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Hôtel Buchholz

Julius Stinde: Hôtel Buchholz - Kapitel 16
Quellenangabe
authorJulius Stinde
titleHôtel Buchholz
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Eingeregnet.

»Verliere Deine Geduld nicht, es hebt sie Niemand auf,« sagte mein Karl.

Ich versuchte freundlich zu sein. Allein mehr als wie beim Photographen kam nicht heraus und auch nicht länger. Irgendwo las ich einmal etwas von Lachgas. Das wäre die einzige Stärkung für mich gewesen, aber Dorette kam mit leerem Fläschchen wieder und sagte, in der Drogenhandlung hätten sie es nicht, ob ich nicht Nelkenöl nehmen wollte, das wäre auch gut gegen Zahnschmerzen.

Zahnschmerzen! wenn man ihre Nothwendigkeit auch nicht einsieht, sind sie doch zu bewältigen; wo aber wohnen Aerzte, die Einem den Kummer ausziehen und Aerger und Verdruß?

Ich hatte mich recht aus Kliebisch's Eintreffen gefreut und, da Tante Lina sich in ihre Heimath versammelt hatte, – sie war beim Abschied wehmüthig wie an einem Begräbnißtage – stand das Fremdenzimmer wieder frei, den Amtsrichter Buchholz zu beherbergen, der, als zu meines Karls Linie gehörig, doch auch Anrecht auf verwandtschaftliche Unterkunft hat, zumal das ihm bei Butschen's ausgemachte Logis drei Herren zum Massenquartier dient. Kliebisch's brachten jedoch ihr Töchterchen Anna mit, die Aelteste, und meinten, eine Sophaecke für das Kind fände sich wohl an. Im Uebrigen würde sie mir zur Hand gehen, da sie für häusliche Arbeit außergewöhnlich veranlagt sei.

Was war zu thun? Herr Kliebisch bekam das Fremdenzimmer, sie die Kliebischen mit Tochter übernahm das Vorderzimmer neben Ungermann's, die sich mit der guten Stube behelfen. Im Berliner Zimmer wird geschneidert. Ich bin machtlos. Mein Karl sitzt voller Aufträge, daß die Fabrik nicht ausreicht, und unser Schwiegersohn und Kompagnon Schmidt auf Reisen gehen mußte, um mit Lieferanten abzuschließen; er kann sich dem Besuch nicht widmen. Und das wäre auch nichts für seine Gesundheit, zu so unmöglichen Tageszeiten kommen die Herren nach Hause. Auf meine Bemerkung, daß der Schlaf vor Mitternacht der heilsamste sei, entgegnete Herr Ungermann, er wäre aufgeblieben, um die Brodträger am frühen Morgen statistisch zu kontrolliren, da von der Umgestaltung des Bäckereigewerbes die sociale Verbesserung aller Stände erwartet würde. Herr Kliebisch lachte kurz auf, als wenn er zweifelte. Ich hielt es mit Kliebisch.

Dorette hat mir nämlich erzählt, daß wenn Ungermann's unter sich sind, die Frau ihren Mann blos mit Brummsuppe regalirt und ihn sogar mit Liederjahn traktirt.

»Dorette,« beschönigte ich, »sie wird wohl Biedermann gesagt haben, wo er sie doch stets mit ›meine liebe Frau‹ belegt und sie ihm nie anders als mit ›mein lieber Mann‹ entgegentritt.«

»Det is man so duhn,« bestand Dorette. »Wat er der Ungermann is, er is 'n richtiger oller Schlieker, und wat sie vorstellt, sie is 'n oller Satan.«

»Dorette, unterstehen Sie sich nicht, in solchem Tone über meinen Hausbesuch zu schandiren. Geschieht das noch einmal, wissen Sie, wo die Luft am frischesten ist.«

