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Wolf Graf von Baudissin (Schlicht): Graf Udo Bodo - Kapitel 9
Quellenangabe
typefiction
authorWolf Graf von Baudissin
titleGraf Udo Bodo
publisherGlobus Verlag G.m.b.H. Berlin
printrun25. bis 27. Tausend
correctorreuters@abc.de
senderwww.gaga.net
projectid0f1b0669
created20061216
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IX.

Udo Bodo saß auf Schloß Adlershorst in dem Herrenzimmer und hielt einen Brief in Händen, den ihm vor einer Stunde der Postbote gebracht hatte und den er schon mehr als ein dutzendmal gelesen hatte. Nicht etwa, als ob der Brief besonders interessante Neuigkeiten enthalten hätte, aber er strömte so viel Liebe, so viel Glück, so viel Dankbarkeit aus, daß Udo Bodo sich nicht nur auf das tiefste beschämt fühlte, sondern daß er sich vor allen Dingen von neuem die schwersten Gewissensbisse machte, sich verlobt zu haben. Glücklich war Udo Bodo als Bräutigam kaum vierundzwanzig Stunden gewesen, dann hatten die Selbstanklagen angefangen und er hatte sich die schwersten Vorwürfe gemacht, daß er nicht Manns genug gewesen sei, auch in der Abschiedsstunde zu schweigen, daß das Geständnis seiner Liebe nun doch über seine Lippen gekommen war. Nicht etwa, als ob er Komteß Blanka jetzt nicht mehr liebte, im Gegenteil, der Gedanke an sie füllte sein ganzes Sein und Denken aus, täglich und stündlich bedeckte er das Bild, das sie ihm zum Abschied geschenkt hatte, mit leidenschaftlichen Küssen, und er konnte sich das Glück immer noch nicht vorstellen, daß es ihm wirklich gelungen sei, sie zu erringen, daß sie sein war.

Aber in dieses Glücksgefühl drängten sich immer von neuem die Gewissensbisse, jetzt schon gesprochen zu haben. Wie sollte er eine Frau jetzt ernähren? Ja, wenn er über Jahr und Tag die Schulden des hochseligen Grafen Kuno bezahlt hatte, wenn dermaleinst die Gräfin-Witwe Cäcilie, was der Himmel in seiner Gnade noch viele, viele Jahre verhüten wolle, zu ihren Ahnen versammelt worden war, dann war er reich, sogar sehr reich, dann konnte er seiner Gemahlin alles bieten, was ihr not tat, aber jetzt? Es ging nicht, es ging bei dem besten Willen nicht; mit einem Einkommen von nur dreißigtausend Mark im Jahr konnte er keine Frau ernähren. Er mochte rechnen soviel er wollte, das Resultat war immer dasselbe: es langte nicht. Unter dem Einfluß von Blankas Brief und von dem leidenschaftlichen Wunsch beseelt, sie bald sein eigen nennen zu dürfen, nahm er auch jetzt abermals das Blatt Papier zur Hand, auf dem er seine Einnahmen und Ausgaben aufgeschrieben hatte, und er las:

Einnahmen 30 000 Mk.
davon ab: Marstall
(vier Wagen- Pferde, zwei Reitpferde
nebst Kutscher und Reitknecht)
8 000 Mk.
Miete und Haushaltungsgeld 6 000 "
Uniform und Zivil, Wäsche 2 000 "
Zigarren 2 000 "
Weinkeller 2 000 "
Reisen 2 000 "
Taschengeld 6 000 "
Steuern, sonstige Abgaben 2 000 "

Summa 30  000 Mk.
Einnahmen 30  000 Mk.
Ausgaben 30  000 Mk.

stimmt.

Und Udo Bodo mochte diese Aufrechnung durchsehen, soviel er wollte, es fand sich nirgends auch nur ein einziger Posten, der sich irgendwie einschränken ließ. Und wie würden sich nun erst die Ausgaben gestalten, wenn er verheiratet war! Dann mußte in erster Linie der Marstall vergrößert werden, denn seine Gemahlin mußte doch unter allen Umständen ihren eigenen Viererzug und ihre eigenen Reitpferde haben, er mußte eine sehr große Wohnung nehmen, viel Dienerschaft halten, er mußte seiner Frau doch wenigstens jährlich zehntausend Mark Toilettengeld geben, auch das Haushaltungsgeld würde sehr viel größer sein – unter sechzigtausend Mark im Jahr ging es einfach nicht.

Das hatte er eines Tages auch seiner Blanka geschrieben und ganz verzweifelt geklagt: »Wann wird der Tag kommen, an dem ich Dich zum Altar führen kann? Ich fürchte, es wird noch Jahre dauern. Kannst und wirst Du mich auch so lange lieb behalten?«

In ihrer Antwort hatte sie ihn einfach ausgelacht und ihn gefragt, ob es denn wirklich nötig sei, daß sie als junges Ehepaar zwölf Pferde im Stall hätten, man könne doch auch sehr gut zweispännig fahren, und wenn jeder ein Reitpferd hätte, dann genüge das doch vollständig, und wenn sie gar keins hätten, wäre es auch noch so. Davon hinge das Glück doch wirklich nicht ab.

Zum erstenmal hatte Udo Bodo seine geliebte Blanka nicht verstanden, und er begriff sie um so weniger, als sie doch in keineswegs glänzenden Verhältnissen aufgewachsen war und da doch eigentlich erst recht den Wunsch haben mußte, jetzt das Leben in vollen Zügen zu genießen. Davon aber ganz abgesehen, fand er ihre Auffassung nicht ganz standesgemäß. Auch das hatte er ihr, wenn auch natürlich mit ganz anderen Worten, auseinandergesetzt, aber sie hatte geantwortet, sie wollten dieses Thema jetzt lieber nicht weiter erörtern, sie würden sich schon später über den Punkt einigen.

Das glaubte Udo Bodo nun zwar nicht, aber trotzdem erfüllte er selbstverständlich Blankas Wünsche, einmal, weil er sie über alles liebte und infolgedessen alles tat, was sie wollte, dann aber auch, weil er immer froh war, wenn er in seinen Briefen nichts anderes zu schreiben brauchte als: »ich liebe Dich, wie nur ein Mensch einen anderen lieben kann.« Schriftliche Auseinandersetzungen über irgendeinen Punkt haßte er schon deshalb, weil er das Schreiben haßte. So waren auch seine Liebesbriefe sehr kurz, wie Blanka sagte: geradezu klassisch kurz. Oft enthielten sie nur zwei Zeilen und ein Brief hatte sogar nur gelautet: »Meine liebe, süße, einzige kleine Blanka! Gruß, Kuß, Schluß.« Udo Bodo fand, das genüge vollständig, und Komteß Blanka fand das auch. Sie wußte ja, wie Udo Bodo war, und so lachte sie stets von neuem über seine Briefe im Telegrammstil, die sie für einen Scherz hielt.

