Projekt Gutenberg

Textsuche bei Gutenberg-DE:
Startseite    Genres    Neue Texte    Alle Autoren    Alle Werke    Lesetips    Shop    Information    Impressum
Autoren A-Z: A | B | C | D | E | F | G | H | I | J | K | L | M | N | O | P | Q | R | S | T | U | V | W | X | Y | Z | Alle
Gutenberg > Adele Schopenhauer >

Haus-, Wald- und Feldmärchen

Adele Schopenhauer: Haus-, Wald- und Feldmärchen - Kapitel 2
Quellenangabe
typefairy
booktitleHaus-, Wald- und Feldmärchen
authorAdele Schopenhauer
firstpub1844
year1987
publisherVerlag Werner Dausien
addressHanau
isbn3-7684-4728-6
titleHaus-, Wald- und Feldmärchen
pages3
created20041031
sendergerd.bouillon
Schließen

Navigation:

Das Waldmärchen

Die Vorlesung war beendet.

»Vortrefflich!« sagte der Professor. Der Autor verbeugte sich gegen ihn und die übrige in weitem Kreise ihn umgebende Gesellschaft und faltete sein Manuskript.

»Ein deliciöses Märchen! Charmant! Höchst originell!« versicherten die Damen. Die Wirtin des Hauses bedankte sich bei dem Autor; der Autor bedankte sich bei den Damen.

»Ein Märchen?« fragte ein junger Mann. »Ich hätte das eher für eine Allegorie gehalten.«

»Nun«, erwiderte ein ältliches Fräulein, »ist denn das Märchen etwas anderes als ein buntes, die wirklichen Gegenstände magisch färbendes Glas, durch welches wir die uns bekannte Welt erblicken? Und ist das nicht eine Art Allegorie?«

»Ah so!« sagte der junge Mann; »ich hatte mir etwas anderes darunter gedacht.«

»Bei alledem«, sprach ein wohlwollender Kritiker, »liegt eine unergründliche Tiefe der Anmut in der Konzeption dieses Märchens und seiner fernen blauen Zauberberge.«

»Freund!« erwiderte ihm der Dichter, »ein Märchen ist überhaupt immer – die blaue Blume, die uns das blaue Wunder erschließt.«

»Ich hatte mir aber dennoch etwas anderes gedacht«, wiederholte der junge Mann vor sich hin. »Ich meinte, das Märchen ziehe fremdartige Lebensgestalten um die Gestaltung unseres Menschenlebens her.«

»Ein wunderliches Prinzip führt zur Einseitigkeit!« murrte der Professor.

»Ich verstehe von dem allen kein Wort«, sagte ein hübscher Jüngling – es war der Sohn vom Hause –, »ich denke mir aber, es ist mit dem Märchen wie mit der Liebe, die auch kein Weiser richtig definiert: jeder denkt sich etwas anderes darunter. Aber«, fuhr er zu mir und noch ein paar jungen Leuten gewendet fort, »kommt lieber mit mir ins Vorzimmer: da sitzt meine Schwester Linda unter den Kindern, die heute nicht in die Gesellschaftszimmer dürfen, und erzählt ihnen auch Märchen. Waldmärchen, Quellenmärchen – was weiß ich? Vielleicht ist dein anderes Märchen darunter«, lachte er seinem Freunde zu.

Wir waren im Gespräch weitergegangen; im ersten Salon saß wirklich ein junges Mädchen unter den Kindern und erzählte.

»Aber was in aller Welt ist denn ein Quellenmärchen?« fragte ich.

»Das weißt du nicht? Das weißt du nicht einmal?« riefen die Kinder durcheinander. »Ich will dir's sagen.« – »Nein, nein, ich!« überschrie eins das andere. »Drunten – nein doch! ganz hinten im Garten ist ein kleiner, ganz kleiner Quell, und mit dem kann Tante Linda reden.«

»Ich habe es oft angehört«, versicherte Cäcilie, die Hand aufs Herz legend. »Ich auch! ich auch!« die andern. »Und was er ihr erzählt, das erzählt sie uns alles wieder.«

»Ja«, sagte Edmund sehr ernsthaft, »und wenn der Quell die Geschichte anfängt, so legen sich die kleinen Veilchen auf die Erde unter die Blätter hin und hören zu, und die Grashälmchen spitzen die grünen Öhrchen. Und der Schmetterling schlägt hinten seinen bunten Frack zusammen und setzt sich – siehst du, so!« und er setzte sich als Schmetterling; »und dann, ja, dann kommt die huschliche, fahrige Libelle, die nie ordentlich achtgibt; und die Biene in ihren Honighöschen beeilt sich ganz unsäglich und möchte es gar zu gern mit anhören, läßt sich aber keine Zeit vor dem Feierabend; sie ist gar zu haushälterisch und übertreibt's ein bißchen – und dann –«

»Nun?« fragte ich sehr ergötzt weiter, »was sagt der Quell?«

»Oh! erst legen sich am Abend lange goldene Sonnenstrahlen über den Bach hin, darauf tanzen die Mücken, bis sie müde sind, und erst dann wird es still, so ganz still! Die Glühwürmchen zünden ihre Laternchen an, und der Quell beginnt sein Märchen.«

»Und wie ist denn das schöne Märchen?«

»Ei, das ist jedesmal anders, aber es gleicht sich; denn siehst du, es ist ein Familienmärchen; da erfahren wir immer mehr, und dann ist das Hübsche – es hat gar kein Ende.