»Ick jeh lieber jleich, indem ick't bis zum Ersten schwerlich aushalte. Is denn det ne Zucht, dettse bei den jetzigen Sauwetter de janze Straße in die jute Stube tritt, viel wenijer, dettse Morjens eigenhändig den Klatthammel abrubbelt un de Plüschmöbeln in Erdreich verjraben sind? Un denn mir vorjeworfen von jründlich Reinemachen? Nee, et is hier schon nich mehr scheen.«

»Dorette, wenn es regnet, wird leicht etwas Schmutz ins Haus getragen, das ist naturgesetzlich.«

»Sonne Jesetzer ästimir ick nich. Wat boddert se mit de Schleppe in'n dicksten Lehm? Und sind de Flicken und de Fusseln in't Berliner Zimmer ooch Jesetz? Nee, da is de Schneiderei dran Schuld und ick hab' de Arbeet von. Ent- oder weder, die Ungermann zieht oder ick.«

»Dorette, ich lege Ihnen zu. Ueberdies haben Sie ja jetzt Hilfe an Fräulein Kliebisch.«

Dorette lachte. »Komm die Frau 'mal mit,« sagte sie vertraulich und führte mich in Herrn Kliebisch's Zimmer. »Det hat se von alleene besorgt. Seh een Mensch blos det Bett an. Und da soll der eijene Vater drin jeschlummert werden. Det is ja Umjehung von's vierte Jebot, auf daß es Deine Eltern wohljehe und se lange leben uf Erden?«

Es war in der That nicht ersten Ranges, was das Kind vollführt hatte. Das Bett glich einem Gebirge mit Thälern und Schluchten, die Morgenschuhe standen auf der Kommode, den Vorleger hatte sie unter das Spinde gefegt.

»Un ausjejossen hat se jar nischt,« höhnte Dorette. »Un det nennt det Wurm en fertijet Schlafzimmer.«

»Sie ist noch jung,« nahm ich der Abwesenden Partei, »und das sind wir Alle gewesen.«

»Aber man nich in solchen Jrade. Will des Fräulein Thuverkehrt mir dajejen in der Küche helfen, bin ick nich abjeneigt, ihr Anleitung zur Vervollkommnung in's Kartoffelschälen zu jewähren. Seit wir die Kliebischen's in Kost haben, sind mir die Hände schon en Endecken kürzer jeworden.«

Sie hatte nicht Unrecht, Kliebisch's alle Drei leisten Bedeutendes in Erdfrüchten. Ob es davon kommt oder woher sonst, weiß ich nicht, aber die Kliebischen ist bequem geworden, wie sie früher nicht war. Und alleweil verzagt.

»Wie wird es werden? Die Zeiten sind so schlecht und die Kinder wachsen heran,« klagt sie, aber rühren ist nicht und thätig eingreifen und Töchterchen zurechtstoßen auf Geschicklichkeit und Brauchbarkeit, wie ich meine Beiden nie versäumt habe, wo die Tage gleichmäßig auf- und untergehen, wird der Mensch zuletzt auch flachweg und fett und sitzt, wo er sitzt. Mich wundert, daß sie sich aufraffte, ihren Schwerpunkt nach Berlin zu verschieben.

Den großen geräucherten Schinken, den sie mitbrachte, und den Korb Eier und das Geflügel nahm ich als ländliche Zartsinnigkeit von ihr dankend entgegen. Ein Sack Kartoffeln, der als Handgepäck zu umständlich war, ist als Angebinde seinerseits noch unterwegs. Dorette behandelt Kliebisch's daher mit mittlerem Wohlwollen, was sie über Ungermann's sagt, mag zutreffen, obgleich sie weiß, daß ich das Thürenhorchen nicht haben will. Indes kann ich der Nähterin, wenn sie mit Dorette zusammen ist, nicht den Mund verbieten. Die hat gesagt, die Ungermann müßte viel Geld haben, so viel Watte wäre an ihr; wegen ihrer Figur hätte sie knapp einen Mann gekriegt oder er hätte sie schleunigst wieder retour gegeben. Und so eitel! Alles sollte sitzen, als wäre sie im Loth wie eine Probiermamsell Nummer Gelbstern.

