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Graf Alexei Nikolajewitsch Tolstoi: Höllenfahrt - Kapitel 4
Quellenangabe
typefiction
authorGraf Alexej N. Tolstoi
titleHöllenfahrt
publisherC. H. Beck'sche Verlagsbuchhandlung
translatorAlexander Eliasberg
correctorreuters@abc.de
senderwww.gaga.net
created20080415
projectida186dc28
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IV

Ihre leibliche Schwester, Katja, hat etwas Schreckliches, Unverständliches, etwas Schwarzes begangen. Gestern Nacht lag ihr Kopf, von allem Lebenden weggewandt, auf dem Kissen, ihr Körper aber war zermalmt und zerfetzt. So empfand Dascha erschauernd das, was Nikolai Iwanowitsch Treubruch genannt hatte. Außerdem war Katja nicht zu Hause, als existierte sie überhaupt nicht mehr in der Welt.

Dascha war im ersten Augenblick starr, und es wurde ihr finster vor den Augen. Mit verhaltenem Atem wartete sie, daß Nikolai Iwanowitsch entweder zu schluchzen anfange oder entsetzlich aufschreie. Er fügte aber seiner Mitteilung kein Wort mehr hinzu und spielte mit dem Messerbänkchen. Dascha wagte nicht, ihm in die Augen zu blicken.

Dann, nach einem sehr langen Schweigen, rückte er geräuschvoll seinen Stuhl zurück und ging ins Kabinett. Er wird sich erschießen! dachte Dascha. Aber auch das geschah nicht. Sie erinnerte sich, von einem augenblicklichen, schmerzvollen Mitleid durchzuckt, wie hilflos seine große, behaarte Hand auf dem Tische gelegen hatte. Dann entschwebte er aus ihrem Gesichtsfelde, und Dascha wiederholte nur immer wieder: Was tun? Was tun? – In ihrem Kopfe rauschte es, alles, alles, alles war vernichtet und zerschlagen.

Hinter dem Tuchvorhange erschien der Großmogul mit einem Tablett, und als Dascha dem Mädchen ins gepuderte Gesicht sah, begriff sie plötzlich, daß es nun keinen Großmogul mehr gebe und geben werde. Tränen traten ihr in die Augen, sie preßte die Zähne fest aufeinander und lief in den Salon.

Hier war alles bis zur letzten Kleinigkeit liebevoll von Katjas Händen aufgestellt und geordnet. Aber Katjas Seele hatte dieses Zimmer verlassen, und alles darin war auf einmal wüst und unwohnlich geworden. Dascha setzte sich aufs Sofa. Allmählich heftete sich ihr Blick auf das vor kurzem gekaufte Bild, das zwischen den Fenstern über dem Klavier hing. Und sie sah und begriff zum erstenmal, was dieses Bild darstellte.

Es war eine nackte Frau von eitriger, roter Farbe, als hätte man ihr die Haut abgeschunden. Der Mund saß seitwärts, eine Nase war überhaupt nicht vorhanden, statt ihrer sah man ein dreieckiges Loch, der Kopf war quadratisch und mit einem aufgeklebten Fetzen von echtem Stoff bedeckt. Die Beine waren wie Holzklötze auf Scharnieren. In der einen Hand hielt sie eine Blume. Die übrigen Details waren entsetzlich. Das Entsetzlichste war aber die Ecke, in der sie mit gespreizten Knien hockte, – blind und braun; solche Ecken gibt es wohl in der Hölle. Das Bild hieß »Liebe«, und Katja nannte es »Venus von Heute«.

Darum also war Katja über dieses verdammte Weibsbild so entzückt! Sie ist jetzt genau so, mit einer Blume in der Hand, in der Ecke. – Dascha legte sich mit dem Gesicht auf das Kissen, biß hinein um nicht zu schreien, und weinte. Einige Zeit darauf erschien im Zimmer Nikolai Iwanowitsch. Er stand erst breitbeinig da, hantierte wütend mit dem Feuerzeug, blies eine Rauchwolke in die Luft, trat dann ans Klavier und begann darauf zu klimpern. Ganz überraschend ertönte ein bekanntes Kinderlied. Dascha wurde es kalt ums Herz. Nikolai Iwanowitsch schlug den Klavierdeckel zu und sagte: »Das war auch zu erwarten.«

Dascha wiederholte sich diesen Satz einige Male und bemühte sich zu begreifen, was er bedeutete. Plötzlich schrillte im Vorzimmer die Klingel. Nikolai Iwanowitsch hob beide Arme, griff sich an den Bart, brachte aber nur mit gepreßter Stimme »Oh – oh – oh!« hervor, und zog sich schnell ins Kabinett zurück. Durch den Korridor lief, wie mit Hufen trampelnd, der Großmogul. Dascha sprang vom Sofa auf – es war ihr finster vor den Augen, und das Herz klopfte wahnsinnig – und eilte ins Vorzimmer.

