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Geschichte Gottfriedens von Berlichingen mit der eisernen Hand

Johann Wolfgang von Goethe: Geschichte Gottfriedens von Berlichingen mit der eisernen Hand - Kapitel 3
Quellenangabe
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typedrama
authorJohann Wolfgang von Goethe
titleGeschichte Gottfriedens von Berlichingen mit der eisernen Hand
publisherbtb Verlag
seriesJohann Wolfgang Goethe. Sämtliche Werke. Münchner Ausgabe
volume1.1
printrun1. Auflage
editorKarl Richter u. A.
year1998 - 2009
firstpub1773
correctorreuters@abc.de
secondcorrectorgerd.bouillon@t-online.de
senderwww.gaga.net
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Zweiter Aufzug

Bamberg
Ein Saal

Der Bischof und Adelheid spielen Schach. Liebetraut mit einer Zitter Hofdamen Hofleute um ihn herum

Liebetraut Spielt und singt.

Berg auf und Berg ab, und Tal aus und Tal ein,
Es reiten die Ritter. Ta! Ta!
Und blauen sich Beulen, und hacken sich klein.
Es fliegen die Splitter Ta! Ta!
Ein Ritter auf seiner Prinzessin Geheiß,
Beut Drachen und Teufeln den Krieg
               Dara ta!
Wir schonen das Blut und wir sparen den Schweiß,
Gewinnen auf ander und andere Weis
Im Feld und der Liebe den Sieg
               Dara ta!

Adelheid Ihr seid nicht bei euerm Spiel. Schach dem König.

Bamberg Es ist noch Auskunft.

Adelheid Lang werdet Ihr's nicht mehr treiben. Schach dem König!

Liebetraut Das Spiel spielt ich nicht wenn ich ein großer Herr wäre, und verböt's am Hofe und im ganzen Land.

Adelheid Es ist wahr das Spiel ist ein Probierstein des Gehirns Schach dem König.

Liebetraut Es ist nicht darum. Ich wollte lieber das Geheul der Totenglocke und ominöser Vögel, lieber das Gebell des knurrischen Hofhundes Gewissen, durch den süßesten Schlaf hören, als von Läufern, Springern, und andern Bestien, das ewige Schach dem König.

Bamberg Wem wird das einfallen.

Liebetraut Einem zum Exempel der schwach wäre und ein stark Gewissen hätte, wie das denn meistens beisammen ist. Sie nennens ein königlich Spiel, und sagen es sei für einen König erfunden worden, der den Erfinder, mit einem Meer von Überfluß belohnte. Wenn's wahr ist so ist mir's als wenn ich ihn sähe. Er war minorenn, an Verstand oder an Jahren, unter der Vormundschaft seiner Mutter oder seiner Frau, hatte Milchhaare im Bart, und Flachshaare um die Schläfe. Er war so gefällig wie ein Weidenschößling, und spielte gern mit den Damen und auf der Dame, nicht aus Leidenschaft behüte Gott, nur zum Zeitvertreib. Sein Hofmeister zu tätig ein Gelehrter, zu unlenksam ein Weltmann zu sein, erfand das Spiel in usum delphini, das so homogen mit seiner Majestät war, und so weiter.

Adelheid Ihr solltet die Lücken unsrer Geschichtsbücher ausfüllen. Schach dem König und nun ists aus.

Liebetraut Die Lücken der Geschlechtsregister, das wäre profitabler. Seitdem die Verdienste unsrer Vorfahren, mit ihren Portraits zu einerlei Gebrauch dienen, die leeren Seiten nämlich unsrer Zimmer und unsers Charakters zu tapezieren. Seitdem jeder seinen Stammbaum in die Wolken zu treiben sucht, da wäre was zu verdienen.

Bamberg Er will nicht kommen, sagtet ihr.

Adelheid Ich bitt euch schlagts euch aus dem Sinn.

Bamberg Was das sein mag.

Liebetraut Was? die Ursachen lassen sich herunter beten wie ein Rosenkranz. Und er ist in eine Art von Zerknirschung gefallen, von der ich ihn schon wieder kurieren wollte.

Bamberg Tut das reitet zu ihm.

Liebetraut Meine Commission.

Bamberg Sie soll unumschränkt sein. Spare nichts wenn du ihn zurück bringst.

Liebetraut Darf ich euch auch hineinmischen Gnädige Frau?

Adelheid Mit Bescheidenheit.

Liebetraut Das ist weitläufige Commission. Mit Schüler Bescheidenheit? Die wird rot wenn sie euch den Fächer aufhebt. Mit Hofmannsbescheidenheit die erlaubt sich einen Lach wenn ihr rot werdet. Mit Liebhaber Bescheidenheit? Für ihre Lippen ist eure Hand ein Paradies, eure Lippen der Himmel. Bräutigams Bescheidenheit residiert auf euerm Mund und wagt ein Descente auf den Busen, wo denn Soldaten Bescheidenheit gleich Posto faßt, und sich von da nach einem Kanapee umsieht.

