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Hans Dampf in allen Gassen

Heinrich Zschokke: Hans Dampf in allen Gassen - Kapitel 6
Quellenangabe
typenarrative
booktitleHumoresken von Heinrich Zschokke
authorHeinrich Zschokke
year1920
publisherDeutsch-Meister-Verlag
addressMünchen und Barmen
titleHans Dampf in allen Gassen
pages11-85
created20020824
sendergerd.bouillon@t-online.de
firstpub1814
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Hans Dampf

Hans Dampf hatte aber gerade so viel und so wenig Gewissen, wie ein großer Staatsmann haben soll, der lieber seine Provinz, als einen seiner Einfälle umkommen läßt, und dem gar behaglich zumute sein kann, wenn auch einem ganzen Volke bei seiner Staatsklugheit höchst übel ist. Als ihn eines Tages einer von den treuen Fürstenräten auf die traurigen Wirkungen der Nimrodswut aufmerksam machte, erwiderte er: «So wahr ich Hans Dampf heiße, alles Gute hat sein Böses, alles Böse sein Gutes. Wenn es aber Gesetz wäre, daß ein Staatsmann allen Klagen im Lande ein Ende, oder ein Arzt alle seine Kranken gesund machen müßte: wer möchte wohl Staatsmann oder Arzt werden wollen? Darum, lieber Freund, laßt uns getrost sein. Der liebe Gott hat die Welt so vortrefflich geschaffen, daß unsereins lange daran herumpfuschen kann, ehe er etwas verpfuschert!» Wirklich mochte diese große Maxime nirgends besser bewährt worden sein, als im Luchsensteinischen. Denn da waren seit mehr denn hundert Jahren abwechselnd alle möglichen und unmöglichen Staatstheorien versucht worden, ohne daß das Land darum öde und menschenlos geworden wäre, jeder neue Fürst oder Minister machte neue Ordnungen und schaffte die alten ab; der eine baute Klöster, der andere machte Kasernen daraus; der eine legte für Staatsrechnung Fabriken an, der andere verkaufte die junge Mannschaft regimenterweise, gleich andern Landesprodukten, und hob die Fabriken auf; der eine wollte aus seinem Staate ein großes Harem, der andere daraus einen einzigen Tiergarten machen. Item, die Menschen mehrten und nährten sich dabei nach wie vor, sobald sie nur einmal die große Wahrheit recht beherzigt und sich daran gewöhnt hatten, daß sie zum Vergnügen ihrer Herren und nächstdem auch zu ihrer eigenen Freude geboren wären, übrigens dem neuesten System gemäß heut links, morgen rechts, heut vorwärts, morgen rückwärts marschieren müßten. Auch konnte alles Unheil des Nimrodsordens nichts an der Ehrfurcht, Hochachtung, Liebe und Bewunderung vermindern, mit welcher man dem Ordenskanzler begegnete, wo er sich blicken ließ. Denn er war die Rechte des angebeteten und von seinem Volk vergötterten Fürsten.

Es fehlte ihm dabei nicht an Neidern, aber er bemerkte sie kaum. Auch war er in der Gnade seines Herrn so fest, daß er in den Augen desselben seinen Wert nicht verlor, selbst als die genialistische Fidele krank ward und starb. Ohne Zweifel war das arme Tier das Opfer einer Verschwörung und Hofkabale geworden. Denn der Leibarzt hatte am Leibhund Spuren einer Vergiftung bemerkt, und geflissentlich brachte man das Gerücht vor die Ohren Sr. Durchlaucht, es möge der Ordenskanzler seinen Zögling wohl selbst aus der Welt geschafft haben, um ihn nicht reden lehren und am Ende gestehen zu müssen, daß er nur ein leerer Prahler sei und die Kunst nie verstanden habe. Hans Dampf hatte zu aufrichtige Tränen um Fidelens Tod geweint, und der ganze Hof zu unverhohlene Gleichgültigkeit beim Absterben des edeln Tieres bewiesen, als daß Nikodemus durch boshafte Verleumdungen hätte getäuscht werden können. Im Schloßgarten, unter Tränenweiden und Zypressen, ward dem unvergleichlichen Hunde ein marmorner Obelisk errichtet, und dazu einer der berühmtesten Bildhauer Italiens verschrieben.

