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Gestohlene Gedanken

Otto Berndt: Gestohlene Gedanken - Kapitel 6
Quellenangabe
authorOtto Berndt
titleGestohlene Gedanken
publisherMartin Boas
year1921
correctorJosef Muehlgassner
senderwww.gaga.net
created20180205
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Fünftes Kapitel

Kriminalkommissar Dr. Schlüter stand in dem schönen, der See zugewandten Balkonzimmer des Hotel Strandschloß in Kolberg und packte seinen Koffer. Er war anscheinend in bester Laune und pfiff ein vergnügtes Liedchen bei seiner Arbeit. Vor ihm stand der Besitzer des Hotels.

»Eigentlich müßte man Ihnen böse sein, Herr Doktor.«

»Mir? Aber weshalb?«

»Sie machen ein frohes Gesicht bei Ihrer Abreise, wie in der ganzen Zeit Ihres Aufenthaltes. Man müßte denken, daß es Ihnen gar nicht bei uns gefallen hat.«

»Aber mein Bester – es war wunderbar.«

»Dabei fauchen Sie wie eine Lokomotive in der Stube umher, Doktor, und suchen Ihre Sachen zusammen, als könnten Sie gar nicht schnell genug fortkommen.«

»Da haben Sie das Richtige getroffen. So eine alte Lokomotive, das bin ich. Und nun sagen Sie mal, wo gehört eine Lokomotive hin? In den Reparaturschuppen oder hinaus auf die freie Strecke? Mein Reparaturschuppen, in den meine im Winter ramponierten Nerven alle Jahre, nun sind es glaube ich schon zwanzig, gebracht wird, ist Ihr famoses Hotel, alter Freund, aber so gut sich's hier leben läßt, wenn die Nerven wieder gesund sind, dann halte ich's auch nicht mehr aus, dann will ich arbeiten. Ich bin nun einmal ein einsamer Mensch geblieben, habe weder Frau und Kind – zum Weißbierphilister und Skatbruder tauge ich auch nicht – in den Dienst, und wenn sonst nichts dazwischen kommt, fährt die alte Lokomotive bei Ihnen ein. Recht so?«

Er streckte ihm die Hand entgegen und schnürte dann den Koffer.

»Herr Doktor, eins junge Dame möchte Sie dringend sprechen.«

Der Kellner brachte ihm eine Visitenkarte.

»Lisa Fahren.«

»Lisa Fahren? Den Namen kenne ich doch? Herrgott, das ist ja doch die nette kleine Sentimentale hier vom Sommertheater? Und die kommt zu mir? Will mich wohl zu einem Benefiz einladen? Bedaure, mein schönes Kind, wenn das nicht in der nächsten halben Stunde stattfindet, bin ich nicht mehr da. Um acht Uhr fährt mein Zug.«

»Die Dame sieht sehr erregt und traurig aus.«

Schlüter wurde sofort ernst.

»Dann herauf mit ihr. Lieber Freund, Sie entschuldigen schon –«

»Ich gehe – vielleicht reisen Sie nun doch nicht.«

Während der Hotelier das Zimmer verließ, trat Lisa ein.

»Verzeihen Sie, Herr Doktor, aber Sie waren, wenn Sie einmal in unseren Kreis kamen, stets so freundlich zu mir, daß ich es wage –«

Es wurde ihr schwer, zu sprechen, und der Kommissar nahm ihre Hand.

»Sie haben Kummer, liebes Kind? Verzeihen Sie, wenn ich Sie so anrede, aber ich könnte ja in Wirklichkeit reichlich Ihr Vater sein, und ich habe ehrliches Interesse an Ihnen.«

Das war keine Phrase, denn das junge Mädchen, das sich stets abgesondert für sich hielt, und dem ehrliche Kunstbegeisterung und ernstes Streben auf dem Gesicht geschrieben stand, hatte ihm wirklich immer gut gefallen.