Erst ist da der alte, uralte Ahn im Walde; der wohnt in der hohlen Eiche und ist älter und viel klüger als die kleinen Menschen um ihn her.« – »Er ist auch größer«, sagte Jenny.

»Freilich«, erwiderte Otto, »aber er ist nicht immer so klug gewesen. Er hat einmal etwas sehr Böses getan: er hat sich gegen die Gnomen vergangen, die an seinen Wurzeln zur Außenseite der Erde hinauf ans Licht klettern wollten.«

»Ja, und die Gnomen waren keine bösen Geister: es waren Leute von kleinem Volk und hatten es gut mit dem Grafen im Sinn, dem der Boden gehörte, auf dem die Eiche stand. Sie wollten seiner Tochter Hochzeitsgeschenke bringen und einen kleinen Hausgeist bei ihr zurücklassen, der sollte ihr Glück beschirmen.«

»Und ihre Kinder hüten«, sagte Jenny.

»Ja, aber sie hatte noch keine; das kommt viel später.«

»Also nun konnten die Erdgeister den Segen nicht hinaufbringen?«

»Nein, und die Familie verarmte, und alle Kinder des Hauses welkten hin und kamen um, so daß der Name ganz ausstarb.«

»Nun ist aber ein altes Gesetz«, nahm der älteste Knabe das Wort, »daß die Naturgeister keinem lebenden Wesen mutwillig schaden dürfen und besonders nicht den Menschen. Und als nun der Graf und seine wunderschöne Tochter Sismonde und alle ihre Geschwister, ja selbst alle ihre Kinder, dahinstarben und vergingen wie das Gras auf dem Felde, ward der Elfe gestraft: er verlor die Sprache und durfte den Baum nicht mehr verlassen.

Zu seiner Qual muß er nun still zusehen«, erzählte Edmund weiter, »wie unter ihm seine lieben Menschen – denn er liebt sie, und besonders alle auf dem Gute Geborenen – sich vergehen gegen die Natur und Unrecht untereinander tun. Aber er sitzt fest in seinem Baume, er darf nicht warnen, wenigstens nicht mit Worten. Da kommt der Jäger ganz übermütig und schießt das muntere Wild: das kränkt den Elfen, er rauscht mit den Zweigen, was er weiß und kann. ›Ein frischer Morgenwind heute!‹ spricht der Jäger und hetzt den Jagdhund. Böse Buben kommen, nehmen die Nester aus, verstümmeln die armen Vögelchen – da ächzt die Eiche in den Zweigen. ›Was das alte Holz knarrt!‹ lachten die Knaben; ›wär bald gut für den Ofen!‹ – Am schlimmsten aber war die Geschichte mit dem Oberförster.«

»Die will ich erzählen!« rief Otto. »Nein, nein, die Tante!« schrien und baten die Kleinen, »die liebe, liebe Geschichte mit dem Oberförster!«

Und die gute Tante fing an: »Es war also von dem gewaltigen Grafenstamme, dem der Boden eigen, auf welchem die alte Eiche stand, niemand mehr übrig. Da kam ein junger Mensch aus Ungarn in das Land und verdingte sich als Lehrbursche in die Försterei, die zum Gute gehörte, das nun an eine Seitenlinie des Hauses, entfernten Vettern, zugefallen war. Der alte Förster, ein eigensinniger, harter Mann, konnte die neue Herrschaft nicht leiden, darum vernachlässigte er auch alles in seinem Amte, was nicht eben ins Auge fiel, und tat nur das unumgänglich Nötige. Elmrich, der neue Lehrbursche, war flink, tätig, aber leichten Sinnes und tat das Notwendige am letzten; dagegen liebte er das Schöne und Wunderbare im Walde, pflegte und schonte die Blumen am Rain und freute sich der jüngsten Bäumchen, wenn sie nur schlank und frisch waren und anmutig so vom Hauch des Windes hin und her schwankten wie weiße Mädchen. Darum zog er auch die Erlen, Espen und Birken allen andern vor. Auch jagen mochte er gern, schoß aber nur das alte, kluge Wild, gegen das er einen Kampf zu bestehen hatte: am liebsten das wilde Schwein; die jungen Rehe aber fütterte er, zähmte sie leicht und unterhielt sich oft stundenlang mit ihnen. Bei all seinem Frohsinn war er ein Träumer, ging gern den ganzen Tag hindurch von einem Revier zum andern, saß aber dann auch oft stundenlang sinnend und träge am Fuße eines alten Stammes und sah ins Blaue.

