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Hubertus

Paul Keller: Hubertus - Kapitel 18
Quellenangabe
typefiction
authorPaul Keller
titleHubertus
publisherBergstadtverlag Wilh. Gottl. Korn
printrun112. bis 121. Tausend
correctorreuters@abc.de
senderwww.gaga.net
created20071128
projectidc06b310b
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Siebzehntes Kapitel.

Schwere Stunde. – Schattierungen. Neues von Timm. – Die Ratte. – Lynchjustiz.

Grauen

Die Leiche des Greises lag lang auf dem Fußboden in einer niederen Bauernstube mit kleinen Fenstern. Der Strick, von dem sie den Erhängten abgeschnitten hatten, hing zur Hälfte noch an dem eisernen Haken. In der Tür lauerten verstörte Knechte und Mägde.

Ich kniete bei dem Toten nieder und betrachtete sein Gesicht. Leichenstarre. Die Augen standen offen; die Zunge hing ein wenig aus dem mit weißen Bartstoppeln umsäumten Munde.

Balthasar, der anwesend war, zog mich sacht in die Höhe.

»Da!« sagte er; »das erklärt alles!«

Auf einem braungestrichenen runden Tisch stand mit Kreide geschrieben:

»Den Krügel rauslassen. Ich habe die Bianka erschlagen. Emil ist unschuldig. Otto Bönisch.«

»Der war es? Der?« flüsterte ich und wies auf den toten Alten.

»Ja.«

Ich setzte mich auf einen Stuhl. Balthasar lehnte an der Wand. Niemand sprach ein Wort. Eine Magd heulte laut.

»Wann – wann hat man ihn denn gefunden?«

»Vor knapp einer Stunde. Sie haben die Tür aufgebrochen. Sie haben ihn gleich abgeschnitten; aber er war schon lange tot; er war schon steif und kalt.«

»Gerade diese Nacht!«

Der Großknecht trat vor.

»Der alte Bönisch war nicht mehr recht bei sich. Bei den vielen Gewittern wurde er immer ganz wilde. Da is er immer in den Keller gekrochen. Aber letzte Nacht, da is er aus dem Keller rausgekommen, und wie's im Dorfe gebrannt hat, da hat er geschrien: ›Alles brennt ab! Alles kommt um!‹ Und da is er in seine Schlafstube gegangen. Wir andern gingen alle zum Feuer. Und früh, wie er gar nich rauskam und gar keine Antwort gab, als wir klopften, da haben wir die Tür aufgemacht – und da hing er.« Das war der Bericht über ein Lebensende, über eine Lebenstragödie. Einfältiger konnte es nicht gesagt werden. Aber die Hauptsache lag darin: die furchtbare Gewissensqual des Alten, der aus Sorge und Liebe für seinen einzigen Sohn zum Mörder wurde und unter den Flammenzeichen des Himmels in einsamer Verlassenheit sich selbst aus dem glück- und ruheberaubten Leben fortflüchtete.

Ich sah nach dem Testament des Toten, nach dem mit Kreide beschriebenen runden Tisch. Dieser Tisch war jedensfalls einmal das Zierstück der »guten Stube« gewesen, als Bönisch noch glücklich war, eine junge Frau und eine Anzahl kleiner Kinder hatte.

Den Strick in der linken Hand, die Kreide in der rechten, schrieb der alte Bönisch sein Testament auf den Tisch seiner alten guten Stube, während draußen die Blitze zuckten, der Donner raste, der Hagel hieb, die Häuser brannten.

Wollte den Krügel retten. Wollte den Sohn retten.

Und lag jetzt auf dem Fußboden. Die Zunge aus dem Munde.

Wieder einmal war ich froh, daß ich weder von Berufs wegen noch aus Neigung für die Aburteilung anderer Menschen da bin.

Muß ein anderer tun, der eine bessere Einsicht und ein stärkeres Recht hat als ich!

