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Glockenspiel

Heinrich Seidel: Glockenspiel - Kapitel 84
Quellenangabe
titleGlockenspiel
authorHeinrich Seidel
typepoem
publisherA.G. Liebeskind
addressLeipzig
sendermagnus.mueller@vetmed.uni-giessen.de
firstpub1889
modified20170929
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Es war einmal

1.

        Versunken und begraben
Liegt Beides – Schmerz und Lust,
Die mich beweget haben
In meiner tiefsten Brust.

Nur manchmal leise reget
Das Herz sich wie im Traum,
Und was es einst beweget,
Das glaubt es selber kaum.

2.

        O fiele ein Stern hernieder,
Ein goldner, in meinen Schooss!
O stände in Blüthen wieder
Mein dunkles Lebensloos!

Rings um mich, nah und ferne
Steht Alles in Rosen und Laub –
Es fallen viel tausend Sterne –
Und werden alle zu Staub!

3.

        All der Jugend heisses Sehnen
Es entschwindet wie ein Traum –
Unter Lust und unter Thränen
Geht die Zeit, wir merken's kaum.

Ewig nur voll holden Klanges
Tönet die Erinnrung fort;
Weinen macht uns ihres Sanges
Herzbewegend Zauberwort.

4.

              Kehret wieder, goldne Tage,
Kehre wieder, schöne Zeit!
Ach, gleich einer holden Sage
Liegst du in Vergangenheit.

Und zu dir – ich kann's nicht wehren –
Wendet sehnend sich mein Sinn,
Wirst du gleich nie wiederkehren,
Weil ich selbst ein Andrer bin! –

5.

      Was soll die stäte Klage
Um den verlornen Traum!
Es schwinden deine Tage
Wie Blatt um Blatt vom Baum!

Lass' hell dein Auge glänzen!
Und lerne es verstehn,
Mit Blumen dich zu kränzen,
Die auf den Gräbern stehn.

 


 

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