»Also bitte, reden Sie ganz offen. Ist Ihnen etwas Unangenehmes begegnet?«

»Eigentlich nicht mir, aber – meinem besten Freunde.«

Er sah sie prüfend an.

»Also doch?«

Sie verstand die unausgesprochene Frage.

»Sie können mir glauben, eine wirkliche Freundschaft auf dem Boden gemeinsamer Ideale.«

»Ich glaube Ihnen. Ein Schauspieler?«

Sie schüttelte den Kopf.

»Schriftsteller, wenn Sie auch seinen Namen noch nicht kennen, aber er ist wirklich ein Berufener. Gerhart Hellermann ist sein Name.«

»Hellermann? Etwa der Verfasser des ›Werdenden‹, der im Norddeutschen Kurier erscheint? Was sagen Sie – ich lese in meiner Urlaubszeit sogar Zeitungsromane.«

»Derselbe, und gerade um diesen Roman handelt es sich.«

»Da bin ich schon interessiert. Also frei von der Leber weg.«

Erst mit stockenden Worten, dann immer freier erzählte sie alles, was sie von Gerhart gehört, bis zu der schrecklichen Verhaftung und ihrem Aufenthalt auf dem Polizeibüro, bis vor wenigen Stunden. Jetzt hatte man den vollkommen gebrochenen Gerhart schon nach Stettin gebracht und sie auf freien Fuß gesetzt. Schlüter hatte nachdenklich zugehört.

»Mein liebes Fräulein, Sie sehen die Dinge durch die Brille der vertrauenden Freundschaft – ich bin ein alter Praktiker. Sie können nicht von mir verlangen, daß ich gleich von der engelsreinen Unschuld des Herrn Hellermann überzeugt bin – besonders – verzeihen Sie, wenn ich da an die traurigste Wunde in Ihrem Herzen rühre, bezüglich des Todes des Fräulein von Dahlen.

Sie sagen selbst, daß seine Nerven bisweilen mit ihm durchgehen. Gerade wenn er in der Plagiatsache unschuldig sein sollte, auch das müssen wir untersuchen, dann wäre es umso leichter möglich, daß er in verständlicher Wut, vielleicht gar in einer Art von Dämmerzustand, sich zu einer Gewalttat hätte hinreißen lassen, von der er jetzt, bei wiedergekehrtem Bewußtsein, vielleicht selbst nichts mehr weiß.«

Sie ließ traurig den Kopf hängen.

»Nein, Fräulein Fahren, so ist es nicht gemeint. Ich will Ihnen nur nicht mehr versprechen, als ich halten kann, Sie kommen in einem günstigen Moment. In einer Stunde geht mein Zug nach Berlin und, da von Dahlen, den ich übrigens kenne, auch in Berlin wohnt, so wird Hellermann jedenfalls auch nach dorthin gebracht. Morgen beginnt mein Dienst, und ich will gern beantragen, daß mir die Bearbeitung des Falles übertragen wird.«

»Das wollen Sie tun?«

»Überschätzen Sie es nicht. Ich bin kein Rechtsanwalt, der einer Partei dient und unter Umständen auch einem Schuldigen zum Freispruch verhilft. Ich sehe, in jedem Falle die Wahrheit zu ergründen.«

»Die braucht er nicht zu scheuen.«

»Dann wohl ihm – ich wünsche es schon um Ihretwegen. Aber zunächst muß er auch einen guten Rechtsanwalt haben, und den werde ich ihm empfehlen. Ist er seiner Sache wirklich sicher, so muß er dem Geheimrat zuvorkommen und seinerseits gegen Horst Wehler und von Dahlen die Klage erheben.«

»Er ist so vollkommen zusammengebrochen.«

»Ich werde ja voraussichtlich schon morgen Gelegenheit haben, mit ihm zu reden.«

»Und wollen ihm sagen, daß ich fest an ihn glaube.«

Er sah sie gerührt an.

»Auch das will ich ihm sagen, und ich will es hoffen, daß Sie noch recht glücklich mit ihm werden.«

Sie wurde rot und suchte wehmütig zu lächeln.

