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Hexenkessel

Rudolf Stratz: Hexenkessel - Kapitel 1
Quellenangabe
pfad/stratz/hexenkes/hexenkes.xml
typefiction
authorRudolph Stratz
titleHexenkessel
publisherAugust Scherl G. m. b. H.
printrunErstes bis zehntes Tausend
year1927
firstpub
correctorreuters@abc.de
senderwww.gaga.net
created20080909
projectid2cc64912
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1

»Sie sollten Ihr Pistol nicht in Manteltasche außen bei sich haben, Fräulein, wo wir bald kommen Berlin!« sagte der Mitreisende in rauhem, gebrochenem Deutsch eines Letten. »Jeder – er sieht es da stecken!«

Das junge Mädchen drehte sich auf dem Fensterplatz herum, von dem aus sie seit Stunden regungslos in die am Königsberger Schnellzug vorbeifliegende, märzgraue märkische Ebene hinausgestarrt hatte. Sie zeigte ein kleines, zartes, weißes Gesicht unter glänzend schwarzem, schlicht in der Mitte gescheiteltem Haar. Tiefschwarz auch die Brauen auf der niederen Stirne über den großen, schönen Augen von unbestimmter, bräunlich-grünlicher Farbe. Sie lächelte den andern naiv und fragend an. Der Tuklumer Holz-Händler ergänzte mit seiner heiseren Stimme:

»Waffentragen in Berlin verboten! Werden Verdruß haben – mit Polizei!«

»Oh – danke sehr ...« Seine Nachbarin in dem Abteil dritter Klasse sagte es schnell in dem harten Deutsch einer Deutsch-Russin. Sie lächelte dabei wieder sanft und bescheiden. Sie kramte hastig mit ihren feinen, kleinen Händen den Revolver aus dem Schlitz ihres abgetragenen, braunen Mäntelchens und schob ihn in das Reisetäschchen, das sie auf dem Schoß hielt. Das Lächeln verlor sich um ihren weichen Kindermund. Ihre feinen Nasenflügel bewegten sich nervös. Sie saß ganz still und schaute vor sich nieder und nagte grüblerisch an der Unterlippe. Man sah ihr unterdrücktes, heftiges Atmen. Dem Letten wurde es unbehaglich. Er stand plötzlich auf und trat auf den Gang hinaus.

»Guten Tag, Herr Berith! Reisen auch Berlin?« Er verbeugte sich unterwürfig. Draußen lehnte, aus seinem Abteil erster Klasse nebenan getreten und eine Havanna paffend, Baal Berith, der große litauische Finanzmann, dem das schönste Haus in der Njemetzkaja in Wilna, gerade gegenüber der großen Synagoge, gehörte. Er war ein gewichtiger, dickbäuchiger Mann mit schwarzen Löckchen um die Glatze und schwarzen Bartkoteletten zu beiden Seiten des bleichen, schwammigen Gesichts.

»Ich will ein paar Straßen in Berlin kaufen!« sagte der Litauer auf deutsch zu dem Letten. »Und was tut sich mit Ihnen, Herr Jahdek?«

»Muß man sehen! Kann man jetzt in Berlin kriegen alles – wer hat Valuta! ...«

»Für zwei Dollars guttes Klavier!« ergänzte aus dem Abteil dritter Klasse Aitjend, der estnische Viehhändler. Der Lette Jahdek schaute besorgt hinein.

»Sehen die bildhübsche junge Person da am Fenster?« sprach er gedämpft zu dem großen Baal. »Schon in die ersten Jahre der Zwanzig – aber Gesichtchen – so zart und lieb wie ein Kind! Hat einen Revolver! Bin ich weg! Wird sich noch erschießen – Kind da drinnen!«

»... und wenn jenne das tut – will die Polizei Zeugen! Man muß seine Paßports vorlegen ...« Josel Parch aus Mariámpol an der polnischen Grenze schob sich geräuschlos wie ein schnürender Fuchs aus dem Abteil. Alle Mienen verfinsterten sich. Mit der Polizei kam keiner dieser östlichen Berlinfahrer gern ohne Not in Berührung. Auch Aitjend, dem flachsblonden, backenknochigen Esten, wurde es jetzt da drinnen unheimlich. Er kam heraus. Nur Kimura, der japanische Warenhauseinkäufer aus Tokio, blieb sitzen und schielte aus seinen Schlitzaugen verstohlen hinüber nach dem reizenden, jetzt beinahe leblos wie aus Alabaster gemeißelten Mädchengesicht unter dem frommen Madonnenscheitel. Draußen versetzte Aitjend:

»Sie kommt aus Esti. Ich habe sie schon bei Zollrevision in Walk gesehen!«

»Ich hab' sie gefragt: Woher? Woso? Wohin?« sprach Josel Parch. »Jenne hat nichts geantwortet!«