Seltsam war es, daß, obschon der junge Bursch, lustig und träumerisch zugleich, oft unfleißig war, doch von dem Augenblicke an, da er in den Dienst kam, der Forst zu wachsen und zu gedeihen begann wie nie zuvor. Es hatten nie so viele Blumen zwischen Moosen und Farrenkräutern geblüht, der Rasen an den Lichtungen war nie so dicht und grün gewesen, die Bäume hatten nie so unbegreiflich schöne Kronen gehabt. Es war ordentlich, als wenn die Sonne wärmer scheine, wo er hintrat, so wunderbar gedieh alles um ihn her. Elmrich achtete nicht darauf. Er war gewohnt, sich dem Augenblick und seiner Forderung kräftig hinzugeben – oder zu träumen und gar nichts zu tun. Aber in seinen Träumen dachte er nicht an den Wald. Er dachte an prächtige Feste in goldblitzenden Schlössern, an schöne Frauen und zahllose Gäste, an Pferde und glänzenden Schmuck, an Sammet und Perlen, aber nicht an die weißen schwankenden Birken, nicht an den grünen Sammet des Rasens, auf dem er lag, nicht an die Tautropfen, die den Primeln wie Perlen in den bunten Blumenöhrchen hingen.

Eines Tages, als er auch so im Gehölze lag und seinen Gedanken sich hingab, fing er an, von einem innern Unmut getrieben, laut zu klagen. ›Warum‹, sprach er, ›bin ich ein Findling? ein Waisenkind, das nicht einmal seine Eltern kennt? Vielleicht ist mein Vater kein armer Landmann, kein Dorfbewohner: er kann reich sein und vornehm – und vielleicht weint er heiße Tränen um seinen ihm entrissenen Sohn. Als mich der Jäger in den Klauen eines Lämmergeiers hoch in den Wolken schweben sah und den bösen Gast, da er eben niederstieß, mit seiner Büchse traf, als der Räuber mit seiner Beute in den Fängen unter den Hirten sterbend niedersank, da jammerten vielleicht meine fernen Eltern um ihr verlorenes Kind, suchten mich und hielten mich endlich für tot – und mein Erbe ging über in andere, fremde Hand, und mein Schild ward zerbrochen, und mein Name verschwand von der Erde. Ist's aber nicht gerade, als lebe alles noch heimlich in mir fort und drängte mich unaufhörlich in die Bahn zurück, die ich unbewußt verlassen? Ach, daß ich ein armer, armer Forstlehrling bin!‹

Indem er so sprach, begann die alte Eiche über seinem Kopfe ganz seltsam zu wogen und zu rauschen; es war fast, als antwortete sie seinen Klagen, ja es schien ihm sogar, als senke sie die Zweige gegen ihn. Sogleich kehrte ihm der leichte, frohe Mut zurück und, sich aufrichtend und in die Höhe schauend, rief er lustig dem Baume zu: ›Nimmst du teil an mir, alter Freund? Ich danke dir, daß du so viel Gefühl für ein armes Menschenkind hegst. Freilich, freilich ist dein grüner Baldachin, den du so schön über mich hinwölbst, noch schöner als ein sammetner und obendrein mit echtem Sonnengold durchwirkt! Darum ist's gar hübsch von dir, du alte Waldperücke, daß du mir's nicht übel nimmst, daß ich an jenen denke, ja, daß du's dennoch immer gleich gut meinst mit mir!‹ Und die gute alte Eiche rauschte und rauschte und rauschte immer gewaltiger. Curios! dachte der Bursch: es weht doch gar kein Wind! Er sah die Eiche immer fester an, da fiel ein Zweiglein ab von ihr, daran saßen drei Blätter, und an der Stelle, wo das Zweiglein abgefallen war, schien es dem Jäger einen Augenblick, als blickten ihn ein Paar braune Augen an; wie er aber genau hinsah, waren es Blätterschatten. Das Zweiglein nahm er auf und steckte es an seinen Hut und sagte lachend: ›Schön Dank, alter Freund! und geb' dir Gott einen sonnigen Tag!‹ und damit ging er wieder an seine Arbeit.

