Projekt Gutenberg

Textsuche bei Gutenberg-DE:
Autoren A-Z: A | B | C | D | E | F | G | H | I | J | K | L | M | N | O | P | Q | R | S | T | U | V | W | X | Y | Z | Alle
Gutenberg > Karel Capek >

Hordubal

Karel Capek: Hordubal - Kapitel 19
Quellenangabe
pfad/capek/hordubal/hordubal.xml
typefiction
authorKarel ?apek
titleHordubal
publisherErnst Klett Verlag
year1984
isbn3-608-95241-1
firstpub1933
translatorOtto Pick
correctorreuters@abc.de
secondcorrectorgerd.bouillon@t-online.de
senderwww.gaga.net
created20101228
modified20150225
projectid3c1a5c8b
Schließen

Navigation:

XVIII

Und schon fahren sie zur Stadt hinaus, jetzt ist es besiegelt. Haben einen gründlichen Vertrag ausgearbeitet beim Juden-Advokaten, hat ja auch zweihundert Kronen gekostet; und das setzt hinein, großmächtiger Herr, und auch dies schreibt hinein. – Nun ja, der Bauer ist vorsichtig, wenn's um seinen Besitz geht, mein Lieber, hinters Licht führen läßt er sich nicht; und noch dies muß bedacht werden, das halbe Gut in Rybáry auf Hafia zu überschreiben. Gut, sagt der Rechtskundige, da geben wir halt so eine Klau-sel hinein. Aha, Bruderherz, auch die steht da drinnen. Und dann haben alle unterschrieben: Juraj Hordubal, – drei Kreuzchen, im Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes. Der alte Manya – drei Kreuzchen. Und Michal Manya, Blumenstrauß hinterm Hut, bläst die Backen auf und unterschreibt mit vollem Namen. Marja, verehelichte Janosch, ein Seidentuch um den Kopf und Stefan, ganz festtäglich – und noch jemand, der unterschreibt? Ach nein, Djula muß bei den Pferden sein und ist noch nicht volljährig. Also fertig, meine Herren, und viel Glück. Zwei Hunderter hat's gekostet; je nun, gründliche Arbeit, sogar eine Klau-sel ist drinnen.

Und dann alle in die Schenke, einen Aldamasch trinken. Wohl oder übel muß sich jetzt Juraj mit dem alten Manya duzen, sie streiten auch schon miteinander wie Anverwandte. Fahr los, Stefan! Stefan möchte gern mit Hordubal umgehn wie mit seinem Vater, aber kann man denn überhaupt mit ihm ein Gespräch anfangen? Er sitzt auf der Wagenleiter, hält sich mit beiden Händen daran fest, die Augen unter den Brauen, und antwortet kaum. Ech, seltsame Brautfahrt, denkt Stefan, man fühlt sich halt nie wohl mit dem Bauer. C-c.

Und da fahren sie schon in Krivá ein, fein im Trab, mit klappernden Hufeisen. Juraj Hordubal schaut unter den Augenbrauen hervor und hebt plötzlich den Arm über den Kopf schnalzt mit den Fingern und singt, juchah, jauchzt wie im Fasching. Der ist wohl betrunken, schaun ihm die Leute nach, was hat den Amerikaner Hordubal so in Stimmung gebracht? Auf dem Dorfplatz Mädchen und Burschen, man muß im Schritt fahren. Juraj erhebt sich, schlingt den Arm um Stefans Schulter und ruft hinunter zu den Leuten: »Seht den Schwiegersohn, den ich mir da heimbringe! Ej, juch!«

Stefan trachtet seinen Arm abzuschütteln und zischt: »Ruhig, Bauer!«

Hordubal hält seine Schulter umklammert, Manya möchte vor Schmerz aufschreien. »Seht her«, brüllt Juraj, »ich hab' einen Schwiegersohn für Hafia, wir feiern Verlobung –«

Klatsch, auf die Pferde losgeschlagen! Stefan schaut wütend auf und beißt sich die Lippen fast blutig. »Bauer, besinnt Euch, Ihr seid besoffen!«

Rasselnd biegt der Wagen in Hordubals Hof ein. Juraj gibt Stefan frei, plötzlich ruhig und ernst.

»Führ die Pferde herum«, befiehlt er trocken. »Sie sind in Schweiß geraten.«

 << Kapitel 18  Kapitel 20 >> 






TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.