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Glockenspiel

Heinrich Seidel: Glockenspiel - Kapitel 53
Quellenangabe
titleGlockenspiel
authorHeinrich Seidel
typepoem
publisherA.G. Liebeskind
addressLeipzig
sendermagnus.mueller@vetmed.uni-giessen.de
firstpub1889
modified20170929
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Die Schwalben

            Hold Erinnern schwebt mir vor,
Wie um Fensterbogen
An dem alten Kirchenchor
Tausend Schwalben flogen.

Schwalben rings ohn Unterlass
In den Lüften wiegend,
Wo ich schöne Märchen las.
Zwischen Gräbern liegend.

Jene grüne Einsamkeit
Ist schon lang versunken,
Wo ich in der Kinderzeit
Poesie getrunken.

Doch wenn heut die Schwalben schrein,
Die im Licht sich schwenken,
Meiner Kindheit Morgenschein
Muss ich still gedenken.

Denn die Sehnsucht dauert fort
Nach der Jugend Räumen,
Und noch immer wandl' ich dort
Nachts in meinen Träumen.

 


 

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