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Hellgrün ist die Hoffnung

Alexander Lange Kielland: Hellgrün ist die Hoffnung - Kapitel 1
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typenarrative
authorAlexander Kielland
titleHellgrün ist die Hoffnung
publisherprojekt.gutenberg.de
year2011
firstpub2011
translator
correctorreuters@abc.de
senderwww.gaga.net
created20110606
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Alexander Kielland

Hellgrün ist die Hoffnung

(Håpet er lysegrønt)

© 2011

»Du schlurfst«, rief Vetter Hans.

Ole hörte nicht.

»Er ist genauso taub wie Tante Maren«, dachte Hans. »Du schlurfst, Ole!«, rief er lauter.

»O, Verzeihung!«, sagte Vetter Ole und hebt nun die Beine betont in die Höhe mit jedem Schritt. Um nichts in der Welt würde er seinen Bruder verärgern wollen. Er hatte ohnehin schon so ein schlechtes Gewissen.

Dachte er denn etwa nicht genau in diesem Moment an sie? Sie, von der er wusste, dass sein Bruder sie liebte. Und war es nicht sündhaft von ihm, dass er diese Leidenschaft nicht unter Kontrolle bekam? Es war doch Unrecht seinem Bruder gegenüber und außerdem so unendlich hoffnungslos.

Vetter Ole ging streng mit sich ins Gericht; und während er sich auf der anderen Seite des Weges hielt, um nicht so auffällig zu schlurfen, versuchte er mit aller Macht an die allergleichgültigsten Sachen zu denken. Aber wie weit weg er seine Gedanken auch streifen ließ, sie kamen doch über die wunderlichsten Umwege wieder zurück zu dem verbotenen Punkt und flatterten dann wie die Fliegen um das Licht.

Die beiden Brüder, die über die Ferien bei ihrem Onkel, dem Priester, zu Besuch waren, befanden sich gerade auf dem Weg zum Anwesen des örtlichen Amtsrichters, wo es eine Tanzgesellschaft geben sollte. Es waren viele Studenten zu Besuch in dem Dorf und diese Tanzgesellschaften verbreiteten sich deshalb wie eine Epidemie von Anwesen zu Anwesen.

Vetter Hans war in vortrefflicher Stimmung. Er sang, tanzte, machte Witze schon den ganzen Tag über. Und wenn sein Ton dem schlurfenden Bruder gegenüber vielleicht ein wenig scharf war, dann eigentlich nur aus Ärger darüber, dass es ihm nicht gelang, ihn mit seiner vortrefflichen Stimmung anzustecken.

Wir wissen ja bereits, was Ole bedrückte. Aber selbst unter normalen Umständen war Ole der ruhigere und besonnenere der beiden. Er tanze »wie ein Nussknacker«, sagte Hans, und konnte überhaupt nicht singen. (Vetter Hans sagte, sogar seine Sprechstimme sei monoton und unsympathisch.) Dazu war er nervös und unglaublich schüchtern, sobald Damen anwesend waren.

Als sie sich dem richterlichen Anwesen näherten, hörten sie einen Wagen hinter sich.

»Das ist der Doktor«, sagte Hans und stellte sich an der Seite auf, um zu grüßen. Seine Geliebte war eine Tochter des Bezirksarztes.

»O, wie reizend sie doch ist – ganz in Hellrot!«, sagte Vetter Hans.

Vetter Ole sah sofort, dass die Geliebte in Hellgrün war; aber er traute sich nicht, ein Wort zu sagen, da seine Stimme sicher verraten würde, wie sehr ihm das Herz bis zum Halse schlug.

Der Wagen passierte die beiden in voller Fahrt. Die Jungen grüßten einander und der alte Doktor rief: »Willkommen später!«

»Aber nein, sie war ja die Hellgrüne«, sagte Vetter Hans, kaum hatte er seinen brennenden Blick von der Hellroten zur Hellgrünen gelenkt. »Aber war sie nicht bezaubernd hübsch? – Ole!«

»O doch, natürlich«, antwortete Ole angestrengt.