Man kann zwar nicht sagen, daß Hans Dampf eigentlich Freunde gehabt hätte; aber wer hat denn am Hofe und in der großen Welt Freunde? Oder wer könnte einzelner Menschen Freund sein, der, wie ein Hans Dampf, aller Welt angehört? Dabei verlor jedoch der Ordenskanzler nichts. Er war jedermanns Vertrauter. Nicht nur der Fürst, sondern auch dessen Halbbruder, der Graf von Krähenburg, nannte ihn seinen Allesmacher. Jeder lächelte ihm, er jedem zu. Selbst die schönen Luchsensteinerinnen lächelten. Allein er war auch ein liebenswürdiger Mann, der nichts übel nahm und der sein ganzes Vergnügen darin fand, die Freuden anderer zu vermehren.

Freilich gelang ihm das nicht immer vollkommen, und dann hatte er gewöhnlich nachher Todesverdruß und Undank für seinen besten Willen. Ich will nur zum Beispiel die Geschichte eines einzigen Tages erzählen.

 
In allen Gassen

Der Graf von Krähenburg hatte lange Zeit eine kleine Liebschaft in der Residenz gehabt. Fräulein Sabine, eine niedliche Brünette, fand sich durch die Anbetung des Grafen sehr geschmeichelt, und veranstaltete gar gern dann und wann mit ihm geheime Zusammenkünfte, um sich unter vier Augen bewundern zu lassen. Ihr Vater kam dahinter, nahm dies sehr übel und gab den vielbewunderten Korallenlippen seiner Tochter einige höchst prosaische Maulschellen. Herr von Quast, so hieß er, zwar nur ein gemeiner Edelmann, aber uralten Adels, hielt es für schimpflich, daß die Enkelin jener Helden, die schon Kaiser Karls des Großen Kammerdiener gewesen, nun zu einer flüchtigen Liebschaft oder Maitressenschaft eines apanagierten Herrn dienen sollte. Auch hütete er von der Zeit an seine minder ahnenstolze Tochter so strenge, daß sich die Liebenden kaum alle Wochen einmal in der Kirche verstohlen ansehen konnten. Natürlich geriet der Graf darüber in billige Verzweiflung, offenbarte dem Ordenskanzler sein Leiden und versprach ihm goldene Berge, wenn er bewirken könnte, ihn nur ein einziges Mal mit seiner Schönen wieder zusammenzubringen. – «Nichts leichter, als das!» sagte Hans Dampf und suchte sogleich Fräulein Sabinen in einer Gesellschaft. Sie bemerkte errötend dem getreuen Vertrauten ihres Geliebten, daß sie nichts mehr ohne Vorwissen ihres Vaters wagen könne; würde er aber ein Mittel wissen, ihren strengen Vater zu bereden . . . «Nichts leichter, als das!» rief Hans Dampf und begab sich folgenden Tages zum Herrn von Quast, sprach von der Liebe des Grafen zu Sabinen so rührend, machte ihm so ernste Vorstellungen von den gefährlichen Folgen, welche seine Strenge für die unglücklichen Liebenden haben würde, daß der stolze Alte nicht anders konnte und die Liebe des Paares billigen mußte, insofern der Herr Graf seiner Tochter in Gegenwart der Eltern die Ehe geloben würde.