Die Männer aus dem Osten verstummten. Vom Ende des Wagens schrie eine leidenschaftliche Stimme:

»Belieben Sie: Was heißt: der Dollar zwanzigtausend! Ist er jetzt! Im März 1923! Werden Sie sehen, wie der Dollar kommt im März 1924. Werden Sie ganz Deutschland auskaufen können! In Österreich ist doch nichts mehr los!«

»Haben Sie Dollars bei sich, Herr Berith?«

»Lits!«

»Auch gut! ... Nun, da sind wir in Berlin ...«

Der Zug fuhr langsam zwischen weit ausgedehnten Geleisenetzen, Werkstätten, Weichentürmen, Lokomotivschuppen und Drehscheiben dahin und hielt am Schlesischen Bahnhof. In allen Abteilen ordnete der Osten sein massenhaftes, abenteuerliches Handgepäck. Das junge Mädchen holte ihre Fahrkarte aus dem Täschchen. Drinnen glitzerte der Revolver.

»Ist geladen, Fräulein?« frug der Lette mißtrauisch. Sie zuckte zusammen und schüttelte schnell, beinahe unterwürfig, das blasse, schwarze Köpfchen.

»Ach nein! ... Es ist nur eine Art von Schutz! Ich komme aus Rußland!«

»Hat man Sie denn hinausgelassen?«

»Ich habe mich von Leningrad nach Bjelo-Ostrow durchgeschmuggelt und bin dann über Helsingfors nach Reval!«

»Der Dollar 20 917.50!« verkündete Josel Parch verzückt. Er hatte auf dem Bahnhof ein Mittagsblatt erstanden. »... Da kommt Alexanderplatz! ... Bleiben Sie gesund!«

Der Zug begann sich zu leeren. Gestalten in schwarzen Lammfellmützen und schwarzen russischen Schirmkappen quollen aus den Wagen. Sie wurden von Massen von Freunden abgeholt und verloren sich unter leidenschaftlichen Geschäftsgesprächen hinaus in das Brausen Berlins. Baal Berith blieb gelassen im Wagengang stehen. Er fuhr nach dem feinen Westen. Er sah, daß auch das junge Mädchen im Begriff war, auszusteigen. Er frug sie:

»Kennen Sie Berlin?«

»Nein! Ich war noch nie in Deutschland!«

»In welche Gegend Berlins wollen Sie?«

»Nach dem Königsplatz!«

»Werd' ich Ihnen sagen: Warten Sie noch bis zur nächsten Station!«

»Oh – danke!« Sie setzte sich bereitwillig wieder hin – mit einem kindlichen Kopfnicken – einem kurzen Aufschlag der großen, stummen Frauenaugen – fügsam, aber dabei scheu wie ein kleiner Vogel. Der große Baal aus Wilna stand vor ihr. Er sah aus seiner Höhe von ihrem dunklen Köpfchen nur ein Stück des weichen Kinns, die kleinen Ohren, das schwarze Kraushaar im Nacken, den dünnen, zarten Hals. Sie saß scheinbar ganz ruhig. Aber dabei krampften sich unwillkürlich ihre Fäuste. Ihre schmalen Schultern zitterten leise unter dem dünnen Mäntelchen.

»Werden Sie auf dem Bahnhof erwartet, Fräulein?«

»Nein. Von niemandem!«

»Finden Sie sich denn zurecht?«

»Man hat es mir auf einem Blatt Papier aufgezeichnet!«

»Nehmen Sie sich nur vor schlechten Menschen in acht!«

»Oh – das werde ich!« Sie hob den Kopf, mit einem stillen und fanatischen Lächeln. Dann stand sie schnell auf. Baal Berith sah, daß sie kaum mittelgroß war – zierlich und ebenmäßig gewachsen. Eben dunkelte die Wölbung des Bahnhofs Friedrichstraße. Der große Baal hätte schon Lust gehabt ... Aber fast ehe noch die Räder standen, war das junge Mädchen, plötzlich flink wie eine Eidechse, mit einem kurzen Abschiedsnicken an ihm vorbeigewitscht und in dem Gewühl draußen verschwunden.

Sie hielt ein Zettelchen in der Hand. Auf ihm waren flüchtig mit Bleistift ein paar Straßenzüge hingekritzelt. Denen folgte sie. Es stimmte: Erst der menschenwimmelnde Engpaß, dann rechtsum ein mächtiger, baumbestandener Prospekt, breit wie die Straßen in Rußland, an seinem Ende, hinter dem Tor mit der Troika oder dem Viergespann hoch oben, ein endloser Platz – eine Säule mit einer goldenen, geflügelten Frau in der Mitte. An der einen Seite ein palastartiges, graues Haus mit der Nummer Königsplatz 408, die auf ihrem Notizblatt stand.

