegzuschielen und kaltblütig zu sagen: »Jetzt passe ich ganz, denn Sie haben mich blank gerupft.«

Ebenso kurz und kaltblütig schob der Bauer, der sonst jeden Schilling dreimal umkehrte, ehe er ihn ausgab, dem Leutnant fünf Taler hin. »Spielen Sie mit Verstand und Vorsicht weiter!«

Der Pastor protestierte energisch. Durch die Höhe der Bete sei es nicht mehr harmloses Unterhaltungs-, sondern häßliches Hasardspiel.

Jep wurde verdrießlich und verleugnete in dem Augenblick den Bauer nicht. »Ja, nun, wo die Frau Pastorin die Schafe geschoren und ihr Schäfchen ins Trockne gebracht hat, sollen die Bete beschränkt werden.«

Da kehrte Bosen den Offizier heraus. »Der Verlierer – und das bin ich – hat zu bestimmen, es gibt von jetzt an nur drei steigende Bete, drei, sechs und neun Schilling, und damit basta.«

Die Alten spielten weiter um kleinere Einsätze.

Die Jungen amüsierten sich nach ihrem Geschmack. Beim Pfänderspiel lächelte der lange Eskild wie ein fröhliches Kind, als er Hilde aus dem Brunnen ziehen durfte. Meistens blickte er gradeaus und in eignen Gedanken, doch er sah und hörte alles, was zur Rechten und Linken geschah und gesagt wurde. Hilde Fangel und Kunz Reuter schwatzten viel miteinander, und als sie im Spiel in den Hausflur treten sollten und sehr flink hinaushüpften, guckte der Bauernsohn seltsam die Tür an und fuhr auch mit dem Tuche über die Stirn, als wenn ihm heiß geworden sei.

Später richtete Bodil die Bitte an Eskild Thorö, seine Geige zu nehmen und ein paar Weisen zu spielen. Er lehnte kurz ab, und sie sagte schnippisch: »Du wirst wohl eigen und eigensinnig, wie die großen Künstler, die man lange beehren muß?«

Da hörte man eine sanfte Stimme: »Eskild Thorö ist nicht eigensinnig und wird uns die Freude machen, wenn wir ihn bitten.«

Der Bauernsohn holte sofort sein Instrument, weil Hilde ihn bat; ihr mußte er jeden Wink erfüllen. Der vierschrötige Gesell nahm die Geige behutsam aus dem blanken Mahagonikasten, liebkoste sie mit den großen Tatzen und legte sie zärtlich an seinen Hals. Geradezu erstaunlich war die behende und zarte Bogenführung, die man dem baumlangen Manne nicht zugetraut hätte. Alle lauschten stumm, ja andächtig den Tönen. Wunderbar, wie seine großen, groben Tatzen den Bogen über die Seiten gleiten, schweben, hauchen ließen! Nur melancholische, weiche, leise weinende Nordlandsweisen spielte er mit Gefühl und Schmelz. Hilde trocknete einen Tropfen fort. Das war hohe, hehre Kunst und der einfache Bauer ein wahrer Meister auf der Geige, die das seelenvollste von allen Instrumenten ist. Wer hätte diesen Fäusten so viel Geschicklichkeit und Grazie, wer diesem täppischen Riesen so viel Innigkeit, Seelen- und Zartgefühl zugetraut? Eskild spielte mit der klassischen Ruhe und der scheinbar spielenden Mühelosigkeit des Künstlers.

Hilde wiegte sich in den Hüften, tänzelte ein Paar Tritte und schaute den Spielmann fragend an. Sofort fing er einen beliebten Walzer an. Während seine Hand fiedelte, blickte sein Auge merkwürdig ins Leere und über die Menschen hinweg; aber kein leises Lächeln, kein verstohlener Blick, kein Geflüster entging ihm. Auch wenn er den gewöhnlichsten Rundtanz geigte, war er ein Virtuos, so daß man in Hyllerup sagte: nach Eskilds Geige könne man in Holzschuhen Menuett tanzen.

Hilde tanzte fast nur mit Reuter, wiegte sich in seinem Arm und walzte an Eskilds Nase vorbei. Immer mit dem fremden Studenten, immer sehr fest von seinem Arm umschlungen! Immer lispelten die beiden, und lagen ihre Augen ineinander! Immer mit Gekicher tanzte das Glück an seiner Nase vorbei.

Keiner merkte das Eilen der Stunden. Kunz sang übermütig das Tanzlied mit: Herr Schmidt, Herr Schmidt, was bringt die Jule mit.

