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Glockenspiel

Heinrich Seidel: Glockenspiel - Kapitel 18
Quellenangabe
titleGlockenspiel
authorHeinrich Seidel
typepoem
publisherA.G. Liebeskind
addressLeipzig
sendermagnus.mueller@vetmed.uni-giessen.de
firstpub1889
modified20170929
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Vergebens

        Ein Edelstein funkelt
In Bergesklüften!
Ihn zu besitzen
Ist Reichthum und Macht!
Es blüht eine Blume
Auf weiter Heide,
Und wer sie findet,
Der ist beglückt!
Es singt ein Vogel
Im wilden Walde,
Unsagbar selig
Macht sein Gesang!

Es hasten und jagen
Viel ruhlose Menschen,
Durchschweifen die feuchten
Finstren Klüfte,
Steigen hinauf
Zu der eisigen Höhe,
Durchirren die wüste
Wolkige Heide
Und kämpfen mit Dornen
Im dunklen Walde,
Und sehnen und suchen
Und sinken zu Boden,
Ach selten einer
Erreichet das Ziel.
Es muss ihm genügen
Ein fernes Blitzen,
Ein leiser Dufthauch
Vom Winde getragen,
Von fernem Singen
Verschwimmender Klang.
Sie verderben und sterben
Und sinken zu Boden,
Und neue treten
In ihre Lücke,
Um weiter zu kämpfen
Den ewigen Kampf! –

 


 

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