«Nichts leichter, als das!» sagte der Abgesandte. «Machen Sie das mit dem Grafen nur selbst ab. Ich werde ihm – denn er ist seit gestern zu Krähenburg – auf der Stelle schreiben, er solle diesen Abend um acht Uhr Fräulein Sabinen seine Aufwartung machen; alle Hindernisse wären gehoben.» Seines gelungenen Werkes froh, schrieb er auch dem Grafen sogleich, er solle nicht fehlen. Es kam ihm nicht in den Sinn, daß der Graf, weit entfernt an feierliche Verlobungen zu denken, nur ein einsames Stündchen mit der Geliebten in deren Boudoir zu verplaudern hoffte. Herr von Quast hingegen, nun er die förmliche Anwerbung des fürstlichen Bruders um Sabinen vernommen, lud auf den gleichen Abend die gesamte Familie der Quaste zu einem prachtvollen Gastmahl, und Sabine im höchsten Schmuck im Kreise von vierzig Vettern, Muhmen, Basen und andern Verwandten erwartete ihren Liebhaber mit triumphierendem Herzen, der doch nur auf ein bescheidenes Schäferstündchen Anspruch gemacht hatte. Er kam am Abend, halb verkleidet, im schlichten Überrock, diebisch leise und heimlich ins Quastische Haus; fluchte heimlich auf die brennenden Laternen; verbarg sich in einem Winkel an der Treppe, weil der Bedienten zu viel umher liefen, und lauerte, bis er endlich Sabinens ihm wohlbekannte und vertraute Zofe ersah. Auf seine leise Frage, in welchem Zimmer das Fräulein zu finden sei, führte ihn die Dienstbare dahin. Aber wer kann das Entsetzen schildern, als die Tür aufging und der Graf, statt an die Brust der einsamen Geliebten zu fliegen, in den großen, kerzenhellen, menschenvollen Prunksaal hineinstolperte, wo ihn Alles erwartete und mit Bücklingen und Knixen umringte. Allerdings hätte Hans Dampf dem verblüfften Fürstenbruder die grausame Verlegenheit ersparen können, wenn er demselben, statt weniger schriftlicher Worte, mündlichen Bericht von seiner Sendung gemacht hätte. Allein der Ordenskanzler hatte selbst eine Liebschaft, und gleichen Tags den Plan gemacht, seine Huldgöttin auf die allerartigste Weise von der Welt zu überraschen. Die Huldgöttin war wirklich ein hübsches Mädchen, noch dazu eine Landsmännin, des Apothekers Quirl von Lalenburg Tochter, Namens Johanne, die zu einer alten, reichen Tante nach Luchsenstein gekommen war und bei derselben lebte, um sie zu beerben. Die alte Tante war aber eine grämliche Tante, die viel betete, und ihre Nichte, statt zu Konzerten, Bällen und Schauspielen, nur in die Betstunden der Frommen und Heiligen führte. Die alte Tante schien es auch garnicht gern zu sehen, wenn der windige Landsmann, wie sie ihn nannte, gar zu oft bei der schönen Landsmännin zusprach. Das tat diesem sehr leid. Er benutzte also jeden Anlaß Johannen zu sehen.

So sah er sie auch am Morgen dieses Tages, freilich nur sehr vorübergehend und nur im Begegnen auf der Straße. Er brachte die Rede auf seinen Wunsch zu einem Abendbesuch. Sie zuckte die Achseln und bedauerte, diesen Abend außer dem Hause in einer Gesellschaft von Freundinnen zu sein, die wöchentlich in einem bestimmten Lokale zusammenzukommen pflege. Aus weiblicher Eitelkeit mochte sie nicht gern gestehen, daß sie mit der Tante eine Andachtsstunde besuche. «Und wo?» fragte der Hofrat. Sie nannte das Haus. «Wird getanzt?» – Sie lächelte errötend und sagte: «Leider nicht! Höchstens wird gesungen.» – Er fuhr fort: «Ist es auch einem ungebetenen Freund erlaubt, dabei zu sein? Denn wenn ich Sie nur sehen kann, wo es auch sei, bin ich glücklich.» Sie errötete, stammelte ein: «Ich weiß nicht!» und entwischte. Hans Dampf aber, als ein guter Lalenburger, nahm das Erröten und Lächeln der Lalenburgerin für Einladung und stummen Ausdruck geheimen Wunsches. Sogleich tat er sich mit einigen jungen Herren aus der Stadt zusammen, ohne anders die Abendgesellschaft der jungen Dame durch Seine Gegenwart zu verschönern. Die Zudringlichkeit hoffte man, wo nicht zu rechtfertigen, doch einigermaßen durch eine Aufmerksamkeit anderer Art zu vergüten. Man wollte heimlich Musik bestellen, und die jungen Herren, die ohne Zweifel alle unter den Damen ihre liebenswürdigen Bekanntinnen haben würden, sollten in Ballmasken erscheinen. «Wenn dann die Frauenzimmer,» sagte Hans Dampf, entzückt von seinem Plan, «wenn sie dann bei ihren Teetischen, oder beim Spiel, oder bei langwierigen Salbadereien dasitzen, und urplötzlich vor der Tür ein lieblicher Walzer erklingt, und wir nun maskiert eintreten, die jungen Schönen auffordern – da wird sich keine mehr halten können und alles vergessen und vergeben sein. Es versteht sich übrigens, unsere Entschuldigung machen wir hintennach.»