Da trat eine possierliche Gestalt, ein alter Knecht, in einen ausrangierten Militärmantel gehüllt, in den Pesel mit Holzschuh-Gepolter und händeringendem Entsetzen. »Wo ist der Bauer? O, es kann jeden Augenblick mit ihr zu Ende gehen ... wie sie sich quält ... ich kann es nicht ansehen.«

Jäh brach die Geige ab, der Tanztumult wurde Totenstille. Wer lag im Sterben und in den letzten Zügen? Erschrockene Gesichter umringten den Alten.

Reuter war sehr hilfsbereit und warf sich in Doktor-Positur. »Ich bin angehender Arzt ... soll ich mitgehen und sehen, was zu machen ist?«

Der Knecht brummte: »Die Kuh, die gekalbt hat, liegt auf der Seite und prustet schrecklich.«

Ein schallendes Gelächter erhob sich.

Jep Hansen meinte mißmutig: »Es ist nicht zum Lachen ... eine Fünfzig-Taler-Kuh wird wohl draufgehen ... na, was nicht leben will, muß sterben.«

»Nein, der Tierarzt muß schleunigst geholt werden,« sagte Bodil energisch und setzte schmerzlich hinzu: »Die Rotbunte ist meine Kuh, die ich selbst als Kälbchen großgezogen habe.«

»Na, dann muß der Tierdoktor her, wenngleich er mit seinen Nachttouren unverschämt teuer ist.« Jep kraute sich und schrie den schwerhörigen Knecht an: »Mach' flink, Peter, und bring' den Tierdoktor gleich mit, sonst legt er sich auf die andre Seite und schnarcht weiter!«

»Ehe Peter sich besinnt und in Bewegung kommt, vergeht eine Stunde, ich laufe zum Tierarzt, der wahrscheinlich den Knecht mit Ausflüchten abfertigt, um im Bett zu bleiben,« sagte Bodil.

»Es ist zwei Uhr nachts und viel Schnee auf dem Wege und eine Stunde fast,« meinte der Vater.

Resolut hatte sie Mantel und Kapuze umgeworfen, bei der Gesellschaft sich entschuldigt und die Haustür geöffnet. Sie sah sich wie suchend um und riß ein Tuch vom Ständer. Warum schwieg er?

Der Kandidat erholte sich von seiner Überraschung und lief ihr, in der Eile ohne Überrock, nach. »Bodil, darf ich Sie begleiten?« Er redete sie mit ihrem Vornamen an, was er gleich nach der Konfirmation, wo er sich als junger Herr zu betrachten und zu benehmen anfing, unterlassen hatte.

Sie antwortete nach kurzem Zögern sehr aufrichtig. »Ja, ich habe es sogar erwartet und vorsorglich das Tuch mitgenommen für Sie.«

Bodil legte ihm behutsam das Tuch um die Schultern – ein unbeschreibliches Wohl- und Wärmegefühl durchrieselte ihn.

Eine wunderstille Winternacht! Voll und hell schien der Mond, ferne Welten sahen wie kleine Blinkfeuer im Ozean der Unendlichkeit auf die schneeleuchtende Erde herab. Die dunklen Häuser am Wege schliefen. Nur in einem Hofe war Licht und lautes Wesen, dort hatten sie Julbesuch, und die Gäste waren ins Zechen geraten.

Die beiden gingen schweigsam eine Strecke, plötzlich ein angstvoll herausgestoßenes Wort!

»O ... Heim ... Heimreich ... was ... ist das?« Das junge Mädchen blieb stehen und umklammerte seinen Arm.

Ihm lief es eiskalt über den Rücken, und das Haar unter seinem Hute bewegte sich nach oben. Das letzte Haus des Dorfes nach Faustrup zu war die Schmiede, die weit vom Wege zurücklag, einen geräumigen, mit Ackergeräten, Reparatur-Wagen und rostigem Gerümpel angefüllten Vorplatz, auch ein Halbdach zum Beschlagen der Pferde hatte. Dreißig Schritte von der Straße auf einem Pfluge dicht vor der Schmiede saß eine weiße, völlig reglose und völlig rätselhafte Gestalt, die das weiße Nachtgewand einer Frau und auf dem Kopfe eine von jenen uralten, spitzenbesetzten Hauben, wie sie vor zwanzig Jahren von der ältesten Greisin getragen wurden, trug. Das gesenkte Gesicht, fast von den Spitzen verdeckt, schimmerte leichenblaß. War es ein menschliches Wesen, das hier bei starker Frostkälte im leichten Linnen lange nach Mitternacht auf dem Pfluge hockte? Unheimlich, ja gespenstisch wirkte die unerklärliche Erscheinung – oder Sinnestäuschung. Nein, bei dem hellen Mondlicht war ein Irrtum, ein Augentrug ausgeschlossen!