Der Eichenbaum, oder vielmehr der Elfe in der Eiche, war sehr bewegt und betrübt. Er hatte den Lämmergeier persönlich gekannt, von dem der Jäger sprach, und ein Kuckuck, der bei einem Hänfling aus und ein ging, welcher in seinen Zweigen wohnte, hatte ihm erzählt, wie der böse Raubvogel in einem weit entlegenen Dorfe ein Kind seiner schlafenden Wärterin geraubt und daß dies des letzten Grafen erstgebornes Söhnlein gewesen. Der arme Vater kam kinderlos von einer weiten Reise zurück, die er in Ungarn mit seiner Gemahlin gemacht hatte. Im Dorfe war es verboten, viel davon zu reden, und man hoffte auf einen neuen Erben. Aber obschon die schöne Gräfin Sismonde wieder gesegnet ward und auch wirklich noch ein Jünkerlein gebar, so starb doch das arme Knäbchen schon in den ersten Tagen nach seiner Geburt. Der Graf trug aber den Kummer nicht lange, er und seine Gattin starben jung, und das Lehngut kam in andere Hände. Die tückische Undankbarkeit des Lämmergeiers gegen den Grafen, den die gute Eiche gewissermaßen als dessen Brotherrn betrachtete, hatte sie damals tief betrübt und empört. Nun sie aber die Strafe desselben, den schmählichen Tod des Kinderräubers, vernahm und den schönen Grafensohn frisch und gesund in ihrem Schatten liegen sah, dachte sie nur an das gegenwärtige Glück, und all ihr Dichten und Trachten ging darauf aus, ihm wieder zu seines Herrn Vaters Grafenhut und Erbe zu verhelfen. Nebenbei hoffte sie durch diese Vergütung, die Sprache wiederzuerhalten und sich nicht mehr ärgern zu müssen, wenn die Gräser und Blättchen, die ihr zu Füßen wuchsen, sich so heimlich flüsternd lange Geschichten erzählten, so leise, daß es nicht einmal das nächste Veilchen hörte.

Hätte der Elfe nur die Eiche verlassen dürfen, so hätte er seinen Zweck, sich mit dem schlanken Jäger zu verständigen, auch wortlos erreichen können; aber so konnte er ja nicht einmal seine Töchter besuchen, die ringsum in schönen Birken, Erlen und Espen wohnten, und mußte seine Botschaften durch die kleine Finkenpost an sie gelangen lassen.

Unter diesen ernsten Betrachtungen war es Abend geworden, und die Nacht nahm alles in ihren dunkeln Mantel. Da kamen drei versprengte Irrlichter durch den Wald getänzelt, die eine Herberge suchten. Es war leider liederliches Volk, das im Lande herumzog und ordentliche verständige Leute, wenn sie nachts vom Biere kamen, in den Sumpf lockte, weil jeder eins von ihnen für des Gevatters Laterne hielt. Sie traten vor die Eiche hin, machten ihre Reverenz und nahmen oben die Flammenspitze ab, die sie eine artige Weile in der Luft herumflattern ließen, ehe sie sie wieder aufsetzten: das sollte aber höflich sein; alsdann baten sie die Eiche um Nachtquartier.

Obgleich nun die Eiche nicht mehr auf unsere Menschenweise reden durfte, so hatte sie doch eine gewisse Art, sich den Naturgeistern, zu denen auch die drei Irrlichter gehörten, verständlich zu machen. Sie gestattete ihnen, ihr zur Seite an ihrem Fuße zu verweilen, und gab ihnen die gehörige Stärkung, die sie ganz hell und frisch aufleuchten machte; sie erzählte ihnen endlich auch des jungen Elmrichs trauriges Geschick und schenkte ihnen die Zeche mit der Bedingung: daß sie ihrerseits alles versuchen sollten, dem jungen Grafen begreiflich zu machen, wer er sei. Es ist traurig, dachte die Eiche, daß ich mich des guten Zweckes wegen mit all dem Lumpengesindel einlassen muß; mit dem Kuckuck, der auch kein sicherer Mann ist, werde ich ebenfalls noch reden müssen – indessen, ich muß denken, ich gehörte zum Elfenfrauen-Verein.

Elmrich dachte gar nicht mehr an seine gestrige Betrübnis; er hatte des Försters hübsche Tochter gern, und das Waldrösel, so wurde sie genannt, schien dem netten Burschen auch nicht gram zu sein. Wie er sie aber einmal gefragt hatte, ob sie ihn wohl leiden könnte, hatte sie erwidert: als Jäger sei er ihr schon recht; aber sie sei noch viel zu jung, um an etwas Ernsthaftes zu denken, und dächte lieber an bunte Bänder als an einen grünen Schatz. Der Vater aber sei nun gerade von der finstersten Sorte, und ihm werde gleich alles zu bunt: darum wollten sie lieber gar nicht mehr miteinander reden, denn der Vater habe eine schwere Hand! Wenn sie aber einander begegneten, so küßte Elmrich eine Rosenknospe, die er immer im Knopfloche trug, das Waldrösel aber lachte: es wußte wohl, daß dies soviel heiße als: ich möchte dir selbst einen Kuß geben. Das Rösel nahm dann wohl einen grünen Zweig und steckte ihn ins Haar, und das hieß soviel als: wenn ich deine Braut bin!