Die Augen des Toten waren starr nach dem eisernen Haken gerichtet, daran noch der halbe Strick hing. Suchten sie das Leben? Sagten sie nicht: es war schrecklich – es war entsetzlich, dieses langsame Erwürgen!

»Schließt ihm die Augen!« sagte ich verstört. Niemand rührte sich. Da tat ich's selbst. Aber die Augendeckel gingen langsam wieder auf, und die glasigen Augäpfel starrten nach dem eisernen Haken.

»Gebt mir ein Tuch her!« stöhnte ich. Balthassar riß sich ein seidenes Tuch vom Hals. Damit schlossen wir dem alten Bönisch die Augen.

»Geht jetzt alle hinaus!«

Balthassar schloß das Totengemach.

»Einer von euch Knechten,« befahl er, »stellt sich hier vor die Tür und gibt acht, daß mir niemand, wer es auch sei, das Zimmer betritt.«

Da drückten sich alle die Treppe hinab.

»Feiges Gesindel!« knirschte Balthassar.

Der Großknecht kam zurück und sagte:

»Ich werde wachen!«

»Braver Mensch!« lobte ihn Balthasar und hielt ihm ein Fünfmarkstück hin. Das nahm der Mann nicht an.

»Verstehen Sie, Berthold, es handelt sich nicht um den Toten; den wird niemand stehlen; es handelt sich um die Schrift auf dem Tische!«

Der Knecht nickte und lehnte sich breit gegen die Tür.


Draußen am geschwollenen Bach wusch ich mir die Hände. Sie waren fast so starr, wie das Gesicht des alten Bönisch gewesen war. Ich brauchte lange Zeit.

»Nun aber ans Telephon!« drängte Balthassar. »In die ›Traube‹! Ich gehe zwar sonst nicht mehr in die ›Traube‹, aber heute ist eine Ausnahme. Dort ist das nächste Telephon. Ich muß sofort der Staatsanwaltschaft Anzeige machen.«

»Vorher muß ich Ihnen noch etwas mitteilen.«

Ich erzählte ihm meine Begegnung mit Emil und Elisabeth, vor allem das Eingeständnis Emils, er habe die Mühle angezündet. Balthassar war überrascht und fragte, wie ich vorhin gefragt hatte:

»Der war es? Der?«

»Ja.«

»Und Sie haben ihn laufen lassen?«

»Sie hätten ihn auch laufen lassen!«

»Niemals. Das war ein schrecklicher Leichtsinn von Ihnen, das –«

Er schlug mit den Fäusten durch die Luft.

»Wohin sind sie?«

»Ich weiß es nicht.

»Mensch!« brüllte Balthassar.

Dann ging er minutenlang in verbissener Wut neben mir her. Endlich hatte er sich beruhigt. Er fand seinen alten Sarkasmus wieder.

»Also, Herr Hubertus, werden Sie, was Sie wollen; werden Sie ein Dichterkönig oder werden Sie Kaiser der Hottentotten oder sonst was Gediegenes. Nur werden Sie niemals eine Polizeiperson.«

»Das verspreche ich Ihnen gern. Übrigens, Emil wird wiederkommen.«

»Wird er? Woher wissen Sie denn das?«

»Er hat es gesagt.«

Balthassar nickte ingrimmig.

»Tüchtiger Beamter! Herr Hubertus, Sie müßten Zuchthausdirektor sein. Da würden Sie alle Sonntage Ihren Sträflingen freien Ausgang gewähren, wenn sie Ihnen nur versprächen, abends Punkt 9 Uhr zum Schlafengehen wieder zurück zu sein.«

Nun fing ich doch an mich zu ärgern.

»Wir können ja wetten,« sagte ich.

»Was wetten?«

»Daß Emil Bönisch spätestens übermorgen zurück ist.«

»Um was wetten?«

»Nun – sagen wir um zehntausend Mark.«

Er glotzte mich an. Dann schüttelte er den Kopf.