Bodil schauerte am ganzen Leibe und schmiegte sich, Schutz suchend, an ihren Begleiter; ihre Stimme flüsterte bebend-stockend: »Was kann das sein? Mir graut ... wollen wir umkehren?«

Heimreich legte den Arm beschützend um Bodils Körper – die Notlage erlaubte, und die Ritterlichkeit befahl es. Obgleich ihm höchst unbehaglich zu Mute war und er nur ungern an der gespenstischen Erscheinung vorüberging, besaß er doch die Geistesgegenwart und Geisteserkenntnis, daß er jetzt oder nie vor der starken Freia, die augenblicklich zum schwachen Geschlecht gehörte, Mannhaftigkeit und Mut beweisen müsse. Seine Sprache klang etwas krampfhaft martialisch. »Ich beschütze Sie, Bodil. Der Gang ist eilig ... wir müssen schnell vorbeigehen.«

Auf seiner Stirn brach der Schweiß aus, während sein Rücken wie Eis war. Indem er mit dem linken Arm das Mädchen umschlungen hielt, machte er möglichst lange Schritte, sein Auge schielte scheu nach dem Pfluge. Die Gestalt rührte sich nicht im geringsten. Sobald er glücklich die Schmiede passiert und das Gespenst zwei Schritte hinter sich hatte, fuhr ein Geist der Tollkühnheit und der verwegene Wunsch, sich als starkgeistigen Mann zu zeigen, in den Kandidaten hinein, denn er kehrte den Kopf halbrechts und rief dem Gespenste »Guten Abend« zu.

Bodil umklammerte seinen Arm. »Laß das, Heimreich! Es ist Gott versuchen.«

Das Gespenst reagierte in keiner Weise auf den freundlichen Gruß.

Bodil schritt mächtig aus, dicht an ihren Beschützer geschmiegt. Von vier raschen Tritten knirschte der Schnee. Da war ihm so, als wenn noch ein Schritt hinter ihnen her sei. Sein tapfres Herz sank ihm, sein Haar stieg ihm zu Berge, er war nicht imstande sich umzusehen und zu überzeugen. »Es kommt uns nach,« hauchte er.

Jetzt war Bodil die Beherzte, die rasch den Kopf kehrte und aufatmete. »Es sitzt noch auf derselben Stelle ... was kann es sein?«

Heimreich, der das warme, wonnige Leben im Arme hielt, lachte auf. Ein keckes, stürmisches, ein mächtiges, mutiges, fast übermütiges Glücksgefühl löste das infame Gruseln recht plötzlich ab. Er preßte das junge Mädchen an seine Brust. »Bodil, wir spielten oft als Kinder ... die Holzlaube oben in den zwei Linden war unsre Burg ... einmal küßte der Burgherr die Burgfrau, weiß du noch?«

Sanft, aber entschieden löste sie sich aus seinem Arm. »Herr Kandidat, wir sind keine Kinder, und das Du ist eine Dreistigkeit ...« Schärfer wurde ihr Ton, als sie wollte.

»Und das Herr Kandidat ist mir ein Schmerz, nachdem ich das Heimreich aus Ihrem Munde gehört. Also ich nicht, wohl aber ein Eskild Thorö hat ein Anrecht auf das vertrauliche Du.«

Sie lächelte. »Eskild ist mein alter Dorf- und Duzkamerad ... es ist das alltägliche, nichtssagende Du ... Heimreich! Hören Sie das gern?«

Er griff nach ihrer Hand, die sie ihm ließ. »Bodil, Sie haben es seit Jahren geahnt, seit den Weihnachtstagen es gewußt, daß ich Sie liebe.«

Voll und zärtlich hing ihr vom Mondlicht verklärtes Gesicht an seinem Antlitz. »Seit langer Zeit habe ich Sie sehr gern, sehr lieb. Heimreich, hören Sie das noch lieber?«

»Du, du, du bist mein, und ich bin dein!« Der Glückliche wollte die Geliebte an sich reißen.