»Du bist ein Quertreiber!«, brach es wütend aus Hans heraus. »Auch wenn du keinerlei Sinn für die weibliche Schönheit hast, könntest du wenigstens Interesse zeigen für – für – die Zukünftige deines Bruders.«

Wenn du nur wüsstest, wie sehr sie mich interessiert – dachte der sich noch immer schuldig fühlende Ole und schloss die Augen.

Angesichts des bevorstehenden Treffens verschwamm Hansens Stimmung in einer herausragenden Mischung aus Verliebtsein und Glückseligkeit. Er schwang seinen Stock, schnipste mit den Fingern und sang mit voller Stimme. Und während er an sie in ihrem hellgrünen Kleid dachte – in dem frühlingsfrischen Schmetterlingsgewand, wie er es nannte –, fiel ihm ein altes Liedstück in den Mund, das er mit großem Wohlbehagen zu singen begann:

»Hellgrün ist die Hoffnung –

Trommelommelom, trommelommelom.

Stets und immer schön –

Trommelommelom, trommelommelom.«

 

Er dachte, dieser Vers passe vortrefflich zur Situation, sodass er ihn bis ins Unendliche wiederholte – bald im Walzertakt der alten Melodie, bald als Marsch und bald als Serenade – bald in hohen Jubeltönen, bald halbflüsternd, so als vertraute er seine Liebe und seine Hoffnung dem Mond und den stummen Wäldern an.

Vetter Ole hätte sich übergeben können. Denn so großen Respekt er für den Gesang des Bruders auch aufbrachte, war er am Ende doch so gelangweilt von dieser hellgrünen Hoffnung und dem ewigen »Trommelommelom«, dass er Erleichterung fühlte, als sie sich endlich dem richterlichen Anwesen näherten.

Der Nachmittag verging in der für so geartete Gelegenheiten üblichen Weise; man amüsierte sich vortrefflich. Denn die meisten waren verliebt und die es nicht waren, amüsierten sich fast noch besser, indem sie denen zusahen, die es waren.

Im Spiel warfen sie sich Ringe zu, draußen im Garten. Hans lief beständig umher und machte tausend Albernheiten, brachte Verwirrung ins Spiel und wies seiner Dame allerlei Aufmerksamkeiten.

Vetter Ole stand dagegen auf seinem Posten und nahm die Aufgabe ernst. Er fing den Ring auf und schickte ihn auf der Stelle weiter mit genauester Präzision. Ole hätte sich auch gerne amüsiert, wenn nur sein schlechtes Gewissen ihn nicht länger plagen würde.

Als der Abend langsam kühler wurde, bewegte sich die Gesellschaft nach drinnen in die große Stube, wo der Tanz einsetzte.

Ole war nie ein großer Tänzer gewesen, aber heute war er erst recht nicht zum Tanzen aufgelegt. Er verbrachte die Zeit damit, Hans zu beobachten, der den ganzen Abend seine »Zukünftige« umschwärmte; Oles Herz schnürte sich zusammen, als er das hellgrüne Kleid plötzlich in den Armen seines Bruders sah, und es kam ihm vor, als tanzten sie jeden Tanz zusammen.

Endlich war es an der Zeit, aufzubrechen. Die meisten Eltern waren bereits auf ihre Wagen gestiegen, als die Jugend beschloss, einander nach Hause zu begleiten, weil es doch so eine herrliche Mondnacht war.

Doch die Wirtin wollte nach dem letzten Galopp unter keinen Umständen zulassen, dass die jungen Damen direkt in die Abendluft hinaus gehen – so warm, wie sie vom Tanzen noch waren. Sie ordnete deshalb eine halbe Stunde Abkühlung an. Um diese Zeit auf die schönstmögliche Weise zu füllen, bat sie Vetter Hans, ein Lied anzustimmen.

Dazu war er sofort bereit. Er gehörte nicht zu diesen albernen Menschen, die erst zu etwas genötigt werden mussten. Er wusste, was er kann.

