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Heimliches Berlin

Franz Hessel: Heimliches Berlin - Kapitel 4
Quellenangabe
pfad/hessel/heimberl/heimberl.xml
typefiction
authorFranz Hessel
titleHeimliches Berlin
publisherSuhrkamp Verlag
seriesBibliothek Suhrkamp
volumeBand 758
printrunDrittes und viertes Tausend
editorBernd Witte
year1982
firstpub1927
correctorreuters@abc.de
senderwww.gaga.net
created20110529
projectid4df3357e
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IV

Wendelin war noch eine Weile liegen geblieben und, ermüdet von allem, was er nicht getan hatte, mit Karolas Tüchlein in der Hand eingeschlafen. Als er aufwachte, wußte er, daß er schnell vielerlei geträumt hatte, zuletzt hatte er sich selbst gesehen von hinten, wie er in der Festuniform des Ahnherrn eine staubige Landstraße im Süden entlang ging und neben ihm, gebeugt und müde, Karola in ihren Mumien windeln. Am Rande der Straße standen kleine Ölbäume.

Sollte er in eine Verbannung gehen, Vagabund werden? Die Mutter wird er nicht wiedersehen, der Onkel wird ihn enterben. Und Clemens? Was wird Clemens von ihm denken?

Aber dann sprang er auf. ›Das sind feige Gedanken! Leben heißt wählen.‹ Und ihm geziemte es, sich ritterlich zu dem Gefährlicheren zu bekennen. Den tapfern Weg wollte er gehen an Karolas Hand.

Er sah nach der Uhr: Halb zwei. Jetzt schnell auf die Straße und an Eißner telephonieren, der ihn mit Geld versorgen wird, wie Jutta geschrieben hatte. Jutta – mit ihr hätte er gern gesprochen, sie kannte alle seine ersten und einfachen Gedanken. Nein, das war wieder nur süße träge Verlockung.

Rasch zog er sich an, trank einen Schluck kalten Kaffee aus brüchiger Pensionstasse und griff nach dem Hut. Als er an die Ecke der Friedrichstraße kam, sah er vom Deck des anhaltenden Autobusses einen nachdenklichen Traumwandler die Wendeltreppe heruntersteigen, in dem er Clemens erkannte. ›O Gott, er will zu mir! Er sucht Karola. Wie soll ich ihm Rede stehen?‹

Es wäre leicht gewesen, diesem Unachtsamen aus dem Wege zu gehen. Aber das brachte Wendelin nicht übers Herz, er schritt gerade auf ihn zu und reichte ihm die Hand. Clemens faßte ihn unterm Arm, als ob sie verabredet wären. Langsam, wie auf einer Dorfstraße, ging er mit ihm auf und ab und fing ein Gespräch an:

»Diese tobenden Autobusse hochmodernster Technik muten mich seltsam altertümlich an. Sie rasseln wie die Sichelwagen des Feldhauptmanns Sisera von Moab, – du weißt doch, der aus der Bibel, dem die Rahab einen Nagel durch den Schlaf hämmert. Und als vorhin der Aboag E den Aboag 12 einholte und eine Weile neben ihm fuhr, das war wie in der schönen assyrischen Inschrift des treuen Dieners, dessen Rad und Staub am Wagen nicht von seines Königs Rad und Wagenstaub weicht. Eine ähnliche Schönheit hatten im Kriege die Tanks, die riesenhaft krochen wie Saurier der Urzeit. Unser Dasein bekommt etwas Vulkanisches durch all das beständig explodierende Benzin, das uns vorwärts rollt.« So ging es noch eine Zeitlang weiter. Er kam auf die neuen Negertänze zu sprechen, die ihn über dionysische Szenen auf antiken Vasen belehrt hätten. Schließlich schien er sich auf den gegenwärtigen Augenblick zu besinnen und fragte Wendelin, ob er gerade etwas vorhabe und wohin er gehe.