Aber sie wehrte mit weicher Hand und leisem Seufzer ab. »Ach, noch nicht! Das heilige Du, das zwei Menschen, die sich ganz fremd waren, so völlig vereint, daß sie eines Sinnes, einer Seele, eines Herzens, eines Zieles, eines Glaubens, einer Hoffnung werden, das Du darf uns noch nicht verbinden.«

»Warum nicht?«

»Weil eine häßliche Schranke ist!« rief sie sehr schmerzlich. »Sind wir eines Glaubens, einer Hoffnung, wenn ich bitte und hoffe, daß Schleswig und Holstein in alle Ewigkeit bei Dänemark verbleiben, und Ihr dem Augustenburger ein eignes Herzogtum errichten und erräubern wollt?«

»Das alte, edle Herzogtum Schleswig-Holstein besteht seit Jahrhunderten ...«

»Ja, und seit Jahrhunderten gehört es unsrem König.«

»Bodil, der unselige Streit wird friedlich geschlichtet werden, entweder wird der Augustenburger den dänischen Thron besteigen, und alles wäre gut ...«

»Ach, so wohl wird es nicht werden, denn der Herzog auf Alsen ist in Dänemark verhaßt und so deutsch, daß er gar nicht Dänenkönig werden will.«

Da lag schon der Hof des Tierarztes, das Wohnhaus zwischen zwei Scheunen.

»Bodil, ich habe Sie so lieb! Ist nicht die Liebe, die sogar stärker als der Tod, erhaben über dem Gezänk der Grenzvölker? Jeder mag seines Glaubens leben, muß aber die Überzeugung des andern achten und unangefochten lassen.«

»Eben das ist dem wahren Glauben, der Gewissen und Gewißheit ist, pur unmöglich, denn jeder wahre Glaube muß den Andersgläubigen bekehren, jede große Überzeugung muß den andern von der Wahrheit überführen. Sie sind Hyllerupper und ein rechter Sohn unsrer dänisch sprechenden Heimat, Sie sind nie ein deutscher Holsteiner gewesen. O, Heimreich, wenn ich Sie von dem in Kiel eingeimpften Wahn überzeugen, wenn ich Sie für die Heimat zurückgewinnen könnte, wenn unsre Liebe in allem eins und einig und eines Sinnes wäre, wie innig und unendlich würde meine Liebe sein.«

Ihre Stimme wurde sanfter, weicher, einschmeichelnder; das Mädchen war dicht an ihn herangetreten und sah berückend zu ihm empor, und ihre schimmernden Augen baten: Erfülle mir die kleine Bitte und nimm mich hin!

Der Kandidat war kein Schwächling in dieser Versuchung, sondern sagte sehr traurig, aber auch sehr tapfer: »Mein Glaube ist auch eine Gewißheit und Gewissenssache, meine deutsche Überzeugung ist ein Fels, von dem mich keine Gewalt herunterstoßen, keine noch so liebe Hand herunterlocken kann. Bodil, Sie vermögen viel, sehr viel, fast alles über mich ... nur das Eine nicht! Selbst meine Liebe kann mich nicht zum Ketzer machen, selbst das größte Glück der Erde kann mich nicht zum Apostaten bekehren.«

»Ist das unabänderlich? O!« Schneidend und wie ein leiser Schrei klang die Frage. Das fahle Mondlicht fiel auf ihr erblaßtes Gesicht und auf den schmerzlich zuckenden Mund. »Nein, nichts ist unwandelbar ... Heimreich, wir müssen warten, und ich will hoffen.«

Hart klopfte seine Hand an die Fensterscheibe, immer ungeduldiger, bis ein verschlafenes Gesicht erschien. Der Tierarzt brummte, daß er jetzt keine Sprechstunde habe, öffnete aber die Haustür, erkannte die Tochter des großen Hofbesitzers, wurde sofort sehr höflich, nötigte die Gäste an den Kachelofen und ließ anspannen. Zu dreien fuhren sie zurück, die jungen Leute erzählten von der mysteriösen Gestalt, die im Nacht- oder Totenhemd auf dem Pfluge gesessen.

»Es soll ja in Hyllerup spuken seit einiger Zeit, der Totengräber behauptet es, Hans Barfod und die alte Trine schwören darauf, das Gespenst gesehen zu haben.« Der Tierarzt grinste, und seine fette Stimme grunzte. »Öh – öh, die Dummen werden nicht alle ... wenn die Gestalt noch da sitzt, wollen wir sie begrüßen und zum Sprechen bringen.«

»Nein, lassen Sie das!« sagte Bodil fröstelnd.