Adelheid Ich wollte ihr müßtet euch mit euerm Witz rasieren lassen, daß ihr nur fühltet wie schartig er ist. Kennt ihr mich so wenig oder seid ihr so jung um nicht zu wissen, in welchem Ton ihr mit Weislingen von mir zu reden habt.

Liebetraut Im Ton einer Wachtelpfeife, denk ich.

Adelheid Ihr werdet nie klug werden.

Liebetraut Dafür heiß ich Liebetraut. Wißt ihr wann Rolands Verstand nach dem Mond reiste.

Adelheid Wie er Angeliken bei Medorn fand.

Liebetraut Nein wie er Angeliken Traute. Wäre sein Verstand nicht vorher weg gewesen er wäre nie rasend geworden, da er sie in treulosen Umständen sah. Merkt das, gnädge Frau wenn ihr mir alle fünf sinne absprechen wollt nennt mich nur bei meinem Namen.

Bamberg Geht Liebet[raut] nehmt das beste Pferd aus unserm Stall, wählt euch Knechte, und schafft mir ihn her.

Liebetraut Wenn ich ihn nicht herbanne, so sagt: eine alte Frau die Warzen und Sommerflecken vertreibt, verstehe mehr von der Sympathie als ich.

Bamberg Was wirds viel helfen. Der Berlichingen hat ihn ganz eingenommen. Wenn er auch herkommt, so wird er wieder fort wollen.

Liebetraut Wollen das ist keine Frage, aber ob er kann. Der Händedruck eines Fürsten, und das Lächlen einer schönen Frau, halten fester als Ketten und Riegel. Ich eile, und empfehle mich zu Gnaden.

Bamberg Reist wohl.

Adelheid Adieu.

Liebetraut ab.

Bamberg Wenn er einmal hier ist verlaß ich mich auf euch.

Adelheid Wollt ihr mich zur Leimstange brauchen.

Bamberg Nicht doch.

Adelheid Zum Lockvogel denn.

Bamberg Nein, den spielt Liebetraut. Ich bitt euch versagt mir nicht, was mir sonst niemand gewähren kann.

Adelheid Wir wollen sehn.

Ab.

 

Jaxthaussen

Hans von Selbiz, Gottfried

Selbiz Jedermann wird euch loben daß ihr denen von Nürnberg Fehd angekündigt habt.

Gottfried Es hätte mir's Herz abgefressen, wenn ich ihnen nicht sollte an Hals gekommen sein. Schon Jahr und Tag gehts mit mir herum. So lang wird's sein daß Hans von Lidwach verschwunden ist. Kein Mensch wußte wo er hingekommen war, und mir gings so nah daß mein ehmaliger Kamerad im Gefängnis leiden sollte, denn wahrscheinlicher Weise lebte er. Und unter allem Elend geht keins über das Gefängnis.

Selbiz Ihr könnt davon sagen.

Gottfried Und mein's zu Hailbronn war noch ritterlich Gefängnis, ich durft auf meinen Eid, herumgehen, von meinem Haus in die Kirche. Der arme von Littwach in welchem Loch mag er stecken! Denn es ist am Tage, die von Nurnberg haben ihn weggeschleppt, im Markgräfischen ist einer niedergeworfen worden, der bekennt, er hab ihn an ihre Knechte verraten. Sein Bekenntnis in der Urfehde hat mir der Markgraf auf mein Bitten zugesandt. Und obgleich viele bisher feindlich bös getan haben, und geschworen sie wollten die Turcken aus Jerusalem beißen, wenn sie an Hansens von Littwach Unfall schuld hätten; so ist doch jetzt da es zur Sache kommt niemand als der getreuherzige Gottfried von Berlichingen der, der Katze die Schelle anhängen mag.

Selbiz Wenn ihr meine zwei Hände brauchen könnt, sie stehn euch zu Diensten.

Gottfried Ich zählte auf euch! wollte Gott, der Burgemeister von Nurenberg, mit der güldnen Ketten um den Hals käm uns in Wurf, er sollt sich verwundern!

Selbiz Ich höre Weislingen ist wieder auf eurer Seite. Tritt er zu uns.

Gottfried Noch nicht, es hat seine Ursachen, warum er uns noch nicht öffentlich Vorschub tun darf, doch ist's eine Weile genug daß er nicht wider uns ist. Der Pfaff ist ohne ihn was ein Meßgewand ohne den Pfaffen.

Selbiz Wann ziehen wir aus.

Gottfried Morgen oder übermorgen. Es kommen nun bald Kaufleute von Bamberg und Nürnberg aus der Franckfurter Messe. Wir werden einen guten Fang tun.

Selbiz Wills Gott.

ab.

 

Bamberg
Zimmer der Adelhaid

Adelhaid. Kammer Fräulein

Adelhaid Er ist da! sagst du. Ich glaubs kaum.

