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Herakles

Louis Couperus: Herakles - Kapitel 20
Quellenangabe
pfad/couperus/herakles/herakles.xml
typefiction
authorLouis Couperus
titleHerakles
publisherWegweiser-Verlag G.m.b.H.
year1923
translatorElse Otten
correctorreuters@abc.de
senderwww.gaga.net
created20091119
projectid08f314c4
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20.

Durch ganz Hellas, vom Norden bis Süden, über das Meer und die Inseln flog der Ruhm des Helden, der bei aller Sklaverei sieghaft blieb, den offensichtlich Götter wie Menschen, Könige und Völker liebten, und der trotz Heras Haß der Wohltäter der Lande war. Nachdem Herakles den weißen, starken, wunderschönen, wilden Plagegeist von Kreta, den wilden Geliebten der Pasiphae, mit dem weitgeschwungenen Tau eingefangen hatte, das sich klatschend um den breiten faltigen Nacken legte, nachdem der Held darauf den Stier an den Hörnern gepackt und auf den Schultern lebend herbeigeschleppt hatte, indes seine Hände ihn umklammert hielten, hatte alsbald das dem Gotte wohlgefällige Opfer auf dem Altar des Poseidon geblutet und ganz Kreta dem Helden mit fast göttlichen Ehren gehuldigt, das Brüllen des Meeres hatte sich vor des Herakles Segelschiff mit gebogenem Kiele gelegt, und günstige, schwellende Winde bliesen das über die Wogen tanzende Fahrzeug von Süden nach Norden, von Kreta nach Thrazien, von dem Stier zu den Rossen. Wie im Spiele hoben sich der Ruderer Riemen aus den Wogen und senkten sich wieder in die Wellen hinab, und des Schiffes drachenförmiger Schnabel durchschnitt wunderschnell die Wasser und ließ eine weiße, schäumende Spur auf dem leuchtend blauen Meere zurück.

Am Steuer stand der Held, in das Fell des nemeischen Löwen gehüllt: seine Hand hielt die Keule umfaßt, und sein Auge blickte über den schaumgekrönten Azur. Und zu seinen Füßen saß Abderos, der jugendliche Freund, der Königssohn von Kreta, den der Held vor des Stieres Stoß in dem Augenblick gerettet hatte, da das Tau schon klatschend auf des Tieres Nacken herabfiel. Nicht hatte Abderos den Helden mehr verlassen wollen, dem er sein Leben geweiht hatte. Der Jüngling hielt zwischen den hochgezogenen Knieen die große goldene Leier und ließ die Saiten unter dem kunstvoll geführten sie schlagenden Stabe erklingen. Er sang, und seine Stimme war so süß und fein, daß die Nereiden aus dem Meer emportauchten und sich mit weißen Händen an den Rand des Schiffes klammerten, lachend lauschten und ihn lachend anlockten, in ihre goldenen Säle hinabzutauchen. Sie warfen sich rücklings über die Wogen oder umschwammen spielerisch das Fahrzeug auf ihren Delphinen, die hohe Wasserstrahlen spien. Die Ruderer bewegten die Riemen nach der Weise des Knaben Abderos und fielen mit ihren eigenen rauhen Rufen ein, und sorgsam steuerte der am Ruder stehende Held das Schiff dahin. Die Segel waren von günstigem Winde, der es gen Norden trieb, gebläht. Herakles blickte mit gerunzelten Brauen in die Richtung Thraziens. Doch als die Nacht Himmel und Meer zu verdunkeln begann, und als der Ruderer Arme die Riemen matter bewegten, sprach der Held:

»O ihr Gefährten, die ihr mich so lange schon über die blauen Gefilde des Meeres fortführt, wollet nun, da die Nacht sich über See und Land lagert, an der Küste Oichalia anlegen, wohin ich unser Fahrzeug lenke: dort lasset uns unter den Sternen der stärkenden Ruhe genießen.«

Eine Windstille senkte sich herab, als das Fahrzeug an die Küste Oichalia stieß. Heilige Nacht breitete über Land und See die mütterlichen Schleier. Herakles ging an Land, Abderos schritt an seiner Seite.