Niemand in dem durch den Umsturz verödeten, alten Palais aus der Schinkelzeit kümmerte sich darum, daß sie eintrat. Das Tor stand weit offen. Durch seinen rückwärtigen Ausgang sah sie in einen verwüsteten Herrschaftspark. Kahle Baumriesen lagen gefällt und mörtelbespritzt zwischen Bausandhügeln und Backsteinhaufen eines hastigen, behelfsmäßigen Kontorbaues. Auf der breiten, dämmerigen Schneckenkrümmung der Steintreppe wieder kein Mensch. Das junge Mädchen blieb stehen. Sie sah sich scheu um, holte den Revolver aus ihrem Täschchen und steckte ihn sich wieder handbereit außen in den Reisemantel. Dann stieg sie die Stufen empor.

Auf dem ersten Treppenabsatz lüfteten sich ein paar junge Damen mit unwahrscheinlich rotblonden, ondulierten Haarwellen. Die eine manikürte, die andere rauchte. Auf der Türe dahinter war ein Schild: »Metropolbank.« Die beiden Fräulein achteten kaum auf die Fremde, die zum ersten Stock hinaufschritt. Eine leere Halle oben mit ein paar mächtigen alten Schränken und Ahnenbildern an den Wänden. An den Türen schiefgenagelte Visitenkarten: »von Bellisam. An- und Verkauf von Vollblut. Rennwetten-Tips.« – »Sinz. Ankauf von künstlichen Gebissen. Höchste Preise für Diamanten und Silbergegenstände.« – »Frau von Prucha. Zentral-Detektivbüro. Spezialität: Material in Ehescheidungssachen« ...

Alles nichts. Aber da kam ein Briefträger die Treppe hinunter. Also hausten im zweiten Stockwerk auch noch Menschen. Das junge Mädchen stand dort und las: Pawlos Christakis: »Für antike Perserteppiche bis zu hunderttausend Mark der Quadratmeter sofort bar.« Wieder nichts.

Doch hier ... jäh belebte sich das kleine, weiße, zartgeschnittene Gesicht. Hier: Eine große, neue, gelbleuchtende Messingplatte. Und auf ihr – russisch und deutsch: »Rowaja Rossija. – Neues russisches Handelskontor.«

Sie holte tief Atem und klopfte. Das Klappern einer Schreibmaschine innen verschlang ein etwaiges »Herein«. Sie öffnete und trat in ein Vorgemach. Hinter einem Tisch saß ein Mann in mittleren Jahren. Sie erkannte in ihm wieder den Lettentyp des Holzhändlers, ihres Reisegefährten. Sie frug leise und hastig, mit freundlichem Lächeln:

»Gawarite pa rußki?«

»Ich spreche sehr schlecht Russisch!« sagte der finstere Mann hinter der Schreibmaschine. »Verstehen Sie nicht Deutsch?«

»Gewiß! Ich bin Deutsch-Russin!«

»Was steht zu Ihren Diensten?«

»Ich möchte in dringenden Angelegenheiten Herrn Serge Ssilin sprechen!«

Ein stechender Blick aus den kleinen, düsteren Augen des Letten über die Remington hin.

»Und was sind das für Angelegenheiten?«

»Oh – ganz persönlicher Natur!« versetzte das junge Mädchen unbefangen und geläufig. »Ich komme in diesem Augenblick aus Rußland. Ich habe Herrn Ssilin eine wichtige mündliche Bestellung unter vier Augen auszurichten!«

Durch die geschlossene Nebentüre hörte man den Wortwechsel zweier Männerstimmen. Der Lette maß die kaum mittelgroße, zarte, junge Brünette vor ihm mißtrauisch von Kopf bis zu Fuß und versetzte dann langsam:

»Belieben Sie, Ihre Adresse dazulassen! Man wird Ihnen Nachricht geben!«

»Ich habe keine Adresse!« Das junge Mädchen zuckte lächelnd die Achseln und trat einen Schritt näher. »Herr Ssilin muß mich sofort empfangen!«

»Ihr Name?«

»Er tut nichts zur Sache! Bitte melden Sie mich!«

»Es wird nicht gehen! Gospodin Ssilin hat Besuch!«

Aber zu gleicher Zeit öffnete sich die Nebentüre. Ein langer, hagerer Mann in den Dreißigern mit bloßem Kopf begleitete einen anderen, der eine Zobelmütze auf dem bartlosen, grobknochigen Bauernschädel und einen kostbaren Zobelpelz trug, zum Flurausgang.

»Unbesorgt – Mr. Callies!« sprach er in fließendem, russischhartem Deutsch. »Ich werde alles Nötige für Ihre Geschäfte einleiten! Ihr litauischen Rückwanderer habt es gut! Ihr kommt jetzt mit euren ersparten Dollars aus Amerika wieder! Ihr seid die Könige im Osten! Nun – mit Gott!« Er wandte sich von der Schwelle in das Innere des Zimmers. »Uhkeneek – Was will dies Fräulein?«

»Zu Ihnen!« sprach der finstere Lette.

