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Glockenspiel

Heinrich Seidel: Glockenspiel - Kapitel 83
Quellenangabe
titleGlockenspiel
authorHeinrich Seidel
typepoem
publisherA.G. Liebeskind
addressLeipzig
sendermagnus.mueller@vetmed.uni-giessen.de
firstpub1889
modified20170929
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Zu spät

1.

        Nun schwebt von goldnem Haar umwallt
Dein schönes Köpfchen still mir vor,
Und deiner Stimme Nachklang hallt
Gar hold an mein erinnernd Ohr.

Ein Sehnen – ungestillt – erfüllt,
Umfängt mich wie ein Nebelflor.
Weh, was mir einst den Sinn verhüllt!
Nun weiß ich erst, was ich verlor.

2.

        Eine späte Blüthe träumet
Einsam in flatterndem Laub.
Den Frühling hat Sie versäumet –
Nun wird sie des Herbstes Raub.

Dass nichts beim Alten bliebe,
Der Herbstwind schüttelt und weht!
Ach, deine süsse Liebe,
Dass ich sie einst verschmäht!

3.

        Es flüstert in dämmriger Stunde
In welken Blättern der Wind:
Das ist eine traurige Kunde
Von zweien Herzen, mein Kind.

Sie fanden sich nimmer zusammen
Zu leuchten im seligem Schein,
Zwei einsam lodernde Flammen
Verglühten in Sehnsucht allein.

 


 

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