Wenige Tage nachdem der arme Elmrich unter der Eiche so bitterlich geklagt hatte, war im nah gelegenen Städtchen die Kirch weihe. Da nun eine Art Jahrmarkt damit verbunden war, ließ es dem guten Jungen keine Ruhe; die Batzen brannten ihm ordentlich in der Tasche, und ehe er sich's versah, war er heimlich auf und davon, um dem Rösel die schönsten bunten Bänder zu kaufen. Sie wird schon dabei auch an mich denken, meinte er. Hilf Himmel, wie kam alles anders, als er gedacht!

Der alte verdrießliche Förster, der nur immer das ins Auge Fallende tat, hatte seit geraumer Zeit Wilddiebe im Forste bemerkt, ohne den Entschluß zu fassen, dem Unfug, den sie trieben, ernstliche Maßregeln entgegenzusetzen. Dadurch waren die Spitzbuben so keck geworden, daß sie sich bis in die Nähe des Forsthauses zu einem Wetterdächlein hinwagten, unter welchem in der harten Winterszeit das Wild gefüttert wurde, um es vor dem Verhungern zu schirmen, und an dessen Eingang eine Glocke hing, um es zu diesem Behuf zusammenzuläuten. Da nun eben in dieser Nacht heller Mondschein war, so daß man die Sechzehnender deutlich unterscheiden konnte, und die Wilddiebe alle Jäger, auch die Bauern umher, auf der Kirchweihe wußten, Elmrich aber, der als Jüngster zu Haus bleiben sollte, sich bei seinem Handel verspätet hatte, so beschlossen sie, das Wild zusammenzuläuten, und meinten, die alte Gewöhnung werde gewiß eins oder das andere hertreiben, obschon der Äsung jetzt die Hülle und Fülle war. Es geschah, wie sie's erwarteten: bei dem Klange der Glocke nahte ein Rehbock und schritt stolz auf den Futterkasten zu. Die Schelme ließen ihn ruhig ziehen, denn sie hofften auf noch bessere Beute. Jetzt hörten sie ein Knistern und Brechen der Zweiglein im dichten Busch, als wie wenn der Edelhirsch naht mit seinem Rudel: sie drängten sich an die Hinterpfosten des Dächleins und legten an.

›Hab ich euch, Bursche?‹ tönte es donnernd hinter denselben, und mitten unter ihnen stand der greise Förster, faßte sogleich den ersten besten, warf ihn zu Boden und spannte den Hahn seiner Büchse. Der Alte hatte eine böse Nacht gehabt und eben das Fenster geöffnet, um frische Luft zu atmen, als plötzlich leise ein Lufthauch den Ton des Futterglöckleins an sein geübtes Ohr trug. Er lauschte – es wiederholte sich, und da er schon halb angekleidet war, stand er nach wenigen Augenblicken vor den Schelmen, als eben der Hirsch, von der Kugel des einen getroffen, zusammenstürzte.

Der Förster war allein, der Diebe waren drei; das hatte der unerschrockene Mann nicht bedacht, und jetzt riß ihn der Zorn über alle Überlegung fort: er faßte den zuerst Ergriffenen, riß ihn vor sich hin, setzte ihm den Fuß auf die Brust und drohte den andern, auf sie zu schießen, wenn sie sich nicht ergäben. Die Wilddiebe hatten nur eine Flinte, deren Schuß eben den Hirsch erlegt hatte; die wilden Bursche erschraken und ergriffen die Flucht, worauf der Förster seinem zitternden und zähneklappernden Gefangenen aufzustehen und vor ihm herzugehen befahl, während er die gespannte Büchse auf ihn gerichtet hielt. Unglücklicherweise vergaß er sich dabei zu wilden Drohungen: nun werde alles anders kommen und dem ganzen Raubgesindel solle mit einem Male der Garaus gemacht werden; man werde ihn schon zwingen, die Schlupfwinkel seiner Genossen zu entdecken, und so fort.

Die beiden andern Spitzbuben, die vorher geflohen, hatten sich nur wenige Schritte entfernt; sie bemerkten, daß der Förster allein blieb, keiner seiner Bursche ihm folgte, und brachen, von seinen Reden aufs äußerste getrieben, aus dem Versteck hervor – sie schossen auf den Förster. Zum Unglück hatte er Geräusch gehört, blickte um – die Kugel ging durchs Herz; der alte Mann sank zusammen.

In diesem Augenblick kam Elmrich; er gewahrte noch die Schelme auf der Flucht, wie sie mit dem Wilde zwischen den Bäumen verschwanden – näherte sich, in der Hoffnung, eine Spur der Täter zu entdecken, und fand den eben verschiedenen Förster. Tödlich erschrocken, versuchte er alles in seinen Kräften Stehende, ihn zu erwecken, rief so laut er konnte um Hülfe – umsonst!