Fräulein Wenn ich ihn nicht selbst gesehen hätte würd ich sagen ich zweifle.

Adelhaid Den Liebetraut mag der Bischof in Gold einfassen, er hat ein Meisterstück gemacht.

Fräulein Ich sah ihn wie er zum Schloß Tor hineinreiten wollte, er saß auf einem Schimmel. Das Pferd scheute wie's an's Tor kam, und wollte nicht von der Stelle. Das Volk war aus allen Straßen gelaufen ihn zu sehn, und schien mit freudigen Augen dem Pferd für die Unart zu danken, womit es ihn länger in ihrem Gesicht hielt. Mit einer angenehmen gleichgültigkeit saß er droben, und mit wohl gemischtem schmeicheln und Drohen brach er endlich des Pferdes Eigensinn, und so zog er mit seinen Begleitern in den Hof.

Adelhaid Wie gefällt er dir.

Fräulein Als mir nicht leicht ein Mann gefallen hat. Er gleich[t] dem Kaiser hier

|: sie weist auf s Portrait :|

Als wenn er sein Sohn wäre. Die Nase nur etwas kleiner, eben so freundliche Lichtbraune Augen eben so ein blondes schönes Haar, und gewachsen wie eine Puppe. Ein halbtrauriger Zug auf seinem Gesicht, war so interessant.

Adelhaid Ich bin neugierig ihn zu sehn.

Fräulein Das wäre ein Herr für euch.

Adelhaid Närrin.

Liebetraut (kommt) Nun gnädige Frau was verdien ich.

Adelhaid Hörner von deinem Weibe. Denn nach dem zu rechnen habt ihr schon manches Nachbars ehrliches Hausweib aus ihrer Pflicht hinausgeschwätzt.

Liebetraut Nicht doch gnädge Fr. Auf ihre Pflicht wollten sie sagen, denn wenns ja geschah, schwätzt ich sie auf ihres Manns Bette.

Adelhaid Wie habt ihr's gemacht ihn herzubringen?

Liebetraut Ihr wißt nur zu gut wie man Männer fängt, soll ich euch meine geringe Kunststückgen zu den eurigen lernen. Erst tat ich als wüßt ich nichts, verstünd nichts von seiner Aufführung, und setzt ihn dadurch in Desavantage die ganze Historie zu erzählen, die sah ich nun gleich von einer ganz andern Seite an als er, konnte gar nicht finden, und so weiter. Dann redete ich von Bamberg, und ging sehr ins Detail, erweckte gewisse alte Ideen, und wie ich seine Einbildungskraft beschäftigt hatte, knüpft ich würklich eine Menge Fädger wieder an, die ich zerrissen fand. Er wüßt nicht wie ihm geschah, er fühlte sich einen neuen Zug nach Bamberg, er wollte ohne zu wollen, wie er nun in sein Herz ging und das entwickeln wollte, und viel zu sehr mit sich beschäftigt war um auf sich acht zu geben, warf ich ihm ein Seil um den Hals, aus zwei mächtigen Stricken Weibergunst und Schmeichelei gedreht, und so hab ich ihn hergeschleppt.

Adelhaid Was sagtet ihr von mir.

Liebetraut Die lautre Wahrheit. Ihr hättet wegen eurer Güter Verdrüßlichkeiten, hättet gehofft da er beim Kaiser so viel gälte, würde er das leicht enden können.

Adelhaid Wohl.

Liebetraut Der Bischof wird ihn euch bringen.

Adelhaid Ich erwarte sie mit einem Herzen, wie ich selten Besuch erwarte.

 

Im Spessart

Berlichingen. Selbiz. Georg als Knecht

Gottfried Du hast ihn nicht angetroffen Georg.

Georg Er war Tags vorher mit einem von Hof nach Bamberg geritten, und zwei Knechte mit.

Gottfried Ich seh nicht ein was das geben soll.

Selbiz Ich wohl. Eure Versöhnung war ein wenig zu schnell als daß sie dauerhaft hätte sein sollen.

Gottfried Glaubst du daß er bundbrüchig werden wird.

Selbiz Der erste Schritt ist getan.

Gottfried Ich glaubs nicht. Wer weiß wie nötig es war an Hof zu gehn, vielleicht ist man ihm noch schuldig wir wollen das beste denken.

Selbiz Wollte Gott er verdient es, und täte das beste.

Gottfried Reit jetzt auf Kundschaft Georg, es ist eine schöne Übung für dich, in diesen Fällen lernt ein Reutersmann Vorsichtigkeit und Mut verbinden.

ab.

 

Bamberg

Bischof, Weislingen

Bischof Du willst dich nicht länger halten lassen.

Weislingen Ihr werdet nicht verlangen daß ich meinen Bund brechen soll.