»Haben Sie Angst, kleine Jungfer? Öh – öh, als aufgeklärter Mann gehe ich mit der Peitsche auf die weiße Madame los.«

Als sich der Wagen der Schmiede näherte, machte der Tierdoktor einen langen Hals und grelle Glotzaugen. »Prrr!« Durch einen Ruck hielt er die Pferde an. »Da sitzt es ganz deutlich im Mondschein!« Dem Aufgeklärten war das kühne Herz entfallen; doch um sich nicht zu blamieren, sagte er rücksichtsvoll: »Damit Sie, Jungfer Hansen, keinen Schreck kriegen und an den Nerven keinen Schaden leiden, wollen wir lieber umkehren und den langen Umweg über Snorum machen.«

»Nein,« rief Bodil, »fahren Sie nur vorbei!«

Der Tierarzt glotzte nach der Schmiede, prustete mit den dicken Lippen und schlug mit der Peitsche auf die Pferde ein, damit sie im Galopp die Stelle passierten.

Da ... sieh da! Alle sahen in dem Augenblick, wie die rätselhafte Gestalt über den Schnee schwebte und zwischen Halbdach und Haus verschwand. Die Pferde jagten an der Schmiede vorbei, schnoben aufgeregt und scheuten seitwärts, als wenn sie Übernatürliches witterten.

Als der Rosselenker auf Jep Hansens Hof fuhr, war das in die Hosentasche gesunkene Herz wieder höher gestiegen, und er gackelte großmäulig: »Sehen Sie! Vor aufgeklärten Leuten rücken die Gespenster rechtzeitig aus.«

Die Gäste hatten sich schon entfernt. Leutnant Bosen packte im Gastzimmer seine paar Habseligkeiten aus dem abgenutzten Rucksack.

Der Kandidat gab allen die Hand. Bodil sagte bittend, als wenn sie fürchte, daß er fortbleiben könne: »Kommen Sie oft ... die Ferien sind kurz!« –

Jep Hansen und Tochter waren mit dem Tierarzt im Stall gewesen und wollten sich zur Ruhe begeben. »Wir haben alle Lichter brennen lassen, welche Verschwendung!« lamentierte Jep, und mit gewaltigem Geblase pustete er alle Lichter aus bis auf das allerdünnste Kerzen- und Küchenlicht. Er hatte seine Tochter beobachtet und sofort ihre innere Erregung bemerkt.

»Du bist heiß trotz der Kälte ... auch der Kandidat, der wie ein zerstreuter Professor ohne Überrock mitlief, hat sich nett warm gehalten ... ja, das junge Blut!«

Die Anspielung war ihr sehr unangenehm. »Soll ich mich nicht aufregen, wenn meine liebste Kuh todkrank ist?«

»Hat die kranke Kuh auch den Kandidaten warm gemacht? ... Bodil, sag' es deinem Vater aufrichtig! Dir ist etwas Wunderbares begegnet, was wir Menschen meist nur einmal erleben. Ich muß mich darin schicken, dich einmal zu verlieren.«

Endlich hatte sie einen Ausweg gefunden. »Ja, etwas Wunderbares ist uns begegnet, wir haben einen Spuk gesehen.«

Jep horchte sehr aufmerksam und glaubte, wie alle Bauern, an Spuk und Gespenster, an Vorahnungen und Vorbedeutungen. Er fiel in einen feierlichen Flüsterton. »Was die weiße Gestalt wohl bedeutet? Böses oder Gutes? Aufruhr und Krieg? Als deine selige Mutter in ihrer letzten, schweren Krankheit lag, saß ich am Bett und hielt ihre Hand, während der Abend dämmerte. Sie fühlte sich leichter und schloß die Augen zu einem linden Schlummer. Kummervoll starre ich durchs Fenster in die Dämmerung hinaus ... da sehe ich sechs Männer in schwarzen, langschößigen Röcken, die einen Sarg tragen ... ich kann kein Glied vor Grauen rühren und stiere in den Hof ... deutlich sehe ich im Zwielicht die Leichenträger, die langsam den Sarg nicht durch das Hoftor, sondern über den Viehhof und hinten durch das Hecktor nach dem Wege tragen. Das war ein Vorspuk, sofort wußte ich, daß meine teure Bodil Marie sterben würde. Im Dunkel wankte ich auf die Tenne, wo ich auf einem Kornsack saß und die Tränen rinnen ließ. Die Kranke sollte nichts von dem grausigen Gesicht erfahren. Am nächsten Tage kam der Tod ... vier Tage später wurde meine Frau zu Grabe getragen, von sechs Männern im langschößigen Rock ... und nun das Rätselhafte, Unheimliche! Die Brücke über dem Graben vor dem Hoftor war unter einem schweren Kastenwagen, auf dem achtzehn Leute vom Leichengefolge ankamen, kurz vor der Beerdigung zusammengebrochen ... der Sarg mußte nach dem Viehhof getragen, dort auf den Wagen gesetzt und hinten durch das Hecktor gefahren werden ... genau wie ich es in der Dämmerstunde sah. Glaubst du nun an Vorbedeutungen?«