Allmählich war es Dämmerung geworden, der Tag begann die Wipfel zu färben – da kamen die übrigen von der Kirchweihe heimkehrenden Bursche des Weges. Elmrich hörte sie und rief ihnen. Aber ach! anstatt seinen Worten zu glauben, hielten sie in halbem Rausche ihn selbst für den Mörder des Erschossenen und führten ihn der Dorfobrigkeit zu. Hier ward er vorläufig vernommen und bis auf weiteres in ein Unterzimmer des Schlosses, in eine Art Rumpelkammer, gesteckt; denn zu zwei ganz gemeinen Dieben, die im eigentlichen Gefängnis saßen, wollte man ihn nicht sperren, bis er förmlich verhört worden sei, was erst am folgenden Tage geschehen konnte, da der anbrechende ein Feiertag war.

Da lag nun der arme Schelm in einer schlechten Stube voll wunderlichen Gerümpels; da der Festigkeit der Türe nicht recht zu trauen, waren ihm die Arme rückwärts mit einem derben Strick zusammengebunden. Der Tag war draußen so sonnenhell und lustig – er aber saß betrübt, allein und elend, auf der harten Ofenbank und blickte sehnsüchtig durch das vergitterte Fenster in den frischen, frohen Wald. Sein Mut war sehr gesunken, und er sann über die Möglichkeit, seine Unschuld zu beweisen, als er die deutlichen Worte: ›Trau auf Gott! Trau auf Gott!‹ dicht neben sich vernahm. Es war eine fromme Wachtel, die durch eine zerbrochene Scheibe zu ihm niedersah. Er blickte sie freundlich dankend an und dachte: Gutes Tier, habe manchen deiner nächsten Verwandten mit meiner Vogelflinte niedergeschossen – soll aber nicht wieder geschehen; will deines trostreichen Sprüchleins gedenken! Und somit streckte er sich auf die Ofenbank, um ein Stündchen zu schlafen.

Indem er sich umwandte, fiel sein Blick auf die drei Eichenblätter, die ihm kürzlich die alte Eiche geschenkt und die noch an seinem Hute steckten, der neben ihm lag. Er betrachtete sie genau: auf dem einen saß ein Gallapfel. Ach, dachte er, so schmausen wohl Fremde irgendwo auf meinem Eigentum und bauen Hütten; ich aber kann es nicht! – Auf dem zweiten Blatt war ein seltsam geformter gelber Fleck. Sieh, dachte er, gerade so einen gelben Fleck habe ich am linken Oberarme! – Das dritte Blatt war frisch und grün; es saß ein Marienkäferchen darauf. Bringe mir Glück! seufzte er, und bitt für mich bei Unsrer Lieben Frauen. Und damit schlief er ein.

Als er erwachte, lagen die dicken Stricke, mit denen er gebunden gewesen, neben ihm auf der Erde – ein Mäuschen hatte sie zerfressen! Fröhlich sprang er auf und trat ans Fenster, von dem aus die duftende laue Luft ihm entgegenströmte – da bog sich ein Rosenzweig durchs Fenster herein, an dem saß oben ein Rosenkönig, so recht ausgebildet wie ein Reichsapfel, und daneben ein blühendes Röschen. Schon recht! dachte der Jäger, wär ich ein König oder auch nur ein regierender Graf, ich wollte bald mein Röschen freien und es zur Rosenkönigin machen! Aber so – ›Kuckuck!‹ rief's neben ihm. ›Kuckuck!‹ antwortete er, ›ja, mein guter Vogel, ich habe eben nicht viel zu kuckucken!‹

›Kuckuck!‹ antwortete der Vogel.

›Wohin denn, mein kluger Schatz?‹ sprach der Jäger. Da kam eine Elster ins Zimmer geflogen, zwischen die Eisenstäbe hindurch, und flog in eine Ecke auf einen alten Schrein, der dort stand. ›Kuckuck!‹ rief's weiter.

Die Elster kannte er; sie war zahm, und der Förster hatte sie täglich gefüttert. ›Armes Tier‹, rief Elmrich bewegt, ›auch du hast deinen Herrn verloren!‹

Die Elster stocherte mit dem langen Schnabel am Schranke herum und zog endlich mit vieler Mühe ein Papier durch eine Ritze desselben hervor. ›Kuckuck!‹ sagte der Vogel im Fenster.

Wahrhaftig, dachte der Jäger, ihr guten Tiere behandelt mich als euren Verwandten, und wir sind's auch vom Walde her. Ihr erleichtert mir wunderbar meine Einsamkeit und Gefangenschaft! Habt Dank! Und damit bückte er sich und nahm das Papier vom Boden auf, das die Elster hervorgekratzt hatte.

›O!‹ sagte er, ›das ist ja auch ein Baum, aber ein gemalter! Schade, daß ich ihn nicht recht sehen kann; es ist dunkel geworden, und morgen früh um drei holen sie mich ab und führen mich ins Stadtgericht – und mein armes Mädel hat nicht einmal die bunten Bänder, die ich für sie gekauft habe und die noch in meiner Tasche stecken, sondern lauter Kummer und Herzeleid.‹

Indessen schimmerte ein Licht durch die Fensterscheiben. ›Wer kommt?‹ fragte der Jäger.