Denn erkannt hatte auch sie Udo Bodo noch nicht, ebensowenig wie sie auch heute noch nicht glaubte, weil sie es einfach nicht glauben konnte, daß er damals wirklich die Absicht gehabt hatte, dem Herzog seine Pläne zu unterbreiten. Hätte er es dennoch getan, so wäre dies nach ihrer Meinung nur geschehen, um Seine Hoheit aufzuheitern. Gewissermaßen, als wenn er ihm eine mehr oder weniger gute Anekdote erzählt hätte. Aber daß es ihm wirklich Ernst gewesen sein sollte mit seinen Worten, das wollte ihr auch jetzt noch nicht in den Kopf hinein. Einmal allerdings hatte sie sich dabei ertappt, daß sie sich fragte: »Was dann, wenn Udo Bodo damals doch wirklich die Wahrheit sprach? Wenn er mich damals nicht schonte, wie ich es annahm, sondern wenn er wirklich seiner gewissenhaften Überzeugung Ausdruck gab? Was dann?«

Sie war für eine Sekunde erschrocken zusammengefahren: das wäre ja gräßlich, dann wäre Udo Bodo ja wirklich dümmer als dumm. Aber dann hatte ihre Liebe zu ihm doch wieder gesiegt und sie hatte sich gesagt: »Da muß ich erst recht zu ihm halten, dann braucht er mich doppelt und dreifach, dann muß ich beständig aufpassen, daß kein anderer ihn durchschaut, und wenn dies doch geschieht, dann muß ich für ihn handeln, dann muß ich alles tun, was ich kann, um die Leute in unauffälliger Weise davon zu überzeugen, wie unrecht sie Udo Bodo taten, als sie an seinen geistigen Fähigkeiten zweifelten. Ich werde ihm schon beistehen, und wenn es sein muß, werde ich ihn schon lancieren. Er ist ein so prächtiger, lieber, anständiger Mensch, daß er es auch dann verdient, eine glänzende Karriere zu machen, wenn er wirklich in geistiger Hinsicht etwas weniger begabt sein sollte als andere Leute.«

Und damit war dieser Punkt ein für allemal für Komteß Blanka erledigt. Sie dachte in Zukunft gar nicht mehr darüber nach, ob er klug war oder nicht, sondern sie freute sich ihres Glückes, seine Braut zu sein, und auch sie sehnte den Tag herbei, an dem sie die Seine werden könnte, denn seitdem Udo Bodo fort war, gefiel es ihr bei Hof lange nicht mehr so gut wie früher. Sie wußte nicht, mit wem sie zusammen lachen sollte, und Lachen gehörte für sie zum Leben, nicht das Lachen eines törichten Menschen, der sich über jede Albernheit ausschütten will, sondern das Lachen, das einer sonnigen Lebensauffassung, der Freude und dem Glück an der Welt entspringt.

Und Udo Bodo fehlte am Hofe ihr nicht allein, auch die Frau Herzogin vermißte ihn. Die hatte sich stets gefreut, wenn sie den lebenslustigen, hübschen Offizier sah, und als er dann eines Tages spurlos verschwand, war es zwischen ihr und dem Herzog zu einer etwas erregten Aussprache gekommen, die sich noch dadurch verschärfte, daß der Herzog den wahren Grund, weshalb er ihn entlassen hatte, nicht angab. Daß Udo Bodo, wie der Herzog behauptete, selbst den Wunsch geäußert haben sollte, in die Armee zurückzutreten, glaubte kein Mensch, die Frau Herzogin am allerwenigsten. Schließlich gab sie es auf, den wahren Grund zu erfahren, aber sie grollte ihrem Gatten längere Zeit, auch schon Blankas wegen. Sie wußte, daß diese Udo Bodo stets sehr gern gehabt hatte, und es tat ihr aufrichtig leid, daß diese nun auf seine Gesellschaft verzichten mußte. Hätte sie geahnt, daß Blanka den Grafen Udo Bodo liebte, dann hätte sie sicher ganz anders gedacht, dann wäre es ihr sogar sehr lieb gewesen, daß Udo Bodo vom Hofe fort war, denn sie hatte nicht die leiseste Absicht, Komteß Blanka jemals gehen zu lassen. Sie hatte sie so lieb, wie eine Herzogin nur immer eine Hofdame liebhaben kann.

Und wenn die Frau Herzogin geahnt hätte, daß Komteß Blanka sogar verlobt war, dann hätte sie wahrscheinlich durch ihre Hofdamen und ihre Kammerfrauen alle Anstalten treffen lassen, um hoheitsvoll in Ohnmacht fallen zu können.

Aber Ihre Hoheit ahnte nichts. In der ersten Zeit hatte sie sich manchmal erkundigt, ob Udo Bodo denn immer noch kein Lebenszeichen von sich gegeben, ob er nicht wenigstens einmal eine Ansichtskarte geschickt hätte. Aber Blanka hatte nur den Kopf geschüttelt: »Nicht einmal das, Hoheit.«

»Unbegreiflich,« hatte Hoheit erwidert. »Das hätte ich Udo Bodo nicht zugetraut. Ihm am allerwenigsten.«

Aber bald gab Ihre Hoheit das Fragen ganz auf, es hatte ja gar keinen Zweck, er schrieb ja doch nicht.

Aber er schrieb doch, sogar täglich. Aber die Briefe gelangten stets auf einem Umweg ins Schloß, den Komteß Blanka sich ausgedacht hatte.

Udo Bodo schrieb täglich und auch jetzt machte er sich daran, den soeben erhaltenen Brief gleich zu beantworten.

»Ich habe ja doch nichts zu tun,« sagte er sich, »ich werde jetzt zwei volle Seiten schreiben, dann freut sie sich.«

Aber als er mit seiner Epistel fertig war. waren es doch nur anderthalb Seiten geworden. Udo Bodo dachte darüber nach, ob er nicht noch ein Postskriptum machen könne, aber ihm fiel nichts ein und er erinnerte sich, auch einmal gehört oder gelesen zu haben, daß Nachschriften sehr unfein wären und daß nur Dienstboten und Soldaten sie anwendeten.

So adressierte er denn das Kuvert und gab sich dann wieder seinen Gedanken hin. Sein Tagewerk war vollbracht und dabei war es erst zwölf Uhr mittags. Nein, ganz war er doch noch nicht fertig: zweierlei hatte er heute noch zu tun, er mußte um ein Uhr frühstücken und um sieben Uhr dinieren. Es war zwar gräßlich langweilig, jeden Mittag ganz allein in Frack und weißer Binde an der Tafel zu sitzen, aber was half's? Allerdings, der Platz ihm gegenüber war auch gedeckt, wie der Haushofmeister meinte: für den Fall, daß sich vielleicht doch einmal ein Gast nach Adlershorst verirren sollte, in Wirklichkeit aber für Komteß Blanka. Es standen auch stets frische Blumen neben ihrem Kuvert und beim Diner erhob er hin und wieder sein Glas, um ihr zuzutrinken, so lebhaft sah er sie stets vor sich, wie überhaupt der Gedanke an sie ihn nie verließ.

Aber trotzdem, trotz aller Liebe oder besser gesagt: gerade weil er sie so über alles liebte, wurde er seine Gewissensbisse nicht los, und zum erstenmal in seinem Leben hatte er jetzt das Gefühl, nicht ganz so gehandelt zu haben, wie es sich für einen tadellosen Ehrenmann gehörte.