»Ich muß allerhand besorgen, ich will verreisen.«

»So? Wohin denn?«

»Nach Italien.«

»Jetzt im Frühjahr, wo du in die halbe Kälte und unter die vielen Fremden kommst? Warum wartest du nicht, bis es richtig warm ist. Dann ist es am schönsten im Süden. Ich war im Juli in Rom. Eine herrliche einsame Zeit. Ein paarmal war ich auf dem Forum ganz allein mit den Eidechsen der Ruinen, die sich mit dir sonnen und von und zu dir schlüpfen, Boten und Helfer, die klugen Lazerten mit den Edelsteinaugen. Wirst du lange wegbleiben?«

»Ich weiß noch nicht.«

»Schade, daß ich nicht mit kann. Mein Semester hat angefangen, und Geld zum Wegfahren hab ich auch nicht. Ich wäre gern einmal lange mit dir allein gewesen in der Landschaft, in heroischer Landschaft. Es sind deine letzten Knabentage. Bald hast du vielleicht ein anderes Gesicht, und dann muß ich umlernen.«

Wendelin sah den Freund etwas beklommen von der Seite an, er fühlte eine Anspielung in den letzten Worten. Vorsichtig lenkte er den Weiterredenden um die Ecke der Friedrichstraße und durch drängende Menschenmassen.

»Du hast wohl auch schon Reisegefährten?« fuhr Clemens fort. »Deinen Wiener Freund etwa, den jungen Weltweisen – ich vergesse immer seinen Namen – der so viel Geheimnisvolles zu verschweigen hat, sich beständig verhält und vorenthält. Oder den Skandinaven, den schwankenden Riesen. Den mag ich gern. Seine Haut ist wie heller, von vielen Wassern glattgespülter Fels. Besser reist du noch mit dem.«

»Die kommen beide nicht mit.«

»Also allein. Das ist auch das Beste. Dann ist kein Mittler und Mehrwisser, kein Borger und kein Schenker zwischen dir und den Dingen. Unter den jungen Menschen deiner tüchtigen Generation findest du doch keinen, glaube ich, mit dem du in der alten Welt zusammen sein könntest, anschauend und hingegeben, pathetisch und nüchtern zugleich und ohne Ziel und Eile. Reise allein und komm noch jung wieder. Gottlob, daß du nicht mit einer Dame fährst, einer Seelsorgerin und Seelsaugerin, die dich so lange mit ihrer unersättlichen Gegenwart bedrängt, bis du jede Hügelwelle, jeden Fensterbogen, Säulenwuchs und Goldmosaikdämmer auf ihre entsprechenden Reize beziehst. Da sind am Ende die sogenannten kleinen Mädchen noch weniger gefährlich. Die begnügen sich meist damit, als anschmiegende Staffage in deiner Landschaft zu lagern oder dir in der Kirche ein Nonnenköpfchen zu schenken. Aber diese Mädchen gibt es wohl nicht mehr recht oder du kennst keine.«

»Wenn du nicht etwa die Maja zu ihnen rechnest. Und mit der habe ich, wie du weißt, Fehler gemacht.«

»Es kann keine so unschuldig erröten wie du jetzt.«

»Ach Clemens, wie du mich quälst. Ich muß es dir sagen. Du kannst verlangen, daß ich nicht schweige, und doch weiß ich nicht –«

»Also es ist eine Frau dabei, eine Dame.«

Wendelin nickte.

»Das bekümmert mich«, seufzte Clemens, der nun schon ahnte, wer die Dame war. »Aber was ist da zu tun? Du mußt das wohl auch einmal durchmachen, erledigen. Eigentlich sollten wir nicht mit Frauen reisen. Man soll sie finden auf schönen Stationen, und wenn sie herrlich sind, am Ziel, wo die Ruhe ist, die wundervoll scheinbare Ruhe, Kirke im fernen Haus, Kalypso in seliger Grotte, Penelope in wiedergefundener Heimat.«

»Aber du weißt ja noch immer nicht –«

»Was soll ich denn wissen? Wer dein Abenteuer, deine Eroberung ist?« rief Clemens.