Da standen drei leuchtende Irrlichter stockstill nebeneinander, als wollten sie ihm leuchten, und der Vogel Kuckuck schrie sich fast den Hals ab.

›Soll ich das lesen?‹ lachte Elmrich. ›Lesen, lesen, lesen!‹ hallte es durch den ganzen Wald.

Ich glaube, ich träume, dachte der Jägerbursch; –indessen trat er doch ans Fenster und betrachtete das Papier. Es war eine Kopie des oben im Saale befindlichen gräflichen Stammbaums. Er folgte aufmerksam von Geschlecht zu Geschlecht, von Ahn zu Enkel und begriff selbst nicht, warum ihn die alten Namen so zauberhaft anzogen; die drei Irrlichter leuchteten dazu. Als sie aber allmählich etwas schwach und müde wurden, weil das Stillstehen ganz gegen ihre Natur ist, schickte der Eichenelf eine zahllose Menge Glühwürmchen und Johanniskäferlein, die setzten sich in dichten Reihen auf die Stäbe des Gitters am Fenster und bildeten eine prächtige Girandole.

Die fernen Bauern aber, die aus der Schenke kamen und das seltsame Leuchten sahen, bekreuzten sich und sprachen still ein Paternoster; denn sie hielten es für ein Anzeichen, daß etwas Großes im Werke sei.

›Heilige Mutter Gottes!‹ sagte Elmrich – ›so ist's denn wahr? Hier steht's ja am Rande geschrieben, daß das älteste Kind des Grafen auf einer Reise in Ungarn von einem Geier entführt worden – und ich bin's! Und bin Graf und Erbe all dieser Ländereien, und hier auf meinem Arme ist der Fleck, an dem man den Verlorenen erkennen soll – gerade wie auf dem Eichenblatt! Und ich sitze hier gefangen auf meinem eignen Schlosse!‹ Indem brach der Morgen an, und die Gerichtsdiener traten ein, ihn abzuholen.

Als Elmrich herausschritt, flogen Elster und Kuckuck mit, um als Zeugen gleich bei der Hand zu sein. Das Gericht erkannte seine Unschuld leicht; denn es war im Walde an den weit durch Busch und Strauch hindurchgehenden Schweißspuren des Hirsches und an alle den geknickten Zweigen und Blättern, auch an den vielen Fußstapfen zu sehen, daß außer unserm Jägerburschen noch mehrere Personen beim Tode des Oberförsters gegenwärtig gewesen. Auch daß sie den Hirsch mit fortgeschleppt und ihn also geschossen hatten, ließ sich beweisen. Ferner hatte man bei seiner Verhaftung keine Flinte bei Elmrich gefunden, und die tödliche Kugel paßte nicht in sein ungarisches Gewehr.

So ward er denn des Verdachts los und ledig gesprochen; worauf er vortrat, den versammelten Gerichtspersonen dankte und sie bat, ihnen etwas vortragen zu dürfen. Hierauf erzählte er seine seltsame Geschichte, zeigte ihnen den Stammbaum, den Flecken auf seinem Oberarme, die Elster und den Kuckuck und bat sie, die Sache zu untersuchen. Da war nun des Fragens, Verwunderns und Vergewisserns gar kein Ende, und erst spätabends wurde der junge Graf in sein Zimmer zurückgeführt, wo er auf sein Ersuchen in strengem Gewahrsam bleiben sollte, bis nach Ungarn geschrieben und die Bewahrheitung dessen, was er ausgesagt, angekommen sei. Eine Menge Volks geleitete ihn zurück; Elster und Kuckuck flogen über seinem Kopfe wieder mit, und den ganzen Weg über leuchteten drei Irrlichter vor. Rösel stand an der Türe, sprang auf ihn zu, fiel ihm von selbst um den Hals und rief schluchzend: ›Ich wußte wohl, daß du kein Mörder bist!‹ – ›Kuckuck! Kuckuck!‹ sagte der kluge Vogel.

Man will behaupten, daß während seiner freiwilligen Gefangenschaft der Gefangene manchmal doch nicht ganz allein gewesen und das Waldrösel Mittel und Wege gefunden habe, sie ihm zu erleichtern. Auch hat man sie damals oft mit bunten Bändern spielen und tändeln sehen, obschon sie sie jetzt nicht tragen mochte, des Vaters wegen.

Endlich kam die ersehnte Kunde aus Ungarn. Die Ortsobrigkeit des kleinen Fleckens, bei welchem das Unglück geschehen, sandte alle nötigen Nachweisungen, einen ganzen großen Wagen voll Dokumente über des Geiers Kinderraub, des jungen Erbgrafens Verschwinden und über die Merkmale, an welchen man das entführte Knäblein erkennen solle, wenn es jemals sich wiederfände. Denn nach den ersten Augenblicken des Schmerzes hatte der verstorbene Graf alle nötigen Schritte getan, um selbst nach seinem Ableben dem geliebten Söhnlein die Erbfolge in seiner großen Herrschaft zu sichern, und alles das gehörig verbrieft und besiegelt.