Zum erstenmal in seinem Leben machte er sich auch selbst Sorgen und er fing an zu verstehen, wie der hochselige Graf Kuno unter diesen gräßlichen Geldgeschichten gelitten haben mußte. Und doch, wie selten war eine laute Klage über dessen Lippen gekommen, wenigstens ihm gegenüber hatte er fast nie gestöhnt, er hatte immer nur mit vollen Händen gegeben, er hatte nie an sich gedacht, immer nur an andere, und von neuem dankte er seinem Vater dafür, daß dieser ihm stets alle Sorgen fern gehalten hatte.

Und zum erstenmal in seinem Leben wurde Udo Bodo Pessimist. Er fing an, mit dem Schicksal zu hadern, und mehr und mehr kam er zur Überzeugung, daß es auf der ganzen Welt auch nicht einen einzigen Menschen gäbe, dem es auch nur annähernd so schlecht ginge wie ihm. Der gewöhnlichste Knecht auf seinem Gute heiratete, wenn er ein Mädel gefunden hatte, das zu ihm paßte, aber er, Udo Bodo, Graf von Adlershorst, Majoratsherr und früherer persönlicher Adjutant Seiner Hoheit, er konnte nicht heiraten, lediglich des Geldes wegen nicht. Jeder Arbeiter konnte seine Frau ernähren, er, Udo Bodo, Graf von Adlershorst, konnte das nicht.

Und wieder fing er an zu rechnen, wie man mit einem Einkommen von jährlich dreißigtausend Mark einen Haushalt bestreiten könne, aber auch dieses Mal kam er zu dem Resultat: es geht nicht. Und obgleich er den Termin ganz genau kannte, obgleich er sogar das Datum wußte, an dem nach Jahren die letzte Rate der Schulden getilgt wurde, rechnete er doch immer wieder nach, wann das Gut schuldenfrei sein würde, Und wenn er dann zu der Überzeugung kam daß er wenigstens noch fünf Jahre verlobt sein müsse, dann kamen wieder die Gewissensbisse, daß er Blanka an sich gefesselt hatte. Sie war so jung, so schön, so begehrenswert – wieviel glänzende Partien würden sich ihr nicht noch im Laufe der Zeit bieten, und dann war sie gebunden, dann konnte sie das Glück, das sich ihr bot, nicht ergreifen und festhalten.

Udo Bodo befand sich in einer gräßlichen Stimmung. Frühmorgens ritt oder fuhr er ein paar Stunden spazieren, sonst saß er den ganzen Tag in seinem Zimmer und brütete vor sich hin. Nur wenn ein Brief von Blanka kam, verließen ihn seine Sorgen für eine Weile, aber nur, um gleich darauf desto stärker zurückzukommen und ihn um so heftiger zu quälen.

Der Kammerdiener versuchte vergebens, seinen Herrn auf andere Gedanken zu bringen. Der wußte, was Udo Bodo fehlte, er kannte ja Komteß Blanka aus der Residenz, und ihr Bild stand jetzt dort auf dem Schreibtisch, da war es nicht schwer, den Zusammenhang zu erraten.

»Der Herr Graf sollten einige Zeit verreisen, das würde dem Herrn Grafen sehr gut tun, der Herr Graf sehen wirklich sehr elend aus, der Herr Graf sitzen zu viel im Zimmer, der Herr Graf müßten mehr an seine Gesundheit denken.«

Aber der Herr Graf dachten gar nicht daran, daran zu denken. »Sie meinen es gut mit mir, Georges (in Wirklichkeit hieß der Emil, aber ein Kammerdiener mit Namen Emil? Undenkbar! So hatte Udo Bodo ihn denn umgetauft). »Sie meinen es gut mit mir, aber wohin sollte ich wohl reisen?«

Georges, der schon weit in der Welt herumgekommen war und das Reisen sehr liebte, dachte darüber nach, welche Plätze auf der Welt er gern einmal wiedersehen möchte und zählte diese dann auf.

Aber Udo Bodo lehnte ab: »Das ist zu weit, Georges, viel zu weit, und außerdem muß ich damit rechnen, daß ich jeden Tag die Allerhöchste Kabinettsorder erhalten kann, die meinen Wiedereintritt in die Armee befiehlt, und dann muß ich sofort abreisen, mich zu melden. Es geht nicht anders, selbst wenn ich fort wollte: ich muß hier bleiben.«

»Es ist einfach gräßlich.« philosophierte Udo Bodo dann, wenn er nach einem solchen Gespräch wieder allein war, »die Einsamkeit und die Langeweile machen mich ganz kaputt. Ich unterhalte mich sogar schon mit meinem Kammerdiener. Wohin soll das führen? Das geht so nicht weiter, absolut nicht, ich muß mir irgend etwas zu tun machen.«

Und von diesem Gedanken, der ihn auch in der nächsten Zeit dauernd beschäftigte, getrieben, ging er eines Tages in das große Bibliothekzimmer. Dort sah es einfach wild und wüst aus. Seitdem vor vielen Jahren aus Anlaß des bevorstehenden Besuches Seiner Hoheit des Prinzen Karl Friedrich damals der Schullehrer aus der kleinen Stadt in der Bibliothek Ordnung geschaffen hatte, war dort nicht wieder aufgeräumt worden. Alles lag bunt durcheinander. Auf einem großen Tisch, der in der Mitte des Zimmers stand, hatte man die Bücher, die man gelesen, einfach hingeworfen, anstatt sie wieder in die Regale zu stellen, und mehr als meterhoch türmte sich dort der Haufen. Und an den Wänden und auf dem Boden lehnten und lagen die großen Pakete, die die Buchhändler zur Ansicht geschickt hatten, alle uneröffnet, genau so, wie sie angekommen waren. Graf Kuno hatte nie etwas zurückschicken lassen, dazu war er viel zu bequem gewesen, er behielt alles, was ihm ins Haus geschickt wurde. Und warum auch nicht? Er bezahlte es ja doch nicht, und das Zurücksenden verursachte nur Mühe und Kosten.

Udo Bodo bekam zuerst, als er das Zimmer betrat, einen Schrecken, aber plötzlich überfiel ihn ein Gefühl der Freude. Hier gab es etwas für ihn zu tun, hier wollte er Ordnung schaffen, es waren doch schließlich seine Bücher, die da herumlagen. Und während des Aufräumens würde er vielleicht manches finden, das sich auf seine Familie bezog, so daß auch er Gelegenheit fand, an der Familiengeschichte zu arbeiten.

So rief er denn seinen Kammerdiener herbei und teilte diesem seine Absicht mit: »Wenn ich gesucht werde, so bin ich in den nächsten Tagen hier in der Bibliothek. Ich werde hier Ordnung schaffen.«

»Aber Herr Graf, das ist doch keine Arbeit für den Herrn Grafen,« sagte Georges vorwurfsvoll, nachdem er sich von seinem ersten Erstaunen erholt hatte. »Und außerdem sind der Herr Graf doch erst heute morgen von mir manikürt worden!«

»Ach so, ja richtig, das hatte ich ganz vergessen.« Und voller Stolz und Freude betrachtete Udo Bodo seine tadellos gepflegten Nägel, die im zartesten Rot leuchteten. »Man könnte ja allenfalls ein Paar Handschuhe anziehen,« meinte er nachdenklich.