Mit Hansens Gesang hatte es dabei etwas besonderes auf sich, oder besser gesagt nicht mit dem Gesang, sondern mit dessen Beurteilung. Die Meinungen waren nämlich außergewöhnlich gespalten.

Von drei Personen wurde sein Gesang als unvergleichlich schön bewundert. Diese drei Personen waren Vetter Ole, dazu Tante Maren und Vetter Hans selbst. Dann kam eine große Partei, die es lustig fand, Vetter Hans beim Singen zuzuhören: »Er macht immer etwas daraus!« Aber dann gab es noch die Bösgesinnten, die darauf pochten, dass Hans weder singen noch Klavier spielen konnte.

Hinsichtlich des letzten Punktes, der Klavierbegleitung, hatte auch Vetter Ole schon immer stille Vorwürfe gegen seinen Bruder gehegt. Es war das einzige, das seine Bewunderung für ihn trübte.

Er wusste nämlich, wie viel Mühe es sowohl Hans als auch den Schwestern gekostet hatte, ihm diese Begleitungen beizubringen, insbesondere die drei Mollakkorde, mit denen er gewöhnlich abschloss und die er sich jedes Mal aufs Neue aneignete, bevor er zu einer Gesellschaft sollte.

Als er dann den Bruder am Klavier sah, wie er seine Finger leicht und gleichgültig über die Tangenten laufen ließ, dann nach oben schaute und murmelte: »Ja, was steht den heute an?« – als ob er noch über die passende Tonart grübelte, da brodelte es in Vetter Ole. Er wusste ja, dass Hans nur drei Begleitungen konnte: eine in Moll und zwei in Dur.

Aber als dann der Sänger, stehend vor dem Piano, diese drei einstudierten Mollakkorde so zufällig, so willkürlich erklingen ließ, als würden sie plötzlich direkt aus den Fingern kommen, da schüttelte es Vetter Ole im ganzen Körper und er sagte zu sich selbst: »Das ist nicht ganz ehrlich von Hans.«

Inzwischen sang der Bruder fröhlich weiter aus seinem reichen Repertoire; Schubert und Kjerulf waren seine Lieblinge; und so trug er vor: Du bist die Ruh, Meine geliebte, ich bin gebunden, Ich grolle nicht, Die alten bösen Lieder, Alles lege ich Dir zu Füßen, Aus meinen großen Schmerzen mach' ich die kleinen Lieder – alles mit der selben überlegten Ruhe und dieser leichten, halb spielenden Begleitung. Einzig diese fatale Stelle bereitete ihm Schwierigkeiten: Ich legt' auch meine Liebe und meinen Schmerz hinein; aber Hans schaffte es doch noch irgendwie.

Da hörte Ole, der die Grenzen der Pianofertigkeiten seines Bruders ja genau kannte, dass dieser heute den bekannten Weg verließ und sich um die Tangenten herum schlängelte. Und zu seinem Erschrecken glaubte er auf einmal festzustellen, dass Hans nach dem leidlichen »Hellgrün ist die Hoffnung« suchte. Aber zu aller Glück fand er das nicht, woraufhin er sich darauf beschränkte, halblaut zu summen, während er wieder die drei bekannten Mollakkorde dahin warf.

»Jetzt sind wir aber abgekühlt«, rief die Hellgrüne aus der Menge.

Es gab allgemeines Gelächter über ihren plötzlichen Aufbruchseifer und sie wurde ganz rot, als sie »Gute Nacht« wünschte.

Vetter Ole, der in der Nähe der Wirtin stand, nahm auch Abschied. Vetter Hans dagegen wurde vom Richter aufgehalten, der wissen wollte, unter welchem Lehrer er denn Musik studiere, und das dauerte einige Zeit.

So kam es, dass Ole und die Hellgrüne gleichzeitig im Eingang standen, wo die Jungen sich um die Garderobe scharten, teils um ihre eigenen Kleider zu finden, teils um die der anderen kaputt zu reißen.