Nun war mir erklärlich, warum das Anpassen immer abgeriegelt geschieht und ohne meinen Rath.

Ob der Mann solche vertrauliche Ausputzer wirklich verdient? Halb Liebe und halb Geld giebt eine gute Ehestandsbowle, wenn ein bischen Schönheit als Zucker nicht fehlt. Aber blos Geld und keine Liebe und nicht eine Spur Süßigkeit, da ist das Fest mit der Hochzeit aus.

Spielt sie Komödie, hat er es von ihr gelernt. Sie giert, in der Gesellschaft zu prunken, er strebt, in der Stadtleitung hervorzuragen. Hätten sie ein Kind gehabt, würden sich ihre Küsse auf dem Engelsmündchen begegnet haben und das kleine Bündel Liebe wäre zum Talisman gegen die bösen Geister des Hauses geworden. Es war aber keins da.

Mein Karl theilt meine Ansichten nicht. »Laß' sie sich haken,« sagte er, »das kommt in den besten Familien vor.«

»Doch nicht bei uns?«

»Dazu gehören zwei. Ich passe.«

»Also ich? Mich mit meiner geradezu unerlaubten Sanftmuth ästimirst Du als Zanktippe? Karl, Du verwilderst, seit Du in der Fabrik schläfst. Aber warte, die alte Ordnung kehrt wieder.«

Er lachte: »Ich sehne mich nach ihr. Alles nimmt ein Ende, blos Ungermann's können das ihre nicht finden.«

»Hat er denn schon bestellt?«

»Noch nicht. Die Waare gefällt ihm, bis auf die Preise. Er versucht abzuhandeln.«

»Das darf er nicht. Die gute Stube muß neu gemacht werden, sagt Dorette, und dazu die Näherei, und mess' mal Deinen Weinkeller nach. Nein, drücken darf er nicht. Das wäre unanständig. Er muß mindestens doppelt so viel nehmen als sonst. Und Du schlägst auf. Verstehst Du?«

Mit dem Weinkeller sah es trübe aus. Je mehr Wasser vom Himmel stürzte, um so weniger wurde der Wein; der Regen zwang zur Häuslichkeit und geselligem Beisammensein und mein Karl ist nobel.

Ungermann hatte gleich die beste Sorte heraus, seine Zunge merkte das Unabgelagerte sofort, als ich unsern Tischwein in die Lafitte-Flaschen umgegossen hatte. Kliebisch versteht sich nicht in gleichem Maaße auf Jahrgänge, ihm schmeckt der Billige wie der Theure, so lange eingeschenkt wird.

Ich gönne es ihm. Wenn er einen Kleinen sitzen hat und man bringt ihn nicht darauf, vergißt er die agrarischen Kalamitäten und es ist ihm einerlei, ob die Margarine blau oder grün gefärbt werden soll oder garnicht. Dann ist der Ausstellungs-Musterstall sein Trost, den er mit Vorliebe beschreibt als das Erfreulichste für den Landwirth.

»Da liegt Poesie darin,« sagte er. »Ein Pferd bleibt doch immer ein Pferd. Oder haben Sie schon einmal ein Vollblut-Fahrrad gesehen? Kann denn ein Cavalier sich auf solches mit einer Leberwurst beschlagenes Spinnrad klemmen, ohne sich und seinem Stand etwas zu vergeben?«

»Die Industrie denkt anders,« entgegnete Herr Ungermann. »Der durch das Fahrrad hervorgerufene Umsatz ist ein gewaltiger und wird sich immer mehr steigern, trotz der Spöttelei der Feudalen.«

»Ich gehöre nicht zu den Feudalen,« wehrte Kliebisch ab.

»O doch, Hinnerich,« sagte die Kliebisch. »Hattest Du nicht auch einen Karbunkel im vorigen Jahre, gerade als der Landrath einen hatte, nur daß von seinem mehr geredet wurde, weil er gefährlicher war als Deiner?«

»Und das Radfahren soll sehr gesund sein,« bemerkte die Ungermann.