»Abenteuer? Eroberung? Ich habe nichts erobert. Eine Frau ist gekommen, die glaubt, daß ich ihr helfen kann, eine Frau, die aus mir unbestimmtem, ziellosem Geschöpf vielleicht einen Mann machen wird. Sie ist viel wirklicher als ich, ihre Gegenwart wird mir Umriß geben, Sicherheit –«

»Hat sie dir schon das Herz behorcht? Kann sie dir schon vormachen, was du fühlst? Sollen dir Frauen Ziele setzen, du ziellos Lebendiges, sollen sie dich auf Kontur verengen, du räumliche Gestalt?«

Als er diese etwas ungewöhnliche Wendung gebrauchte, bekam Clemens einen Puff von dem nächsten Passanten, dem er nicht rechtzeitig ausgewichen war. »Mit dir spielen se woll«, sagte eine echt berlinische Stimme. Aber das beachtete der Eifrige nicht, sondern fuhr in seiner Rede fort:

»Du weißt wohl nicht, daß der Wahn, den du von dir selbst hast, wahrer ist als die Wirklichkeit der Frauen. Ach, glauben denn die Menschen immer noch an diese armselige Erfindung, diese erbärmliche Hilfskonstruktion, die Wirklichkeit? Diese Verhärtung, Kruste, schwindende und wieder aufgekratzte Narbe, die uns juckt auf den atmenden Wunden unseres fließenden Blutes. Aber dich sollen sie mir nicht wirklich machen, die Scheinbaren, deren Bestes gerade ihr Schein ist, denn ihr Denken, ihr Wissen ist doch nie Erkenntnis, immer nur Mittel zum Zweck, zur Lust, zum Kampf. In dein Gesicht sollen sie mir nicht die Schminke ihrer schaurigen Natürlichkeit malen und eine Maske daraus machen, einen Kinokopf.«

Clemens war an der Ecke einer Seitenstraße stehengeblieben und sah dem jungen Wendelin in die Augen. Der senkte den Kopf an die Schulter des Freundes.

»Clemens, du Ungerechtester unter den Gerechten, sie hat von all dem gar nichts gesagt. Das war ja ich. Ach, wenn du wüßtest, wie deine – Freundschaft mich beschämt. Ich bin vielleicht im Begriff, dir etwas zu rauben. Das klingt wieder so eitel, als wollte ich mich rühmen, ich habe noch gar kein Recht, so zu sprechen. Laß mich doch endlich gestehen und verbau mir nicht immer die Wege. Es ist Karola, deine Karola. Gottlob, nun ist es gesagt.«

Er hob den Kopf und sah in das Gesicht des andern, der einen müden uralten Blick schweigend auf ihm ruhen ließ. So mußte denn Wendelin weitersprechen.

»Es ist alles schneller und seltsamer gekommen, als ich erklären kann. Gestern, als wir bei Margot tanzten, war Karola viel mit mir, aber sie sagte nichts Bestimmtes. Ich machte mir auch keinerlei Hoffnungen. Bisher habe ich sie immer nur in deinem Bannkreis gekannt, und auch wenn du nicht dabei warst, blieb sie für mich ein Teil von deiner Welt. Du weißt, daß ich sie verehre, seit ich sie kenne, aber diese – Andacht war eine Huldigung für dich. Heut ist sie zu mir gekommen und wendet sich an mich. Dadurch ist mein Leben verwandelt.«

Und indem er diese Worte aussprach, kam es dem jungen Menschen tatsächlich vor, als begänne ein neuer Abschnitt in seinem bisher ohne viel Selbstbetrachtung hingenommenen Dasein. Er empfand das Pathos seiner Situation, er bekam einen nicht ganz angenehmen Respekt vor sich selbst, seiner Aufgabe, seiner Sendung.

