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Heidéde!

Otto Ernst: Heidéde! - Kapitel 1
Quellenangabe
typefiction
authorOtto Ernst
titleHeidéde!
publisherL. Staackmann Verlag
illustratorSwitbert Lobisser
printrunVierzehntes bis achtzehntes Tausend
year1925
firstpub1923
correctorreuters@abc.de
secondcorrectorGerd Bouillon
senderwww.gaga.net
projectidf9386d9e
created20070210
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I.

Erstes Auftreten Seiner Hoheit, das von beispiellosem Erfolge begleitet ist – Ein unbegreifliches Wunder – Ein reichgeborner Mann – Der Verfasser buhlt um die Gunst des Grafen Almaviva – Die allessagende Sprache – Die Macht des Kuckucks.

Liliencron mochte sechzig und ich demnach zweiundvierzig sein, als er mir eines Tages auf die Schulter klopfte und sprach: »Mein Otto Ernst, wenn du einmal so alt bist wie ich, wirst du über die Menschen ebenso denken wie ich. Ich habe zu tief in dies Schuft- und Schufterle-Treiben hineingeguckt.« Wäre nicht 1918 gekommen, so wäre seine Prophezeiung an mir wohl zuschanden geworden; aber es kam 1918, dann 19, dann 20, – und 1921 stand ich nahe vor der Übergabe und vor dem bitteren Bekenntnis in des Freundes Grab hinein: »Du hast gewonnen.« Da trat ein Mensch in mein Leben, dessen Anblick mir wie ein neuer Feuerstrom in die Seele fuhr. Ich liebte! Es mag für einen 60jährigen beschämend sein; aber ich liebe noch; ich bin bis über beide Ohren verliebt. Als an einem Maienmorgen jenes Jahres aus den unteren Räumen meiner Wohnung ein längst entwöhntes Quäken heraufdrang, da waren Zwillinge geboren worden: einer dort unten und einer hier oben.

Appelschnut hatte einen Buben zur Welt gebracht; da ist es nicht mehr als in der Ordnung, daß auch das Buch »Appelschnut« einen Nachfolger erhalte. Da der Junge seiner Mutter sehr ähnlich sieht, so wird das wohl auch mit den beiden Büchern so werden; einen Abklatsch wird es geben – man sieht, ich komme meinen Freunden hilfreich entgegen. »Es ist nischt mit die zweiten Teile«, sagte ein Logenschließer, als ein zeitgenössischer Dramatiker die Fortsetzung einer Komödie aufführen ließ. Die Leute sagen es auch vom zweiten Faust, und doch ist er vielfach noch schöner und bedeutender als der erste: er ist es nur auf andere Weise, und das wollen die Leute nicht; sie wollen spurfahren.

Es soll nicht behauptet werden, daß Heidéde schöner und bedeutender wäre als seine Mutter; namentlich die zweite Behauptung wäre am Tage nach der Geburt etwas verfrüht. Aber das kann ich mit Sicherheit erklären, daß ich in dieses Kind mindestens so närrisch verliebt bin wie seiner Zeit in die Mutter und ihre sämtlichen Geschwister, wahrscheinlich noch närrischer. Man sagt es Großeltern nach, daß sie in ihre Enkel noch verliebter seien als voreinst in ihre Kinder, und daß sie ihre Enkel gern verzögen, selbst wenn sie vormals strenge Eltern gewesen. Und man erklärt es damit, daß sie sich für den Enkel nicht in dem Maße verantwortlich fühlten wie für das Kind. Ich lehne diese Erklärung, als Generalbevollmächtigter meiner Frau zugleich in deren Namen, auf das entschiedenste ab. Wir würden uns für einen Urenkel genau so verantwortlich fühlen wie für ein eigenes Kind. Ich finde den Grund anderswo. Als Eltern sind wir selbst noch jung, stehen wir dem Leben noch vertrauend, erwartend, hoffend, halbblind gegenüber, stehen wir dem Kindesalter noch näher. Als Großeltern haben wir so viel, ach, so viel, so Trauriges, ach, so Trauriges gesehen – und da steigt plötzlich wie ein vergessenes, unbegreifliches Wunder ein Kind vor uns auf, ein schuldloses Kind! Der Abstand ist so groß – daher dieser Wirbel von Rührung und Entzücken, diese jubelnde und weinende Liebe! Ich hebe dich furchtsam, schauernd ans Herz, du warmes, zappelndes Würmchen, und frage mich, ob ich mich denn freuen darf, daß du hineingeboren wurdest in diese schaurige Welt, in diese grauenvolle Menschheit, weit grauenvoller im Frieden als im Kriege. Ob es nicht Frevel ist, sich an einem Menschen zu freuen, der einst leiden wird? Vielleicht nur zu freuen, weil man an dem Kleinen seinen »Spaß« haben wird! Nein, von solchem Frevel fühlen wir uns frei, mein Weib und ich.