»Nee, ich mag nicht. Denn erstens wette ich grundsätzlich nicht, und dann nicht um so hohe Summen, die unmoralisch sind und die ich armer Teufel gar nicht übrig habe. Und dann – es kann tatsächlich sein, daß er zurückkommt. Sie können da einen richtigen Blick gehabt haben.«

»Na also – da brauche ich mich doch nicht um so windige Posten wie Dichterkönig oder Kaiser bei den Hottentotten zu bemühen –«

»Aber auch nicht Polizeiperson zu werden,« fiel er ein; »nein, Herr Hubertus, alle Achtung vor Ihrem Wissen und Ihrem Charakter, aber für die Polizei reicht es bei Ihnen hinten und vorn nicht herum.«

Damit hatte er recht, und wir gingen nun friedlich miteinander bis zur »Traube«. Der kleine Zank hatte mir nach den furchtbaren Erschütterungen der letzten Stunden wohlgetan. Das Perlensäcklein des Lebens wurde wieder mal derbe geschüttelt.

Und es wurde weitergeschüttelt, als wir in die »Traube« kamen. Eine der Zwillingsschwestern stand in der Haustür und lachte über das ganze Gesicht; sie war so hell wie der sonnige Augustmorgen und rief, als sie uns sah, glückselig aus: »Er kommt zu uns! Herr Balthassar kommt zu uns!«

»Also, das ist das Malchen,« sagte Balthasar, »der einzige anständige unter den Zwillingen.«

»Guten Morgen, Fräulein Malchen!« grüßten wir beide.

»Ich bin nicht das Malchen, ich bin das Mielchen,« sagte sie und zeigte ihren goldenen Backenzahn.

Balthassar starrte sie an.

»Und Sie freuen sich, daß ich komme?«

»Ja, Herr Balthasar,« sagte sie herzlich, »ich bin so sterbensglücklich heute, und da möchte ich Sie doch gar so sehr bitten, mir alles zu verzeihen, um meiner Schwester willen.«

»Warum sind Sie sterbensglücklich?«

»Herr Timm hat eben ein Telegramm geschickt. Er wird Direktor von einer großen Schule.«

Verblüffung.

»Was wird er? Haben Sie gehört, Herr Hubertus? Ihr Timm wird Schuldirektor – das heißt ja wohl so ungefähr Kaiser bei den Hottentotten!«

»Darf man das Telegramm mal sehen?« fragte ich.

Mielchen griff verschämt in eine Tasche unter ihrer Schürze, brachte ein Telegramm zum Vorschein und reichte es uns. Die Depesche war aus Berlin und lautete:

»Wurde mir soeben Direktorat einer großen Schule angeboten. Schlage zwecks Aussöhnung Zusammenkunft an neutralem Ort vor. Timm, Direktor.«

»Ja, das müssen wir uns erst zusammenklamüsern,« sagte Balthassar erstaunt. »Zunächst muß ich mal bei Ihnen telephonieren.«

Er verschwand im Hause.

»Er glaubt es wohl gar nicht?« fragte Mielchen.

»Ich weiß es nicht,« sagte ich beklommen. »Es ist so seltsam.«

Eine schreckliche Ahnung kam mir: bei Timm war der Größenwahn ausgebrochen.

»Warum ist es seltsam?« fragte das Mädchen.

»Ich meine, da muß doch wohl ein Irrtum vorliegen. Timm kann ja doch nicht Schuldirektor werden.«

»Warum denn nicht?« fragte sie harmlos.

»Sehen Sie mal, Fräulein Emilie, wenn einer so einen Posten kriegen will wie Schuldirektor, dann muß er ja doch viele Examina gemacht haben.«

»Herr Timm kann sie ja jetzt gemacht haben,« sagte das Mielchen. »O, er ist sehr klug!«

Ich lehnte mich an die Tür. Mir tat das Mädel leid. Und Timm auch. So standen wir stumm eine ganze Weile.