»Sie irren wirklich – wir sind nur Freunde und haben nie an etwas anderes gedacht. Wie sollten wir auch – er ist ein armer Schriftsteller und ich eine arme Schauspielerin – ich möchte ihm nur jetzt so gern helfen, denn ich weiß ja, daß er es verdient.«

»Wielange bleiben Sie noch hier?«

»Ich habe natürlich meine Entlassung erbeten und werde sie auch bekommen.«

»Aber warum denn?«

»Glauben Sie, daß es verborgen bleibt, daß er bei mir verhaftet wurde? Meine Wirtin hat mir ja schon die Tür gewiesen.«

»Bei Ihnen?«

»Er kam heut morgen ganz plötzlich in Kolberg an und kam natürlich sogleich zu mir.«

»Das war unverständig von ihm.«

»Es war selbstverständlich und das einzig richtige. Wo sollte er hin? Etwa zu seiner Mutter? Die wird früh genug das Unglück erfahren, und wer weiß, ob sie es so gut trägt, denn sie kennt ihn ja nicht so, wie ich – sie hat schon so oft an ihm gezweifelt. Oder sollte er zu fremden Menschen? Sehen Sie, wäre er nicht zu mir gekommen, so hätte ich Sie ja nicht aufsuchen können.«

»Aber was werden Sie tun?«

»Nach Berlin gehen – wieder zu den Agenten laufen und hoffen, daß ich etwas anderes bekomme.«

»Soll ich einmal schnell zum Direktor fahren? Ich kenne ihn.«

»Nein, Herr Doktor – hier bin ich unmöglich, dafür sorgt schon Frau Gollnow, und gewissermaßen mit einem Makel im Gesicht rumlaufen, das mag ich auch nicht, da fang ich lieber wo anders von vorn an. Vielleicht bekomme ich irgend etwas in Berlin, wenn's auch nur an einer Schmiere ist – es wäre vielleicht ganz gut, wenn ich jetzt in der Nähe wäre.«

»Herr Doktor, wenn Sie wirklich noch reisen wollen?«

Der Kellner stand in der Tür.

»Erst recht, also auf Wiedersehen in Berlin! Drei Tage sind Sie sicher noch hier? Wissen Sie was? Nehmen Sie hier mein Zimmer, das wird ja frei, ich sage schnell noch dem Wirt Bescheid, und in drei Tagen spätestens haben Sie von mir Nachricht. Noch eins – wie heißt der Roman von Horst Wehler?«

»Der Kämpfer.«

»Hoffentlich gibt es den auf dem Bahnhof, dann lese ich ihn unterwegs, den von Hellermann kenne ich ja. Also auf Wiedersehen!«

Er nickte ihr zu und trat in den Lift, während sie langsam ihren Mantel umnahm. Wie sie die Treppe hinunter kam, trat ihr der Wirt entgegen.

»Sie nehmen das Zimmer, Fräulein Fahren?«

»Wenn's nur nicht zu teuer ist.«

Er nannte einen außerordentlich niedrigen Preis, und sie war glücklich, daß sie eine so vorzügliche Unterkunft hatte, und wußte nicht, daß der gutmütige Kommissar, dem sie in ihrer Opferfreudigkeit für den Freund leid tat, selbst einen Teil im voraus bezahlt hatte.

Gerhart war von Kolberg über Stettin nach Greifswald, dem für Rügen zuständigen Landgericht überführt und dort im Untersuchungsgefängnis eingeliefert worden.

Er war ganz niedergebrochen, und wie der Staatsanwalt, der die Untersuchung sofort selbst in die Hand nahm, – die Vorfragen waren ja eigentlich schon alle geklärt – erwiderte er nichts als immer wieder die nämlichen Worte:

»Ich bin vollkommen unschuldig und weiß nichts von ihrem Tode und habe ihn auch nicht gewollt.«

Kommissar Wolff, Amtsrichter Zollern wurden nach Greifswald geladen.