»Das Reiten ist noch gesunder.«

»Das Rad ist das Roß des armen Mannes,« begann Herr Ungermann wieder. »Auch der Minderbemittelte vermag sich eins zusammenzusparen und braucht kein Geld für Heu und Hafer auszugeben.«

»Und das befürworten Sie?« brauste Kliebisch auf. »wovon soll denn die Landwirthschaft leben, wenn die verwünschten Maschinen die Pferde verdrängen? Gerade am Hafer wird verdient. Hört das auch noch auf – gute Nacht Ackerbau. Weizen kommt mehr als zuviel aus Argentinien und Indien. Ist die Eisenbahn erst fertig, ersäuft uns Sibirien mit Getreide. Und das Heu? Es laufen allerdings Ochsen genug herum, aber die fressen es nicht.«

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Was sich nun ausbreitete, war Verlegenheit. – Der Regen klatschte gegen das Fenster. – Die Herren rauchten.

»Ich möchte Rad fahren,« sagte Ottilie.

»Ich halte es für ungeeignet,« nahm ich das Wort. »Ist es eine Dame oder ein Herr, was an einem vorüberstrampelt? Man unterscheidet es kaum. Und manche Radlerin sieht nach der Tour täuschend aus, wie in acht Tagen nicht rasirt. Dagegen zu Pferde gräfinnenhaft und elegant.«

»Prost! Frau Buchholz,« rief Kliebisch und leerte ein volles Glas auf mein Wohl. »Welch ein Staat, die prachtvolle ungarische Radautzstute im Musterstall; das ist ein Damenpferd; schlank, feiner Kopf, elastische Fesseln, vorzüglich gepflegtes schwarzes Haar. Darauf möchte ich Sie sehen, mein Fräulein, und nicht auf der Chausseestaubmühle mit verbogener Figur in Pluderhosen ...«

»Wollen wir den Gegenstand nicht lieber fallen lassen?« unterbrach ihn die Ungermann mit verletztem Anstandsgefühl.

»Immerzu fallen lassen. Ein Schauspiel für Götter,« lachte Kliebisch, dem im Eifer der Wein zu Kopf stieg. »Ich riskir' ein Auge daran.«

»Aber Mann!« rief seine Frau ihn zur Ordnung.

»Ach was; wie eine sich vorreitet, wird sie taxirt. wenn sie sich auf dem Stahlhengst tummelt, mag es sie befriedigen, aber schön sieht anders aus. Möglich ist jedoch, daß die Schenkel sich mehr ausbilden, wenn eine keine hat ...«

»Hinnerich, Du bist hier nicht im Kruge,« fuhr die Kliebisch dazwischen.

Der Ungermann ward dies Gespräch sichtlich fatal. Sie mit ihren Gräten hat natürlich gegen Sport, bei dem es auf einigermaßen Plastik ankommt, solche Abgeneigtheit, daß sie nicht mal darüber reden hören mag.

»Man muß bedenken, daß für Radfahrer neue Trachten geschaffen werden; schon jetzt beginnt ein gewisser Luxus in besseren und besten langen Strümpfen sich bemerkbar zu machen,« sagte Herr Ungermann.

»Karl, hast Du gehört?« rief ich. »In besserer Waare. Nein, wenn die Industrie dadurch gehoben wird, bin ich sehr für die Maschinenreiterei. Könnte die Regierung nicht gesetzlich befehlen, daß alle Reichsangehörige radfahren müssen und in einem Nebenparagraphen unsere Wollsachen amtlich verordnen? Würde das den socialen Frieden nicht gewaltig schüren?«

»Jawohl,« schrie Kliebisch. »Da haben wir wieder den Krämergeist. Die Industrie muß unterstützt und gefördert werden; die Landwirthschaft darf verhungern, das ist ihr angestammtes Recht. Aber wer soll den Herren Industriellen ihre Erzeugnisse abkaufen, wenn der Landmann kein Geld hat? Nur so weiter. Die Pferdezucht auch noch ruinirt und über das verarmte Land rollt die alleinseligmachende Industrie auf einem gottverdammten Unglücksrad in ihr eigenes Verderben. Zum Kuckuck mit den Dingern, verboten müssen sie werden.«

