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Gutenberg > Niccolò Machiavelli >

Geschichte von Florenz

Niccolò Machiavelli: Geschichte von Florenz - Kapitel 1
Quellenangabe
typereport
authorNiccolo Machiavelli
titleGeschichte von Florenz
publisherPhaidon-Verlag - Wien
editorLudwig Goldscheider
translatorAlfred von Reumont
year1934
correctorreuters@abc.de
senderwww.gaga.net
projectid67a90d82
created20070517
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Florenz. Um 1823.

Pinselzeichnung von Ernst Fries (1801 – 33). Dresden, Kupferstichkabinett

Vorbemerkung

Die vorliegende Ausgabe ist eine ungekürzte Übersetzung von Machiavellis »Geschichte von Florenz«. Der Reumontsche Text wurde sprachlich überfeilt, seine Anmerkungen aber nur ganz unwesentlich vermehrt. Im Anhang wurden Auszüge aus Machiavellis Briefen an die Balia (in Zieglers Übertragung) abgedruckt, eine gewiß nicht unerwünschte Ergänzung. – Die dem Band beigegebenen Kupfertiefdrucke haben Gemälde und Plastiken aus der Renaissance zur Vorlage.

Im Jahre 1580 schrieb der große deutsche Satiriker und Publizist Fischart einen »Antimachiavell«. Die folgenden Generationen wiederholten immer wieder diesen Angriff; darunter ist die Schrift Friedrichs des Großen am bekanntesten. Machiavellis Hauptwerk, seine »Geschichte der Stadt Florenz«, liegt außerhalb dieses Streites um moralische Werte: Dieses Buch, entstanden im Zeitalter der Wiederbelebung des klassischen Altertums, ist das einzige neuzeitliche Geschichtswerk, das sich mit den Leistungen der antiken Historiker messen darf. Wir haben versucht, ihm durch ein ansprechendes Gewand den Weg in die Gegenwart zu erleichtern.

»Am Schlusse seines Lebens hat Machiavelli dann die Geschichte von Florenz geschrieben. Sie wurde in den Jahren 1521 bis 1525 im Auftrage der Stadt verfaßt und reicht von der Gründung bis zum Tode Lorenzos des Prächtigen, das erste bedeutende Werk moderner Geschichtswissenschaft. Die historische Kritik vor ihm hatte mit rein philologischen Mitteln gearbeitet, war über eine Erklärung und Vergleichung der Quellen nicht hinausgekommen. Machiavelli reißt sich los von dem Buchstaben in der Quelle, betrachtet die Geschehnisse unter einem einheitlichen Gesichtspunkte. Die Geschichtschreibung wird ihm zur Kunst. Darum sind die eingestreuten Reden, die er bringt, nicht eine wörtliche Wiedergabe, sondern sollen, wie bei den alten Historikern, dem Charakter der handelnden Personen entsprechen. Die Geschichte von Florenz wird ihm zu einem großen historischen Drama. Mit scharfem Geiste beobachtet er alle treibenden Kräfte des Lebens, sucht dabei seine Lehre vom Staat durch Beispiele aus der Wirklichkeit zu belegen. Ein dichterischer Schwung erfüllt das ganze Werk. – Ein gewisses Streben nach Rhetorik ist hier erkennbar; die Bedeutung der Geschichte von Florenz liegt in der Art, wie er den großen Stoff bewältigt, wie er das Geschehen großer Zeiträume gesehen hat. Gregorovius und Heinrich von Treitschke haben nach Jahrhunderten in ähnlicher Weise Geschichte geschrieben wie der große Florentiner ... So steht Machiavellis Lebenswerk vor uns: die Arbeit eines ernsten die Wahrheit suchenden Gelehrten, zugleich die Schöpfung eines Künstlers, des größten Prosaikers des sechzehnten Jahrhunderts. Er steht am Anfang der neuen Lehre vom Staate, den er auf seine irdischen Fundamente aus dem Bereich des Gottesstaates, wie ihn das Mittelalter sah, zurückgeführt hat. Er steht am Anfang der neuen Geschichtsschreibung« (Fritz Schillmann).

»Kein Schriftsteller der Welt hat so schlicht und eindeutig, so verständlich und wasserklar geschrieben wie er. In Italien gilt Machiavellis Sprachstil noch heute als ein unerreichtes Muster von Klarheit und Reinheit... Und in der Tat, keine Feder der Weltliteratur, nicht einmal Caesar, hat so unkompliziert, so hell und so verständlich geschrieben wie Machiavelli« (Herman Hefele).

Literatur über Machiavelli:

  • Pasquale Villari, Niccolo Machiavelli und seine Zeit, deutsch von B. Mangold, 2 Bände, 1877.
  • Kemmerich, Machiavelli, 1925.
  • Herman Hefele, Machiavelli, 1933.
  • Gervinus, Geschichte der florentinischen Historiographie.
  • Ranke, Zur Kritik neuerer Geschichtsschreiber, 1874.
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