Bischof Ich hätte verlangen können, du solltest ihn nicht eingehn. Was für ein Geist regierte dich? Könnt ich dich ohne das nicht befreien? Gelt ich so wenig am Kaiserlichen Hofe?

Weislingen Es ist geschehen verzeiht mir wenn ihr könnt.

Bischof Hatt ich das um dich verdient. Gesetzt du hättest versprochen, nichts gegen ihn zu unternehmen. Gut. Die Fehde mit ihm war immer eine von meinen kleinsten Besorgnissen, triebst du sie nicht selbst am stärksten. Hätt ich nicht alles gegeben, um dich loszukriegen, und um in Ruh mit ihm zu kommen. Und er läßt sich weisen. Aber nein! Du verbindest dich gar mit ihm, wie ich wohl merke, du wirst mein Feind! – Verlaß mich Adelbert. Aber ich kann nicht sagen du tust wohl.

Weislingen Lebt wohl gnädger Herr.

Bamberg Ich geb dir meinen Segen. Sonst wenn du gingst, sagt ich auf wiedersehn. Jetzo! Wollte Gott wir sähn einander nie wieder.

Weislingen Es kann sich vieles ändern.

Bamberg Es hat sich leider schon zu viel geändert. Vielleicht seh ich dich noch einmal als Feind vor meinen Mauern, die Felder verheeren, die ihren blühenden Zustand dir jetzo danken.

Weislingen Nein gnädger Herr.

Bamberg Ihr könnt nicht Nein sagen. Würtenberg hat einen Alten Zahn auf mich. Berlichingen ist sein Augapfel, und ihr werdet inskünftige das schwarze drin sein. Geht Weisling! Ich hab euch nichts mehr zu sagen. Denn ihr habt vieles zu nichte gemacht. Gehet.

Weislingen Und ich weiß nicht was ich sagen soll.

Bamberg ab.

Franz (tritt auf) Adelhaid erwartet euch. Sie ist nicht wohl, und doch will sie euch ohne Abschied nicht lassen.

Weislingen Komm.

Franz Gehn wir denn gewiß.

Weislingen Noch diesen Abend.

Franz Mir ist als ob ich aus der Welt sollte.

Weislingen Mir auch, und noch dazu als wüßt ich nicht wohin.

ab.

 

Adelhaidens Zimmer

Adelhaid. Fräulein

Fräulein Ihr seht blaß gnädige Frau.

Adelhaid Ich lieb ihn nicht, und ich wollt doch er blieb. Siehst du, ich könnte mit ihm leben, ob ich ihn gleich nicht zum Mann haben mögte.

Fräulein Glaubt ihr daß er geht.

Adelhaid Er ist zum Bischof, und Lebewohl zu sagen.

Fräulein Er hat darnach noch einen schwerern Stand.

Adelhaid Wie meinst du.

Fräulein Was fragt ihr gnädge Frau, ihr habt sein Herz geangelt und wenn er sich losreißen will verblutet er.

 

Adelhaid. Weislingen

Weislingen Ihr seid nicht wohl, gnädge Frau.

Adelhaid Das kann euch einerlei sein. Ihr verlaßt uns, verlaßt uns auf immer. Was fragt ihr ob wir leben oder sterben.

Weislingen Ihr verkennt mich.

Adelhaid Ich nehm euch, wie ihr euch gebt.

Weislingen Das Ansehn trügt.

Adelhaid So seid ihr ein Chamäleon.

Weislingen Wenn ihr in mein Herz sehen könntet.

Adelhaid Schöne Raritäten würden mir vor die Augen kommen.

Weislingen Gewiß denn ihr würdet euer Bild drinne finden.

Adelhaid In irgend einem Winkel bei den Portraits ausgestorbener Familien. Ich bitt euch Weislingen, Bedenkt ihr redt mit mir. Falsche Worte gelten zum höchsten wenn sie Masken unsrer Taten sind; ein vermummter der kenntlich ist spielt eine armselige Rolle. Ihr leugnet eure Handlungen nicht und redet das Gegenteil, was soll man von euch halten?

Weislingen Was ihr wollt. Ich bin so geplagt mit dem was ich bin, daß mir wenig bang ist für was man mich nehmen mag.

Adelhaid Ihr kommt Abschied zu nehmen.

Weislingen Erlaubt mir eure Hand zu küssen, und ich will sagen Lebt wohl; Ihr erinnert mich! Ich bedachte nicht! Ich bin euch beschwerlich gnädge Frau!

Adelheid Ihr legts falsch aus. Ich wollte euch forthelfen. Denn ihr wollt fort –

Weislingen O, sagt ich muß. Zöge mich nicht die Ritterpflicht, der heilige Handschlag –

Adelhaid Geht! geht! Erzählt das jungen Mädgen die den Teuerdanck lesen und sich so einen Mann wünschen. Ritterpflicht! Kinderspiel.

Weislingen Ihr denkt nicht so.