»Es nützt wohl nichts, sich vorzudrängen«, sagte die Hellgrüne.

Oles Kehle schnürte sich auf solch quälende Weise zusammen, dass es ihm nicht glückte, mehr als einen dumpfen Laut hervorzubringen. Sie standen dicht hintereinander, es war sehr eng, und Ole hätte seinen kleinen Finger dafür gegeben, nur um etwas nettes zu ihr zu sagen, oder wenigstens etwas vernünftiges; aber das war ganz unmöglich.

»Sie haben sich wohl nicht amüsiert heute Abend?«, sagte sie freundlich.

Vetter Ole dachte an die jämmerliche Rolle, die er den ganzen Abend gespielt hatte; diese unwürdige Liebe bedrückte ihn so sehr, dass er antwortete (es war das dümmste, was er hätte antworten können, dachte er noch im selben Moment, da er es aussprach):

»Leider kann ich nicht singen.«

»Das liegt vermutlich in der Familie«, antwortete die Hellgrüne mit einem schnellen Blick.

»N – e – i – n«, sagte Ole äußerst konfus, »mein Bruder singt ja ausgezeichnet.«

»Finden Sie?«, sagte sie trocken.

Das war das Verwunderlichste, das Ole je zu Ohren gekommen war: Es konnte doch nicht angehen, dass es verschiedene Meinungen über den Gesang des Bruders gab – und das gerade sie, die »Zukünftige«, nicht unter den Bewunderern sein wollte! – und doch war es ihm nicht unbehaglich, es zu hören.

Wieder eine Pause, die Ole vergeblich zu unterbrechen versuchte.

»Wollten Sie denn auch nicht tanzen?«

»Nicht mit allen hier«, brach es aus ihm heraus.

Sie lachte: »Nein, nein! Ein Herr kann es sich ja aussuchen!«

Jetzt glitt Ole der Boden unter den Füßen davon. Er fühlte sich, als ginge er an einem Winterabend durch die Straßen und stünde plötzlich auf einer Eisbahn, auf der er zu rutschen begann. Es gab nichts, um sich festzuhalten oder stehen zu bleiben, und mit verzweifelten Mut sagte er: »Wenn ich gewusst hätte – oder zu hoffen wagen hätte dürfen, dass eine der Damen, nein!, dass die Dame, mit der ich tanzen wollte, Lust gehabt hätte – hm!, dass sie mit mir tanzen hätte wollen, dann – dann –« Weiter kam er nicht, und nachdem er »dann« gesagt und es noch ein paar Mal wiederholt hatte, verstummte er.

»Sie hätten ja fragen können«, sagte die Hellgrüne.

Ihr Armband war aufgesprungen, und es hatte ein solch tückisches Schloss, dass sie sich nach vorne beugen musste, um es wieder zu schließen, wobei sie ganz rot wurde.

»Hätten Sie zum Beispiel mit mir tanzen wollen?«, nun lief es endlich ein wenig rund für Ole.

»Ja, warum nicht?«, antwortete sie. Sie presste die Spitze ihres Schuhs in eine kleine Spalte zwischen den Bodenleisten.

»Am Freitag wollen wir die Gesellschaft im Priesteranwesen fortsetzen! Würden Sie mir dort einen Tanz erlauben?«

»Mit Vergnügen; welchen Tanz wünschen Sie?«, versuchte sie im Tonfall einer Dame zu antworten.

»Eine Francaise?« – denn die sind so lange, dachte Ole.

»Die zweite Francaise ist nicht besetzt«, antwortete das Fräulein.

»Und ein Galopp?«

»Ja – danke; die erste Galoppade!«, antwortete sie zögerlich.

»Und eine Polka?«

»Nein, nein! Das reicht!«, rief die Hellgrüne und sah Ole ängstlich an.

