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Glockenspiel

Heinrich Seidel: Glockenspiel - Kapitel 71
Quellenangabe
titleGlockenspiel
authorHeinrich Seidel
typepoem
publisherA.G. Liebeskind
addressLeipzig
sendermagnus.mueller@vetmed.uni-giessen.de
firstpub1889
modified20170929
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Der Vertraute

        Aller sehr verliebten Seelen
Sitte ist's, den Mond zu fragen.
Wenn sie sich in Sehnsucht quälen,
Soll vom fernen Lieb er sagen.

Neulich fragt ich ihn: »Du gutes,
Silberhelles Aug' der Nächte,
Sieh ich bin verlegnen Muthes,
Ob mein Lieb auch mein gedächte.

Sonst auf ihrem Kammerfenster
Sah ich oft dein mild Gefunkel,
Wenn, zur Stunde der Gespenster
Ich dort unten stand im Dunkel.

Meine ganze Liebe hast du
Damals, Mond, erschauen müssen;
Auch in jener Laube sahst du
All die rothen Küsse küssen.

Ach, du kennst ja die Geschichte.
Sprich nun, ist sie treu gewesen?
Lass aus deinem Angesichte
Freundlich mich die Antwort lesen.«

Doch der runde Mond – bedächtig
Schaute er auf mich hernieder!
Und mir war, als wenn verdächtig
Zwinkten seine Augenlieder.

 


 

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