Aber auch dagegen erhob Georges Einspruch. »Ein Paar neue würden sofort schmutzig sein und schmutzige Handschuhe werden der Herr Graf doch nicht anbehalten, der Herr Graf müßten sich also jede Minute ein Paar neue Handschuhe anziehen.«

»Sie haben recht, Georges,« stimmte Udo Bodo ihm bei, »und Sie haben auch sonst recht, es ist keine Arbeit für mich. Wir werden uns nächstens aus der Stadt wieder den Schullehrer verschreiben. Vielleicht lebt er noch, sonst lebt sein Nachfolger. Und der Mann wird froh sein, wenn er sich ein paar Mark nebenbei verdienen kann.«

»Sehr wohl, Herr Graf.«

Udo Bodo wandte sich zum Gehen, aber in der Tür blieb er noch einmal stehen: »Ich möchte etwas zum Lesen haben, bringen Sie mir eins dieser Pakete in mein Zimmer, oder noch besser: öffnen Sie es hier und bringen Sie mir dann die Bücher.«

»Welches Paket befehlen der Herr Graf?« »Ist ja ganz gleichgültig, ich weiß ja doch nicht, was es enthält. Machen Sie irgendeins auf.«

Nach wenigen Minuten erschien Georges mit einem Stapel Bücher.

»Wirklich gräßlich, was heutzutage alles zusammengeschrieben wird,« dachte Udo Bodo, »ich möchte nur wissen, wo die Leute die Zeit dazu hernehmen, denn sie haben doch auch noch was anderes zu tun. Von der Schriftstellerei allein kann doch kein Mensch leben.« Dann sagte er: »Na, legen Sie die Bücher da mal hin. Ich werde sie mal durchsehen, vielleicht ist irgend etwas Vernünftiges darunter.«

Georges verschwand, und Udo Bodo las die einzelnen Titel: »Also sprach Zarathustra«. Udo Bodo dachte einen Augenblick nach: »Zarathustra? War das nicht irgendein Weiser aus dem Morgenlande? Der ist doch schon lange tot, was gehen mich heute noch dessen Aussprüche an, die sind ja doch schon ganz veraltet. – Was ist das hier? ›Also sprach Zarathustras Sohn?‹ Gräßlich! In der Familie scheinen sie alle die Weisheit mit Löffeln gegessen zu haben. Na, meinetwegen. Und hier? ›Bölsche: Liebesleben in der Natur‹? Das wäre vielleicht schon eher etwas für mich.«

Er blätterte in dem Buch, aber als er anstatt kleiner pikanter Anekdoten wissenschaftliche Betrachtungen fand, legte er auch diesen Band unwillig beiseite: »Ich möchte nur wissen, wer so etwas lesen soll? Warum schreiben denn die Leute nicht endlich mal etwas Verständiges.«

Er suchte weiter und weiter, aber er fand nichts, was ihm zusagte.

»Die verständigste Lektüre ist und bleibt doch für unsereins immer der Grafenkalender,« sagte er sich, und so nahm er den denn auch jetzt zur Hand. Als erstes schlug er natürlich seine eigene Familie auf. Zwar wußte er alles auswendig, was über die auf den Blättern stand, aber so viele vornehme Namen auf einmal zu sehen, das erfreute ihn immer wieder, und vor allen Dingen interessierten ihn die von der Hand seines verstorbenen Vaters gemachten Randzeichnungen. Besonders eine Notiz fesselte ihn immer wieder aufs neue, nicht etwa, weil sie besonders originell war, sondern nur um ihrer Wahrheit willen. Sie bezog sich auf eine Familie derer von Adlershorst, die sich vor mehreren Jahrhunderten bereits von dem Stamm getrennt und als besonderer Zweig nach Dänemark gezogen war, um dort zu hohen Ehren, zu hohem Ansehen und zu großem Reichtum zu gelangen. Ein großer Teil des Geldmajorats, das Graf Kuno besessen und das jetzt auf Udo Bodo übergegangen war, stammte aus dänischen Mitteln, aber seit mehr als hundert Jahren waren die beiden Familien ganz verfeindet, und hierauf bezog sich die Notiz des Grafen Kuno, die da lautete: sehr schade! Und es war wirklich sehr schade, denn die dänischen Adlershorst besaßen Millionen, und wenn sich verschiedene »Wenn« erfüllten, dann war es immerhin nicht unmöglich, daß doch noch einmal ein Teil des großen Vermögens durch Erbschaft an die deutsche Linie gefallen wäre, nicht jetzt, aber vielleicht doch einmal später, nach hundert oder nach mehr Jahren. Zwar war der jetzige Majoratsherr kinderlos, aber er hatte einen Neffen, und dieser hatte auch schon wieder Söhne, sogar sechs an der Zahl, so daß in absehbarer Zeit an ein Aussterben der Familie nicht zu denken war. Aber trotzdem: sterben müssen ja alle. Zum Schaden des Staates ja auch die Adligen, und so wäre doch immerhin noch Aussicht auf eine Erbschaft gewesen, wenn nicht die Feindschaft zwischen den beiden Familien bestanden hätte.

Das war wirklich schade, und Graf Kuno hatte beständig das zwar keineswegs neue, aber trotzdem wahre Wort auf den Lippen geführt:

»Für einen Aristokraten gibt es außer dem Nichtstun nur eine einzige standesgemäße Beschäftigung: das Erben.«

Der Ansicht war Udo Bodo auch, und wenn jemals, so hätte er jetzt gern geerbt, je mehr je besser, schon Blankas wegen. Und trotzdem es dem Grafen Kuno ganz sicher nicht entgangen wäre, wenn im Grafenkalender irgendwo auch nur der Schein einer Erbschaft gewinkt hätte, so sah Udo Bodo doch immer wieder von neuem nach, ob sein Vater nicht vielleicht doch etwas übersehen hätte und ob nicht doch irgendwo die Spur einer Erbschaft zu entdecken war. Aber auch Udo Bodos Bemühungen waren stets erfolglos. Und immer legte er das Buch enttäuscht beiseite. Dieses Erbschaftssuchen war bei ihm geradezu zu einer Manie geworden, er glich darin gewissermaßen einem Goldgräber, der sich in seiner Arbeit durch keinen Mißerfolg enttäuschen läßt und jeden Tag von neuen Hoffnungen beseelt erneut die Hacke zur Hand nimmt, bis er entweder doch das findet, was er sucht, oder bis er inmitten seiner Tätigkeit tot umfällt. So sagte auch Udo Bodo sich jeden Tag: ich gebe es auf, ich finde ja doch nichts! Aber trotzdem ging er am nächsten Morgen wieder auf die Suche.