Im selben Moment gesellte sich Hans zu den beiden: »O! Welch ein Glück, Sie zu finden, Fräulein! – Aber in welcher Gesellschaft!«

Dabei zog er die Hellgrüne auf seine liebenswürdige Weise mit sich, um ihr Jäckchen zu finden, und dann schlossen sie sich den anderen an.

»Eine Francaise und eine Polka; das reicht – Jaja! Jaja!«, wiederholte Vetter Ole. Er blieb wie angewurzelt an der Stelle stehen. Auf einmal bemerkte er, dass er alleine war und griff irgendeine Mütze von einem der Kleiderhaken. Er schlich sich durch den Hintereingang nach draußen, dann durch den Garten, und kletterte schließlich mit großen Schwierigkeiten über den Zaun, da das Tor schon verschlossen war.

Er nahm den ersten Trampelpfad durch die Wiese, während er seine Augen nach vorne auf den Schornstein des Priesteranwesens richtete. Er fühlte, dass seine Hose bis zu den Knien nass wurde in dem hohen Gras. Dagegen bemerkte er überhaupt nicht, dass die alte Uniformmütze des Richters, die er unglücklicherweise in aller Eile an sich gerissen hatte, an seinem Kopf hin und her wackelte, bis sie zur Ruhe kam, als der große Schirm ihm über das Ohr glitt.

»Eine Francaise und eine Polka; das reicht – Jaja! Jaja!« – Es war schon ziemlich spät in der Nacht, als auch Hans sich dem Priesteranwesen näherte. Er hatte die Damen des Doktors nach Hause begleitet und jetzt ließ er den Tag beim Gehen noch einmal Revue passieren.

»Sie ist ein wenig schüchtern, aber das kann ich im Grunde gut leiden.«

Als er in den Garten des Priesteranwesens einbog, sagte er: »Sie ist unglaublich schüchtern, fast mehr als es mir lieb ist.«

Aber als er durch den Garten ging, schimpfte er über abweisende und launige Damen, die das unerträglichste waren, was er kannte.

Die Sache war nämlich, dass er überhaupt nicht zufrieden war mit der heutigen Ausbeute. Nicht dass er einen Augenblick bezweifelte, geliebt zu werden; aber genau deshalb fand er ihr kühles und zurückhaltendes Benehmen doppelt ärgerlich. Kein einziges Mal hatte sie ihm den Ring zugeworfen, ihn nicht einmal aufgehoben, und auf dem Heimweg hatte sie mit allen anderen geredet, nur nicht mit ihm. Aber das nächste Mal würde er sich das nicht gefallen lassen, sie sollte diesen Tag noch einmal bereuen!

Er ging still ins Haus, damit der Onkel nicht hörte, wie spät er nach Hause kam. Bevor er zu seinem und des Bruders Schlafzimmer kam, musste er eine große Dachkammer durchqueren. Hier war ein Fenster, das den Jungen als Tür zu einer Art Altan diente, der über der Eingangstreppe platziert war.

Vetter Hans bemerkte, dass dieses Fenster offen stand; und draußen auf dem Altan sah er den Schatten seines Bruders im klaren Mondschein.

Ole trug noch die weißen Handschuhe vom Ball. Er hielt sich mit beiden Händen am Fensterrahmen fest und starrte dem Mond ins Gesicht.

Vetter Hans konnte nicht verstehen, warum der Bruder sich so spät in der Nacht noch da draußen aufhielt; aber am allerwenigsten verstand er, warum sich Ole einen Blumentopf auf den Kopf gesetzt hatte.

Er ist voll, dachte Hans, und näherte sich vorsichtig.

Da hörte er den Bruder etwas von einer Francaise und einer Galoppade murmeln; und dann machte er wunderliche Bewegungen mit den Händen.

Vetter Hans glaubte, er versuchte mit den Fingern zu schnipsen; und nun sagte Ole langsam und deutlich mit seiner monotonen und unsympathischen Stimme: »Hellgrün ist die Hoffnung – Trommelommelom, trommelommelom;« – der Arme, er konnte ja nicht singen.








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