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Historia von den Lalenbürgern

Ludwig Aurbacher: Historia von den Lalenbürgern - Kapitel 12
Quellenangabe
typesatire
booktitleHistoria von den Lalenbürgern und anderes Volkstümliches
authorLudwig Aurbacher
year1897
publisherPhilipp Reclam jun.
addressLeipzig
titleHistoria von den Lalenbürgern
pages3-11
created20040304
sendergerd.bouillon
firstpub1889
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Zehntes Abenteuer.

Wie die Frau Schultheißin in der Kirche pranget.

                »Da ich nun Schultheiß worden bin,
So fass' denn auch ein'n hohen Sinn,
Und iß nun baß und kleid' dich fein,
Ich schaff's, Herzallerliebste mein!
    Kein Ämbtle ohne Schlämple!«

Die Frau laßt sich's nicht zweimal sagen,
Sie kauft sich Pelz, sie kauft sich Kragen,
Und Spitzen und Porten, und Ringlein und Rinken,
Und thut sich bestens schmücken und schminken:
    Kein Ämbtle ohne Schlämple.

Und als nun drauf der Sonntag kam,
Umschanzt sie sich mit dem besten Kram,
Und weil sie sich putzet um und um,
So kommt sie erst zum Evangelium:
    Kein Ämbtle ohne Schlämple.

Und sieh! all Volk erhebt sich just;
Man mustert des Weibes Pracht und Gust;
Die meint, es geschehe ihr zu Ehr',
Und dankt – und denkt: was willt du mehr?
    Kein Ämbtle ohne Schlämple!

Die Männer lachen, die Weiber schelten:
Ei seht die Docke! die will was gelten!
Freilich, wo der Mann den Säckel hat,
Da find't das Weib auch den Schlüssel zum Staat:
    Kein Ämbtle ohne Schlämple!

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