Das junge Mädchen nickte hastig und geschäftig. Sie stand mitten in dem Vorraum. Sie legte bittend die beiden schmalen Hände zusammen und sah Serge Ssilin fest und freimütig in das Gesicht – ein Gesicht, als sei es flüchtig mit der Holzaxt irgendwo im nordischen Urwald aus dem Rohen eines Erlenklotzes für handfesten Gebrauch herausgehauen. Glattrasiert und länglich, mit großen, abstehenden Ohren. Starke, eckige Stirne. Eine große, gerade, kolbiggeformte Nase. Ein langer Mund mit grobgewulsteten, brutalen Lippen. Ein kantiges Kinn. Das rötlichblonde Haar starrte borstenartig über den ungeschlachten, faltigen Zügen. Es war so fahl, daß die blaugrauen, dichtbeisammen stehenden Augen fast wimperlos schienen, während sie sich mit einem lächelnden Fuchsblinzeln des Wohlgefallens auf das junge Mädchen senkten.

»Ist es dringend?« frug er verbindlich, mit rauhem Kehlklang. Die einschmeichelnde Schmiegsamkeit, mit der er dabei den Kopf zur Seite legte, wies auf slawisches Blut.

»Oh – sehr! ... Sehr!« sagte das junge Mädchen hastig.

»Nun – dann: bitte!«

Er öffnete mit seiner plumpen, breitgeformten Hand, deren Nägel ganz kurz geschnitten waren, die Nebentüre. Er hatte dabei eine nonchalante Sicherheit der Bewegung wie ein eleganter Petersburger. Er trat lässig voraus in sein Privatkontor. Die Besucherin folgte ihm, schloß schnell hinter sich die Türe und lächelte dabei verwirrt und etwas atemlos.

»Ich bin erst froh, wenn ich diesen dicken Brief an Sie aus Leningrad los bin! Ich hab' ihn da in meiner Tasche!«

Er kehrte ihr noch, im Begriff, zwei Stühle vor dem großen Spiegel zurechtzuschieben, den Rücken zu. Das junge Mädchen langte mit einem jähen Griff in ihren Mantelschlitz, während es unheimlich in ihren bisher taubensanften, großen, grünlich-braunen Augen aufglühte. Aber eine mächtige Faust fuhr wie der Blitz hinterher und umspannte ihr Handgelenk. Serge Ssilin hatte ihre Bewegung im Spiegel gesehen und sich windschnell zu ihr herumgedreht. Er riß ihre Rechte, die noch den Revolver umspannte, an das Tageslicht, entwand ihn mit seiner Linken ihren dünnen Fingern und legte ihn, leise vor sich hinsummend, in eine Tischschublade, die er verschloß. Er war in keiner Weise aufgeregt.

»Glauben Sie, ich hätte das Ding nicht schon draußen in Ihrem Mantel stecken sehen?« sagte er. »So etwas trägt man doch nicht offensichtlich! Sie verstehen sich auf derlei nicht! Nun – setzen Sie sich ...«

Das junge Mädchen stand, ohne sich zu rühren, so als begriffe sie noch nicht recht, was eigentlich geschehen war. Serge Ssilin nahm Platz, wickelte sich eine Papyros und schob ihr, mit einer aufmunternden Kopfbewegung, sich zu bedienen, Seidenpapier und Tabak hin.

»Wie kommen Sie nur auf solche Einfälle?« sagte er zwischen den ersten Rauchwirbeln aus den Nasenlöchern. »Wie leicht hätten Sie mich beschädigen können! Sie selbst hätten allerhand Unannehmlichkeiten mit den örtlichen Behörden! ... Warum? ... Aber so setzen Sie sich doch ...«

Die Besucherin schaute ihn starr, aus weitaufgerissenen Augen an. Er frug:

»Belieben Sie Tee? Dort steht der Samowar. Ich werde holen ...«

Sie zuckte zusammen. Sie murmelte zwischen den Zähnen:

»Verhöhnen Sie mich nicht auch noch!«

»Wie das?« Es war eine vertrauliche Dienstbereitschaft in der Art, wie er, aufmerksam zuhörend, den langen Oberkörper vorbeugte. Fast etwas Untertäniges des Abkömmlings der Leibeigenen – der vererbte Gehorsam des Undeutschen. Und doch wieder, trotz des Äußeren eines vierschrötigen Freigelassenen von einst, die lächelnde Gewandtheit der Bewegungen, die tadellose Kleidung eines eleganten Mitteleuropäers. Ein plebejischer Weltmann. Er wiederholte: »Wie das? Wodurch trat ich Ihnen zu nahe?«