Ich bin übermenschlich glücklich über dies Himmelsgeschenk – ein zweites dieser Art steht schon nach 2 Monaten zu erwarten! – und bin, wie gesagt, rasend verliebt; solch eine großväterliche Liebe zu zügeln, erfordert Heldentum, und ich werde ein Held sein; auch Eitelkeit soll mich nicht beschleichen. Du kannst ruhig lachen, teurer Leser; ich verlange keinen Glauben auf Vorschuß.

Als Heldengroßvater erkenne ich z. B. sehr wohl, daß der Neugebackene nicht eben schön ist; Neugeborene sind so gut wie niemals schön. Höchstwahrscheinlich ist auch die schöne Ursache des trojanischen Krieges bei ihrem ersten Auftreten ein kleines schrumpliges Affenfrätzchen gewesen. Nur Müttern kann man's allenfalls verzeihen, daß sie ihre Kinder immer schön finden; aber unverdächtiger ist mir die Mutter mit klarem Liebesblick.

Und doch: ein Schönes, Erquickliches bemerk ich schon nach wenigen Tagen. Er hat einen festen Blick. Es ist nicht der irrende, flackernde, ziellose, oft schielende Blick vieler Neugeborenen: er faßt seine Mutter fest ins Auge, dann ebenso seinen Vater, dann mich, kurz, alle, die gerade sein Bettchen umstehen. Er prüft uns mit großem Ernst. »Schopenhauer« nennt ihn meine Frau. Er scheint sich zu fragen: In welche Gesellschaft bin ich da geraten?

Nachdem er uns lange geprüft, weicht langsam der Ernst, und Heiterkeit verbreitet sich über seine Züge. Das Ergebnis der Untersuchung scheint günstig; wir genießen das Vertrauen Seiner Hoheit. Ein überraschendes Merkmal frühen Verstandes! Meine Feststellung lautet denn auch: Typus des stilleren Geistmenschen.

Wenn ich von einem »stilleren Geistmenschen« spreche, so ist »stiller« nicht in akustischem Sinne zu verstehen. Er schreit, Gott sei Dank; er schrie vom ersten Augenblick an, was selbst einem Goethe erst nach krampfhaften Bemühungen seiner Umgebung gelang. Doch drückt er seine Seele nicht in hohen, schrillen Tönen aus; sein Organ hat eine angenehme Mittellage: er dürfte einen weichen Bariton abgeben, einen Mozartsänger für das Fach der Almaviva, Don Juan, Papageno und dergl.