»Herr Hubertus, können Sie mir sagen, was das ist: ein neutraler Ort? Da will er mich treffen.«

»Ja, er meint, Sie wollen sich nicht in Berlin treffen und auch nicht hier, sondern an irgend einem dritten Ort. Sie werden sich wohl nicht allein mit ihm treffen.«

»O, nein,« sagte sie errötend, »was denken Sie! Es muß jemand dabei sein!«

»Ja. Und wenn es Ihnen recht ist, werde ich dabei sein.«

»Sie wollten so gut sein –?«

»Gern. Haben Sie schon geantwortet?«

»Nein, ich wußte mir keinen Rat wegen dem neutralen Ort.«

»Nun, dann telegraphieren Sie: Nächsten Mittwoch 10 Uhr vormittag Klemms Konditorei Waldstadt.«

Inzwischen hatte Balthasar seine telephonische Anzeige bei der Staatsanwaltschaft erstattet. Nun bestellte er ein umfangreiches Frühstück, das wir beide sehr notwendig hatten.

»Sagen Sie mal,« fragte Balthassar, als wir allein waren, »ich bin ja nu auch Lokalschulinspektor, und das ist gewiß eine große Staatsungeheuerlichkeit; aber Timm Schuldirektor, das geht doch gar nicht?«

»Ausgeschlossen. Ebenso gut hätte er telegraphieren können, er sei Gerichtspräsident oder Chefarzt in einem Krankenhaus geworden. Ich fürchte, mein guter Timm ist regelrecht größenwahnsinnig geworden. Anders ist es gar nicht zu erklären.«

»Schrecklich! Das arme Ding, das Mielchen! Ist ja ein bissel eine leichte Fliege, rodelt und kommt mir grob. Aber so ein Schicksal verdient sie trotzdem nicht.«

»Ich werde mir Timm telegraphisch für nächsten Mittwoch nach unserer Stadt bestellen und sehen, was los ist.«

»Ja, übernehmen Sie das. Das werden Sie besser machen als jeder andere.«

Das Frühstück schmeckte uns nicht recht, trotzdem wir seit zwölf Stunden ohne Nahrung auf den Beinen waren. Balthassar trank nur viel Portwein. Er begründete das so, daß er in einem ganz verrückt temperierten Zustand sei; denn sein Mark sei erfroren und seine Seele sei abgebrannter als die Moorhütte.

»Moorhütte!« schrie er auf einmal und schlug mit der Faust auf den Tisch. »Wir sitzen hier da, schlampampen und zerbrechen uns den Kopf, wieso der Timm Schuldirektor werden will, und der arme Kerl, mein Polizist, steht seit gestern abend um ½ 11 in Wind und Wetter oben bei der Moorhütte und bewacht die verbrannten Knochen der alten Kriegeln. Nu, aber los, Herr Hubertus! Auf den Polizisten habe ich ja ganz vergessen!«

Wir packten in größter Eile einiges von dem Frühstück zusammen und gingen rasch davon. Balthassar lief noch einmal in die Brettschneide hinein, überzeugte sich, daß der Großknecht noch auf seinem Posten war, und dann stiegen wir eilig den Berg hinauf.

»Sehen Sie, Herr Hubertus, da reden die Leute immer vom friedlichen stillen Walde. Unfug! Der Wald hat's in sich. Fragen Sie mal, wo verhältnismäßig am meisten an aufregenden Dingen geschieht, wo die meiste Feindschaft, der bitterste Haß ist, wo sich die Menschen und die Dinge am härtesten reiben und stoßen. In so einem Waldwinkel! Sehen Sie, Herr Hubertus, das macht die Einsamkeit. Wo an sich nichts los ist, machen die Menschen was los; da arbeitet die Phantasie zu sehr, da wird jeder ein wenig Romantiker oder Abenteurer, da fällt einer über den Nachbar her, weil er sonst oft rein gar nichts vor hat.«

Es war nicht eben poetisch, wie Balthassar da den Wald charakterisierte, aber es war viel Wahrheit in seinen Worten. – –

Der Polizist saß auf einem niedergebrochenen Balken. Als er uns sah, kam er uns entgegen. Er sah auffallend schlecht aus.