»O Herakles!« riefen die Ruderer, »pflege jetzt mit Abderos der Ruhe unter jenen kaum mehr bewegten dunklen Eichen, indes deine Gefährten abwechselnd das Fahrzeug bewachen, bis der erwachende Tag die Schlafenden weckt.«

Die Freunde entfernten sich durch die Nacht. Herakles sprach, während er den schweren Arm um die zarten Schultern des Knaben schlang, der die Leier trug: »Abderos, wir nähern uns Thrazien. Ich weiß nicht, warum so trübe Wehmut mich in dieser sternenhellen Nacht befällt. Mir ist, als drohe mir Schmerz in den Tagen, die da kommen werden, ein Schmerz, den ich nicht zu ergründen vermag. O Kind, warum wolltest du mich begleiten? Weißt du denn nicht, daß Alkeios, wenngleich er ein Sohn des Zeus ist, vom Schicksal verflucht ward? Wenn ich gleich den Stier einfing: werde ich darum auch die Rosse einfangen? Wenn es mir gleich bisher gelang, schwere Werke zu vollbringen, werde ich sie darum allezeit vollbringen können? Kenne ich die Tücke der Hera; wehre ich nicht, soweit ich es vermag, allen, die um mich bleiben wollen? Iolaos war mir Freund seit Kinderjahren, doch nun, da er nicht mehr die zwei wilden weißen Rosse zu lenken hat, zwang ich ihn, in Trachin zu bleiben: den treuen Freund ließ ich bei der treuen Gattin, bei Deianeira. So nicht Meleagros mir flehentlich im Traum erschienen wäre, hätte ich jemals seine treue Schwester zur Gemahlin genommen? Ist Alkeios dazu geschickt, Haus und Hof zu haben, Wein und Weinberge, Vieh und fruchtbare Ländereien, eine getreue Gattin und einen getreuen Freund und getreue Diener, so wie er sie in Trachin besitzt? Wäre es nicht besser, er bliebe der Unbehauste, der selber keinem angehört, und dem nichts und niemand zugehört? Nichts als das Abenteuer eines jeden Tages? Sanfter Jüngling, warum begleitest du mich, was suchst du an des Alkeios Seite? Weißt du nicht, daß er ein Büßer ist, der zahllose Missetaten büßen muß? Weißt du nicht, daß er der Mörder seiner eigenen Kinder und seiner Gattin Megara, seiner Mutter Alkmene ist? Schreitest du furchtlos an seiner Seite, sitzest du furchtlos ihm zu Füßen und lassest deine süßen Lieder und deine noch süßere Stimme erklingen? Sieh, die Nacht beginnt, trotz der Sterne Schein, um uns zu dunkeln. Fürchtest du, Abderos, denn nicht die fast übermenschlichen Triebe und die unbewußte Raserei, nicht meinen in wilder Aufwallung ausbrechenden Wahnsinn? Abderos! Abderos! Allen, die ich liebte und die mich liebten, fügte ich unsagbares Leid zu. Allen ward ich zum fürchterlichsten Verhängnis, über alle, die in meines Schicksals Schatten traten, kam der grause Tod. Gattin und Söhne und Töchter und, o Götter, eine sanfte Mutter sogar erschlug der verfluchte Alkeios! Hylas, der dem Alkeios folgte, fand, weil er dem Alkeios folgte, den Tod. Meine fünfzig Söhne wies ich von mir! Wie oft habe ich nicht Iolaos dringlich gebeten: Kehre zurück, geh weg von mir, geh fort! Wie bange ich nicht um Deianeira und unser Kind, das sie im Schöße trägt! Und du, o Aboeros, verließest Heimat und Vater, warum? Noch ist es nicht zu spät, Kind, geh nicht weiter auf dem schicksalsschweren Wege, kehre zurück! Der Rückweg ist kurz. Kehre zurück, kehre zurück, auf daß der, den ich vor dem rasenden Stier rettete, nicht in des Alkeios Schatten durch das Schicksal vergehe, das er stets über die heraufbeschwört, die um ihn sind!«