Alle freuten sich auf das angenehme Abenteuer. Musik und die auserlesensten Ballmasken wurden bestellt und zwar im tiefsten Geheimnis, desgleichen Ort und Zeit der Zusammenkunft in der Dunkelheit des Abends. Als der ersehnte Augenblick erschien, war Hans Dampf der erste auf dem Weg. Die Musikanten fanden sich ein; die Tänzer maskierten sich und schlichen, in ihre Mäntel gehüllt, zu dem bestimmten Hause, wo ihnen schon von ferne die Reihe hellerleuchteter Fenster den Saal der Assemblee verriet. Der Türhüter, auf die Frage, wo das Zimmer der Versammlung sei, wies die Herren zurecht, obgleich nicht wenig über die mitkommenden Musikanten erstaunt, weil die Frommen beiderlei Geschlechts bisher zu ihren Erbauungsstunden nie Pfeifen, Geigen und Waldhörner gebraucht hatten. Auf den Zehen näherte man sich der Tür des Saals, warf die Mäntel ab, legte die Larven vor und bereitete sich in tiefster Stille. Währenddessen saß im Saal die kleine Gemeinde auserwählter Christen und Christinnen in gottseliger Andacht beisammen und hörte den erbaulichen Vortrag eines ihrer Vorsteher über die Freuden und Seligkeiten des himmlischen Jerusalems an, wo das Lämmlein mit der Siegesfahne throne. Die guten alten Mütterchen mit gefalteten Händen, die frommen Betbrüder mit auf den Achseln niederhängenden Köpfen, saßen längs den Wänden herum und ließen nur zuweilen einen stillen Seufzer der Sehnsucht nach dem überirdischen Zion ertönen. Hingegen die jüngern Frauen und Jungfrauen fühlten sich erst mächtiger ergriffen, als der Redner die Schönheit der Engel schilderte, das Schweben der Cherubim um den Thron der Herrlichkeit und das feierliche Halleluja und den Gesang der Sphären.

In diesem Augenblick begannen die Musikanten vor der Tür des Saals einen lustigen Walzer, erst gar leise und sanft, dann immer steigender und lauter. Die gottesfürchtige Versammlung glaubte am Anfang wirklich den Gesang der Sphären zu vernehmen; Selbst der Vorsteher ward in seiner Rede feuriger und glänzte in stillem Entzücken. Die jüngern Christinnen, mit ihrem Geiste im himmlischen Zion, zuckten mit den Füßen nach dem Walzertakt, wie sich denn auch das frömmste Mädchen dessen nicht beim Anhören der schlechtesten Tanzmusik enthalten kann. Als nun aber die Waldhörner dazwischen brausten und die Spährentöne gar zu irdisch klangen, verstummte der Redner, und die Gemeinde der Auserwählten begriff weder, woher diese weltliche Eitelkeit, noch wohin sie führen werde.