So kam eins zum andern, um Udo Bodos Stimmung immer trauriger und trübseliger zu machen, und aus dieser Stimmung heraus ertappte er sich eines Tages dabei, daß er sich plötzlich auf den bevorstehenden Dienst im Regiment freute. Schön war es ja auch nicht, was er da zu tun hatte, aber er hatte doch wenigstens etwas zu tun, und dieses ließ sich schon ertragen, wenn man der Auffassung beitrat, daß der ganze Dienst doch schließlich weiter nichts sei, als eine unangenehme Unterbrechung der freien Zeit. Und vor allen Dingen: er würde nicht mehr so allein sein, nicht immer mehr allein bei Tisch sitzen, er würde den Umgang mit den Kameraden pflegen. In Erinnerung rief er sich diese herbei und ließ sie Revue passieren, viele von ihnen waren ihm unsympathisch gewesen, aber einige hatten ihm doch sehr gut gefallen, ja, mit dem einen oder dem anderen war er sogar beinahe befreundet gewesen. Er freute sich plötzlich wirklich auf das Wiedersehen. Allerdings, alle würde er ja nicht mehr antreffen, manche waren inzwischen befördert und in ein anderes Regiment versetzt worden, einzelne hatte auch die strafende Nemesis ereilt und durch frühzeitige Verabschiedung hatten sie einen zu flotten Lebenswandel büßen müssen. »Hoffentlich schickt man mich wenigstens in mein altes Regiment zurück und nicht Gott weiß wohin. Mich in eine neue Garnison einzuleben, lauter neue Gesichter zu sehen, keinen einzigen Bekannten zu treffen – gräßliche Vorstellung!«

Aber als Udo Bodo endlich, viel später als er es erwartet hatte, die Mitteilung erhielt, daß er wieder in die Armee eingestellt sei, da war er doch nicht seinem alten Truppenteil, sondern einem anderen Infanterieregiment überwiesen.

Udo Bodo war außer sich, und erst als er die Rangliste zur Hand nahm und sich davon überzeugte, daß seine neuen Kameraden wenigstens zur Hälfte aus Adligen bestanden, und als er sich dann aus dem neuesten Konversationslexikon über seine neue Garnison informiert hatte, bekam er wieder Lebensmut. Vielleicht würde es ihm da doch besser gefallen als in der alten Garnison, und vor allen Dingen, wenn er es sich richtig überlegte: es war sogar vielleicht ganz gut, daß er den alten Kameraden nicht wieder begegnete. Die würden ihn wie früher wie ihresgleichen behandeln und es würde schwer sein, ihnen klarzumachen, daß gewissermaßen auch für ihn die Rheinsberger Tage vorüber waren, daß er jetzt der Majoratsherr und nicht mehr wie früher lediglich der Sohn seines Vaters sei. Das richtete zwischen ihm und den anderen Kameraden eine gewisse Schranke auf, die die neuen Herren von selbst respektieren und verstehen, die die alten Kameraden aber vielleicht nicht begreifen würden.

Fast gleichzeitig mit dem Befehl aus dem Militärkabinett kam auch ein huldvolles Telegramm Seiner Hoheit: es sei nicht, wie Udo Bodo vielleicht glaube, eine Zurücksetzung, sondern geradezu eine Auszeichnung, daß Udo Bodo in das neue Regiment gekommen sei. Er, Seine Hoheit, habe ihn dort bereits auf das wärmste empfohlen und dem Interesse, das er an Udo Bodos weiterer Zukunft nehme, Ausdruck verliehen. Er hoffe und wünsche von ganzem Herzen, daß Udo Bodo sich fortan in der Armee wohl und glücklich fühlen möge und dies Seiner Hoheit melden könne, wie dieser überhaupt schon lange auf ein Lebenszeichen von Udo Bodo gewartet habe.

Selbstverständlich erfüllte dieses Telegramm Udo Bodo mit aufrichtiger Freude, einmal, weil es von Seiner Hoheit war, dann aber auch, weil daraus hervorging, daß Seine Hoheit sich bereits bei dem neuen Truppenteil für ihn verwendet habe. Er wußte, jetzt würde man ihn dort mit mehr als offenen Armen aufnehmen.

Und das war auch tatsächlich der Fall, als er sich wenige Tage später in der neuen Garnison einfand. Gleich nachdem er sich bei dem Kommandeur gemeldet hatte, stellte dieser ihn sofort dem zu diesem Zweck bereits versammelten Offizierkorps vor und in längerer Rede gab der Oberst seiner großen Freude darüber Ausdruck, daß Udo Bodo gerade in sein Regiment gekommen sei.

Udo Bodo hörte diese Rede, die stark unter dem Einfluß des Schreibens Seiner Hoheit an den Regimentskommandeur stand, als etwas ganz Selbstverständliches an. Auch nach seiner Auffassung hatte das Regiment alle Ursache, sich über ihn zu freuen: er hatte gute Kriegsschulzeugnisse, von seinem alten Regiment die beste Konduite, von seinem Herzog die besten Empfehlungen, er besaß Orden und Ehrenzeichen, fast ebensoviel wie der Oberst selbst, er war eine sehr gute Erscheinung, für einen Leutnant war er sehr reich, er hatte einen mehr als tadellosen Namen, es war alles da, was gebraucht wurde, ja, es waren für einen gewöhnlichen Leutnant fast zu viel Vorzüge, die sich in seiner Person vereinten.

Natürlich fand am Abend ihm zu Ehren im Kasino ein glänzendes Liebesmahl statt, und da imponierte er allen Kameraden ganz gewaltig dadurch, daß er sich nicht betrank. Es war noch nie dagewesen, daß ein in ein neues Regiment versetzter Offizier am ersten Tag nicht mehr oder weniger unterm Tisch gelegen hatte, aber als man endlich die Tafel aufhob, war Udo Bodo genau so nüchtern wie in dem Augenblick, als er sich zu Tisch gesetzt hatte.

»Man betrinkt sich nie bei Hof,« gab er auf eine Frage zur Antwort, »und ich habe zu lange am Hofe gelebt, um mir nicht die dort herrschenden Formen ganz zu eigen gemacht zu haben.«

Daß man sich bei Hof nie betrank, war den meisten neu. Du großer Gott, schließlich waren die Fürsten doch auch nur Menschen, hatten denn die gar keinen Durst? Oder tranken sie nur alkoholfreie Getränke?

»Warten Sie es nur ab, Graf,« rief eine Stimme, »wenn Sie erst längere Zeit bei uns sind, werden Sie auch schon zu der Überzeugung kommen, daß es zuweilen sehr schön ist, sich die Nase etwas zu begießen.«

»Niemals.« sagte Udo Bodo. »Ich werde nie vergessen, wer und was ich bin, und was ich mir, meinem Namen und meiner Stellung schulde.«

Das klang so bestimmt, daß alle merkten, es sei ihm heiligster Ernst mit dem, was er sagte, und er würde stets so denken wie heute