Jekaterina Dmitrijewna löste eben mit vor Kälte starren Fingern die lila Bänder ihrer Theaterhaube und rümpfte das Näschen. Sie bot der Schwester ihre Wange zum Kusse dar, als aber der Kuß ausblieb, schüttelte sie den Kopf, um die Haube abzuwerfen, und sah Dascha durchdringend mit ihren grauen Augen an.

»Habt ihr etwas gehabt? Habt ihr euch gezankt?« fragte sie mit ihrer tiefen, sonst so bezaubernd lieben Stimme.

Dascha betrachtete die Ledergaloschen Nikolai Iwanowitschs, die man im Hause »Autobusse« nannte und die jetzt so verwaist dastanden. Ihr zitterte das Knie.

»Nein, wir haben nichts gehabt, ich bin einfach so...«

Jekaterina Dmitrijewna löste langsam die großen Knöpfe ihres Fehpelzes, befreite sich von ihm mit einem Ruck ihrer bloßen Schultern und stand nun ganz warm, zart und müde da. Sie bückte sich tief, um die Gamaschen aufzuknöpfen, und sagte: »Weißt du, bis ich ein Auto fand, bekam ich ganz nasse Füße.«

Dascha fragte nun, den Blick immer noch auf Nikolai Iwanowitschs Galoschen gerichtet, mit strenger Miene: »Katja, wo bist du gewesen?«

»Bei einem literarischen Souper, meine Liebe, zu Ehren, – bei Gott, ich weiß selbst nicht, zu wessen Ehren. Es ist immer dasselbe. Ich bin todmüde und möchte schlafen.«

Sie trat ins Eßzimmer. Hier warf sie ihre Ledertasche aufs Tischtuch und fragte, indem sie sich das Näschen schneuzte: »Wer hat die Blumen zerpflückt? Und wo ist Nikolai Iwanowitsch, schläft er schon?«

Dascha wurde auf einmal stutzig: ihre Schwester glich in keiner Beziehung jenem verdammten Weibsbild und war ihr nicht nur nicht fremd, sondern irgendwie besonders lieb und nahe, so daß sie sie hätte streicheln mögen. Dennoch sagte sie mit größter Geistesgegenwart, indem sie das Tischtuch mit dem Nagel gerade auf jener Stelle kratzte, wo Nikolai Iwanowitsch vor einer halben Stunde die Eierspeise gegessen hatte:

»Katja!«

»Was denn, Liebling?«

»Ich weiß alles.«

»Was weißt du? Was ist geschehen, um Gottes willen?«

Jekaterina Dmitrijewna setzte sich an den Tisch, berührte mit ihren Knieen Daschas Beine und betrachtete ihre Schwester neugierig von unten bis oben.

Dascha sagte: »Nikolai Iwanowitsch hat mir alles erzählt.« Sie sah dabei nicht, was für ein Gesicht ihre Schwester machte und was mit ihr vorging.

Nach einem Schweigen, das so lang war, daß man hätte sterben mögen, sagte Jekaterina Dmitrijewna mit böser Stimme: »Was hat dir denn Nikolai Iwanowitsch so Erschütterndes über mich erzählt?«

»Katja, du weißt es.«

»Nein, ich weiß nichts.« Die Worte »ich weiß nichts« waren wie aus Eis.

Dascha ließ sich sofort zu ihren Füßen nieder. »Es ist also vielleicht gar nicht wahr? Katja, meine liebe, teure, schöne Schwester, sag, es ist doch nicht wahr?« fragte sie, indem sie Katjas warme, nach Parfüm duftende, von bläulichen Äderchen durchzogene Hand mit Küssen bedeckte.

»Natürlich ist es nicht wahr,« antwortete Jekaterina Dmitrijewna und schloß müde die Augen. »Du fängst aber gleich zu weinen an. Morgen wirst du rote Augen und eine geschwollene Nase haben.« Sie hob Dascha zu sich hinauf und drückte ihre Lippen lange an ihr Haar.

»Hör mal, ich bin eine dumme Gans!« flüsterte Dascha, an ihre Brust geschmiegt. In diesem Augenblick versetzte hinter der Kabinettüre Nikolai Iwanowitsch laut und vernehmlich: »Sie lügt!«

Die Schwestern wandten sich schnell um, aber die Türe war zu. Jekaterina Dmitrijewna sagte: »Geh schlafen, Kind. Ich will aber die Beziehungen klären. Ein nettes Vergnügen, wirklich! – ich kann mich kaum auf den Beinen halten.«

Sie begleitete Dascha in ihr Zimmer, bekreuzte sie, kam dann ins Eßzimmer zurück, nahm ihr Täschchen, rückte einen Haarkamm zurecht und klopfte leise mit nur einem Finger an die Kabinettüre.