»Nu, lieber Freund, ist was passiert?«

»Herr Amtsvorsteher, wenn's nicht die alte Kriegeln selber gewesen ist, dann ist es ein Gespenst gewesen.«

»Was denn?«

»Um zwölfe – gerade während des tollsten Wetters, wie die Moorhütte längst runtergebrannt war, da ist es rangeschlichen gekommen. Ich hab' gerufen; es hat nicht gestanden; dann hat es gelacht, und es hat aus der Finsternis jemand gesagt; ›Ich hab' genau gewußt, daß es einschlagen wird! Die Karten lügen nicht. Und wenn ihr den Mörder sucht, sucht ihn in der Brettschneide!‹ Ich hab' wieder gerufen, es ist immer hin und hergelaufen, da habe ich zweimal geschossen. Dann ist es still gewesen.« –

Die genaue Absuchung der Brandstätte der Moorhütte hat keine menschlichen Überreste zutage gefördert. Von der alten Kriegeln hat nie wieder jemand etwas erfahren. – –

Damals sagte Balthassar:

»Sie ist heraus aus dem Hause, noch ehe es eingeschlagen hat. Wer hat sie gewarnt? Die Karten? Der Teufel? Oder war es nur so ein Instinkt, wie ihn die Ratten haben, die das Schiff verlassen, ehe es sinkt? Wer sagt es den Ratten? Die Alte war auch so eine giftige, eklige Ratte. Hat genug verdorben und verstänkert in unserem Tal. Aber als sie eingesperrt wurde, war sie unschuldig. Wer hätte das gedacht? Und ehe es einschlug, machte sie sich davon. Wer kann das verstehen?« –

In diesen vierundzwanzig Stunden ist in unserem Walddorf mehr passiert als im ganzen übrigen Jahr zusammen. Das war wie bei einer Explosion, da hängt auch alles zusammen, da reißt immer eines das andere mit sich, blitzschnell – in Rauch und Knall.

Als wir ins Dorf zurückkamen, erfuhren wir, daß der Maler Werner Lohmann von einer Anzahl Burschen überfallen und halb tot geschlagen worden sei.

Lohmann hatte, wie ja häufig, eine Nacht in der Stadt verbracht, und als er in den Morgenstunden zurückmarschierte, war er einer Schar umherlungernder Burschen, die immer noch aufgeregt von den Geschehnissen der Gewitternacht an keine Arbeit dachten, in die Hände gefallen. Da die Burschen Elisabeth Ranke nicht erwischt hatten und da nun einmal die Meinung im Dorfe war, die Schande der Lampenjungfer sei schuld an dem allgemeinen Unglück, hatten die Burschen Lohmann überfallen und ihn furchtbar zugerichtet.

So büßte der Rauschmaler.

Gerade diesem Falle gegenüber bewunderte ich Balthassars gelassene Ruhe. Er sagte:

»Ich weiß noch nicht, was los ist; hoffentlich ist es nicht allzu schlimm. Eine gute Tracht Hiebe gönne ich Lohmann von Herzen. Das wäre das erste. Das zweite ist, daß ich sämtliche Burschen, die an der Schweinerei beteiligt gewesen sind, noch heute ausfindig mache und einsperren lasse. Von moralischem Motiv, von sittlicher Entrüstung, Volksempörung oder ähnlichen schönen Sachen ist bei den Kerls nicht die Spur. Sie selber nehmen es mit den Mädeln nichts weniger als genau. Aber hier glaubten sie mal die Pharisäer spielen zu können und ihre Rauflust und Roheit einmal von Rechts wegen betätigen zu dürfen. Also alle ins Loch! Und nicht zu knapp! Drittens: ich kündige meine Stellung. Ich hänge an unserem Tale; aber wenn ich hier der Vertreter der Gutsherrschaft sein soll, und der Sohn macht solche Geschichten und wird auf öffentlicher Straße versohlt, dann tut Balthassar nicht mehr mit.«

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