Ich darf mir schmeicheln, daß ich jetzt schon, in seinen ersten Wochen, bei diesem künftigen Grafen Almaviva einen besonderen, einen funkelnden Stein im Brett habe, daß ich in seiner Gunst sogar vor seinen Eltern etwas voraushabe: eine Brille. Diese Brille wirft das Licht zurück in das Himmelsblau seiner merkwürdig großen Augen (ein Geschenk seiner Mutter), und dann bin ich armseliger, reicher Mann ihm Licht, bin ihm Jubel und Entzücken. Natürlich will er das Licht haben und umspannt es mit seinem Fäustchen; aber leider sitzt die Brille fest. Doch hab ich auch einen nicht festsitzenden Kneifer, und der muß ohne Gnade herunter von der Nase. Wenn ich ihn dann mit diplomatischen Anstrengungen seinem Fäustchen wieder entwunden habe – er hält schon fanatisch fest, und wenn es auch nur körperliche Rückwirkung ist: solche Rückwirkungen gefallen mir bei einem Deutschen – und wenn ich das Glas wieder aufgesetzt habe, muß es unweigerlich wieder herunter, und wenn es dann wiederum auf der Nase sitzt, muß es abermals herunter usw., usw. – stundenlang kann man sich so unterhalten, wenn man so alt ist wie dieser Jüngling.

Daß er das Licht liebt, daß er staunend in die entzündete Lampe starrt, das ist wohl nichts Verwunderliches. Welches Kind, wenn es nicht vollkommen stumpfsinnig ist, begrüßte nicht im Licht das erste und zugleich größte Wunder des Lebens! Aber ein Andres, Heiliges, unsagbar Großes hat sich mir offenbart: in ihm ist Licht! Immer mehr ist es mir zur Gewißheit geworden: mit ihm geboren ist ein fröhliches Herz! Und nun sing ich's alle Tage vor mich hin, möcht ich's in alle Welt hinaussingen: »Mein Enkel wird ein reicher Mann! Reicher als alle Milliardenkönige der Welt! Kein steinreicher Mann, ein sonnenreicher Mann!« O du warmes Blut von meinem Blut, möcht ich mich nicht irren! Möchte dir das holdeste Gnadengeschenk des Himmels geworden sein, das selbst düstere, grimmige Denker als eines Menschen reichstes Erbteil preisen, vor dem sich ihre Hände andächtig falten: ein heiterer Sinn! Daß dein Lächeln nicht dumm sein werde, das hoff ich nach dem Ernst deines forschenden Auges. Ja, mit Ernst faßt er die Welt ins Auge; aber was er wahrnimmt, gefällt ihm wohl. Nicht immer wird es ihm wohlgefallen; aber aus seiner Herzlaterne wird Licht auf seinen Weg fallen!

Und für seinen Ernst und seine Geisteskraft hab ich schon wieder einen neuen Beweis: obwohl er erst zwei Monate alt ist, folgt er mir, wenn ich das Zimmer verlasse, mit dem Blick bis zur Tür! Seine Augen lassen nicht los! Junge, Junge, das bewahr dir fürs Leben! Dann kannst du eine wirkliche Hoheit werden.

Als berechnender Höfling und Gunstbuhler hab ich rechtzeitig Sorge getragen, daß ich bei Seiner Hoheit mehr als ein Eisen im Feuer habe. Wenn Serenissimus (d. h. bekanntlich »der Allerheiterste« oder »der höchst Heitere«) von meinem Kneifer »ennuyiert« oder »fatiguiert« sein sollten, so hab ich einen zweiten persönlichen Vorzug, der mir seine Gunst sichert: einen Kinnbart. In den greift er mit Jauchzen hinein wie später hoffentlich ins volle Menschenleben. Und wenn er ein tüchtiges Büschel Haare faßt, so ist es gut; aber zuweilen erwischt er nur einzelne Härchen, und dann, muß ich gestehen, gehört schon ein Großvater dazu, die gute Miene des edlen Dulders zu bewahren. Und gerade dann hält er in holder Ahnungslosigkeit besonders fest, und tausend feine Künste gehören dazu, ihn zum Loslassen zu bewegen.