»Sie werden mich doch jetzt natürlich der Polizei ...«

»Der Polizei?« Ein abwehrendes, östliches Heben und Senken der Schultern drüben. »Die Polizei ist keines Menschen Freund! Lassen wir sie! Gott mit ihr! ... Was geschah denn? Nichts! Es fiel kein Schuß. Ein kleines Mißverständnis ... Setzen Sie sich!«

Sie sank auf einen Stuhl. Halb betäubt. Ihr zarter Körper zitterte an allen Gliedern. Er blickte sie über den Tisch hin an. Er sagte langsam, halb zu sich:

»Mein Gott – was sind Sie hübsch!«

Und dann lauter, so daß sie es hören mußte:

»Ein kleines Heiligenbild! Eine schwarze Madonna! ...«

Sie schwieg. Er rauchte. Er verlor sich immer mehr in das kleine, feine, wie eine Gemme geschnittene Antlitz drüben, aus dem jetzt jeder Blutstropfen geschwunden war. Er versetzte:

»Sie hätten sich mir eingeprägt, wenn ich Ihnen jemals begegnet wäre! Aber ich kenne Sie nicht!«

»Nein.«

»Und doch sind Sie zu mir ...?«

»Aus Rußland hierher.«

»Eigens – um mich zu töten?«

»Ja.«

»Haben Sie mich denn je gesehen?«

»Nein.«

»Nun bitte ...« Serge Ssilin zündete sich eine neue Zigarette an. »Was habe ich Ihnen also getan? Ich ... Ein einfacher russischer Kaufmann ...«

»Das sind Sie nicht ...«

»Gott weiß, für wen Sie mich halten ...«

»Für das, was Sie sind ...«

»... Bleiben Sie sitzen! ... Wozu der Lärm? ... Was fällt Ihnen ein?«

Aber das junge Mädchen war von dem Rohrstuhl emporgeschnellt, daß er umstürzte. Ihre Augen flammten. Ihre Stimme leuchte. Ihr dünner Arm reckte sich gegen den Mann drüben, der langsam aufstand.

»Sie sind Ssawa Kol ... der Bluthund ... Ssawa Kol ... der Mörder, dem tausend Menschen in der Krim fluchen! ... Sie sind Ssawa Kol – Sie werden einmal vor Gottes Gericht treten ... Aug' in Auge mit all den Unglücklichen, die Sie haben töten lassen ...«

Serge Ssilin stand am Samowar. Er mischte gelassen in zwei Gläsern das heiße Wasser mit dem Tee-Extrakt und sagte:

»Trinken Sie! ... Beruhigen Sie sich! Ich sehe jetzt: Ihre Nerven haben gelitten. Sie gehören zu den unzähligen Opfern der furchtbaren Zustände in unserer unglücklichen Heimat. Sie verwechseln in Ihrer Verwirrung mich mit irgend jemandem ...«

»Sie sind es! Ich kenne Sie doch vom Sehen aus Sebastopol! Ich erkenne Sie doch sofort wieder!«

»Erwägen Sie selbst: Wäre ich denn, wenn ich dieser Ssawa Kol wäre, in einem mühsamen Lebensunterhalt, hier in der Fremde? Wäre ich dann jetzt nicht in Moskau?«

»Dort waren Sie! Und haben dort selbst die Schreckensmänner gegen sich aufgebracht! Man sagt: Sie haben Staatsgelder unterschlagen. Sie mußten fliehen ...«

»Nie war ich in Moskau. Nie in der Krim! Ich stamme aus dem ehemaligen Gouvernement Kurland!«

»Jawohl! Ich weiß es! Ich weiß alles! Ihr Vater war ein lettischer Hafenzollbeamter in Libau. Ihre Mutter eine russische Kaufmannstochter dort. Er brachte Sie zur Kronsmarine. Sie waren Starschi-Leitnant auf dem Linienschiff Joann-Slatoust in Sebastopol ...«

»Sie träumen ...«

»Zusammen mit dem Inscheneer-Mechanik Sax! Er wollte euren Blutrausch nicht mitmachen. Er floh. Während des Kampfes zwischen den Weißen und den Roten in der Krim habt ihr ihn in seinem Versteck gefunden – bei meinem Vater ...«

»Wer hat Ihnen diese Märchen aufgebunden?«

»... bei dem Uhrmacher Büttner in Sebastopol! Ich bin seine Tochter Luja Büttner. Ihr habt den Mischa aus unserer Wohnung in der Tscheßmanskaja weggeschleppt. Ich habe ihn nicht wiedergesehen! Ihr habt den Mischa ermordet ...«

»Bitte: Wer ist Mischa?«

»Der Oberstabs-Ingenieur Michael Sax auf dem Ioanna-Slatoust – mein Bräutigam! ... Auf Ihren Befehl ist mein Mischa erschossen worden ... Ich weiß es ... Der Mitschman Koschto hat mir alles gesagt ...«