In der Nacht, im Schatten der Eichen, hatte der Knabe sich niedergesetzt und die Leier an den Baumstamm gelehnt, und nun sprach er:

»Höre mich, o Alkeios, und laß mich dir sagen, was durch meine Seele klingt! Durch meine Seele klingt der Widerhall aller Musik, der Widerhall des Rauschens der Meere und der Winde, die an den Küsten entlang und durch Wiesen und Laub wehen. Oft glaube ich gar, die Sterne singen zu hören, glaube ich, der Hören Sphärenmusik zu vernehmen, und in dieser allzeit rauschenden Harmonie, die meine Seele erfüllt, fühlt sie sich einsam, daß sie weinen möchte. Fürstensohn, überließ ich mein Erstgeburtsrecht darum meinen Brüdern, daß ich mich so einsam, so fern von allen anderen fühlte, über die ich dereinst herrschen sollte? Einsam irrte ich durch die Wälder, am Meere einher, allein mit meiner Leier, und sang. Untüchtig war meine Hand für das Schwert, untüchtig war sie, Bogen und Pfeile zu meistern, willig nur, den Leierstab zu ergreifen. Und trotz aller Liebe von Vater, Mutter, Brüdern, Schwestern und Freunden, fühlte sich Abderos einsam. Wenn sie mich baten, zu singen, so sang ich und schweifte dann ferne einher und fühlte mich einsam. Ich suchte nur meine eigene Einsamkeit, und sie ließen mich gewähren, fürchteten sich, mir Zwang anzutun, weil doch Apollo mich liebte. Dann stürzte der Stier auf mich los, und schön wie ein Sturmwind trieb ihn sein Lauf auf mich zu wie ein weißes Meer, und ich hörte nur die Musik dieses Anstürmens, nicht die angsterfüllten Schreie meiner Brüder. Dann erschien zwischen Abderos und dem Stier der Held, der das Tau schwang, und dem, der Abderos vom Tode errettet hatte, weihte Abderos nun sein einsames Leben: denn der ihn vom Tode errettet hatte, der rettete Abderos auch vor der Einsamkeit. Sie war verschwunden wie ein Spuk. O Alkeios, laß mich dorthin gehen, wo du hingehst. Kann ich fürchten, von dem vernichtet zu werden, der mich errettete? Laß mich bleiben, so wie Iolaos blieb, so wie Deianeira blieb, und wahrlich, wenn das Schicksal es will, daß der Netter eins werde mit dem Vernichter: warum sollten wir selber den heiligen Rhythmus des Lebens stören und töricht dem zu entgehen versuchen, was uns bestimmt, und was zu meiden unmöglich ist?«

»Sei es denn,« gab der Held zurück. Sie sprachen nicht mehr, und die Nacht kam mit ihren Sternen und breitete die Schleier des Schlummers über Oichalia, so wie Herakles das Löwenfell über Abderos gebreitet hatte. Doch am frühen Morgen, als die erwachten Freunde zu ihrem Schiff schritten, sahen sie auf dem Meere mehrere Schiffe in der Richtung auf die nördlich gelegene Stadt sich nähern, und längs der Küste waren unzählige festlich geschmückte Fremde auf dem Weg. Und auf des Herakles Frage, warum so zahlreiche Reisende sich über Meer und Land nach der Stadt Oichalia begäben, antworteten ihm seine Ruderer:

»Herakles, dort drüben herrscht der König Eurytos, der Spanner des vortrefflichsten Bogens, und er wünscht sich im ehrlichen Wettkampf mit dem zu messen, der es wagt; selber wähnt er sich unüberwindlich. Die Stadt ist in Festesschmuck, und dem, der ihn besiegt, gibt der König seine einzige Tochter zum Weibe. Denn voller Stolz glaubt er, unbesieglich zu sein. Wir aber, rudern wir nun nach Thrazien?«