Adelhaid Bei meinem Eid ihr verstellt euch. Was habt ihr versprochen? und wem? Einem Manne der seine Pflicht gegen den Kaiser und das Reich verkennt, in eben dem Augenblick da er durch eure Gefangennehmung in die Strafe der Acht verfällt, Pflicht zu leisten. Die nicht gültiger sein kann als ein ungerechter gezwungener Eid. Entbinden nicht unsre Gesetze von solchen Schwüren. Macht das Kindern weiß die den Rübezahl glauben. Es stecken andre Sachen dahinter. Ein Feind des Reichs zu werden, ein Feind der Bürgerlichen Ruh und glückseligkeit. Ein Feind des Kaisers. Geselle eines Räubers, du Weislingen mit deiner sanften Seele.

Weislingen Wenn ihr ihn kenntet.

Adelhaid Ich wollt ihm Gerechtigkeit widerfahren lassen. Er hat eine hohe, unbändige Seele. Eben darum wehe dir Weislingen. Geh und bilde dir ein Geselle von ihm zu sein. Geh und laß dich beherrschen, du bist freundlich, gefällig, liebreich.

Weislingen Er ists auch.

Adelhaid Aber du bist nachgebend und er nicht, unversehens, wird er dich wegreißen und dann fahre wohl Freiheit. Du wirst ein Sklave eines Edelmanns werden, da du Herr von Fürsten sein könntest. – Doch es ist Unbarmherzigkeit, dir deinen künftigen Stand zu verleiden.

Weisungen Hättest du gefühlt wie liebreich er mir begegnete.

Adelhaid Das kostet ihn so viel, als einen Fürsten ein Kopfnicken, und ging vielleicht just so von Herzen. Und im Grund wie hätt er dich anders behandeln sollen. Du rechnest ihm zur Gefälligkeit was schuldigkeit war.

Weislingen Ihr redet von euerm Feind.

Adelhaid Ich redete für euere Freiheit – und weiß überhaupt nicht was ich für ein Interesse dran nahm. Lebt wohl.

Weislingen Erlaubt mir noch einen Augenblick.

Er nimmt ihre Hand und schweigt.

Adelhaid Habt ihr mir noch was zu sagen.

Weislingen (nach einer Pause beängstet) Ich muß fort.

Adelhaid (mit Verdruß) So geht.

Weislingen Gnädge Frau! Ich kann nicht.

Adelhaid (spöttisch) Ihr müßt.

Weislingen Soll das euer letzter Blick sein.

Adelhaid Geht. Ich bin krank, sehr zur ungelegnen Zeit.

Weislingen Seht mich nicht so an.

Adelhaid Willst du unser Feind sein und wir solle[n] dir lächlen. Geh.

Weislingen Adelheid.

Adelhaid Ich haß euch.

Franz (kommt) Der Bischof läßt euch rufen.

Adelhaid Geht! Geht!

Franz Er bittet euch eilend zu kommen.

Adelhaid Geht! Geht!

Weislingen Ich nehme nicht Abschied. Ich seh euch noch einmal.

ab.

Adelheid Noch einmal. Wir wollen dafür sein. Margarethe wenn er kommt. Weist ihn ab. Wenn er noch zu gewinnen ist, so ists auf diesen Weg.

ab.

 

Weislingen. Franz

Weislingen Sie will mich nicht sehn!

Franz Es wird Nacht soll ich die Pferde satteln.

Weislingen Sie will mich nicht sehn!

Franz Wann befehlen Ihro Gn. die Pferde.

Weislingen Es ist zu spät, wir bleiben hier.

Franz ab.

Weislingen Du bleibst hier! Und warum? Sie noch einmal zu sehen! Hast du ihr was zu sagen! – Man sagt Hunde heulen und zittern auf Kreuzwegen, für Gespenstern, die dem Menschen unsichtbar, vorbeiziehn. Sollen wir den Tieren höhere Sinnen zuschreiben. Und doch das führt zum Aberglauben! Mein Pferd scheute wie ich zum Schloß Tor hereinwollte, und stund unbeweglich. Vielleicht daß die Gefahren die meiner warteten, in scheußlichen Gestalten mir entgegen eilten, mit einem höllischen Grinsen, mir einen fürchterlichen Willkomm boten, und mein edles Pferd zurücke scheuchten. Auch ist mirs so unheimlich wohin ich trete. Es ist mir so bang als wenn ich von meinem Schutzgeiste verlassen, feindseligen Mächten überliefert wäre. Tor – Hier liegt dein Fei[n]d, und die Reinste Himmelsluft würde zur beklemmenden Atmosphäre um dich her.

 

Jaxthaussen

Elisabeth. Marie

Marie Kann sich mein Bruder entschließen den Jungen in's Kloster zu tun.

Elisabeth Er muß. Denke nur selbst welche Figur würde Carl dereinst als Ritter spielen.

Marie Eine recht edle, erhabne Rolle.