»Nikolai, mach, bitte, auf.«

Darauf erfolgte keine Antwort. Erst herrschte ein unheilverkündendes Schweigen, dann schnaubte eine Nase, der Schlüssel wurde umgedreht, und Jekaterina Dmitrijewna erblickte beim Eintreten den breiten Rücken ihres Mannes, der, ohne sich nach ihr umzuwenden, zum Schreibtisch ging, sich in den Ledersessel fallen ließ, die Ellenbogen auf die Armlehnen stützte, ein Elfenbeinmesser ergriff und damit über die Seiten des aufgeschlagenen Buches – es war Wassermanns Roman »Der Mann von vierzig Jahren« – fuhr.

Dies alles machte er so, als ob Jekaterina Dmitrijewna gar nicht im Zimmer wäre. Sie aber setzte sich aufs Sofa, zupfte den Rock an den Beinen hinunter, steckte das Taschentuch in die Ledertasche und knipste das Schloß zu. Bei Nikolai Iwanowitsch erzitterte in diesem Augenblick das Haar auf dem Scheitel.

»Ich verstehe nur das eine nicht,« sagte sie; »du darfst dir denken, was du willst, aber ich bitte dich, Dascha nicht in deine Launen einzuweihen.«

Er wandte sich schnell im Sessel um, reckte den Hals und den Bart und sagte, ohne die Zähne zu öffnen: »Du hast noch die Frechheit, dies eine Laune von mir zu nennen!«

»Ich verstehe dich nicht.«

»Sehr gut! Du verstehst mich nicht? Dich aber wie eine Straßendirne aufzuführen, das verstehst du wohl ausgezeichnet?«

Jekaterina Dmitrijewna öffnete den Mund. Indem sie ihrem Mann ins rote, schweißbedeckte, vor Wut verzerrte Gesicht blickte, brachte sie leise hervor: »Sag bitte, seit wann sprichst du so respektlos mit mir?«

»Ich bitte ergebenst um Verzeihung! Aber in einem andern Ton verstehe ich nicht zu sprechen. Mit einem Wort, ich möchte die Einzelheiten wissen.«

»Was für Einzelheiten?«

»Lüge mir nicht ins Gesicht!«

»Ach, das meinst du also!« Jekaterina Dmitrijewna rollte ihre großen Augen wie in höchster Erschöpfung. »Ich habe dir vorhin wirklich etwas gesagt... Ich hatte es ganz vergessen.«

»Ich will wissen, mit wem es geschehen ist!«

»Ich weiß es nicht.«

»Ich bitte dich noch einmal, lüge nicht...«

»Ich lüge gar nicht. Auch ein Vergnügen, dich anzulügen. Nun, ich hab es halt gesagt. Was ich vor Ärger nicht alles sage. Ich habe es gesagt und dann vergessen.«

Während sie das sprach, war Nikolai Iwanowitschs Gesicht wie aus Stein, aber sein Herz erzitterte vor Freude: Gott sei Dank, sie hat sich selbst verleumdet! – Nun durfte er geräuschvoll und ungefährdet an nichts glauben und sein Herz ausschütten.

Er erhob sich von seinem Sessel, und fing an, im Auf- und Abgehen, die Luft mit dem Elfenbeinmesser zerschneidend, vom Verfall der Familie, vom Tiefstand der Moral und von den heiligen, heute vergessenen Pflichten der Frau, der Gattin, als Stütze des Mannes und Mutter zu sprechen. Er warf Jekaterina Dmitrijewna eine innere Leere und die leichtsinnige Verschwendung des Geldes vor, das er mit seinem Blut erarbeitet habe (»nicht mit Blut, sondern mit der Zunge« – korrigierte ihn Jekaterina Dmitrijewna). Nein, mit mehr als Blut: mit den Nerven. Er warf ihr den wahllosen Verkehr vor, die Unordnung im Hause, die Vorliebe für »diese Idiotin«, den Großmogul, und sogar »die abscheulichen Bilder, vor denen es mich in deinem spießbürgerlichen Salon ekelt.«

Mit einem Wort, Nikolai Iwanowitsch schüttete sein Herz aus.

Es war gegen vier Uhr morgens. Als der Mann heiser geworden war und verstummte, sagte Jekaterina Dmitrijewna: »Es gibt nichts Abscheulicheres als ein dickes hysterisches Mannsbild.« Sie stand auf und begab sich ins Schlafzimmer.