Der Staatsanwalt hatte die vollständige Überzeugung seiner Schuld – nur ein Moment bedurfte noch dringend der Aufklärung.

Einen Raubmord hatte Gerhart Hellermann sicher nicht begangen. Dazu fehlten alle Anzeichen. Wo aber war die Uhr? Wo das Portemonnaie?

Nochmals wurde die ganze Umgebung des Tatortes genau abgesucht – im Gebüsch fand man das leere Portemonnaie – von dem Gelde und der Uhr keine Spur, dagegen fand sich, als man den Brunnen noch einmal durchforschte, ganz unten in demselben ein eng zusammengedrehtes Taschentuch, mit dem offenbar die Erdrosselung vor sich gegangen – es trug das Zeichen: G. H.

Der Staatsanwalt ließ Gerhart wieder vorführen.

»Haben Sie noch nichts zu gestehen?«

Die Tage der Haft hatten ihn verändert. Die anfängliche Gebrochenheit war einer eisigen Ruhe gewichen. Fast war es, als beobachte er selbst, wie ein Unparteiischer, ein Fremder.

Alles war gegen ihn, kein einziger für ihn. Er fühlte, wie das Netz sich immer enger um ihn zusammenzog – er sah keine Möglichkeit, ihm zu entgehen, und doch wußte er, daß er unschuldig war.

»Sie gestehen noch immer nicht?«

»Ich habe nichts zu gestehen, Herr Staatsanwalt.«

»Und was sagen Sie zu diesem Tuche?«

Er nahm es in die Hand.

»Es gehört mir.«

»Und wenn ich Ihnen sage, daß wir dieses Tuch, zu einem Strick gedreht, in dem Brunnen fanden, in dem die Leiche lag, daß wir aus den Strangulationsmarken am Halse deutlich erkennen, daß die Ermordete mit diesem Tuche getötet ist?«

»Dann stehe ich vor einem neuen unbegreiflichen Rätsel, aber ich kann trotzdem keine Tat gestehen, die ich nicht begangen habe.«

Er sprach so ruhig und fest, daß dem Staatsanwalt die Galle überging.

»Herr, wissen Sie, was Daumenabdrucke sind?«

»Wie sollte ich das nicht wissen, da noch gestern ein solcher von mir genommen wurde.«

»Wissen Sie, daß es nicht zwei Menschen auf der Welt gibt, deren Daumenzeichnung genau dieselbe ist?«

»Ich habe wenigstens davon gehört.«

»Nun vergleichen Sie einmal selbst diese beiden Photographien. Es sind zwei Vergrößerungen, der eine von dem Abdruck, der von Ihren Daumen genommen und dieser hier. Sind das dieselben?«

Gerhart prüfte genau.

»Soweit ich beurteilen kann, ja.«

»Also, dieser Daumenabdruck wurde auf dem Ärmel des Kleides der Ermordeten gefunden.«

»Ich habe keinen Augenblick geleugnet, daß ich den Arm der Dame ergriffen habe. Ich war sehr erregt, wir hatten einen lebhaften Wortwechsel, weil ich die Überzeugung hatte und noch habe, daß die Dame dazu beigetragen hat, mich in das Unglück zu stürzen. Ich gebe sogar zu, daß ich sie in der Wut am Arm gepackt, und dabei mag wohl der Daumenabdruck gekommen sein. Darum habe ich aber noch keinen Mord begangen.«

»Und wer hat es sonst getan?«

»Das weiß ich natürlich nicht. Ich wollte, es gelänge Ihnen, es zu ergründen.«

Der Staatsanwalt lief auf und nieder.

»So kommen wir nicht weiter. Gestehen Sie! Seien Sie klug, es ist das einzig Verständige!«

»Ich kann Ihnen nur immer wieder sagen: Ich habe nichts zu gestehen.«

»Führen Sie den Gefangenen ab.«

Wie er in der Zelle saß, verließ ihn dann jedesmal der künstlich gezwungene Mut. Er war verloren! Unweigerlich! – – er reihte ein Moment an das andere – wenn er der Staatsanwalt gewesen wäre – er hätte selbst nicht anders glauben können. Er war verloren!