Elisabeth Vielleicht in ein Paa[r] Hundert Jahren wenn das Menscheng[esch]lecht recht tief herunter gekommen sein wird. Jetzo da der Besitz unsrer Güter so unsicher ist, müssen wir Männer zu Hausvätern haben. Carl wenn er eine Frau nähm, könnte sie nicht mehr Frau sein als er.

Marie Mein Bruder wird mit unter ungehalten auf mich sein, er gab mir immer viel Schuld an des Knabens Gemütsart.

Elisabeth Das war sonst. Jetzo sieht er deutlich ein daß es Geist beim Jungen ist nicht Beispiel. Wie ich so klein war sagte er neulich, Hundert solche Tanten hätten mich nicht abgehalten Pferde in die Schwemm zu reiten, und im Stall zu residieren. Der Junge soll in's Kloster.

Marie Ich kann es nicht ganz billigen. Sollte denn in der Welt kein Platz für ihn sein.

Elisabeth Nein meine liebe. Schwache, passen an keinen Platz in der Welt, sie müßten denn Spitzbuben sein. Deswegen bleiben die Frauen wenn sie gescheut sind zu Hause, und Weichlinge kriechen ins Kloster. Wenn mein Mann ausreit es ist mir gar nicht bang. Wenn Carl auszöge ich würde in ewigen Ängsten sein. Er ist sichrer in der Kutte als unter dem Harnisch.

Marie Mein Weislingen ist auch sanfter Natur, und doch hat er ein edles Herz.

Elisabeth Ja! ja! Dank ers meinem Mann daß er ihn noch bei Zeiten gerettet hat. Dergleichen Menschen sind gar übel dran, selten haben sie Stärke der Versuchung zu widerstehn, und niemals Kraft sich vom Übel zu erlösen.

Marie Dafür beten wir um beides.

Elisabeth Nur dann reflektiert Gott auf ein Gebet, wenn all unsre Kräfte gespannt sind, und wir doch, das weder zu tragen noch zu heben vermögen was uns aufgelegt ist. In dem Falle wovon wir sprechen, gähnt meistenteils eine mißmutige Faulheit ein halbes Seufzergen. Lieber Gott schaff mir den Apfel dort vom Tisch her! Ich mag nicht aufstehn. Schafft er ihn nicht, nun so ist ein Glück daß wir keinen Hunger haben. Noch einmal gegähnt, und dann eingeschlafen.

Marie Ich wünschte ihr gewöhntet euch an, von heiligen Sachen anständiger zu reden.

Elisabeth Was ist heilig. Wenn ich mich erst putzen und in die Kirche gehn soll um mit Gott und von Gott zu reden. Wenn er nicht an jeder Kleinigkeit teil nimmt die mir wichtig vorkommt, wenn er nicht so gut Spaß als Ernst vertragen kann, wenn beides aus einem treuen liebevollen Herzen kommt. So ist er mein Gott nicht. Und doch weiß ich daß er mein Gott ist.

Marie Ihr wißt viel.

Elisabeth Nach dem man's nimmt. Viel und wenig, und immer was ich brauche. Hört ihr die Glocke?

Marie Zur Vesper. Ihr geht nicht mit.

Elisabeth Ich muß das Hemd fertig nähen, das ist auch Gottesdienst. Viel Erbauung.

Marie Ich will für euch beten.

Elisabeth Bet für dich und deinen Bräutigam.

Marie Was.

Elisabeth Ein gläubig Vater unser und die letzten bitten doppelt.

Marie Ihr könnt s nicht lassen.

Elisabeth Macht daß ihr bald wiederkommt, ihr müßt mir heute zu Nacht kochen.

ab.

 

[Bamberg]

Adelhaid. Weislingen

Adelhaid Die Zeit fängt mir an unerträglich lang zu werden. Reden mag ich nichts, und ich schäme mich zu spielen. Langeweile du bist ärger als ein kaltes Fieber.

Weislingen Seid ihr mich schon müde.

Adelhaid Euch nicht so wohl, als euern Umgang. Ich wollte ihr wärt wo ihr hin wolltet, und ich hätt euch nicht gehalten.

Weislingen Das ist Weibergunst. Erst brütet sie mit Mutterwärme unsre liebsten Hoffnungen an, dann gleich einer unbeständigen Henne verläßt sie das Nest, und übergibt ihre schon keimende Nachkommenschaft dem Tod und der Verwesung.

Adelhaid Deklamiert wider die Weiber. Der unbesonnene Spieler zerbeißt und zerstampft die Karten die ihn unschuldiger Weise verlieren machten. Aber laßt mich euch was von Mannsleuten erzählen. Was seid denn ihr um von Wankelmut zu sprechen. Ihr die ihr selten seid, was ihr sein wollt, niemals was ihr sein solltet. Könige im Festtags Ornat, vom Pöbel beneidet, was gäb eine Sch[n]eiders Frau drum eine Sch[n]ur Perlen um ihren Hals zu haben, von dem Saum eures Kleids den eure Absätze verächtlich zurückstoßen.