»Gefährten,« sprach der Held, »wenn Oichalia, des Königs Eurytos Stadt, im Festschmuck prangt, um der Mannen Wettstreit zu feiern, warum sollten wir uns beeilen, nach Thrazien zu kommen? Dieweil eure mutigen Arme vom Rudern noch müde sein müssen, so lasset uns lieber den frohen Tag in Oichalia verbringen und uns zu dem Feste begeben, denn der Weg nach Thrazien ist lang, und Übereilung brachte noch keinem jemals Vorteil.«

Die Männer waren erfreut; aus ihren Bündeln suchten sie festlich-farbige Gewänder hervor, sie flochten sich Laubkränze, und um Abderos und Herakles geschart, machten sie sich mit den anderen nach der Stadt Oichalia auf. Dort drängte sich bereits die Riesenmenge um den Palast des Königs Eurytos. Und in dem weiten Säulenhof sah der König Eurytos stolz auf seinem Thron: seine hochmütigen Blicke gingen verachtend über die Menge, die er dennoch näher zu kommen hieß. Es war, als schiene ihm unter den vielen Festfeiernden nicht einer würdig, sich mit ihm zu messen. Zu seinen Füßen saß seine Tochter, die er Iole nannte. Blond war sie, und wie sie in ihrem weißen Peplos dasaß, war ihr weißes Antlitz von einem Hauche der Wehmut und des Schmerzes umwoben. Sie saß reglos und gelassen da, der König aber rief, indes er sich erhob: »Seid mir willkommen, ihr Gäste alle, an diesem goldenen Morgen in meiner Stadt Oichalia! Habet Dank, daß ihr auf den Ruf meiner Herolde gekommen seid. Ein Fest wartet euer, Gastmahl und ehrlicher Mannen Wettstreit. Denn wer den Eurytos in der Zahl gut ins Ziel geschossener Pfeile übertrifft, der führt Iole mit sich in sein Vaterland! Seid mir willkommen, o ihr Gäste alle, an diesem goldenen Morgen in meiner getreuen Stadt Oichalia.«

Plötzlich erbleichte der König Eurytos. Wie in einer jähen Freude errötete die wehmütig dreinschauende Iole. In den Säulenhof war der Held getreten: riesengroß reckte sich seine breite Gestalt über die Menge. Der entsetzliche Kopf des nemeischen Löwen mit den blitzenden Beryllaugen und den fletschenden Zähnen im offenen Maule ruhte als Helm auf seinem Haupte, und das Fell fiel gleich einem roten Fürstenmantel von seinen Schultern herab. Die schwere Keule trug er im einen Arm, und der andere ruhte fest und dennoch zärtlich auf den zarten Schultern des Abderos, der in einen langen purpurnen Chiton gehüllt war und die goldene Leier an der Seite trug. So näherten sich beide Freunde, von ihren Gefährten umringt, und sie waren beide so schön, daß des Königs Eurytos Gäste alle voller Lust ihnen entgegenblickten. Der König selber aber sah sie, wie er da stand, voll Rührung sich nahen, und er nahm wieder das Wort:

»Und ihr, o meine Gäste, mir Unbekannte, die ihr Keule und Leier traget, vergönnet mir, daß mein Willkommen auch euch beiden entgegenschalle, und nahet meinem Thron. Und lasset euch, unbekannte Fürsten, an meiner und meiner Tochter Seite nieder, um mit uns das bescheidene Mahl zu teilen, das man uns vorsetzt.«

Eurytos schritt die Stufen des Thrones hinab, und Herakles und Abderos näherten sich und legten sich an die vordere Tafel: der Held auf das Polster, an dessen Fußende Iole saß, und Abderos zur anderen Seite von des Eurytos fürstlichem Lager. Und während die Lippen sich über die Becher neigten, erhob sich Abderos und sang Apollo Preis, dem Gotte des goldenen Bogens. Dann ward der saftige Braten aufgetragen, und die hungrigen Gäste erhoben die Hände zum Mahle. Doch indes König Eurytos sie gastlich zu nehmen nötigte, blieb er voller Würde und schaute in tiefem Nachdenken dorthin, wo der Held lag, dem Iole selber den Becher kredenzte. Und König Eurytos dachte bekümmert:

»Wahrlich, wenn dieser reisige Fremdling Herakles ist, wie ich es wähne, Herakles, den das Fell des Löwen von Nemea umhüllt, so wird er mich besiegen, und ich bin verloren.«

Nachdem das Mahl beendet, zog sich der König besorgt zurück, und die Gäste zerstreuten sich in den Gärten; ???Iole aber flüsterte dem Helden zu: »Du von Zeus Gesandter, folge mir, ich bitte dich, folge mir unbemerkt.« Sie schlich durch die Säulenreihen und verschwand im Lorbeerhaine, der um Apollos Tempel dunkelte. Sie stand dort wartend im Schatten der Bäume, bleich und durchsichtig wie ein Luftgebilde, und sie sprach hastig, nachdem sich Herakles ihr genähert hatte: »Du Fremder, den nie mein Traum mir kündete und den Iole vor diesem Tage nicht kannte, den sie aber in zitternder Freude begrüßt, höre, was ich dir hastig kundtue: dieser fürstliche Palast, dieser üppige Hof, dieses Festmahl, dieser Wettstreit – sie bergen das entsetzlichste Geheimnis. Bei Apollo, der mich hört: Eurytos ist nicht mein Vater. Er ist der Sohn meiner Stiefmutter. Und er ermordete den, der in Wahrheit mein Vater war. Mich, das Kind, verbarg er im Frauengemach, bis ich Jungfrau war, und dann entehrte er mich. An diesem Tage, da das Volk zum Gastmahl meiner ansichtig wird, nennt er mich Tochter und verspricht mich dem, der ihn besiegt. Doch, o Fremder, vernimm jetzt das Entsetzlichste, das, was auf Ioles Seele schwerer lastet als eigenes Leid: meinen armen Bruder Iphitos, den rechtmäßigen Erben von Oichalias Thron, sperrte Eurytos in jenem Turme ein, auf daß er Hungers sterbe. Jahrelang schon siecht Iphitos dort hin; ohne daß ich ihn jemals von Angesicht sah, wußte ich meinem Bruder Nahrung zuzuführen, so zwar, daß ich ihm durch meinen Raben Brot sandte, das der in seinem Schnabel trug. Der Vogel windet sich durch die Gitterstäbe des baufälligen Turmes hindurch und kehrt jedesmal ohne das Brot zurück. Und Iole hegt die Hoffnung, daß Iphitos noch lebt.«

»Iole, deren Herakles sich erbarmen will, wir sind in Apollos Hain; bei dem fernher Treffenden sage mir: ist alles Wahrheit, was du sprichst?«

»Bei dem fernher Treffenden: Iole spricht die Wahrheit.«

»So Iole die Wahrheit meldete, warum beschützt denn der fernher Treffende, der strahlende Phöbus-Apollo den guten Bogenschützen, der ein so schlechter König ist?«

»Ob der große Gott den Schlechten schützt, o Fremdling, das wird sich heute zeigen! Denn Apollos eigenes Orakel zwang Eurytos, zum Wettstreit aufrufen zu lassen, den er fürchtet, und Iole dem Sieger zum Preise zu geben. Bleibt Eurytos unbesieglich, dann, wehe, beschützt ihn Phöbus-Apollo. Doch höre, der Ruf der Herolde schallt durch die Gärten: der Wettstreit, der entscheidende Wettstreit beginnt. O du, der mir so kraftvoll und mutig erscheint, du Göttersohn voller Kraft und Güte, du mir vom Zeus Gesandter, hilf der Iole, hilf dem Iphitos, und beide werden deine Sklaven sein!«

Dort drüben, vor dem Kampfplatz, vor dem Palast ertönte noch immer der eherne Klang der Heroldsstimmen, die alle Gäste aufforderten, sich mit dem König Eurytos im Spannen der Sehne, im Schießen der Pfeile mit bohrender Spitze an federbeschwingtem Schaft auf das ferne weiße Ziel zu messen. Und dem Sieger verhießen sie Iole, des Königs Tochter, zum Preise ...

Der Held eilte auf den Kampfplatz.

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