Nikalai Iwanowitsch nahm ihr aber jetzt diese Worte gar nicht übel. Er zog sich langsam aus, legte die Kleider über die Stuhllehne, zog die Uhr auf und stieg mit einem leisen Seufzer ins kühle Bett, das man ihm noch am Abend auf dem Ledersofa bereitet hatte.

Ja, wir leben schlecht. Man muß unser ganzes Leben umgestalten. Es ist nicht gut, es ist nicht gut! – dachte er sich, indem er das Buch aufschlug, um vor dem Einschlafen zur Beruhigung noch etwas zu lesen. Aber er ließ das Buch gleich wieder sinken und horchte. Im Hause war alles still. Jemand schneuzte sich, und vor diesem Laut fing sein Herz zu schlagen an. – Sie weint, dachte er sich, – ach, ach, mir scheint, ich habe ihr zu viel gesagt. Und als er sich des ganzen Gesprächs erinnerte und wie Katja gesessen und ihm zugehört hatte, spürte er Mitleid mit ihr. Er stützte sich auf einen Ellenbogen, bereit aus dem Bette zu steigen, aber sein ganzer Körper war plötzlich von einer Müdigkeit wie nach einer mehrtägigen Erschöpfung erfaßt, er ließ den Kopf auf das Kissen sinken und schlief ein.

Als Dascha in ihrem sauber aufgeräumten Zimmerchen allein geblieben war, zog sie den Kamm aus den Haaren, schüttelte den Kopf, so daß alle Haarnadeln hinausflogen, warf ihre Kleider und Wäsche auf alle Stühle, schlüpfte ins weiße Bett, zog die Decke bis zum Kinn hinauf und kniff die Augen zusammen. – Mein Gott, wie schön! Nun kann ich an nichts mehr denken und schlafen. – An einem ihrer Augenwinkel schwebte eine komische Fratze vorbei. Dascha lächelte, zog die Knie hinauf und umfaßte das Kissen mit den Armen. Der dunkle, süße Schlaf deckte sie zu, und plötzlich klang in ihrer Erinnerung ganz deutlich Katjas Stimme: »Natürlich ist es nicht wahr.« Dascha öffnete die Augen. – Ich habe doch zu Katja keinen Ton gesagt, ich habe sie nur gefragt, ob es wahr ist oder nicht wahr. Sie aber hat mir so geantwortet, als wüßte sie sehr gut, was ich meinte. – Die Erkenntnis durchfuhr sie wie eine Nadel: Katja hat mich angelogen! – Sie besann sich dann auf alle Einzelheiten des Gesprächs, auf alle Worte und Bewegungen Katjas und sah klar ein, daß sie sie wirklich angelogen hatte. Sie war erschüttert. Katja hatte ihren Mann hintergangen, hatte gesündigt, gelogen, war dadurch aber noch reizender geworden. Nur ein Blinder hätte an ihr diesen neuen eigentümlichen, müden, zarten Hauch nicht wahrnehmen können! Sie lügt, aber zum Verrücktwerden, zum Verlieben! Und doch ist sie eine Verbrecherin. Mein Gott, ich verstehe gar nichts! –

Dascha war aufs höchste erregt und wie vor den Kopf geschlagen. Sie trank jeden Augenblick Wasser, schaltete das Licht ein und aus und wälzte sich bis zum Morgen von der einen Seite auf die andere, vom Gefühl durchdrungen, daß sie Katja weder verurteilen dürfe, noch das, was sie getan, begreifen könne.

Jekaterina Dmitrijewna konnte in dieser Nacht gleichfalls nicht einschlafen. Sie lag entkräftet auf dem Rücken, die Hände auf der seidenen Bettdecke ausgestreckt und weinte, ohne die Tränen abzuwischen, weil es ihr so trüb und elend zumute war, weil sie sich irgendwie unrein fühlte und weil sie nichts anfangen konnte, um eine andere zu werden und so feurig und streng wie Dascha zu sein. Sie weinte auch darum, weil Nikolai Iwanowitsch sie eine Straßendirne genannt und gesagt hatte, daß ihr Salon spießbürgerlich sei. Am bittersten weinte sie aber darüber, daß Alexei Alexejewitsch Bessonow sie gestern um Mitternacht in einer Droschke in ein Vorstadthotel gebracht und sich ihrer, ohne sie zu kennen und zu lieben, ohne das, was ihr lieb und teuer war, zu fühlen, abscheulich und ohne Übereilung bemächtigt hatte, als wäre sie eine Puppe, eine rosa Puppe, wie sie in der Morskaja, im Pariser Modesalon der Madame Duclais ausgestellt ist.

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