»Wie Sie auch schelten,« wandte sich Herr Ungermann an Kliebisch, »das Rad ist dennoch von großer volkserziehlicher, sogar ethischer Bedeutung. Der Radfahrer muß sich auf seinen Ausflügen der größten Nüchternheit befleißigen; beherrschen ihn die Geister des Weines, ist er nicht im Stande, sein Fahrzeug zu beherrschen und wird sich selbst und anderen gefährlich.«

»Das ist er schon ohne Kümmel,« höhnte Kliebisch ausfallend.

»Ich bleibe dabei, das Fahrrad steht im Dienste der Mäßigkeit, gegen die leider zu oft gesündigt wird.«

Das mochte Kliebisch sich wohl als persönliche Bemerkung zugezogen haben oder sonst wie, genug, er blickte Ungermann spöttisch an und sagte: »Tugendpredigen und den Weg der Tugend wandeln ist zweierlei. Mir ist der Musterstall zehntausendmal lieber als hundert Musterknaben und wenn auch blos Gäule drinn sind und keine Stadtväter. Wer auf die Landwirthschaft schimpft, dem dien' ich.«

Mein Karl erhob sich, ging an die Uhr und wand sie auf. Wir wissen althergebracht, daß dies der Wink zum Ausbruch ist, den die Gäste jetzt auch ziemlich plötzlich begriffen.

Ottilie holte die verschiedenen Leuchter, die Kerzen wurden angebrannt und unter mehr und minder wohlgemeinten angenehmen Ruhewünschen vertheilte sich die Einquartierung in ihre respectiven Gemächer.

Ich räumte zusammen, der Dorette die Morgenarbeit zu vereinfachen.

»Was hat Kliebisch gegen Ungermann?« fragte mein Karl.

»Ich weiß es nicht. Seine Frau hat mir auch nichts gesagt.«

»Der Streit und namentlich der hanebüchene Ton haben mich verdrossen, ich kann noch nicht schlafen. Mir ist nichts zuwiderer als solcher Zank.«

»Und Kliebisch's Wörterbuch! Aber das bauert auf dem Lande so hin und wird etwas sehr gerade aus. Du hättest ihm nicht immer wieder einschenken müssen. Herrn Ungermann lobe ich, der rührte den Wein kaum an und Du mit gutem Beispiel an der Spitze desgleichen, mein Karl.«

»Die letzte Flasche schmeckte nach dem Kork.«

»Und das hat Kliebisch nicht gemerkt?«

»Er war zu sehr in Rage über die Räder und über Ungermann's salbungsvolles Geschwätz.«

»Geht da nicht die Thür von der guten Stube?«

Wir lauschten.

Auch die Hausthür wurde vorsichtig geöffnet und geschlossen.

»Ungermann,« flüsterten wir Beide wie aus einem Munde.

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»Er hat wohl noch Durst,« sagte mein Karl.

»Nach halbzwei, wo die Lokale zu sind?«

»Nicht alle, wenn er nur die Hausthür nicht offen läßt.«

»Sei unbesorgt, Dorettens Schutzmann paßt auf unser Haus. Sie nimmt sich neuerdings viel heraus, weil sie ihre Unentbehrlichkeit entdeckt hat, aber ich übe Nachsicht, allein schon wegen der Sicherheit. Ist es nicht romantisch, wie in der Ritterzeit, daß der Bräutigam die Burg bewacht, die seine Braut als theuersten Schatz birgt?«

»Vollständig ebenso. Nur die Zugbrücke fehlt. Und das ist ein Glück für Ungermann. Oder würdest Du sie herablassen, wenn er in aller Nacht Luft schöpfen wollte?«

»In dem Regen? Es gießt ja mit Mollen, weißt Du Karl ... ich trau ihm nicht mehr recht.«

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