»So kann ich denn zunächst Oda über Karolas Abwesenheit beruhigen«, begann Clemens langsam. »Man war heut früh in Sorge um sie. Die kluge Margot hat richtig vermutet, daß sie bei dir sei.«

»Woher weiß Margot –?«

»Sie wird das gestern, als ihr tanztet, vorausgesehen haben. Frauen erraten einander schneller als wir, sie denken in raschen Analogien, wo wir törichten Logiker nach Grund und Folge forschen. Ja, mein geliebter Junge, nach alter Überlieferung wäre es nun die einzige Lösung, wir ständen eines Morgens sehr früh auf, gingen mit mehreren schwarz angezogenen Männern zu einer häßlichen kahlen Stelle im Weichbild der Stadt und schössen uns einige Kugeln zu, wobei ich dich aus Ungeschicklichkeit treffen und beschädigen könnte, was ein Jammer wäre. Du bist ja, von Kindheit an geübt, ein eleganter Schütze, der mir am Ohr vorbeischießen wird.«

»Aber Clemens, dazu habe ich noch gar kein Recht. Es ist ja nichts geschehen, es geschieht vielleicht gar nichts, was –. Mag sein, sie nimmt mich nur zur Begleitung mit, und wenn mir das ein solches Erlebnis ist, so braucht von ihrer Seite –«

»Du nimmst ritterlich alle Schuld auf dich, aber ich lasse dir keine. Und Karola, die Arme, – ich mache leider auch ihr keinen Vorwurf, eher mir selbst. Und ich habe die gramvolle Hoffnung, sie nicht zu verlieren. Wenn du genug Morgentau und Abenddämmer, Wechselwelten der Wanderschaft und umrahmte Welten des Fensters an sie verschenkt hast, wenn sie dich gelehrt haben wird, aus den Katastrophen von Lust, Genuß und Schwäche eine erfreuliche Kette kindlicher Spiele zu machen und in den tiefsten Selbstvergessenheiten nie die Gefährtin zu vergessen, dann wird sie eines Tages unwiderstehliches Heimweh nach ihrem Kind bekommen und nach ihrem Winkel an meinem Feuer. Ich darf sie dann nicht wegschicken, wie ich sie jetzt nicht halten darf. – Aber wie werde ich dich wiederfinden? Zwischen unsere Blicke und Worte wird sich dieser lauernde Leib schieben, das Riff der Hüfte, an dem unser Stolz scheitert. Du wirst dein Leben ändern einer Frauenlaune zuliebe, und fremd wird es werden zwischen mir und dir. Davor ist mir bange. Vielleicht weißt du gar nicht, wie wichtig du mir bist, Kind.«

»Ich wichtig? Karola hat gesagt, daß du eigentlich keinen Menschen brauchtest, daß du ebensogut mit deinen Geistern reden und leben könntest.«

»Wie kindlich grausam sie ist. Ich brauche dich, Wendelin. Deine Jugend macht mir Lust, ›noch im Leben zu verbleiben‹. Deine Jugend lehrt mich zu lehren, sie ruft Gedanken und Worte aus mir herauf. Ich sehe dich wie einen Narziß, der eben anfängt, sich über ein Wasser zu neigen, das leise wellt, so daß du dein Gesicht immer wieder verlierst und neu findest in dem Fluß, der nicht bleibt. Du aber bleibst und bekommst in dem Wechselnden immer dich. Und nun willst du wegschauen aus dem Spiegel. Weißt du auch, mein Fortschweifender, daß die Stimme, die du vernahmst, ein trügender Widerhall ist, daß die Nymphe Echo dir deine eigenen Worte zurückruft, in deinen Worten sich selbst gefällt und dabei im Nachklang das Dunklere fortläßt und das Geheimnis verrät?«

Während der wunderliche Mensch diese Rede in mehr belehrendem als innigem Ton vorbrachte, hatte er sichs mitten im Verkehr der Straße häuslich bequem gemacht, indem er sich an den Wappenschild lehnte, der einem Sandsteinbären als Brustwehr diente. Das Stadttier von Berlin stand Wache an der Schwelle eines großen Bierpalastes, und Kestner streichelte beim Sprechen bisweilen seine Pfote und sah hinüber zu den bunten Einfassungen und dunklen Zugängen nächtlicher Vergnügungsstätten, die im Tageslicht grell und kalt aussahen wie Kulissen, die in nüchterner Frühe hinterm Theater ausgeladen werden.