Aber heut sollte er nicht zur Ruhe kommen. Kaum hatte sich die Tür hinter ihm geschlossen, als sie auch schon wieder geöffnet wurde. Zwei Herren traten ein.

»Kriminalkommissar Dr. Schlüter aus Berlin.«

Schon wieder ein Kommissar! Schon wieder ein neuer Quäler! Auf seiner Stirn zeichnete sich die Trotzfalte, die er stets hatte, wenn ihn der Staatsanwalt zu sich forderte.

Der Schließer war gegangen, und Dr. Schlüter setzte sich gemütlich auf den Stuhl.

»Ich bringe Ihnen einen schönen Gruß von Fräulein Lisa Fahren in Kolberg.«

Gerhart drehte sich um.

»Von?«

»Herr Hellermann, Sie müssen nicht in jedem Menschen einen Feind sehen.«

»Ich denke, ich habe dazu Grund.«

»Ich komme auch eigentlich nicht öffentlich. Ich habe Fräulein Fahren in Kolberg kennen gelernt, und sie hat mich gebeten, mich Ihres Falles anzunehmen.«

»Sie wollen mir helfen?«

»Wenn es Ihnen hilft, wenn ich mich bemühe, die Wahrheit zu ergründen, dann ja. Ich bin in Berlin tätig und erfreue mich eines kleinen Rufes, so daß der Herr Staatsanwalt sich meine Mitarbeit gern gefallen läßt, und in Berlin hat man mich für diesen Zweck beurlaubt. Übrigens sind mir die Ermittlungen in der gleichzeitig anhängig gewordenen Plagiatsache übertragen.«

Gerhart kam auf Schlüter zu.

»Herr Doktor – ich kenne Sie nicht, aber der Umstand, daß Sie mir einen Gruß von Lisa Fahren bringen, und auch Ihr ganzes Wesen flößen mir Vertrauen ein. Ich bin ein unglücklicher Mensch. Die ganze Welt scheint gegen mich verschworen. Ich gebe zu, daß alles gegen mich spricht und doch – ich weiß nicht, wobei ich schwören soll – ich bin unschuldig. Unschuldig an beiden, sowohl an dem grausigen Morde, wie auch an dem Diebstahl des Romans, bei dem ich der Bestohlene und nicht der Dieb bin.«

»Das letztere weiß ich.«

Gerhart sah Schlüter verwundert an, und dieser lächelte.

»Aber vorläufig weiß ich es noch ganz allein. Ich habe beide Romane gelesen. Der Ihre ist weit besser – soweit der andere nicht wörtlich übereinstimmt, ist er verwässert und verschlechtert. Es müßte ein seltsamer Plagiator sein, der ein besseres, einheitlicheres Werk schafft, als der eigentliche Vater der Gedanken.«

»Herr Doktor!«

Gerhart streckte ihm die Hand hin, aber Schlüter fuhr fort:

»Aber vorläufig ist das nur meine Überzeugung, und die Beweise müssen wir erst suchen. Und nun – gestatten Sie – Herr Dr. Rintel – ein mir befreundeter Rechtsanwalt aus Berlin. Ich habe Fräulein Fahren versprochen, Ihnen den Berater, den Sie brauchen und der ich Ihnen nicht sein darf, zu besorgen. Herr Doktor ist bereit, Ihre Verteidigung zu übernehmen. Ich lasse Sie jetzt allein und werde morgen wieder vorsprechen. Jetzt halten Sie Rat mit dem Herrn Doktor.«

Schlüter klopfte an die Tür – der Schließer kam und öffnete.

Gerhart hatte das Gefühl, daß ein Freund ging. Er blieb mit Doktor Rintel, einem jungen, etwas schüchtern erscheinenden Manne allein.

Schlüter wäre ihm als Verteidiger lieber gewesen.

Aber er war zufrieden – er war doch nicht mehr ganz allein und verlassen.

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