Die Dorfgemeinde war es herzlich zufrieden, den freundlichen jungen Herrn anzuerkennen; die Vettern aber, die wie die Galläpfel auf dem fetten Gutsboden saßen, wollten nicht weichen noch wanken, sondern verlangten beständig, daß man ihnen alles Mögliche und Unmögliche beschwöre.

Die Sache zog sich lange hin; als aber der ganze Wald zu trauern begann, junge Bäume vom Wilde geknickt, alte vom Sturm gebrochen wie Spreu hinsanken, als das Gras von der brennenden Hitze welkte und dann der Bach das Heu überschwemmte, als Verdruß auf Verdruß sich häufte, ja sogar die Waldvöglein nicht mehr sangen und in eine andere Gegend flogen – da gaben endlich die bösen Vettern nach und nahmen vom jungen Grafen eine schöne Entschädigungssumme an, mit der sie abzogen.

So ward denn das Grafenkind in all seine alten Rechte wiedereingesetzt und bei der Feierlichkeit der Huldigung seiner Untertanen erklärte Elmrich, daß er das hübsche Waldrösel zu seiner Gemahlin erwählt habe, das Schloß aufbauen und darin wohnen, den nahe liegenden Teil des Waldes aber, auf dem die Eiche stand, zu einem Park umschaffen wolle, in welchem kein Tier weder gejagt, gefangen noch geschossen werden solle; dagegen sollten alle Blumen und Bäume aufs sorgfältigste gepflegt werden.

Am Abend vor seinem Trauungstage führte Elmrich das Waldrösel vor die alte Eiche, erzählte nochmals die ganze seltsame Geschichte und beide dankten ihr gemeinschaftlich für den ihnen gewährten Schutz. Auf den Zweigen des alten Baumes saßen Elster und Kuckuck und jubelten laut. Da öffnete sich plötzlich die alte versunkene Erdgrube zu den Füßen des Stammes, gerade an der Stelle, auf welcher die drei Irrlichter die Nacht zugebracht, und hervor stieg ein langer, langer Zug wenige Zoll hoher Bergknappen mit Schürzel, Hammer, Schlägel und Grubenlicht versehen; ihm folgten unzählige kleine barocke Gestalten, allen Ständen angehörend und im herrlichsten Putz, die trugen kleine Blumenkränze, nicht größer als ein Achtgroschenstück; andere hatten winzige Beutel mit Gold, noch andere rotsammetne Kissen, die ihnen sehr schwer wurden, und auf jedem lag ein Edelstein zum Schmuck der schönen Braut. Es folgten kleine Musikanten, die alle möglichen Instrumente spielten und mit ganz feinen Stimmchen sangen; dann kam eine Schar weißgekleideter fingerlanger Mädchen, die trugen alle an der Krone der Braut: und hätt's der Anstand nicht verboten, manches hätte schwer geächzt unter der Last.

Die Sonne stand schon tief, als der kleine Zug aus dem Schacht und um den Baum herumgezogen war; und obgleich die Bergknappen mit ihren Fackeln einen Kreis bildeten, mußten es die Zwerge doch noch nicht hell genug finden, denn auf ihren Wink strömten wohl an tausend Irrlichter aus allen Ecken und Enden des Waldes hervor und führten ein Ballett auf, das in einer Lichterpyramide endigte. Der Sprecher des kleinen Volks hielt eine lange Rede an das Brautpaar und übergab dem Waldrösel die köstlichsten Geschenke, mit denen es sich an seinem Ehrentage schmücken sollte. Hierauf trat der kleine Bergmann unter die Eiche, dankte auch ihr für die durch ihre Wurzeln hin erlaubte Fahrt und sprach zum Schluß über den Wald und die Aue, den Mann und die Frau und alles im Wachsen oder im Werden den mächtigen Segen des Geistes der Erden, der allem Lebendigen Gedeihen gibt.

Die Eiche aber fing an zu tönen, und ihre Klänge waren wie die eines überirdischen Gesanges; dann verhallten sie leise und immer leiser, indem zugleich auch nach und nach Fackeln, Zwerge und Irrlichter verschwanden.

Als sich der junge Graf besann und zum deutlichen Selbstbewußtsein kam, stand er mit seiner holden Braut im Erkerzimmer des Schlosses; aber vor ihnen lagen Gold und Juwelen, die Krone und der herrlichste Brautschmuck, den je eine Gräfin getragen.

Und sie lebten lange und glücklich; die Eiche aber überlebte sie alle!«

 << Kapitel 1  Kapitel 3 >> 






TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.