Durch sein Benehmen beim Liebesmahl hatte Udo Bodo sich gleich am ersten Tag eine Position im Offizierkorps geschaffen und er behielt diese auch in Zukunft. Von den jüngeren Kameraden wurde er angestaunt und bewundert, von den gleichaltrigen geachtet und von manchem der älteren, die viel länger dienten als er, und die bei der Ochsentour, die sie durchmachten, doch noch nichts Besonderes erreicht hatten, wurde er beneidet. Aber alle erkannten in ihm den tadellosen Kavalier, dessen Benehmen, dessen Anschauungen, dessen Lebenswandel einfach mustergültig waren. Und ebenso wie Udo Bodo den Kameraden gefiel, ebenso gefiel er auch den Familien, bei denen er Besuch gemacht hatte, natürlich in erster Linie den Familien des Regiments, dann aber auch in dem großen Zivilkreis, der mit dem Offizierkorps eine enge Fühlung hatte. Überall wurde er mit Auszeichnung empfangen, und je mehr Töchter im Hause waren, desto großer war die Liebenswürdigkeit, mit der man ihn aufnahm. Udo Bodo als Schwiegersohn zu ergattern, war der Traum aller Mütter, und diesen machte er noch mehr schlaflose Nächte als den jungen Mädchen, die alle für ihn schwärmten, schon weil er Graf war, schon weil er so viel Orden hatte, schon weil er täglich mit einem wirklichen Herzog und mit einer wirklichen Herzogin zusammengewesen war. Und wie Desdemona ihren Othello liebte, schon »weil er Gefahr bestand«, so liebten ihn die jungen Mädchen, weil er zwar keine Gefahren bestand, wohl aber dafür bei Hof gewesen war.

Und immer und immer wieder tönte die Frage an sein Ohr: »Ach bitte, Herr Graf, erzählen Sie mir doch, wie lebt man denn nun eigentlich bei Hof?«

Aber Udo Bodo blieb stets die Antwort schuldig. Um nicht indiskret werden zu müssen, und um nicht immer dasselbe zu sagen, hatte er sich die Ausrede erfunden: »Ich bin zum Schweigen verpflichtet.« Er hatte gehofft, damit ein für allemal die Neugier zu befriedigen, aber seine Worte erweckten dieselbe erst recht: er durfte nicht darüber sprechen, Gott – wie interessant! Und immer mehr wuchs das Interesse, das man an Udo Bodo nahm, denn er hatte doch alle geheimnisvollen Sachen, über die er nicht sprechen durfte, miterlebt.

Und noch in einer anderen Hinsicht war Udo Bodo allen jungen Damen sehr merkwürdig: alle ihre Liebenswürdigkeiten ließen ihn ganz kalt. Jeder andere Leutnant strahlte, wenn eine gefeierte Schönheit ihn mit Auszeichnung behandelte, wenn sie ihn bei einem Ball mit Orden dekorierte, wenn sie ihm erlaubte, sie zu Tisch zu führen, aber Udo Bodo blieb unnahbar, nichts brachte ihn aus seiner Ruhe, er schien für all die schönen Mädchenaugen, die ihn mehr oder weniger verliebt anblickten, gar keinen Sinn zu haben. Wäre Udo Bodo nicht so reich, nicht so vornehm, nicht so schick und vor allen Dingen nicht so fabelhaft interessant gewesen, dann hätte man ihn wohl bald fallen lassen und sich nicht weiter um ihn gekümmert, aber so erwachten der Trotz und der Stolz der jungen Damen, sie wollten ihm beweisen, daß sie ihn doch noch zu ihren Füßen sehen würden, daß sie auch ihn dahin brächten, ihnen den Hof zu machen. Und da jede die einzige sein wollte, die dieses erreichte, schon um vor den Freundinnen damit prahlen zu können, entspann sich zwischen den jungen Damen der reine Wettstreit um seine Gunst, und Udo Bodo konnte sich vor den jungen Mädchen oft kaum retten.

Wenn sie gewußt hätten, daß Udo Bodo verlobt war! Und wenn sie die Briefe hätten lesen können, die er über sie an seine Blanka schrieb:

»Ich verliere bald alle Hochachtung vor diesen jungen Damen, die sich doch zu der ersten Gesellschaft rechnen, wenn ich es sehe, wie sie mich mit ihren Liebenswürdigkeiten verfolgen, und ich begreife die Mütter nicht, die so etwas nicht nur dulden, sondern sogar unterstützen. Oft bereue ich es, überhaupt in diesen bürgerlichen Kreisen Besuche gemacht zu haben, denn man soll nicht mit Leuten verkehren, von denen man schon durch den Adel der Geburt getrennt ist. Aber hätte ich es nicht getan, so hätte ich viel böses Blut gemacht und mir viele Feinde geschaffen, und schließlich sagte ich mir: was du tust, das tust du ja nicht für dich, sondern für die anderen. Selbst ein König spricht ja zuweilen mit einem Bürgerlichen, da habe auch ich mich nach reiflichster Überlegung dazu entschlossen, die Schranken, die mir Gott durch meine Geburt und durch meine Stellung auferlegte, solange ich noch Offizier bin, fallen zu lassen. Leicht ist es mir nicht geworden, aber die Pflicht der Kameradschaft verlangt es, und seine Pflicht hat ein Adlershorst noch stets getan.«

Wenn die jungen Damen diese Briefe hätten lesen können!

Aber sie konnten sie ja nicht lesen, das war ein Glück für sie, aber das war auch ein Glück für Udo Bodo.

Alles in allem gefiel es Udo Bodo in der neuen Garnison ganz gut. Die Stadt fand seinen Beifall, und er hatte manchen netten Kameraden kennen gelernt. Er besaß eine sehr hübsche Wohnung, und nach Überwindung einiger Bedenken seitens seiner Vorgesetzten war ihm auch erlaubt worden, seinen Marstall beizubehalten, obgleich diese zuerst gefürchtet hatten, daß das bei den weniger bemittelten Kameraden böses Blut machen würde. Aber die dachten gar nicht daran, ihm seinen Reichtum zu mißgönnen. Udo Bodo war nun einmal für sie ein Ausnahmemensch, und da war es ja ganz natürlich, daß er auch anders lebte als sie. Und vor allen Dingen war Udo Bodo viel zu gut erzogen, um mit seinen Mitteln zu protzen. Daß er vierspännig fuhr, war in den Augen der Kameraden ebenso selbstverständlich wie die Tatsache, daß sie selbst die elektrische Bahn benutzten.

Und außerdem waren alle davon überzeugt daß Udo Bodo beim Regiment doch nur ein kurzes Gastspiel gab. Wie lange würde es dauern und man würde ihn an den Hof zurückrufen oder man würde ihm eine andere Stellung geben. Ebenso dachten auch die Vorgesetzten und deshalb regten diese sich auch über Udo Bodos militärische Unkenntnisse nicht allzusehr auf.

In der ersten Zeit hatte Udo Bodo vom Dienst natürlich keine Ahnung gehabt, nicht die allerleiseste, aber das hatte auch niemand gewundert, denn er war ja viele Jahre ganz aus der Front heraus gewesen, und inzwischen hatte sich im Reglement und in den anderen Vorschriften so vieles geändert, daß es ganz selbstverständlich war, wenn seine Kenntnisse jeden Augenblick versagten.

Aber nach einem halben Jahr versagten sie ebenfalls, und nach einem weiteren halben Jahr versagten sie immer noch, und da kamen seine direkten Vorgesetzten zum erstenmal auf den Gedanken, sich etwas eingehender mit Udo Bodos geistigen Fähigkeiten, die nicht vorhanden waren, zu beschäftigen. Da wurde zum erstenmal in ihnen die Überzeugung wach: Udo Bodo ist dumm, ja, er ist sogar sehr dumm.