»Ja, viele Geheimnisse umgeben uns.«

Der Alte schneuzte das Licht und sann vor sich hin.

Die Tochter sagte: »Meine Mutter starb ja sehr jung, als ich noch ganz klein war, an der Ruhr.«

»Ja, an der weißen Ruhr, die in dem Sommer fürchterlich im Dorfe grassierte, vierzehn starben in einer Woche, da fiel eine grauenhafte Furcht auf die Menschen ... im Altenteil von Christensen ließen sie die alten Eltern ohne Hilfe hinsterben aus Angst vor der Ansteckung. Unser Tagelöhner Erik lag mit Frau und fünf Kindern an der Seuche darnieder, für kein Geld ließ sich eine Magd dazu bewegen, den Ärmsten etwas Essen zu bringen, eine Handreichung zu tun. Die Angst vor dem Tode macht den Menschen zum Tier. Deine brave Mutter befahl den dummen Dirns, alles ihr nachzutragen und draußen hinzustellen, und sie selbst ging hinein, atzte die Kinder, machte die Betten, reinigte das verschmutzte, verseuchte Haus. Fünf Tage hat sie allein die Familie gepflegt, und alle sieben sind genesen ... aber am sechsten Tage mußte meine Bodil Marie sich hinlegen ... und ... ist nicht mehr aufgestanden.« Jep Hansen legte die Hand über die Augen, seine Stimme schlug über, die vielen Runzeln zuckten, die Erinnerung an das größte Herzeleid seines Lebens übermannte den Alten.

Die Tochter küßte den Vater und wollte von der früh verstorbenen Mutter noch mehr wissen. »Ich habe ein unklares Bild ... Wie sah sie aus?«

»Du bist das ganze Ebenbild der Mutter, so wie sie vor fünfundzwanzig Jahren leibte und lebte ... nur ganz so lieb und freundlich ist dein Lächeln nicht. Als Magd diente sie hier auf meinem Hofe ...«

»Als Magd! So ist es doch wahr, was die alten Leute im Dorf zuweilen recht unverschämt andeuteten.« Bodil schien von der Tatsache wenig erbaut zu sein.

Mit um so mehr Stolz rief der Alte: »Aber was für eine Magd! Schlank und schmuck, immer gütig, frohlächelnd, fleißig von früh bis spät! Setze auf dem Dorfteiche einen ranken Schwan mitten unter plumpe Gänse ... so war deine selige Mutter, wenn man alle Bauerntöchter neben die Magd gestellt hätte. Ich hatte in harter Arbeit den Wert des Geldes schätzen gelernt, ich liebte die lieben Speziestaler vielleicht zu sehr, aber ich wählte nicht eine Bauerntochter mit vier- oder fünftausend Talern, sondern die Magd, die nur ihr Bett und ihre Kleiderkiste besaß. Und das war der beste Kauf und klügste Handel, den ich in meinem Leben gemacht. Ehre ihrem Andenken! Du hast noch nicht ganz das Lächeln und die Sanftmut und die Hingebung deiner Mutter ... du hast wohl zu früh das Befehlen und Herrschen gelernt.«

Der blinzelnde Bauer konnte den kleinen Hieb nicht lassen. Wenn sie ein Gränchen Herbheit, ein Gränchen Eigenwille, ein Gränchen Stolz eingebüßt hätte, wäre es kein Verlust für seine Tochter gewesen.

Plötzlich blickte der Vater ihr fest ins Auge. »Mein Vöglein wird bald flügge und mein Nest verlassen ... das ahnte mir heute. Höre mich und vergiß es nicht! Du sollst den Mann nehmen, den du von ganzem Herzen leiden, mit dem du ein ganzes Leben leben magst. Ich will dir in dem Stücke nicht dreinreden, und wenn's ein Knecht oder gar – ein Kandidat wäre.« Jep kaute pfiffig.

»Ich würde mir auch nicht dreinreden lassen,« antwortete sie gelassen.

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