»Ich kenne keinen Midshipman Koschko!«

»Ihr habt meinen Vater eingekerkert, weil er meinen Mischa beschützt hat. Der alte Mann ist im Gefängnis oben über der Teatralnaja gestorben. Meine Mutter ist dahingesiecht. Jetzt hat sie ausgelitten. Jetzt war ich frei. Jetzt schlug ich mich nach Leningrad durch und ins Ausland – und kam hierher ...«

»... um einen harmlosen Menschen wie mich umzubringen ... ?«

»Um meinen Mischa an Ihnen zu rächen ... Da ...« Sie griff sich an ihren schmächtigen Hals. Sie nestelte ein Medaillon, das sie auf der bloßen Brust trug, unter dem Ausschnitt hervor. Sie hielt es leidenschaftlich Serge Ssilin unter die Augen. »Kennen Sie Ihren einstigen Kameraden vom Joann-Slatoust?«

Der Mann von lettisch-russischem Mischblut vor ihr musterte gleichgültig das nach einer Photographie auf Porzellan gemalte Miniaturbild eines blonden jungen Kronschiff-Offiziers mit kurzem, weichem Vollbart und träumerischen Augen. Er sagte, in seinem harten, aber geläufigen kurischen Deutsch:

»Es starben viele Menschen in Rußland! Also auch dieser! Aber nicht durch meine Schuld. Ich kenne ihn nicht!«

Und dann, nach einem schnellen, heißen Blick auf Luja Büttner, sich plötzlich abwendend und zerstreut in den Briefkopien auf dem Tisch blätternd:

»Man hat Ihnen einen echt russischen Bären aufgebunden! Nun – Ihr Vorhaben ist Ihnen nicht geglückt! Seien Sie froh, daß ich Sie von Unbesonnenheiten zurückhielt! Doch ... Sie verzeihen ... Ich habe jetzt dringende Geschäfte ...«

»Sie lassen mich ... mich einfach so weggehen?«

»Was denn sonst?« frug Serge Ssilin gleichmütig über die Schulter. Er hielt, breit-russisch lächelnd, den fanatisch glühenden Blick der dunklen Augen in dem weißen Gesichtchen drüben aus.

»Ich versteh' ja!« sagte Luja Büttner nach einer kurzen Stille im Zimmer. »Sie wollen nicht erst wegen mir sich auf der Polizei ausweisen müssen, wer Sie sind ...«

»Halten Sie mich für einen Menschen ohne Paß?« Der Halblette lachte. Nicht so ölglatt und fast unterwürfig wie bisher. Es blinkte weiß wie ein Wolfsgebiß in dem großen, belustigt breitgezogenen Mund.

»O nein! Sie haben wahrscheinlich sogar viel mehr Pässe als andere Menschen!«

Serge Ssilin tat rasch einen fast drohenden Schritt auf das junge Mädchen zu. Er sah ihr stechend, mißtrauisch aus seinen sonst völlig ausdruckslosen, blaugrauen Augen ins Gesicht. Dann kniff er wieder gleichgültig die wimperlosen Lider zusammen und machte eine höfliche Handbewegung nach dem Ausgang.

»Nun – Mit Gott!«

Das junge Mädchen trat hastig auf die Schwelle und legte die Hand auf die Klinke.

»Und doch handeln Sie unüberlegt ...,« sagte sie leise und atemlos ..., »daß Sie mich laufen lassen! ... Glauben Sie nicht, daß Sie mich jetzt los sind ...«

»Oh – ich werde Sie im Auge behalten!« Serge Ssilin saß schon an seinem Schreibtisch. Er hatte sich einen Zwicker aufgesetzt und ordnete stirnrunzelnd seine Korrespondenz.

»Nehmen Sie sich vor mir in acht ...«, klang es leise von der Türe. Der Inhaber des Handelskontors »Nowaja Rossija« tat, als hörte er es nicht. Er wartete, bis er das Schnappen des Schlosses vernahm. Dann rief er im tiefen, rauhen Baß eines Halbrussen aus dem Volk:

»Uhkeneek!« – und als der schweigsame, düstere Lette eintrat ... »... Schicke sofort einen fixen Jungen hinter diesem Mädchen her! Er soll beobachten, wo sie hingeht! Wo sie Wohnung nimmt ... Gleich wird sie aus dem Haus treten ... Da ...« Er faßte einen bleichen östlichen Burschen, den Jakob Uhkeneel eilig von den Kugeln des Rechenbretts im Schreibzimmer weggerissen, am Ohrläppchen und beutelte ihn in seiner Ungeduld wie eine Ratte, während er mit dem plumpen Zeigefinger auf die Straße hinunterwies. »Siehst du sie denn nicht, du Hundesohn? ... Der Teufel hole deine Großmutter, wenn du noch länger nach den geputzten Weibern da drüben schaust! ... Hier – gerade unter uns – dies entzückende kleine Geschöpf ... in dem braunen Bettelmäntelchen und der zerdrückten alten Reisemütze! ... Sie sieht trotzdem aus wie eine kleine Prinzessin – unter diesen Deutschen! ... Lauf ... Machalles! ... Du kannst sie noch leicht erreichen! Sie geht ganz langsam nach dem Brandenburger Tor zu ...«