Wendelin sah ihn unablässig von der Seite an und versuchte einen Blick von ihm aufzufangen, bekam aber nur das Profil mit der hochgezogenen Braue, dem reichgeschwungenen Mund und dem fast schüchtern zurückweichenden Kinn hingehalten. ›Warum sieht er mich denn nicht an, wenn ich ihm so wichtig bin?‹ fragte sich Wendelin. ›Meint er denn wirklich mich?‹

Und er hörte weiter zu.

»Du mußt wissen, ich bewundere Karola sehr; am stärksten ist sie, wenn sie hilflos scheint. Sie weiß, daß ich sie entbehre, wenn sie mich verläßt, und wie Eos muß sie zurück zu ihrem greisen zirpenden Tithonos, der wartend und brach liegt und aus dessen Schlummer ihre Kräfte sich nähren. Oh, in wieviel Schichten und Zeiten leben wir doch alle miteinander, und die tausendjährigen Mythen sagen das Leibhaftigste aus über die Geheimnisse unserer Gemeinschaften. Durch wieviel mehr sind wir verbunden als durch dies einmalige Schicksal. Du, Knabe, bist immer wieder das Opfer, die Beute, dir droht des wilden Tieres Hauer, wenn Venus hinter dir hetzt. Aber Ganymed lebt ewig am Tische des Vaters. Geh nicht zu ihr, bleib bei mir!«

Nun mußte der gute Wendelin dem Profil, das beständig geradeaus Worten und Gedanken nachsah, auseinandersetzen, daß es mit dem Bleiben sowieso Schwierigkeiten habe. Es war gar nicht leicht, gegen die Fülle des Unpersönlichen den einfachen Bericht anzubringen, daß ihn der Brief der Mutter und die Verfügung des Onkels und Vormunds von Berlin wegrief.

»Ich bliebe am liebsten hier bei euch allen. Aber dazu müßte ich etwas Praktisches unternehmen. Wenn ich nun zunächst nach Italien ginge und mit Hilfe von Eißners und Donaths Verbindungen mich im Bilder- und Antiquitätenhandel versuchte, zumal ich bei meiner Tante in Fiesole wohnen kann –?«

Jetzt endlich wandte ihm Clemens sein Gesicht zu und lachte.

»Alles läuft auf Rechnungen hinaus, Seelenkämpfe geradeso wie Weltkriege. Na, nun führe mich bitte zu meiner Ehefrau. Wir müssen uns doch alle drei – wie sagt man? – auseinandersetzen. Ich müßte sie wohl vor die Alternative stellen: er oder ich. Das würde ihr am Ende sogar gefallen. Könnten wir nicht zunächst ein paar appetitliche Dinge einkaufen? Sie wird sicher Hunger haben da auf deiner Studentenbude.«

»Sie ist schon fort, will erst morgen wiederkommen.«

»Schade, wir hätten eine hübsche Mahlzeit auf Stuhl, Bett und Diwan improvisiert. Karola ist gut anzusehen, wenn sie auf beschränktem Raum mit unzureichendem Geschirr und Besteck tafeln muß.«

»Oh, Clemens, nun bist du mit einmal hinterlistig und machst all meinen und deinen Ernst lächerlich.«

»Du schmeichelst mir. Das Absichtliche war nie meine starke Seite. Ich liebe euch wohl alle nur anders als ihr einander.«

»Und wie soll man dich lieben?«

»Das muß schwer sein, ich gebe es zu.«

Er faßte plötzlich in die Westentasche und sah nach der Uhr.

»Mein Lieber, ich muß dich leider verlassen. Du findest mich übrigens, wenn du nichts Besseres vorhast, den ganzen Abend zu Hause.«

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