Plötzlich flogen die Türen des Betsaals auf, sechs bis acht leichtfüßige Masken herein, die Musikanten geigend und blasend ihnen nach. Während sich diese stellten, hüpften jene mit fröhlichen Verneigungen durch den Saal, und die ganze Versammlung der andächtigen Lämmleinsverehrer saß wie zu Bildsäulen versteinert beim Anblick dieses unerwarteten Schauspiels da. Hans Dampf und seine Gefährten, die nun einmal zum Tanz kamen, achteten weder auf die Überraschung der Anwesenden, noch daß fast alle ein Gebetbuch in der Hand hielten. Am wenigsten fiel ihnen das Geschäft und die heilige Bestimmung dieser frommen Zusammenkunft bei. Einzig war ihnen unangenehm, nur zwei bis drei junge Frauenzimmer, sonst nichts als sehr ehrwürdige Matronen zu erblicken. Hans Dampf nahm Johannen; die andern jungen Damen wurden aufgefordert, und weil nun aus der Not eine Tugend gemacht werden mußte, bequemten sich die übrigen Tänzer auch zu den alten Mütterchen. Daß sich die Frauenzimmer ein wenig sträubten, fand man ganz natürlich; aber man zog sie mit sich hin; die Tanzmusik ging rasch fort und so kam man ins Walzen gern oder ungern. Dies alles geschah in solcher Schnelligkeit, daß keines zur klaren Besinnung kam. Der übrige Teil der frommen Versammlung konnte im Erstaunen weder Bewegung noch Sprache finden. Nur eine von den betagten Tänzerinnen, die sich durchaus nicht in den wirbelnden Schwung des Walzers fügen wollte, und die ganze Erscheinung für eine förmliche Versuchung von Seiten Beelzebubs ansah, störte den begonnenen Gang der Dinge auf eine geräuschvolle und entscheidende Weise. Es war die verwitwete Oberhofköchin, eine gottesfürchtige, breite, handfeste Dame. Sie hatte von den Tänzern gerade den lustigsten Springinsfeld bekommen, der, so sehr sie auch arbeitete, seiner los zu werden, wie eine Klette an ihr hing, sie mit sich herumzerrte und um sie her hüpfte. Wütend drang sie endlich gegen ihn ein, und mit einem Stoß lag er zur Erde gestreckt, doch nicht ohne ihm im Fallen Gesellschaft zu leisten. Ihr lästerliches Geschrei erweckte nun auch die übrigen Frommen zum Aufruhr gegen die Entweiher des heiligen Ortes. Herren und Frauen griffen zu den Gebetbüchern und rückten in zwei Kolonnen gegen die Tänzer und gegen die Musikanten. Die Tänzer, erstaunt, sich ebenso unartig als undankbar behandelt zu sehen, ließen ihre Damen fahren und fingen an, Erklärung und Entschuldigung zu geben und zu fordern. Nicht also ging es im Orchester. Denn da ein an den Ecken massiv mit Silber beschlagenes Gesangbuch als Wurfgeschütz in den Bauch der Baßgeige gefahren war, säumte der erboste Musikus nicht, den Tod seiner brummenden Freundin zu rächen und fuhr mit dem Fidelbogen unbarmherzig gegen die erbitterten Angreifer aus. Auch die übrigen Tonkünstler sahen sich gezwungen, aus Notwehr ihre Violinen, Bratschen, Waldhörner in Waffen zu verwandeln.

Nur mit großer Mühe konnten die Bedächtigern beider Parteien das Handgemenge enden. Die Tänzer erklärten, wie ihre Absichten so wohlgemeint gewesen, baten wegen ihres Irrtums um Verzeihung, und Hans Dampf, der am Ende von allem Unfug der Urheber gewesen, mußte sich gefallen lassen, sämtlichen verursachten Schaden zu tragen. Man war noch großmütig genug, ihm die Entrichtung von Schmerzensgeldern zu erlassen, ungeachtet keiner ohne Schmerzen und blauen Flecken davongegangen war.

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