Weislingen Ihr seid bitter.

Adelhaid Es ist die Antistrophe von euerm Gesang. Eh ich euch kannte Weislingen ging mirs fast wie der Schneiders Frau. Der Ruf hundertzüngig, ohne Metapher gesprochen, hatte euch so Zahnarztmäßig herausgestrichen daß ich mich überreden ließ zu wünschen, möchtest du doch diese Quintessenz des männlichen Geschlechtes, diesen Phönix Weisungen zu Gesichte kriegen. Ich ward meines Wunsches gewährt.

Weislingen Und der Phönix ward zum ordinairen Haushahn.

Adelhaid Nein Weislingen, ich nahm Anteil an euch.

Weislingen Es schien so.

Adelhaid Und war. Denn würklich ihr übertraft euern Ruf. Die Menge schätzt nur den Widerschein des Verdienstes. Wie mirs denn geht daß ich über die Leute nicht denken kann die mich interessieren. So lebten wir eine Zeitlang neben einander, ohne zu merken was ich an euch vermißte. Endlich gingen mir die Augen auf. Ich sah statt des aktiven Manns, der die Geschäfte eines Fürstentums belebte, der sich und seinen Ruhm dabei nicht vergaß der auf hundert großen Unternehmungen, wie auf übereinander gewälzten Bergen, zu den Wolken hinauf gestiegen war: Den seh ich auf einmal jammernd wie einen kranken Poeten, melancholisch wie ein gesundes Mädgen, Und müßiger als einen alten Junggesellen. Anfangs schrieb ich's euerm Unfall zu, Der euch noch neu auf dem Herzen lag. und entschuldigt euch so gut ich konnte. Jetzt da es von Tag zu Tag schlimmer mit euch zu werden scheint, müßt ihr mir verzeihen wenn ich euch meine Gunst entreiße, ihr besitzt sie ohne Recht ich schenkte sie einem andern auf Lebenslang, der sie euch nicht übertragen konnte.

Weislingen So laßt mich los.

Adelhaid Noch ein Paar Worte so sollt ihr Abschied haben! Ich dacht: es ist Gärung. Wehe dem Berlichingen, daß er diesen Sauerteig herein warf. Ich dacht: er hat sich neue, noch unentwickelte Kräfte gefühlt da er sich an einem großen Feind maß, es arbeitet jetzo in seiner Seele, die äußere Ruhe ist ein Zeichen der innern Würksamkeit.

Weislingen Du hast dich nicht geirrt es arbeitete hier und bläht sich noch.

Adelhaid Die Fäulnis arbeitet auch. Aber zu welchem Zweck! Wenn es das ist, wie ich fürchte, so laß mich keinen Zeugen abgeben, ich würde der Natur fluchen daß Sie ihre Kräfte so mißbraucht.

Weislingen Ich will euch aus den Augen gehn.

Adelhaid Nicht, bis alle Hoffnung verloren ist. Die Einsamkeit ist in diesen Umständen gefährlich. Armer Mensch. Ihr seid so mißmutig wie einer dem sein erstes Mädgen untreu wird, und eben darum geb ich euch nicht auf. Gebt mir die Hand, verzeiht mir was ich aus Liebe gesagt habe.

Weislingen Zauberin.

Adelhaid Wär ich's ihr solltet ein anderer Mann sein. Schämt euch, wenn's die Welt sähe! Um einer elenden Ursache Willen. Die ihr euch gewiß nicht selbst gestehn mögt. Wie ich ein klein Mädgen war ich weiß es noch auf einen Punkt, machte mir meine Mutter ein schönes Hofkleid war rosenfarb. Ich machte der Fürstin von Anhalt die Aufwartung, da war eine Fräulein die hatte ein Kleid an war feuerfarb. Das hätt ich auch haben mögen, und weil ich meins hatte achtet ichs geringer, und ward unleidsam, und wollte mein rosenfarbnes Kleid nicht anziehen weil ich kein feuerfarbnes hatte. Seht das ist euer Fall. Ich dachte du hast gewiß das schönste Kleid, und wie ich andre sah die mir gleich waren, das neckte mich. Weisling ihr wolltet der erste sein, und der einzige. Das geht in einen gewissen Kreis. Aber unglücklicher Weise kamt ihr hinaus, fandet wie die Natur mit viel Gewichtern ihre Maschine treibt. Und das ärgerte euch. Spielt nicht das Kind. Wenn er die Geige spielt wollen wir die Flöte blasen, eine Virtuosität ist die andre wert.

Weislingen Hilf ihr mein Genius! Adelheid! Das Schicksal hat mich in ein Grube geworfen, ich seh den Himmel über mir, und seufze nach Freiheit. Deine Hand.