Und eines Tages greift er wieder fest hinein in seines Ahnherrn Bart und – richtet sich daran auf! Und – was noch ganz etwas anderes bedeuten will – als er meinen Bart losgelassen, bleibt er aufrecht sitzen! Sensation! Das ganze Haus ist im Nu um sein Bettchen versammelt. Der Herr des Hauses sitzt! Ein aufrechter Mann! In dieser Zeit! Junge, wie wär's, wenn du die Führung übernähmest über dieses Geschlecht der ausgewachsenen Waschlappen! Vielleicht fänden sie Mut, wenn du sie zum Kampfe riefest! Die Stimme dazu hast du.

Kraft ist auch in seiner Stimme, das ist gar nicht zu verkennen. Sie ist merklich gewachsen, und ich kann nur wiederholen, daß das vom »stilleren Geistmenschen« nicht so wörtlich zu nehmen ist. Auch hat der Bariton bedeutend an Höhe gewonnen. Er bringt jetzt Kreischlaute hervor, die er für sehr schön halten muß, weil er sie sehr oft wiederholt, zuweilen 30mal in der Minute. Alle kleinen Kinder machen eine Kreischperiode durch; es ist wenig dagegen zu machen, weil es nicht aus Bosheit entspringt und man also mit Strenge nicht einschreiten darf; es ist das »Juhu!« des Alpenbewohners; aber auf Ohren und Nerven wirkt es genau wie Bosheit, wie manche Sopranstimmen auch nicht bös gemeint sind und trotzdem so wirken. – Es gibt kein anderes Mittel als Ablenkung.

Ich muß eines meiner 93 komischen Gesichter schneiden, nötigenfalls entsprechende Laute dazu hervorstoßen, und wenn das nicht genügt, einen spaßhaften Luftsprung dazu machen; dann wird er aufmerksam, dann lächelt er und vergißt zu kreischen. Und eines Tages muß ich überwältigend gewesen sein; denn er lächelt nicht, er lacht, lacht laut! O Feiertag, Jubeltag, Frühlingstag, Ostertag! O rötester Tag im Lebenskalender! Der Quell des Lachens in dir ist aufgebrochen, mein Kind! Mög er nun sprudeln bis ans Ende deiner Tage und alle Wurzeln deines Daseins tränken!

Es ist merkwürdig, wie oft ich bete, seit ich Großvater bin!

Eine Dame und Mutter, die gerad auf Besuch bei uns war, hatte das Lachen gehört. »Ist es möglich?« rief sie, »war das der Kleine? So früh hab ich noch kein Kind lachen hören!« Die Gute bedachte nicht, daß unser Kind kein gewöhnliches Kind ist. Wenn das nicht sowieso feststünde, so würde es unverkennbar aus seiner Sprache, aus seiner Unterhaltung hervorgehen.

Ihr lacht natürlich, daß ich bei einem Kind von 3 Monaten von Sprache und Unterhaltung rede. Natürlich kennt ihr keine andere Sprache als die eure und meint, das Kind spreche erst dann, wenn es sich wohl oder übel eurer groben Wörtersprache angepaßt hat. Das Kind spricht vom ersten Augenblick seines Daseins an, und in seiner allerfeinsten, allerbiegsamsten Lautsprache sagt es alles, was es will und was ihm einfällt und was es hört, sieht, fühlt, riecht und schmeckt. Es ist die Sprache, die alle Philosophen und alle Dichter sehnend suchen: die allessagende Sprache. Eure Sprache ist eine abgeworfene Schlangenhaut; das Stammeln des Säuglings ist noch die lebendige Haut seiner Seele, ihr angeformt und folgend in jeder feinsten Regung und Wendung. Wenn ich unser Bübchen frage, wie es geschlafen habe, so antwortet es:

»Mmmmgrrrr ...«, was sich natürlich nur unvollkommen übersetzen läßt. Man könnte versuchen, den Empfindungs- und Vorstellungskreis dieses Wortes ganz von weitem mit »wundervoll« anzudeuten; aber im innersten Sonnenreich des Säuglings ist »wundervoll« ein ganz unzulänglicher Begriff. Wenn ich ihm sein Püppchen zeige, sagt er:

»Ho, ho, hoo ...« (verliert unendlich bei der Übersetzung!); wenn ich ihn aber nach der Mahlzeit an der Mutterbrust frage, wie es geschmeckt habe, so ruft er:

»Ehé! Eijé!!!« mit vielen Ausrufungszeichen, und da es sich hier um Fütterung handelt, so begreift sich leicht der besondere Schwung der Sprache. Einmal aber, als er wieder blütenfrisch in seinem Bettchen aufrechtsaß und ich ihn fragte: »Wie geht's?«, da schwang er seine Klingelbüchse wie einen Thyrsos und rief:

»Heidéde!!!!«

»Heidéde!« Da erscheint jeder Versuch einer auch nur andeuten wollenden Übertragung lächerlich. Schiller hat einmal den Versuch gemacht, die Gefühlswelt dieses Wortes einzufangen in den Ausruf: »Königin! O Gott, das Leben ist doch schön!« und für den Marquis Posa und sein Glück mochte das genügen; aber für den Garten Eden, der hinter diesem Kinderauge blüht, ist es ein bejammernswert armseliger Ausdruck. Gewiß, man kann »Heidéde!« in unsere unbeholfene Sprache übersetzen mit:

»Alter Mann, das Leben ist doch schön!«

aber in dem Schallkörper dieser kleinen Brust ist es das Jubelvorspiel des Lebens, gespielt und gesungen von allen Geigen und Engeln aller unverlorenen Himmel.

Mein Enkel hat einen schönen Namen: Gerhard, der Speerharte, Speerkühne, und wird ihm hoffentlich Ehre machen; aber von diesem Tage an heißt er natürlich

Heidéde!!!!!

und zwar immer mit vielen Ausrufungszeichen. Es ist ein alter Brauch, daß kleine Kinder nicht mit ihrem gesetzlichen Namen genannt werden. Und gut und recht ist dieser Brauch. Was in solch einer Kinderstube und in einer Mutter Herzen herumhüpft, ist immer nur einmal da. »Gerhard« gibt es viele; aber »Heidéde« kann nur dieser hier heißen, dieser Eine, Einzige. Und so schön Gerhard lautet, »Heidéde« verhält sich zu »Gerhard« wie »Phöbos Apollon« zu »Emil«.

»Phöbos Apollon«! Schon wieder hab ich eine schöne Hoffnung: wenn er auch kein Musaget wird, so wird er doch, hoff ich, ein Freund der Musen werden. Denn er liebt zu meiner unendlichen Freude den Gesang! Wenn er ungezogen schreit – ja ja, selbst dieser Knabe ist nach vier Monaten noch nicht vollendet erzogen! – wenn er also höchst ungnädige, obwohl ungerechtfertigte Organübungen anstellt, so brauch ich nur zu singen, und sogleich verstummt er und horcht mit Augen des sixtinischen Jesusknaben. Und besonders behagen ihm die schönen, runden, dunklen und weichen u-, ü- und o-Laute; darum sind »Kuckuck, Kuckuck ruft aus dem Wald« und »Suse, liebe Suse« seine Lieblingsstücke. Bei ihnen lächelt er glückselig, und wenn ich »Kuckuck!« rufe, lacht er. Es scheint im Kuckucksruf ein ewiger Zauber zu liegen; seit Urwelttagen ist er der lachende Zuruf des Lebens. Wenn ich nach der ersten Strophe stocke, beginnt Heidéde gebieterisch die zweite, ebenso nach der zweiten die dritte und so ins Unendliche. Und zuletzt singt er mit:

»Eijajeijajajaja ...«

Das ist Heidédisch und heißt soviel wie »Frühling! Frühling! Es wird Frühling!«

Heidéde, auf deine Augen hin will ich noch einmal an den Ruf des Kuckucks glauben.

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