Außen an dem Tor vorbei. Da war ein großer, kahler Wald ... mitten in der Stadt ... Das junge Mädchen schritt traumverloren, wie eine Nachtwandlerin, über den davor liegenden Platz. Auf dem jagten die mit Ausländern besetzten Autos. Tuteten. »Fräulein – Sie haben wohl Ihre Ohren zu Hause jelassen – wat?« Der Chauffeur, der vier Japaner beförderte, rief es wütend durch das Aufspritzen einer Pfütze nach rückwärts. Luja Büttner rannte verwirrt über die freie Fläche. Schleppte sich dann wieder matt, mit schweren Füßen, ziellos, nach links auf dem breiten Kiesweg am Rand des Gehölzes dahin. Da standen Holzbänke. Sie ließ sich erschöpft nieder. Sie starrte geistesabwesend auf die niedere Backsteinmauer gegenüber, auf der anderen Straßenseite – auf den trüben Himmel über den grauen Dächern der großen, fremden Stadt. Sie stützte verstört die Ellbogen auf die Knie und die blassen Wangen in die Hände. Plötzlich konnte sie nicht mehr. Ihr dunkler Kopf sank ihr vornüber auf den Schoß. So kauerte sie – in sich zusammengesunken – in stiller Verzweiflung – ohne sich zu rühren, im Ohr nur ein fernes, dumpfes, unbestimmtes Brausen Berlins ... Es schläferte ein ... Sie legte halb träumend, mit geschlossenen Augen, die Rechte auf die Stelle der Brust, wo sie das Medaillon Mischas trug ... Sie war zu matt zum Weinen ... Nur Schlafen ... Schlafen ... und nicht mehr Aufwachen ... Eine Hand berührte ihre Schulter. Sie fuhr empor. Da stand ein Sipomann. Ein Häuflein Neugieriger dahinter.

»Sind Sie krank, Fräulein?«

»O nein ...« Sie stand schüchtern und lächelnd auf. »Ich fühle mich ganz wohl, Herr Gorodowoi!«

»Sie sind Ausländerin ... nach der Art, wie Sie deutsch reden?«

»Natürlich! ... Es gibt ja überhaupt nur noch Russen in Berlin!« sagte ein dicker Herr entrüstet in der Schar der Gaffer.

»Gehen Sie lieber nach Hause, Fräulein!« mahnte der Sipo. »Wo wohnen Sie denn?«

»Ich habe keine Wohnung. Eben traf ich ein!«

»Dann suchen Sie sich aber vor Abend ein Quartier. Sie müssen polizeilich gemeldet werden!«

»Ich kann nicht, Herr Gorodowoi! Ich habe keine Kopeke!«

»Wie sind Sie denn da nach Berlin gekommen?«

»Mein Geld hat gerade noch für die Karte von Eydtkuhnen nach Berlin gelangt!«

»Leichtsinn ...«, sprach der dicke Herr kopfschüttelnd.

»Na, Fräulein – haben Sie denn hier gar keine Bekannten? Ganz Berlin ist doch voll von geflüchteten Russen!«

»Gewiß doch!« sagte das junge Mädchen gleichgültig und strich sich mit der Hand über die Stirne. »Es ist da eine Base von mir ... ich hörte in Rußland, daß sie sich hier befinden soll!«

»Wie heißt sie denn? Dann werden wir sie schon ermitteln!«

»Lisa Altschüler ... Sie floh mit ihren Eltern aus Cherson. Der Alte hatte dort eine Apotheke.«

»Haben Sie vielleicht eine Ahnung, wo sie wohnt?«

»Ja – wie denn?« Luja Büttner schaute zerstreut vor sich hin, als ginge sie die Sache eigentlich gar nichts an. »Die Pension hieß doch nach einer Pflanze, Herr Gorodowoi ... Etwas mit Alpen ... Alpenrose – gibt es das?«

»Die Pension ist in der Tölzer Straße 17.« Der Sipo blätterte in seinem Dienstbuch. »Drüben im Bayerischen Viertel. Sie fahren am besten mit der Linie ... ach so ... Sie haben ja kein Geld ... Na – da fragen Sie sich eben in Gottesnamen durch.«

»Ausjeschlossen!« verkündete in dem rasch wachsenden Kranz der Zuschauer der dicke Herr. »Das junge Mädchen fällt ja unterwegs um! Sehen Sie sie doch gefälligst nur 'mal an! Da sitzt sie wieder ... Wie das Leiden Christi ...«

»Ja. Ich kann nichts weiter machen!« Der Sipo zuckte die Schultern.