Aber jeder, der zu dieser Überzeugung gekommen war, bekam einen gewaltigen Schrecken, und jeder behielt seine Meinung für sich, denn wer einen Offizier, der so glänzende Empfehlungen besaß, der solche Karriere hinter sich hatte, der so viel Orden trug, wer einen solchen Offizier für dumm erklärte, der konnte leicht in den Verdacht kommen, selbst nicht der Weiseste der Weisen zu sein. Und außerdem war Udo Bodo der Protegé Seiner Hoheit, der hatte an dem Tag, als Udo Bodo ein Jahr dem neuen Regiment angehörte, dem Oberst, dem Major und seinem Hauptmann einen Orden verliehen. Davon aber ganz abgesehen, konnte Udo Bodo ja auch schon aus vielen anderen Gründen, über die sie sich selbst nicht klar waren, gar nicht so dumm sein, wie sie glaubten. Allerdings, daß er sich nur verstellte, daß irgend etwas anderes, als nur geistige Unfähigkeit, ihn veranlaßte, prinzipiell bei jeder Felddienstübung die Posten falsch aufzustellen und auch sonst den bestehenden Vorschriften und dem gesunden Menschenverstande stets entgegen zu handeln, das wollte ihnen auch nicht recht in den Sinn. So standen sie alle vor einem psychologischen Rätsel, das sie zwar gelöst zu haben glaubten, dessen Lösung ihnen aber immer wieder zu unwahrscheinlich erschien, um sie für richtig zu halten.

Da kam eines Tages ein Schreiben aus dem Militärkabinett. Auf die warme Befürwortung Seiner Hoheit hin hatte man die Absicht, unter Berücksichtigung der Seiner Hoheit geleisteten treuen Dienste, auf Grund der guten Zeugnisse und Empfehlungen, Udo Bodo unter gleichzeitiger Vorpatentierung zum Hauptmann zu befördern. Das Regiment wurde um Auskunft darüber ersucht, ob dienstliche Gründe dagegen sprächen. Als der Oberst dieses Schreiben gelesen hatte, bekam er einen Todesschrecken, denn in seinem Regiment war die Stelle eines Hauptmanns frei. Wenn Udo Bodo jetzt befördert wurde, erhielt der die Kompagnie, und das durfte nicht sein. Dazu hatte der Oberst sein Regiment viel zu lieb, und sich selbst auch, denn er war doch in erster Linie für die Ausbildung seiner Truppe verantwortlich, und wenn Udo Bodo eine Kompagnie hatte, mit der er nichts wie Dummheiten machte, dann konnte er selbst eines Tages über dessen Dummheiten straucheln, und dafür dankte er. Udo Bodo als Leutnant und Zugführer war ja schon keine militärische Sehenswürdigkeit, aber Udo Bodo als Hauptmann und Kompagniechef, das ging einfach nicht, bei der Vorstellung allein wurde dem Kommandeur schwach.

Und wiederum legte er sich die Frage vor: »Ist Udo Bodo wirklich so unfähig wie du glaubst? Kann er das überhaupt nach dem, was er bisher geleistet hat, sein?« Und die Antwort, die er sich selbst auf diese Frage mit lauter, vernehmlicher Stimme erteilte, lautete: »Nein, so töricht kann er nicht sein, und es ist viel natürlicher, daß du dich allein in der Beurteilung seiner geistigen Fähigkeiten irrst, als daß dies auch alle seine früheren Vorgesetzten, sein Herzog und alle, die ihn sonst noch ausgezeichnet haben, taten. Dein Urteil allein ist absolut nicht maßgebend, denn eine erdrückende Mehrzahl anderer Stimmen steht dem deinen gegenüber und beweist dir schlagend, daß du unrecht hast.«

Und als der Oberst zu dieser Überzeugung gekommen war, hielt er es in seiner Eigenschaft als Vorgesetzter und als Ehrenmann für seine Pflicht, Udo Bodo von dem falschen Verdacht, in dem er ihn gehabt hatte, zu reinigen.

So setzte er sich denn hin und schrieb Udo Bodo ein Zeugnis, das mehr als glänzend war.

Und der Erfolg blieb nicht aus. Schon drei Wochen später wurde Udo Bodo unter Beförderung zum Hauptmann in ein neues, als besonders vornehm geltendes Regiment versetzt.

Am liebsten wäre der Oberst vor Freude sich selber um den Hals gefallen, aber da er das nicht konnte, umarmte er seinen Adjutanten. Er hatte erreicht, was er erstrebte, er hatte Udo Bodo aus dem Regiment »herausgelobt«.

Udo Bodo nahm auch diese neue, ihm zuteil gewordene Auszeichnung wie etwas ganz Selbstverständliches hin, und der erste Gedanke, der ihm einfiel, war: jetzt kannst du Ehrenritter des Johanniterordens werden, sein Vater war sogar Rechtsritter gewesen, und daß das weiße Kreuz bisher auf seiner Brust fehlte, hatte ihn stets betrübt.

Aber nach den bestehenden Bestimmungen mußte er erst Hauptmann sein, bevor er diesen Orden erhalten konnte. Nun war auch dieses Ziel erreicht, und die Freude hierüber ließ ihn alle Unannehmlichkeiten vergessen, die mit einem Umzug in eine neue Stadt, mit dem Eintritt in ein neues Regiment verbunden waren.

Im Offizierkorps war man aufrichtig traurig, daß Udo Bodo schied, man war stolz auf ihn gewesen, denn er hatte ihnen allen zur Ehre gereicht. Kurz und gut, man sah ihn schweren Herzens scheiden.

Und ebenso ungern, wie die einen ihn gehen ließen, ebenso gern nahmen die anderen ihn auf. Mit offenen Armen wurde er empfangen, und das Regiment war glücklich, einen so vorzüglichen Offizier zu erhalten.

Allerdings, dienstlich erfüllte Udo Bodo nicht ganz die Hoffnungen, die man in ihn gesetzt hatte. Daß er im Anfang bei dem Kompagnieexerzieren nichts wie Dummheiten machte, war ja selbstverständlich, er war ja erst kurze Zeit wieder in der Front, und ob man eine Kompagnie führt oder einen Zug, ist ein ganz verteufelter Unterschied. So sagte man auch nichts, denn ein so glänzend empfohlener Offizier, wie Udo Bodo es war, würde sich sehr schnell einarbeiten. Aber als Udo Bodo nach einem halben Jahr auch noch Dummheiten machte, und als es nach einem weiteren halben Jahr auch noch nicht besser geworden war, da wurden seine Vorgesetzten stutzig. War Udo Bodo wirklich der hervorragend befähigte Offizier, als der er empfohlen war? Zum erstenmal stiegen ihnen Bedenken darüber auf, und als Udo Bodo eines Tages, nachdem er bereits zwei Jahre lang Hauptmann war, bei dem Bataillonsexerzieren mit seiner Kompagnie das ganze Bataillon umwarf, da wurde es allen klar: man hat Udo Bodo im alten Regiment los sein wollen; verabschieden konnte man ihn nicht, schon um den Herzog nicht zu kränken und ihm damit zu beweisen, daß er einen törichten Adjutanten an seiner Seite gehabt habe, so hatte man Udo Bodo einfach fortgelobt.

