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Glockenspiel

Heinrich Seidel: Glockenspiel - Kapitel 39
Quellenangabe
titleGlockenspiel
authorHeinrich Seidel
typepoem
publisherA.G. Liebeskind
addressLeipzig
sendermagnus.mueller@vetmed.uni-giessen.de
firstpub1889
modified20170929
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Weltlauf

      Man denkt wohl hin und her:
Manches könnt' besser sein –
Dies zu leicht – das zu schwer –
Gross oder klein.

Manchmal zu still die Welt.
Manchmal zu toll –
Manchmal fehlt Gut und Geld –
Nichts geht wie's soll:

Durst und kein Tropfen Wein –
Käs' und kein Brot –
Zahnschmerz und Liebespein –
Ueberdruss – Noth!

Dieser wird wild darob,
Strampelt und schreit;
Wird wie ein Wüthrich grob –
Schafft sich nur Leid.

Jener, der winselt drum.
Jammert und acht,
Weint viele Thränen drum,
Seufzt Tag und Nacht.

Und die Welt, wie sie will,
Geht ihren Lauf –
Hält sie kein Toben still –
Weinen nicht auf!

Was man nicht ändern kann.
Wie es auch zwickt –
Der ist am Besten dran,
Der sich drein schickt!

 


 

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