»Sie springt womöglich kopfvor in den Kanal!« flüsterte besorgt eine ältere Dame. »Man darf sie nicht allein lassen!«

»Ich kann von meinem Posten hier nich weg!« sagte der Sipo ... »Hat denn niemand von den Herrschaften das halbe Stündeken Zeit übrig und bringt in Gottesnamen das Fräulein an Ort und Stelle?«

»Das ist ein gutes, deutsches Wort!« rief der dicke Herr und trat schnell mitten in die Gruppe zurück.

»Vorwärts – Freiwillige vor! ... Niemand? ... Ja – Verehrteste – So wird Deutschland nicht genesen ...«

»Sie haben ja selber kalte Füße ...«

»Herr – ich verbitte mir ...«

»Machen Sie 'mal Platz, Muttchen!« sagte freundlich ein junger Mann. Er drängte sich an der alten Dame vorbei nach vorn und lachte: »Kinder – was habt ihr denn hier für'n Theater?«

»Freiwillige vor!« wiederholte aufmunternd der dicke Herr mit starker Stimme. Er stand jetzt hinter einem Baum.

»Das Kommando kenn' ich aus schönern Zeiten! ...« Der blonde junge Mann arbeitete sich mit den Ellbogen in die vorderste Reihe. »Herrschaften – wo steht denn der Feind? ... Donnerwetter.« Seine blauen Augen lachten, während sie auf Luja Büttner ruhten, die bleich und verwirrt vor der Menge auf der Bank saß. »Aber Püppchen – was haben Sie denn angestellt?«

»Gegen das Fräulein liegt nichts vor!« erklärte der Sipo. »Sie kommt aus Rußland.«

»War ich drei Jahre an der Front.«

»Sie hat kein Geld!«

»Ganz mein Fall!«

»Und will nach dem Bayerischen Viertel!«

»Ungefähr mein Weg auch!«

»Na – dann könnten Sie ja zusammengehn! ... Tölzer Straße 10!« sagte der Sipo erleichtert. »Wenn es dem Fräulein recht ist ...«

Das junge Mädchen erhob sich langsam. Sie ließ mit einem resignierten Atemzug die schmalen Schultern sinken und stand gottergeben, mit müde herabhängenden Armen da – den feinen, dunklen Kopf gesenkt.

»Ich finde: Wir passen famos zusammen!« sagte der junge Mann kameradschaftlich. »Wollen Sie sich mir anvertrauen? Ich tu' Ihnen nichts!«

»Ach ... bei so einem hübschen Menschen wird sie sich nicht lange bitten lassen ...«, sprach die alte Dame unruhig.

Luja Büttner blickte den jungen Mann schweigend an. Er war mittelgroß, um die Mitte der Zwanzig. Er hatte ein bartloses, frisches, freimütiges Gesicht mit lustigen blauen Augen und weißen Zähnen. Er besaß eine weiche, freundliche Art, mit Frauen umzugehen. Das fühlte sie ...

»Ich werde Sie schon bemuttern!« sagte er und lachte dabei wie ein großer Junge. »Kommen Sie nur!«

»Sie bringen das Fräulein doch auch sicher wohlbehalten vor das richtige Haus?« mahnte der Sipo ernst.

»Nun denkt der Herr Wachtmeister nämlich, ich bin ein Bauernfänger!« Der junge Mann wandte sich vergnügt zu den Umstehenden. »Leider nicht! ... Gar kein Talent für die Neuzeit ...! Also – wie ist's, Fräulein: Halten Sie mich für einen guten Menschen? Nicht wahr: da nickt sie! Also los!«

»Linie 111«, rief der Sipo hinterher. Der junge Mann winkte fröhlich mit der Hand zurück. »Danke ... Danke!«

»Der hält mich nämlich für Stinnes!« sagte er dann zu seiner Begleiterin. »Sie glauben gar nicht, was für 'ne Unmasse Geld ich nicht hab'! ... Im Vertrauen gestanden: Nicht 'nen polnischen Groschen!«

»Ich auch nicht!«

»Na also! ... Dann ist ja alles in schönster Ordnung! Wollen wir 'nen reichen Ausländer totschlagen? Aber das hält unnütz auf! ... Wir kommen auch so hin! Wenn Sie schlapp werden, trag' ich Sie!«

»Ich werde nicht schwach werden!« Das junge Mädchen neben ihm schüttelte fanatisch das schwarze, blasse Köpfchen und straffte im Ausschreiten leidenschaftlich ihre zarte Gestalt. Es war das erste Mal, daß sie länger mit ihrem Gefährten sprach. »Ich muß sehr stark sein in Berlin! Ich hab' hier noch viel zu tun!«

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