Und der Entschluß: du lobst ihn wieder fort! stand sofort bei dem Regimentskommandeur fest, der Udo Bodos militärische Glanzleistung mitangesehen hatte.

Die Gelegenheit, ihn fortzuloben, fand sich bald, als die Brigade einen neuen Adjutanten suchte. Wer konnte dafür mehr geeignet sein als Udo Bodo? Hatte der seine Pflicht als Adjutant des Herzogs erfüllt, so würde er als Adjutant eines Generals sicher am Platze sein. Und außerdem, ganz so töricht, wie der Kommandeur im ersten Augenblick der Erregung geglaubt hatte, konnte Udo Bodo ja gar nicht sein, das war ja gar nicht möglich. Es war sogar sehr wahrscheinlich, daß er sich irrte, denn seinem Urteil standen die glänzenden Zeugnisse aller anderen Vorgesetzten gegenüber, und ob der letzte Oberst ihn wirklich fortgelobt hatte, das war doch auch nur eine Vermutung, keineswegs eine bewiesene Tatsache. Wie dem aber auch immer war: sicher hatte Udo Bodo auch seine großen Gaben, und diese lagen in der Adjutantentätigkeit, wie seine langjährige Stellung bei Hof ja glänzend bewiesen hatte. Und es ist eine Erscheinung, die man sehr oft beobachten kann, daß die schlechtesten Frontoffiziere oft die besten Adjutanten werden, und umgekehrt.

So setzte der Herr Oberst sich denn hin und empfahl Udo Bodo zum Brigade-Adjutanten. Er tat es mit einer Liebe, als handele es sich um sein eigenes Fleisch und Blut, und gewissermaßen tat es das ja auch, denn wenn Udo Bodo noch länger bei ihm Hauptmann blieb, dann war der Ruf seines Regiments bald zum Teufel, und ihn selbst konnte dann auch sehr bald der Teufel holen.

Und der Erfolg blieb nicht aus: Udo Bodo wurde zum Brigade-Adjutanten ernannt. Allerdings fehlte es ihm ja an den praktischen Kenntnissen, aber gleichviel, ein Offizier, der so glänzend empfohlen war wie er, würde sich sehr schnell einarbeiten.

So trat Udo Bodo denn seine neue Stellung an. Die schnelle Beförderung und die Auszeichnung, die ihm durch dieses vielbegehrte Kommando zuteil wurde, hatten seinen Ehrgeiz erweckt, und er sah sich im Geiste schon als Exzellenz herumlaufen. War es ihm nicht gelungen, Minister zu werden, dann wollte er wenigstens kommandierender General werden. Das stand jetzt für ihn fest. Das war er nicht nur sich selbst und seinen Ahnen, sondern auch der Armee schuldig. So stürzte er sich denn mit einem wahren Feuereifer in seine neuen Berufspflichten. Daß er zuerst nicht ein und aus wußte, daß es ihm überall an den nötigen Kenntnissen fehlte, trotzdem er sich vor seiner definitiven Beförderung zum Brigade-Adjutanten eine Zeitlang auf dem Bureau hatte einarbeiten können, daß er beständig um Rat fragen mußte, war ja selbstverständlich. Das wunderte den Herrn General auch weiter gar nicht, das war ja immer so, daß ein Adjutant am Anfang keine Ahnung hatte, aber das pflegte immer sehr bald anders zu werden, und bei einem so glänzend empfohlenen Offizier, wie Udo Bodo, würde die Erkenntnis noch schneller kommen als bei den anderen Herren.

Aber die Erkenntnis kam nicht, und der General rang verzweifelt die Hände. Am liebsten wäre er dem Oberst, der ihm Udo Bodo so warm empfohlen, und wie es sich jetzt herausstellte, einfach aus dem Regiment herausgelobt hatte, sacksiedegrob geworden, aber der Oberst hatte plötzlich seinen Abschied erhalten und wandelte nun schon lange stillvergnügt mit einem Strohhut auf dem Kopf durch die Straßen von Pensionopolis. Was ging es den noch an, ob der General mit Udo Bodo zufrieden war oder nicht? Ja, wenn er erfahren hätte, daß der General seinen Adjutanten täglich dreimal zum Teufel wünschte, hätte er sich höchstens noch darüber gefreut, denn dann hätte er doch wenigstens noch eine kleine Genugtuung dafür gehabt, daß der General ihm bei der Besichtigung das Genick umgedreht hatte.

So viel stand für den General aber nach einem Jahre fest: Adjutant bleiben konnte Udo Bodo nicht, wenigstens nicht bei ihm. Er hatte keine Lust, alles selbst zu machen, und dies mußte er, wenn er nicht vom Generalkommando und von der Division täglich für Udo Bodos Torheiten Grobheiten zu hören bekommen wollte.

»Ich schicke Udo Bodo in die Front zurück,« schalt der General, »dann mag er sehen, wie er weiter kommt.«

Aber gerade, als der General diesen Entschluß gefaßt hatte, kam ein Schreiben vom Generalkommando. Es war vom Generalstab die Nachricht gekommen, daß sofort dorthin ein Hauptmann zu kommandieren sei. Es war eine derjenigen Stellen frei geworden, die für solche Offiziere reserviert sind, die die Kriegsakademie nicht besucht hatten. Jede Brigade konnte einen Hauptmann namhaft machen, und das Generalkommando würde dann die Entscheidung treffen.

Als der General das gelesen hatte, fing er vor Freude an zu weinen, denn er sagte sich: »Nun bist du Udo Bodo los, er bekommt das Kommando, dafür werde ich schon sorgen.«

Dann setzte er sich hin und lobte Udo Bodo über den grünen Klee. Gewiß, zum Brigade-Adjutanten war Udo Bodo ja nicht geeignet, aber trotzdem mußte er ja ein selten befähigter Offizier sein. Er selbst hielt ihn allerdings nicht dafür, aber sein Urteil allein durfte und konnte nicht maßgebend sein, denn er war der einzige, der seine geistigen Fähigkeiten nicht richtig erkannt hatte, das ging ja schlagend aus den glänzenden Zeugnissen aller anderen Vorgesetzten und aus dem Urteil Seiner Hoheit über Udo Bodo hervor. Es war doch viel wahrscheinlicher, daß er allein sich irrte, als daß dies alle anderen getan hätten. Seine Stimme stand als einzige allen anderen gegenüber und so hielt er es nicht nur mit seinem Gewissen für vereinbar, ja, er hielt es sogar für seine Pflicht, das Unrecht, das er Udo Bodo dadurch zugefügt hatte, daß er an seiner Begabung zweifelte, durch ein glänzendes Zeugnis wieder gutzumachen. So lobte er Udo Bodo denn immer weiter und weiter, und er wußte, er würde nicht umsonst loben.

Und der Erfolg blieb nicht aus.

Als Udo Bodo eines Morgens erwachte, war er zum Generalstab kommandiert. Wie er dorthin gekommen war, wußte er selber nicht, und diejenigen, die es wußten – sagten es ihm nicht.

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