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Godolphin oder der Schwur

Edward Bulwer-Lytton: Godolphin oder der Schwur - Kapitel 3
Quellenangabe
typefiction
booktitleGodolphin oder der Schwur
authorEdward Bulwer-Lytton
year1834
publisherVerlag Jakob Anton Mayer
translatorLouis Lax
addressAachen und Leipzig
titleGodolphin oder der Schwur
submitted20050620
senderniki_nikotini@hotmail.com
created20051104
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Vorrede zu der zweiten Auflage.

Die Dichtung oder vielmehr Kompilation dieses Werkes ist verschiedenen Personen zugeschrieben worden, davon einige so viel Ruf haben, daß ich fast versucht werde, ihr ein Verdienst beizulegen, von dem ich Anfangs keine rechte Ahnung hatte. Es ziemt mir nicht, so schmeichelhaften Angaben zu widersprechen. Ich begnüge mich damit, innerlich über den Mißgriff zu lachen, mit dem man einen Fündling adoptirt hat, der nur Einen Schritt von der Wiege zum Grabe hat. Der wahre Verfasser von Godolphin ist und wird immer unentdeckt bleiben. Er freut sich, der Welt die Früchte seiner Gedanken, seiner Forschungen und seiner Erfahrungen übergeben zu können – und überläßt Andern die Verantwortlichkeit seiner Irrthümer.

Einige sagen, dieses Buch sey eine Spielerei von Herrn d'Israeli: andere, es sey entweder eine Nachahmung von Herrn Bulwer, oder ein Sprößling, zu dessen Verleugnung er seine guten Gründe habe. Ich habe gehört, daß man es dem Obersten Caradoc – der Mistreß Norton – dem Türkischen Gesandten – der vereinten Arbeit des Herrn ***, der noch am Leben ist, und der verstorbenen Lady Caroline L**** zugeschrieben hat. Ich vermuthe, daß keine dieser Behauptungen richtig ist, aber sie freuen mich dermaßen, daß ich keiner derselben entschieden widersprechen mag. So viel kann ich jedoch sagen, daß, wenn keine Frau einige Theile dieses Buches geschrieben haben könnte, so auch kein Mann es ganz geschrieben haben kann, und daß es ernstlich und in der That mehr Biographie als Roman ist. Einer, der aus Erfahrung schöpft, kann nicht nachahmen: aber dennoch kann er (Bequemlichkeit halber brauche ich den männlichen Artikel) vielleicht nicht ganz den Styl und die Manier seiner Zeitgenossen vermeiden. Dieselben Gründe, welche die Art und Weise bestimmen, in welcher sie sich ausdrücken, bildten auch seine Denk- und Schreibweise.

Ich sehe die Tendenz und Moral dieses Buches sich langsam Bahn machen. Eine Periode in ihrer Wahrheit darstellen, heißt die Ereignisse der nachfolgenden vorauszukünden. Lebe wohl, Leser: willst Du mich entlarvt sehen, mußt Du hinter die Bühne dieser Welt kommen; wenn die Lampen ausgelöscht sind, der Vorhang gefallen ist, wirst Du erfahren, wer ich bin. Aber es gibt Eine Macht, welche Dich hinter diese Coulissen führen kann, und ihr Name ist – Tod.

*** 9. August 1833.

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