Adelhaid Du bist befreit, denn du willst. Der elendste Zustand ist: nichts wollen können. Fühle dich, und du bist alles was du warst. Kannst du leben Adelbert und einen mächtigen Nebenbuhler blühen sehn. Frißt nicht die magerste Ähre seines Wohlstandes deine fettsten. Indem sie ringsumher verkündet, Adelbert wagt nicht mich auszureißen. Sein Dasein ist ein Monument deiner Schwäche. Auf! Zerstörs da es noch Zeit ist. Leben und leben lassen ist ein Sprüchelgen für Weiber. Und man nennt dich einen Mann.

Weislingen Und ich wills sein. Wehe dir Gottfried! wenn das Glück meiner Adelheid Nebenbuhlerin ist. Alte Freundschaft, Gefälligkeit, und die alte Frau Menschenliebe, hatten meine Entschließungen mit Zauberformeln niedergeschläfert, du hast den Zauber aufgelöst. Und nun, gleich entfesselten Winden über das ruhende Meer! du sollst an die Felsen Schiff, und von da in Abgrund, und wenn ich mir die Backen drüber zersprengen sollte.

Adelhaid So hör ich euch gern.

Weislingen Der Kaiser hält einen Reichstag zu Augsburg. Ich will hin und du sollst sehen Adelh[aid] ob ich nicht mehr bin als der Schatten eines Manns.

Adelhaid Mich däucht ich sehe einen auferstandnen verklärten Heiligen in dir. In deinen Augen glüht ein Feuer, das deine Feinde verzehren wird. Komm Adelb[ert] zum Bischof. Komm Victoria ist ein Weib, sie wirft sich dem tapfersten in die Arme.

ab.

 

Im Spessart

Gottfried. Selbiz. Georg

Selbiz Ihr seht es ist gegangen wie ich gesagt habe.

Gottfried Nein, nein, nein.

Georg Glaubt ich berichte euch mit der Wahrheit. Ich tat wie ihr befahlt, borgte von einem Pfälzer den Rock und das Zeichen. Und damit ich doch mein Essen und Trinken verdiente, geleitete ich Reineckische Bauern nach Bamberg.

Selbiz In deiner Verkappung, das hätte dir übel geraten können.

Georg So denk ich auch hinten drein. Ein Reutersmann der das vorausdenkt, wird keine weite Sprünge machen. Ich kam nach Bamberg, Und gleich im Wirtshaus hört ich erzählen, Weislingen und der Bischof seien ausgesöhnt, und man redete viel von einer Heurat mit der Witwe des von Walldorff.

Gottfried Gespräche!

Georg Ich sah ihn wie er sie zu Tafel führte, sie ist schön, bei meinem Eid sie ist schön, wir bückten uns alle sie dankte uns allen, er nickte mit dem Kopf, sah sehr vergnügt, sie gingen vorbei, und das Volk murmelte, ein schönes Paar.

Gottfried Das kann sein.

Georg Hört weiter. Da er des andern Tags in die Messe ging, paßt ich meine Zeit ab. Er war allein mit einem Knaben, ich stund unten an der Treppe und sagte leise zu ihm. Ein Paar Worte von euerm Berlichingen. Er ward bestürzt, ich sah das Geständnis seines Lasters in seinem Gesicht, er hatte kaum das Herz mich anzusehen, Mich einen schlechten Reutersjungen.

Selbiz Das machte, sein Gewissen war schlechter als dein Stand.

Georg Du bist Pfalzgräfisch, sagte er. Ich bring einen Gruß vom Ritter Berlichingen sagt ich, und soll fragen – Komm morgen früh, sagte er, an mein Zimmer wir wollen weiter reden.

Gottfried Kamst du.

Georg Wohl kam ich, und mußt im Vorsaal stehn, lang lang. Endlich führt man mich hinein, er schien böse. Mir wars einerlei. Ich trat zu ihm und sagte meine Kommission, er tat feindlich böse, wie einer der nicht merken lassen will daß er kein Herz hat. Er verwunderte sich daß ihr ihn durch einen Reutersjungen zur Rede setzen ließt. Das verdroß mich. Ich sagte: es gäb nur zweierlei Leut, Ehrliche und Schurken, und daß ich ehrlich wäre, sah er daraus daß ich Gottfried von Berlichingen diente. Nun fing er an allerlei verkehrtes Zeug zu schwätzen, das darauf hinausging: Ihr hättet ihn übereilt, er sei euch keine Pflicht schuldig, und wollte nichts mit euch zu tun haben.

Gottfried Hast du das aus seinem Munde.

Georg Das und noch mehr.

Gottfried Es ist genug. Der wäre nun verloren. Treu und Glauben hast du mich wieder betrogen. Arme Marie! wie werd ich dirs beibringen.

Selbiz Ich wollte lieber mein ander Bein dazu verlieren als so ein Hundfut sein.

ab.

 

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